{"id":19842,"date":"2023-07-13T15:13:13","date_gmt":"2023-07-13T13:13:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09168-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:14","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:14","slug":"09168-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09168-01\/","title":{"rendered":"Entwurfsplanung zur Reaktivierung einer Wasserkraftanlage mit besonderer Ber\u00fccksichtigung \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Aspekte"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der BUND m\u00f6chte eine Wasserkraftanlage in Hagen-Rummenohl reaktivieren. Aus dem Selbstverst\u00e4ndnis des BUND soll die Reaktivierung umweltgerecht erfolgen. Durch eine besondere Gestaltung sowohl der technischen Anlagen als auch des Umfeldes soll demonstriert werden, da\u00df die Stromerzeugung mittels Wasserkraft mit den Erfordernissen der Flie\u00dfgew\u00e4sser\u00f6kologie vereinbar ist. Hierbei soll deutlich \u00fcber die gesetzlichen Vorgaben hinausgegangen werden.<br \/>\nIm Rahmen der Entwurfsplanung sollen daher insbesondere die \u00f6kologischen Rahmenbedingungen n\u00e4her untersucht und ausgewertet sowie die finanzielle Machbarkeit des Projektes untersucht werden. Das Hauptaugenmerk im Rahmen der Entwurfsplanung soll auf die naturnahe Gestaltung der wasserbaulichen Anlagen gerichtet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZu Beginn der Arbeiten erfolgte eine Vermessung des Bereiches. In der folgenden Grundlagenermittlung werden die hydrologischen Daten der Volme ausgewertet. Hierauf aufbauend werden Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Mindest- und Restwassermenge erarbeitet, die die \u00f6kologischen Erfordernisse ber\u00fccksichtigen. Danach wurde die Entwurfsplanung erstellt, die auch Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine entsprechende technische Ausstattung enth\u00e4lt. Parallel hierzu wurde der landschaftspflegerische Begleitplan erarbeitet und dessen Ergebnisse in die Entwurfsplanung eingearbeitet. Aufbauend auf die Entwurfsplanung in Verbindung mit der vorgeschlagenen Restwassermenge erfolgte eine Berechnung der m\u00f6glichen Jahresarbeit. Ein Vergleich zwischen der Kostensch\u00e4tzung und der m\u00f6glichen Jahresarbeit l\u00e4\u00dft Aussagen \u00fcber die Finanzierbarkeit des Projektes zu.<br \/>\nDie L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge wurden mit der f\u00fcr die Genehmigung zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde diskutiert. Hierbei soll der f\u00fcr die Antragstellung erforderliche Umfang der Unterlagen festgelegt werden. Unter Ber\u00fccksichtigung dieser Besprechung wurde der Abschlu\u00dfbericht der Studie erstellt, auf den die Genehmigungsplanung sp\u00e4ter aufbauen soll.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>F\u00fcr die nicht mehr betriebsbereite Wasserkraftanlage in Hagen Rummenohl wurde eine Planung zur Reaktivierung erarbeitet. Die Planung umfa\u00dft die Teilbereiche Wiederherstellung des Wehres, Anlage eines Rauhgerinne-Beckenpasses als Fischaufstiegsanlage, Sanierung von Ober- und Untergraben und Umbau der Maschinenanlage. Es wird als Restwassermenge 1\/3 MNQ (=250 l\/s) vorgeschlagen. Es wird nachgewiesen, da\u00df bei dieser Restwassermenge ein funktionierender Fischaufstieg zu gew\u00e4hrleisten ist. Aus der Restwassermenge ergibt sich eine prognostizierte Jahresarbeit von etwa 600.000 kWh. Die Kostensch\u00e4tzung f\u00fcr die Sanierung bel\u00e4uft sich auf rund 1,7 Mio. DM ohne Ber\u00fccksichtigung m\u00f6glicher Eigenleistungen. Damit ist unter Ber\u00fccksichtigung der Jahresarbeit und der M\u00f6glichkeit, einen h\u00f6heren Erl\u00f6s durch Direktverkauf des Stromes an die Firma Nagel zu erzielen, eine wirtschaftliche L\u00f6sung erreicht.<br \/>\nWesentliche Aufgabe der Planung war die landschaftsgerechte Einbindung der Anlage. Hierzu macht der landschaftspflegerische Begleitplan entsprechende Aussagen. Durch die Wiederinbetriebnahme der WKA verschlechtert sich zun\u00e4chst die Situation hinsichtlich der Durchwanderbarkeit am Wehr. Weiterhin ergeben sich Probleme in der Ausleitungsstrecke der Volme durch die Wasserentnahme in Niedrigwasserzeiten sowie durch Einwanderung von Fischen in den Ober- und Untergraben. Oberhalb des Wehres wird es au\u00dferdem zu Anlandungen von Feinsediment kommen, so da\u00df der Lebensraum f\u00fcr benthische Organismen beeintr\u00e4chtigt wird. Durch den Betrieb der Turbine sind Fischverluste nicht vollst\u00e4ndig zu vermeiden.<br \/>\nDurch Anlage einer funktionierenden Fischaufstiegsanlage (FAA) mit den dargestellten Randbedingungen l\u00e4\u00dft sich das Wehr so gestalten, da\u00df es f\u00fcr Fische und Kleinlebenwesen bei Auf- und Abstieg \u00fcberwindbar wird. Durch die Lage der FAA am Prallhang im Ausleitungsbereich des Obergrabens k\u00f6nnen f\u00fcr benthische Kleintiere sch\u00e4dliche Anlandungen in diesem Teilbereich vermieden werden. Die Fische werden f\u00fcr den Abstieg am Obergrabeneinlauf vorbei in die FAA gelockt. Die Verluste durch den Betrieb der Turbine werden durch die Erhaltung des Stauteiches mit niedrigen Anstr\u00f6mgeschwindigkeiten, die Gitterstabweite von 20 mm sowie die Wahl des Turbinentypes (Kaplan- oder Klappenradturbine) minimiert. Die Beeintr\u00e4chtigungen in der Ausleitungsstrecke durch die Wasserentnahme k\u00f6nnen zumindest teilweise durch Anlage einer beschatteten Niedrigwasserrinne reduziert werden. Das Einschwimmen von Fischen in den Untergraben kann durch Anlage einer Grundschwelle\/eines kleinen Absturzes verringert werden. Eine endg\u00fcltige L\u00f6sung ergibt sich hier jedoch erst mit Einbau einer FAA am unmittelbar unterhalb liegenden Wehr. Hier w\u00e4re dann die Lage der FAA f\u00fcr die L\u00f6sung dieses Problems entscheidend.<br \/>\nDie verbleibenden Beeintr\u00e4chtigungen werden durch Ausgleichsma\u00dfnahmen an der Volme im Plangebiet ausgeglichen. Hier ist die Anlage einer Flutmulde mit Stillgew\u00e4sser und Altarm sowie eine naturnahe Ufergestaltung und Abpflanzung an der Volme vorgesehen. Vor allem der Altarm soll zur Verbesserung der Lebensbedingungen f\u00fcr verschiedene Fischarten dienen. Die Planung gen\u00fcgt damit den gesetzlichen Vorgaben des Landschaftsgesetzes NW \u00a7\u00a7 4 ff.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Erste Anfragen anderer Betreiber liegen nach Ver\u00f6ffentlichung der Stiftungsbrosch\u00fcre bereits vor. Die Anfragen werden entsprechend beantwortet. Mit den \u00f6rtlichen Fischerei- und Naturschutzverb\u00e4nden wurde die Diskussion der Ergebnisse ebenfalls bereits begonnen. Es ist beabsichtigt, im NW-Infor des BUND-Landesverbandes \u00fcber einen zusammenfassenden Bericht die Diskussion innerhalb des Verbandes anzusto\u00dfen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zusammenfassend bleibt festzuhalten, da\u00df die Planung sich durch die vielen Begleitma\u00dfnahmen weitgehend in die Landschaft einf\u00fcgt. Verbleibende Beeintr\u00e4chtigungen k\u00f6nnen ausgeglichen werden. Erhebliche oder nachhaltige Beeintr\u00e4chtigungen im Sinne der Eingriffsregelung des LG NW verbleiben nicht. Nach Abw\u00e4gung aller Belange (regenerative Stromerzeugung\/Flie\u00dfgew\u00e4sser\u00f6kologie) wird die Planung als absolut vertretbar beurteilt. Die hier vorliegende Planung zeigt modellhaft die M\u00f6glichkeiten zur Vereinbarkeit von Wasserkraftnutzung und Flie\u00dfgew\u00e4sser\u00f6kologie auf. W\u00fcrden die \u00fcbrigen Wehre und Anlagen nach diesem Vorbild umgebaut, w\u00fcrde sich f\u00fcr die Volme eine erhebliche Verbesserung aus \u00f6kologischer Sicht ergeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der BUND m\u00f6chte eine Wasserkraftanlage in Hagen-Rummenohl reaktivieren. Aus dem Selbstverst\u00e4ndnis des BUND soll die Reaktivierung umweltgerecht erfolgen. Durch eine besondere Gestaltung sowohl der technischen Anlagen als auch des Umfeldes soll demonstriert werden, da\u00df die Stromerzeugung mittels Wasserkraft mit den Erfordernissen der Flie\u00dfgew\u00e4sser\u00f6kologie vereinbar ist. 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