{"id":19835,"date":"2023-07-13T15:12:01","date_gmt":"2023-07-13T13:12:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07378-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:03","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:03","slug":"07378-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07378-01\/","title":{"rendered":"Sanierung der Bergschadenssituation an der S\u00fcdwestflanke des Sta\u00dffurter Sattels &#8211; Pilotvorhaben zur Stabilisierung des Untergrundes im Stadtgebiet Sta\u00dffurt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Ziel des Vorhabens bestand in der Entwicklung eines Verfahrens zur Stabilisierung und Sanierung von Bergschadenssituationen im Bereich des Salzbergbaus durch direkte Einflussnahme auf die kausalen geomechanischen und hydrologischen Verh\u00e4ltnisse eines durch Subrosion an salinaren Schichten und durch anhaltende Konvergenz beeinflussten Untergrunds. Im Rahmen einer bewusst flexibel und anpassungsf\u00e4hig angelegten Vorgehensstrategie wurden folgende Zielsetzungen verfolgt:<br \/>\n&#8211;\tImmobilisierung von Salzl\u00f6sungsk\u00f6rpern durch \u00dcberf\u00fchrung in ein Stoffsystem mit gelartiger langzeitstabiler  Konsistenz, mit dem Ziel konvektive und mikrative Str\u00f6mungsvorg\u00e4nge und Subrosi-onsprozesse zu unterbinden.<br \/>\n&#8211;\tRealisierung von Barrierestrukturen mit past\u00f6sen bis steifplastischen Stoffsystemen, die im MgCl2-betonten Salzl\u00f6sungsmilieu langzeitstabile, formbare Abdichtmedien zur Unterbrechung hydraulischer Str\u00f6mungspfade bilden.<br \/>\n&#8211;\tEntwicklung von aush\u00e4rtenden Stoffsystemen, die sich insbesondere im MgCl2-L\u00f6sungsmilieu verfestigen und langzeitstabile Stoffstrukturen bilden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden-\tErarbeitung der Grundlagen und Erweiterung des Kenntnisstandes \u00fcber den Zustand der Bergschadensr\u00e4ume und der Sch\u00e4chte;<br \/>\n&#8211;\tEntwicklung von langzeitstabilen absolut umweltvertr\u00e4glichen Stoffsystemen in einem breiten Konsistenzspektrum;<br \/>\n&#8211;\tUntersuchung technologischer Aspekte zur Darstellung, F\u00f6rderung und zum Einbau der Stoff- bzw. M\u00f6rtelsysteme;<br \/>\n&#8211;\tVorbereitende Versuche zur Durchf\u00fchrung des gro\u00dftechnischen in-situ-Vorhabens im Technikumma\u00dfstab;<br \/>\n&#8211;\tDurchf\u00fchrung des gro\u00dftechnischen in-situ-Vorhabens zur Endverwahrung des unteren Abschnitts der Schachtr\u00f6hre Friedrichshall II, Einbau von ca. 4.100 m\u00b3 Baustoffe und Schotter;<br \/>\n&#8211;\tPhysikalische Untersuchung der im Schacht Friedrichshall I abgeh\u00e4ngten R\u00fcckstellproben;<br \/>\n&#8211;\tBegutachten der chemischen und thermodynamischen Stabilit\u00e4t der Gelbaustoffe;<br \/>\n&#8211;\tGeomechanische Bewertung der Verf\u00fclls\u00e4ule zur Verwahrung des Schachtes Friedrichshall II.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit der Durchf\u00fchrung des Pilotvorhabens konnte gezeigt werden, dass die Sicherung salzl\u00f6sungserf\u00fcllter Hohlr\u00e4ume im gro\u00dftechnischen Ma\u00dfstab m\u00f6glich ist und im Rahmen des Vorhabenskonzepts realisiert werden konnte. Im Ergebnis dieses weltweit erstmalig realisierten Verfahrenskonzepts kann festge-stellt werden, dass<br \/>\n&#8211;\tdas entwickelte mineralische Baustoffsystem den in der Vorhabensplanung formulierten Zielsetzungen voll entsprochen hat;-\tdas technologische Konzept zur gro\u00dfma\u00dfst\u00e4blichen Darstellung der Baustoffsysteme und deren Einbau in das entsprechende Salzl\u00f6sungsmilieu eindeutig best\u00e4tigt werden konnte;<br \/>\n&#8211;\tdas Prinzip der Entnahme der Anmischfl\u00fcssigkeit aus dem jeweiligen Einbauniveau zufriedenstellend realisiert werden konnte;<br \/>\n&#8211;\tder Einsatz von Mehrkomponenten-Baustoffen mit der Darstellung koh\u00e4siver Schotters\u00e4ulen erfolgreich erprobt werden konnte.<br \/>\nMit insgesamt 3.700 m\u00b3 Baustoffmaterial unterschiedlicher Zusammensetzung wurden erfolgreich 5 differenzierten Anforderungen gen\u00fcgende Funktionss\u00e4ulen in die Schachtr\u00f6hre Friedrichshall II eingebaut. Nach erfolgten Begutachtungen der mechanischen und langzeitsicherheitlichen Stoffstabilit\u00e4t konnte der Nachweis eines auch wirtschaftlich tragf\u00e4higen Konzepts zur L\u00f6sung bergsicherheitlicher und bergschadensrelevanter Problemstellungen, wie sie in zentralen Bereichen der Stadt Sta\u00dffurt, bei der Sicherung und Sanierung von Schachtr\u00f6hren und Grubenbauen des Salzbergbaues im In- und Ausland anstehen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Am 03.03.1999 erfolgte die Abschlusspr\u00e4sentation des Projekts in Sta\u00dffurt unter Anwesenheit des Generalsekret\u00e4rs der DBU, Herrn Brickwedde. Au\u00dferdem waren das Wirtschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt, das Regierungspr\u00e4sidium, das Bergamt Sta\u00dffurt, das Geologische Landesamt &#8211; Au\u00dfenstelle Magdeburg, die Landesentwicklungsgesellschaft Sachsen-Anhalt, die Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH, das Bundesamt f\u00fcr Geologie und Rohstoffe, der B\u00fcrgermeister und die Stadtverwaltung Sta\u00dffurt, zahlreiche Ingenieurb\u00fcros, die Technische Universit\u00e4t Clausthal, die an der Bearbeitung des Vorhabens beteiligten Institutionen sowie die lokale und regionale Presse vertreten. Das Ergebnis des Vorhabens wurde insbesondere unter dem Aspekt der L\u00f6sung von Sanierungsaufgaben im regionalen Bereich insgesamt als sehr positiv eingesch\u00e4tzt.<br \/>\nIm Rahmen der stiftungseigenen Reihe Initiativen zum Umweltschutz wurden die Ergebnisse der Vorhaben AZ 07378 und AZ 02430 (Entwicklung eines Verfahrens zur Rekultivierung von Kali-Althalden (Pi-lotprojekt Bleicherode) ver\u00f6ffentlicht: Heiden, St., Erb, R., Liebmann, H., Kahle, K. (Hrsg.) (2001): Kalibergbau &#8211; Umweltlast und Chance, Bd. 25 der Reihe Initiativen zum Umweltschutz, Erich Schmidt Verlag, Berlin.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die wissenschaftlichen und verfahrenstechnischen Untersuchungen haben gezeigt, dass die f\u00fcr die Sanierung von Bergschadensproblemen im Salzbergbau relevanten Effekte zur Abdichtung und Stabilisierung von salzl\u00f6sungsgef\u00fcllten Hohlr\u00e4umen und die Immobilisierung von Salzl\u00f6sungsk\u00f6rpern wirtschaftlich und mit Stoffen erreicht werden kann, die vollkommen umweltneutral sind. Die erzielten Ergebnisse lassen insbesondere bei der Bergschadenssanierung und der Verwahrung im Salzbergbau langzeitsichere Probleml\u00f6sungen erwarten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Ziel des Vorhabens bestand in der Entwicklung eines Verfahrens zur Stabilisierung und Sanierung von Bergschadenssituationen im Bereich des Salzbergbaus durch direkte Einflussnahme auf die kausalen geomechanischen und hydrologischen Verh\u00e4ltnisse eines durch Subrosion an salinaren Schichten und durch anhaltende Konvergenz beeinflussten Untergrunds. 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