{"id":19818,"date":"2025-07-13T10:32:04","date_gmt":"2025-07-13T08:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08738-01\/"},"modified":"2025-07-13T10:32:04","modified_gmt":"2025-07-13T08:32:04","slug":"08738-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08738-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung (1): Komposteinsatz im Gartenbau"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Sinnvolle Verwertungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Komposte im Freiland-Gartenbau k\u00f6nnten im Bereich der Regulation des Humushaushalts und des N\u00e4hrstoffersatzes liegen. So k\u00f6nnte durch die sachgerechte Kompostanwendung die D\u00fcngung mit mineralischen Phosphaten &#8211; und damit der knappen Phosphatvorr\u00e4te &#8211; m\u00f6glicherweise stark verringert werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Eigenschaften der zentral hergestellten Komposte, insbesondere die N\u00e4hrstofffreisetzung und die bodenphysikalischen Wirkungen, f\u00fcr den Anwender erkennbar bzw. kalkulierbar sind. Sollten sich Bioabfall- und Gr\u00fcngutkomposte hinsichtlich ihrer N\u00e4hrstoffdynamik als berechenbar erweisen, so w\u00e4ren vor allem im Baumschulbereich und bei Spargelkulturen positive Umweltwirkungen zu erwarten, die \u00fcber die reine Bew\u00e4ltigung der Entsorgungsproblematik hinausgingen. Gerade in diesen Bereichen werden in der Praxis zum Ausgleich des Humushaushaltes und zur Humusanreicherung heute noch gro\u00dfe Mengen an Stallmist ausgebracht, die aufgrund ihrer im Vergleich zu Komposten h\u00f6heren Anteile an mineralischem Stickstoff (N) und einer oft st\u00e4rkeren Mineralisierung eher zu einer Nitratbelastung des Grundwassers f\u00fchren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Teilprojekt Gem\u00fcsebau wurden 1997 und 1998 Feldversuche in Spargelkulturen mit den Faktoren Organische D\u00fcnger (Bioabfallkompost, Gr\u00fcngutkompost, Pferdemist), Aufwandmengen (C-Mengen entsprechend 200 bzw. 600 dt Pferdemist\/ha), mineralische N-D\u00fcngung (Sollwerte 80, 120 kg N\/ha) angelegt. Erfasst werden Nmin- und Wassergehalt (periodisch), Stangenertr\u00e4ge (im zweiten und dritten Standjahr), ober- und unterirdische Pflanzenmasse (Triebe, Rhizome, Wurzeln im zweiten Standjahr), Kohlenstoff- und N\u00e4hrstoffgehalt des Bodens (j\u00e4hrlich), pH-Werte, Porenvolumen, Porengr\u00f6\u00dfenverteilung und Aggregatstabilit\u00e4t (Versuchsbeginn und -ende). Im Teilprojekt Baumschule wurden auf einem typischen Baumschulboden Versuche mit den Faktoren \u0082Organische D\u00fcnger (Bioabfallkompost, Gr\u00fcngutkompost, Pferdemist, keine organische D\u00fcngung), \u0082Menge des organischen D\u00fcngers (200, 400, 800 dt\/ha Stallmist, bei den Komposten entsprechende C-Mengen) und \u0082H\u00e4ufigkeit der Ausbringung des organischen D\u00fcngers angelegt. Nach zwei Jahren wurden die Pflanzen (Ligustrum vulgare L., leichte Str\u00e4ucher)gerodet. Zu Beginn des dritten Jahres erfolgte auf einer H\u00e4lfte der Fl\u00e4che eine neue Aufschulungohne neue organische D\u00fcngung, auf der anderen H\u00e4lfte mit organischer D\u00fcngung (Faktoren wie im ersten Jahr). Gemessen wurden im Boden Mineralstickstoff- und Gesamtstickstoffgehalte, Mineralstickstoffgehalte in Sickerwasserproben, P-, K- und Mg-Gehalte, pH-Werte, Salzgehalte, Humusgehalte, Kationenaustauschkapazit\u00e4t, Porenvolumen und Porengr\u00f6\u00dfenverteilung, Bodenwasserspannungen. Bei den Pflanzen wurden Triebwachstum und N\u00e4hrstoffgehalte ermittelt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei Spargel kam es aufgrund des weiten C\/N-Verh\u00e4ltnis (>20) in den Pferdemist- und Gr\u00fcngutkompostvarianten zu Beginn des ersten Versuchsjahres zun\u00e4chst zur N-Immobilierung, w\u00e4hrend aus dem Bioabfallkompost sofort Stickstoff freigesetzt wurde. Tendenziell lagen die Nmin-Werte w\u00e4hrend der gesamten Versuchsdauer in den Pferdemistvarianten am h\u00f6chsten. Trotz der insgesamt niedrigsten Gesamtstickstoffmenge wurde 1998 aus dem Pferdemist mit 28% der gr\u00f6\u00dfte N-Anteil mineralisiert, aus den Komposten jeweils nur 6 und 8%. Auch die Bilanzierung des N-Haushaltes (Bilanzgr\u00f6\u00dfen: Nmin-Gehalt, organische und mineralische D\u00fcngung, Mineralisation, Pflanzenentzug) ergab in den Kompostvarianten geringere N-Verluste als bei konventioneller D\u00fcngung mit Pferdemist. Die Ertragsauswertung zeigte nur im zweiten Standjahr, das f\u00fcr die Dauerkultur Spargel nur von geringer Bedeutung ist, eine geringe Ertragsdepression in den Gr\u00fcnkompostvarianten, die auf die N-Immobilisierung im Vorjahr zur\u00fcckzuf\u00fchren war. Im dritten Standjahr konnten keine Ertragsunterschiede mehr festgestellt werden.<br \/>\nIm Teilprojekt Baumschule konnte der Humusgehalt eines mittelhumosen Sandbodens durch den Einsatz von Stallmist, und Komposten geringf\u00fcgig gesteigert werden. Im Mittel der drei Versuchsjahre und der zwei Ausbringungstermine war die Umweltbelastung durch Stickstoffauswaschung bei Gr\u00fcngutkompost am geringsten. Die Mineralisation ist hierbei am ehesten an den geringen Stickstoffbedarf der meisten Baumschulkulturen angepasst. Alle organischen D\u00fcnger k\u00f6nnen zur Mineralstoffversorgung des Bodens beitragen, allerdings limitiert meist ein N\u00e4hrstoff (N oder P) die Ausbringungsmenge. Beim Bioabfallkompost und Stallmist kam es beim dritten Ausbringungstermin zu \u00fcberh\u00f6hten Salzgehalten im Boden, was wahrscheinlich zu Pflanzensch\u00e4den f\u00fchrte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichungen im Rahmen der vom ZVG koordinierten \u00d6ffentlichkeitsarbeit:<br \/>\n\u00b7\tGartenbau Report Extra September 1998 Kompost im Gartenbau II<br \/>\n\u00b7\tDBU Statusseminar F\u00f6rderung der Bioabfallverwertung am 25\/26.11.98 in Osnabr\u00fcck Initiativen zum Umweltschutz 10 S.11-16, 33-40.<br \/>\n\u00b7\tGartenbau Report Extra November 1999 Neue Komposte f\u00fcr den Gartenbau S. 16-19, 20-24<br \/>\nPr\u00e4sentation des Versuches \/Versuchsf\u00fchrungen:<br \/>\n\u00b7\tLandwirtschaftskammer Hannover, LVG Ahlem Ahlemer Seminar &#8211; Fit f\u00fcr Kompost am 09.09.98 in Bendingboste<br \/>\n\u00b7\tGro\u00dfvorf\u00fchrung Maschinen und Ger\u00e4te im praktischen Einsatz der Vereinigung der Spargelanbauer in Niedersachsen e.V. am 10.09.98 in FuhrbergVortr\u00e4ge:<br \/>\n\u00b7\t36. u. 37. Tagung der Deutsche Gartenbauwissenschaftliche Gesellschaft e.V. (DGG), BDGL-Schriftenreihe Band 17 (1999), S. 13, S. 124, Band 18 (2000), S. 68<br \/>\n\u00b7\tKoordinationstreffen Spargelforschung am 18.03.99 in der Forschungsanstalt Geisenheim<br \/>\n\u00b7\t43. Tagung der Gesellschaft f\u00fcr Pflanzenbauwissenschaften e.V. (DPG) vom 16. Bis 18.09.99 in G\u00f6ttingen. Mitt. Ges. Pflanzenbauwiss. Band 12, S. 71-72<br \/>\n\u00b7\t4. Sitzung des Versuchs- und Informationsausschusses der Vereinigung der Spargelanbauer in Niedersachsen e.V. am 23.09.99 in der VBOG Langf\u00f6rden<br \/>\n\u00b7\t37. Tagung der Deutsche Gartenbauwissenschaftliche Gesellschaft e.V. (DGG) 08. bis 10.03.00 in Z\u00fcrich. BDGL-Schriftenreihe Band 18, S. 68<br \/>\n\u00b7\t58. Tagung des Arbeitskreises Spargel der Bundesfachgruppe Gem\u00fcsebau im Bundesausschuss Obst und Gem\u00fcse (ZVG) am 10.\/11.04.00 in Unna<br \/>\nArtikel in Fachzeitschriften:<br \/>\n\u00b7\tKomposteinsatz im Spargelanbau Gem\u00fcse 35 (1) Januar 1999, S. 45-48<br \/>\n\u00b7\tOrganische D\u00fcnger im Spargelanbau &#8211; eignen sich Komposte aus der getrennten Erfassung von Bioabfall- und Gr\u00fcnschnittsammlung Spargel- und Erdbeerprofi 2 (1) Februar 2000, S. 20-25<br \/>\n\u00b7\tAnwendung von Komposten als organische D\u00fcnger im Spargelanbau Schwerpunktausgabe Fl\u00e4chige Verwertung von Abf\u00e4llen KA-Wasserwirtschaft, Abwasser, Abfall 47 Juni 2000, S. 866-870<br \/>\n\u00b7\tGut f\u00fcr Boden und Wasser: Komposteinsatz im Spargelanbau Humus 2 (1) Juni 2000 S. 1-2<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Hinblick auf eine umweltgerechte und grundwasserschonende Spargelproduktion sind Komposte als organische D\u00fcnger besser geeignet als Pferdemist. Zur Sicherung der N-Versorgung der Spargelkultur ist eine mineralische Erg\u00e4nzungsd\u00fcngung erforderlich, die auf der Basis von Nmin-Werten erfolgen sollte. Zur Fl\u00e4chenvorbereitung im Herbst ist der Einsatz von Frischkompost sinnvoller, weil durch die m\u00f6gliche N-Immobilisierung noch im Boden vorhandene \u00fcbersch\u00fcssige Stickstoffmengen konserviert und vor Auswaschung gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen. Bei der Kompostanwendung im Fr\u00fchjahr empfiehlt es sich jedoch, einen Fertigkompost zu verwenden, um die N-Versorgung der Jungpflanzen nicht zu behindern.<br \/>\nAuch in der Baumschulproduktion waren nach Ausbringung geeigneter Komposte im Vergleich zu Stallmist geringere Umweltbelastungen und positive Wirkungen auf den Wasserhaushalt des Bodens und damit das Pflanzenwachstum festzustellen. Als geeignet erscheinen aber nur hochwertige Komposte mit geringen N\u00e4hrstoffgehalten (Substratkompost, hohe Beschaffungskosten). Die beiden eingesetzten Bioabfallkomposte k\u00f6nnen wie der Stallmist des letzten Versuchsjahres nicht empfohlen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Sinnvolle Verwertungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Komposte im Freiland-Gartenbau k\u00f6nnten im Bereich der Regulation des Humushaushalts und des N\u00e4hrstoffersatzes liegen. So k\u00f6nnte durch die sachgerechte Kompostanwendung die D\u00fcngung mit mineralischen Phosphaten &#8211; und damit der knappen Phosphatvorr\u00e4te &#8211; m\u00f6glicherweise stark verringert werden. 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