{"id":19823,"date":"2023-07-13T15:13:50","date_gmt":"2023-07-13T13:13:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10206-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:50","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:50","slug":"10206-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10206-01\/","title":{"rendered":"Durchf\u00fchrung eines Modellprojektes der Umwelterziehung und Umweltbildung am Lernstandort Noller Schlucht"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Umweltbildung und Umwelterziehung von Sch\u00fclerInnen aus 22 regionalen Schulen aus Anlass der notwendigen Renaturierung des Noller Bach-Tals. Die Renaturierung ist also das \u00dcbungsfeld, um die Sch\u00fclerInnen, Jugendlichen und Erwachsenen f\u00fcr Umwelt und Naturschutzfragen zu sensibilisieren und ihre Bereitschaft zu wecken, f\u00fcr die Gestaltung und Erhaltung der regionalen Umwelt Verantwortung zu \u00fcbernehmen, und der Versuch, von hier aus auch Verst\u00e4ndnis f\u00fcr globale Umweltzusammenh\u00e4nge anzubahnen. Der Noller Bach eignet sich f\u00fcr dieses Projekt besonders gut, da dieser \u00fcberschaubare, auch von Sch\u00fclern leicht zu erkennende und zu behebende St\u00f6rstellen aufweist wie z. B. Verrohrungen, Stauwehre, Teiche in der N\u00e4he des Baches, einen fast geschlossenen Fichtensaum am gesamten Bachufer usw.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDieses Ziel soll erreicht werden, indem die beteiligten Gruppen aktiv in die Planung und Umsetzung von Renaturierungsma\u00dfnahmen am Noller Bach-Tal eingebunden werden, indem sie beispielsweise den Ist-Zustand des Bach-Tals erkunden und kartieren, durch den Menschen verursachte St\u00f6rstellen am Bach aufdecken, die Notwendigkeit eines korrigierenden Eingriffs erkennen und entsprechend motiviert an der Erstellung eines Ma\u00dfnahmenkatalogs f\u00fcr die bevorstehende Renaturierung und an dessen Realisierung mitwirken. Die geplanten Renaturierungsma\u00dfnahmen beziehen sich u. a. auf die Entfernung von Verroh-rungen, die Verlagerung des Bachbettes bei der Umgehung eines im Bachbett gelegenen Feuerl\u00f6schteiches, die Ersetzung des Fichtensaums am Bachufer durch einen Erlen- und Eschenbestand, den R\u00fcckbau einer angelegten Teichanlage, die Entsch\u00e4rfung von Stauwehren durch die Errichtung einer Sohlgleite, die Nachzucht seltener Fischarten und die Anlage von Flachuferzonen bei den Teichen. Alle Einzelma\u00dfnahmen gliedern sich in 3 Phasen: 1. Erfassung des Ist-Zustandes des Noller Bach-Tals: In dieser Phase wird das Gebiet vor den Eingriffsprojekten dokumentiert. 2. Eingriffsma\u00dfnahmen: W\u00e4hrend dieser Phase sollen die Sch\u00fcler aktiv Eingriffe in die Natur vornehmen z. B. Verrohrungen entfernen. 3. Kontrollkartierungen; Nach erfolgten Eingriffen soll der Erfolg der Ma\u00dfnahmen durch Kontrollkartierungen und anschlie\u00dfenden Vergleich mit den Ist-Zustandsdaten belegt werden. Die Kontrollphase soll in l\u00e4ngerfristige Begleit- und Pflegema\u00dfnahmen auslaufen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der handlungs- und verantwortungsorientierte Ansatz des Projektes traf bei allen Beteiligten auf durchgehend sehr positive Resonanz. Kompetenzzuw\u00e4chse innerhalb der Sch\u00fclerschaft konnten in gro\u00dfem Umfange nachgewiesen werden, eine differenziertere Wahrnehmung der eigenen regionalen Umwelt ist deutlich auszumachen, wenn auch die Bereitschaft, \u00fcber das Projektgeschehen hinaus, d. h. im eigenen Lebensumfeld erhaltend oder gestaltend t\u00e4tig zu werden, nur begrenzt beobachtet werden konnte. Zum Projektstart in der Lehrerschaft noch vereinzelt bestehende Bedenken hinsichtlich Konzeption und Organisation erwiesen sich durchweg als unbegr\u00fcndet oder problemlos zu bew\u00e4ltigen.<br \/>\nWesentliche Aufgabenstellungen im naturr\u00e4umlichen Bereich sind in dem gef\u00f6rderten Projektzeitraum technisch einwandfrei und \u00f6kologisch vertr\u00e4glich gel\u00f6st worden. Andere &#8211; l\u00e4ngerfristige &#8211; Aufgaben wur-den bereits angegangen und stellen das Arbeitspensum der n\u00e4chsten Jahre f\u00fcr die Fortf\u00fchrung des Projektkonzeptes im Rahmen eines neu entwickelten, erweiterten Programmangebotes des Umweltbildungszentrums Noller Schlucht. Daf\u00fcr konnten geeignete Medien und Materialien themenspezifisch erarbeitet und in Materialkoffern zusammengestellt werden.<br \/>\nF\u00fcr vergleichbare Vorhaben k\u00f6nnen (in Kurzfassung) folgende Empfehlungen gegeben werden:<br \/>\n&#8211;\tDie Ma\u00dfnahme sollte an einem umfassenden schulp\u00e4dagogischen und gesellschaftspolitischen Gesamtkonzept ausgerichtet sein (Bsp.: Osnabr\u00fccker Konzept des Regionalen Lernens)<br \/>\n&#8211;\tDie Curricula aller Schulformen und der meisten Jahrgangsstufen lassen gen\u00fcgend Spielraum.<br \/>\n&#8211;\tNotwendig: Konsens in der Gesamtkonferenz \u00fcber die \u00d6ffnung von Schule und einzelnen F\u00e4chern.<br \/>\n&#8211;\tAkzeptanzprobleme seitens der Elternschaften sind i.d.R. nicht zu bef\u00fcrchten.<br \/>\n&#8211;\tFachliche Unterst\u00fctzung sollte beim n\u00e4chsten Forstamt oder Umweltbildungszentrum gesucht werden.<br \/>\n&#8211;\tZum Aufbau eigener Fachkompetenz bietet sich die Nutzung \/ der Aufbau eines Materialkoffers an.<br \/>\n&#8211;\tDie Auswahl des geeigneten Gebietes sollte zusammen mit dem Forstamt erfolgen.<br \/>\n&#8211;\tDie Auswahl von B\u00e4chen 3. Ordnung hilft, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, da hier kein Unterhaltungsverband mehr zust\u00e4ndig ist, sondern direkt der Eigent\u00fcmer.<br \/>\n&#8211;\tKurze Anfahrtswege von der Schule zum Projektgebiet reduzieren Kosten und Planungsaufwand.<br \/>\n&#8211;\tKurze Laufwege erhalten die Motivation und verl\u00e4ngern die Zeit f\u00fcr praktisches Tun.<br \/>\n&#8211;\tBei der Festlegung des Aufgabenspektrums sollte unbedingt auf \u00dcbersichtlichkeit, Einsch\u00e4tzbarkeit und Homogenit\u00e4t der Arbeitsma\u00dfnahmen geachtet werden.<br \/>\n&#8211;\tAls Mindest-Engagement sollten 4 Projekttage pro Klasse und Schuljahr angesetzt werden.<br \/>\n&#8211;\tDie theoretisch m\u00f6gliche Themenf\u00fclle sollte &#8211; besonders um die Einbindung in den Gesamtablauf des Projektes nicht aus dem Auge zu verlieren &#8211; auf die wesentlichen und f\u00fcr die Ma\u00dfnahme selber entscheidenden Fragen reduziert werden.<br \/>\n&#8211;\tWerkzeuge und Ger\u00e4te sollten &#8211; zur Vermeidung von Zank und Neid &#8211; stets in ausreichendem Ma\u00dfe zur Verf\u00fcgung stehen.<br \/>\n&#8211;\tDer Bedarf an Werkzeug sollte mit dem zust\u00e4ndigen Forstamt abgesprochen werden, da mitunter Ger\u00e4tschaften f\u00fcr Aktivit\u00e4ten mit Sch\u00fclern bereits existieren.<br \/>\n&#8211;\tAuch bei einem Renaturierungsprojekt handelt es sich um eine schulische Veranstaltung, so dass die Versicherungen der Schule die Haftung bei Unf\u00e4llen \u00fcbernehmen m\u00fcssen.<br \/>\n&#8211;\tF\u00fcr Notf\u00e4lle sollten bei jeder Veranstaltung ein Erste-Hilfe-Koffer und ein Handy mitgef\u00fchrt werden.<br \/>\n&#8211;\tEine sogenannte Rettungskarte, in der vorausgew\u00e4hlte Halte- und Landepl\u00e4tze f\u00fcr Rettungsfahrzeuge ausgewiesen sind, kann, wenn sie bei den zust\u00e4ndigen Leitzentralen abgegeben und besprochen wurde, eine rasche Notfallrettung sehr unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>8 Ausstellungen, 12 Exkursionen, 9 Vortr\u00e4ge bzw. Tagungen, 28 Berichte in der Lokalpresse, 3 Beitr\u00e4ge in Fachzeitschriften, 3 Beitr\u00e4ge in H\u00f6rfunk und TV, Internet-Homepage, 6 Ausgaben der Projektzeitung Noller Bach-Blatt, 4 Beitr\u00e4ge in Handb\u00fcchern, 45-min. Projekt-Video, Buchver\u00f6ffentlichung 2001<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Evaluation best\u00e4tigt weitestgehend den Erfolg sowohl der p\u00e4dagogischen als auch der \u00f6kologisch-technischen Konzeption. Als Ergebnis kann vom Projekttr\u00e4ger ein entsprechendes Programm zur Fortf\u00fchrung der Renaturierungsarbeiten angeboten werden, welches Schulen der Region die M\u00f6glichkeit zu handlungs- und verantwortungsorientiertem Lernen an einer naturr\u00e4umlichen Ernstsituation er\u00f6ffnet. F\u00fcr die \u00dcbertragung in andere Regionen und Zusammenh\u00e4nge k\u00f6nnen Hinweise und Empfehlungen in Bezug auf Planung und Umsetzung, weitergegeben werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Umweltbildung und Umwelterziehung von Sch\u00fclerInnen aus 22 regionalen Schulen aus Anlass der notwendigen Renaturierung des Noller Bach-Tals. 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