{"id":19802,"date":"2023-07-13T15:12:48","date_gmt":"2023-07-13T13:12:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08543-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:49","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:49","slug":"08543-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08543-01\/","title":{"rendered":"Versuche zur Brauchwasserversorgung eines Gemeindehauses durch Grauwassernutzung nach katalytischer UV-Oxidation"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Durch die fortgeschrittene Entwicklung geeigneter Strahlungsquellen hat sich das UV-Verfahren in den letzten Jahren zu einer alternativen Desinfektionsmethode gegen\u00fcber den bisher angewandten chemischen Verfahren entwickelt. Die Anwendung dieses physikalischen Verfahrens birgt jedoch bei der Konzipierung entsprechender Anlagen wie auch beim Nachweis der unter Praxisbedingungen augenblicklich wirkenden Desinfektionsleistung derzeit noch ungel\u00f6ste Problemstellungen. Die Leistungsf\u00e4higkeit einer bestehenden UV-Anlage kann nur noch innerhalb der bestehenden Grenzen der variablen Gr\u00f6\u00dfen Durchflu\u00dfrate und Transmission variiert werden.<\/p>\n<p>Im speziellen Fall der Grauwasserdesinfektion liegt die beschriebene Problemstellung vor, da das Grauwasser eine Mischung unterschiedlicher Teilstr\u00f6me darstellt. Durch entsprechende Untersuchungen mu\u00df abgesch\u00e4tzt werden, in welchen Grenzen sich die Schwankungen der Transmissionswerte bewegen und welche Strahlerdosis anzuwenden ist. Im Rahmen des Projektes sollten folgende Untersuchungen angestellt werden:<br \/>\n\u00b7 Technische M\u00f6glichkeiten der Verfahrensgestaltung;<br \/>\n\u00b7 Erprobung einer Pilotanlage zur Nutzung von Grauwasser und Regenwasser;<br \/>\n\u00b7 Reduzierung mikrobieller Keimbelastung im Wasser;<br \/>\n\u00b7 Energetische Betrachtungen der Grauwassernutzung;<br \/>\n\u00b7 Optimierung des Verfahrens.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Pilotanlage zur Nutzung von Grau- und Regenwasser wurde in dem Gemeindehaus der ev.-luth. Kirchgemeinde St. Martin in Meerane getestet.<br \/>\nIn Vorbereitung der technischen Auslegung der Anlage wurde das t\u00e4gliche Grauwasser- und Regenwasseraufkommen ermittelt. Parallel wurden Grauwasser-Transmissionsmessungen durchgef\u00fchrt. Mit Hilfe dieser Me\u00dfwerte wurde der UV-Reaktor zur Desinfektion anhand eines Transmissions-\/Leistungs- und Effektivit\u00e4tsdiagrammes ausgelegt. Anschlie\u00dfend wurde die kombinierte Grau- und Regenwassernutzungsanlage aufgebaut und in Betrieb genommen. Die Anlage wurde \u00fcber einen Zeitraum von 6 Monaten erprobt. F\u00fcr mikrobiologische Untersuchungen zur Wasserqualit\u00e4t wurden Proben vor und nach der UV-Desinfektionsstufe genommen. Zur Sicherstellung eines dauerhaften und st\u00f6rungsarmen Betriebes wurde die Anlage in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden \u00fcberpr\u00fcft und gewartet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zur Grauwassernutzung im Gemeindehaus wird in erster Linie Duschwasser verwendet. Die aufgrund der r\u00e4umlichen Lage und leitungstechnischen M\u00f6glichkeiten infrage kommenden Duschanlagen liefern bei einer Frequentierung von ca. 17-20 Personen pro Tag theoretisch ca. 1,5 Kubikmeter Grauwasser, das zur Nutzung nach der UV-Desinfektion f\u00fcr die Toilettenanlage zur Verf\u00fcgung stehen kann. Die Praxis hat jedoch gezeigt, da\u00df das t\u00e4gliche Grauwasseraufkommen zum Teil extremen Schwankungen unterliegt. Neben dem Grauwasser wird Regenwasser eingesetzt. Die zur Regenwassergewinnnung nutzbare Dachfl\u00e4che von 192 Quadratmeter liefert unter Ber\u00fccksichtigung der j\u00e4hrlichen Niederschlagsmenge f\u00fcr den Raum Zwickau etwa 106 Kubikmeter \/Jahr.<\/p>\n<p>Die Transmissionswerte des Grauwassers bei einer Wellenl\u00e4nge von 254 nm lagen zwischen 30 und 40 %. Anhand dieser Werte und eines Transmissions-\/Leistungs-und Effektivit\u00e4tsdiagrammes wurde ein UV-Reaktor zur Desinfektion von Grauwasser mit 125 W Strahlerleistung und 200-300 l\/h Wassermengendurchsatz zum Einsatz gebracht.<br \/>\nDie kombinierte Grau-und Regenwassernutzungsanlage hat folgende Hauptbestandteile: eine zentrale Grauwasserspeicherung, eine zentrale Regenwasserspeicherung, UV-Reaktor, Filtertechnik, Pumpentechnik, Armaturen, Steuer- und Regeltechnik. Das Verfahren funktioniert wie folgt: das Grauwasser von den Duschen und Waschbecken wird \u00fcber ein Grobfilter gef\u00fchrt und in einem Tank zentral gesammelt. Das zu behandelnde Wasser wird vom Tank mittels einer Pumpe, \u00fcber ein Feinfilter zum UV-Reaktor gef\u00f6rdert. Der Reaktorbetrieb ist mit dem Pumpenbetrieb gekoppelt, d.h. die Steuerung der Pumpe und des Reaktors erfolgen \u00fcber eine Maximum\/Minimum-F\u00fcllstandskontrolle vom Tank f\u00fcr unbehandeltes Grauwasser und vom Tank f\u00fcr desinfiziertes Brauchwasser mittels Magnetventile.Versorgungsengp\u00e4sse  bei geringen Grauwasseranfall werden durch Regenwasser aus dem Regenwassertank ausgeglichen. Die Regenwasserpumpe wird angesteuert mittels einer Minimalf\u00fcllstandskontrolle im Grauwassertank \u00fcber ein Magnetventil. Das Hauswasserwerk versorgt die WC-Anlagen mit aufbereiteten Brauchwasser. F\u00fcr den Fall, da\u00df die Brauchwasserversorgung f\u00fcr die WC-Anlagen unterbrochen ist oder kein Brauchwasser zur Verf\u00fcgung steht, erfolgt die Sp\u00fclwasserversorgung \u00fcber eine Magnetventilsteuerung aus dem \u00f6ffentlichen Trinkwasserversorgungsnetz.<br \/>\nAlle Beh\u00e4lter besitzen einen \u00dcberlauf und Abla\u00df f\u00fcr anstehende Reinigungsarbeiten. Das Wasser vom \u00dcberlauf und Abla\u00df m\u00fcndet in die Kanalisation. W\u00e4hrend der Erprobung der Anlage wurden Wasserproben vor und nach der UV-Desinfektion f\u00fcr mikrobiologische Untersuchungen genommen. Die Analysen ergaben, da\u00df das UV-aufbereitete Brauchwasser f\u00fcr die Toilettensp\u00fclung einsetzbar ist.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projektergebnisse wurden auf folgenden Fachmessen vorgestellt:<br \/>\n&#8211; Forum Energie und Umwelt Halle im Juni 1996;<br \/>\n&#8211; MUT Merseburger Umwelttag 1996.<br \/>\nDie Glauchauer Zeitung stellte die Grau- und Regenwassernutzungsanlage in einem Artikel am 04.09.1996 vor.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>In Auswertung der t\u00e4glichen Registrierungen zum Wasserverbrauch sind im Jahre 1997 ca. 100 Kubikmeter Trinkwasser eingespart worden. Um das Volumen des eingesparten Trinkwassers zu erh\u00f6hen, wird die Anlage durch Aufstellen zus\u00e4tzlicher Tanks zur gr\u00f6\u00dferen Bevorratung von Regenwasser noch erweitert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Durch die fortgeschrittene Entwicklung geeigneter Strahlungsquellen hat sich das UV-Verfahren in den letzten Jahren zu einer alternativen Desinfektionsmethode gegen\u00fcber den bisher angewandten chemischen Verfahren entwickelt. 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