{"id":19797,"date":"2023-07-13T15:12:28","date_gmt":"2023-07-13T13:12:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08169-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:31","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:31","slug":"08169-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08169-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Holz: Substitution synthetischer Wirkstoffe gegen holzverf\u00e4rbende Pilze in Holzgrundierungen und tempor\u00e4r wirksamen Formulierungen durch \u00e4therische \u00d6le\/Extrakte von Arznei und Gew\u00fcrzpflanzen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bl\u00e4ue befallenes Holz ist als Schnittware f\u00fcr hochwertige Sortimente nicht mehr verwertbar. Folglich erlangen derartige Sch\u00e4den erhebliche wirtschaftliche Relevanz. An Fassaden, T\u00fcren und Fenstern kann starker Bl\u00e4uebefall bis zur vollst\u00e4ndigen Zerst\u00f6rung von Anstrichen f\u00fchren. Bei den z. Zt. gebr\u00e4uchlichen Schutzmitteln handelt es sich um organische, synthetische Produkte. Diese traditionell verwendeten Verbindungen belasten die Umwelt sowohl bei der Applikation als auch bei der Entsorgung. Als Variante bietet sich hier der Einsatz von \u00e4therischen \u00d6len\/Extrakten aus Arznei- und Gew\u00fcrzpflanzen an. Ziel dieses Forschungsvorhabens war es, \u00e4therische \u00d6le\/Extrakte aufzufinden, die die F\u00e4higkeit besitzen, in wirtschaftlich relevanten Konzentrationen das Wachstum holzverf\u00e4rbender Bl\u00e4uepilze zu unterdr\u00fccken. Das Konzept des Projekts sah weiterhin vor, die erw\u00fcnschten Wirkungen der Extrakte bis zur applikationsf\u00e4higen Formulierung zu stabilisieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methodenl Mikrobiologisches Screening von \u00e4therischen \u00d6len\/Extrakten mit dem Ziel, gegen\u00fcber holzverf\u00e4rbenden Pilzen antimikrobiell wirksame Stoffe aufzufinden (Agar-Dilutionstest).<br \/>\nl Fraktionierung der wirksamen \u00e4therischen \u00d6le\/Extrakte (Vakuumfeindestillation\/Variation der Extraktionsbedingungen) und anschlie\u00dfende chemische Analyse und biologische Testung der Fraktionen mit dem Ziel, die ermittelten Wirksamkeiten Inhaltsstoffgruppen zuordnen zu k\u00f6nnen und Wirkstoffkonzentrate mit erh\u00f6htem antimikrobiellen Potential zu gewinnen.<br \/>\nl Testung der als besonders wirksam erkannten pflanzlichen Extrakte\/Fraktionen im Kurzpr\u00fcfverfahren (Behandlung von Pr\u00fcfh\u00f6lzern) in Kooperation mit dem Materialpr\u00fcfamt Eberswalde.<br \/>\nl Gezielte Formulierung der Wirkstoffe f\u00fcr eine Anwendung als<br \/>\n&#8211; gebrauchsfertige L\u00f6sung zum tempor\u00e4ren Bl\u00e4ueschutz nach dem Einschlagen von Kiefern-Wert-Holz<br \/>\n&#8211; Bl\u00e4ueschutz-Grundierung im Holz-Innen- und -Au\u00dfenbereich in Kooperation mit Fa. Livos<br \/>\nl Nachweis der biologischen Wirksamkeit der entwickelten Formulierung und Festlegung der optimalen Wirkstoffkonzentration sowie Testung der Stabilit\u00e4t gegen\u00fcber Witterungseinfl\u00fcssen (Xenotestger\u00e4t, Freilandbewitterung) in Kooperation mit dem Materialpr\u00fcfamt Eberswalde.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen der Projektbearbeitung wurden ca. 165 \u00e4therische \u00d6le und Extrakte hinsichtlich ihrer antimikrobiellen Wirksamkeit im Screening-Verfahren getestet; dabei dienten etwa 70 Arznei- und Gew\u00fcrzpflanzenarten als Ausgangsmaterial.<br \/>\nAls Screening-Methode wurde ein Petrischalentest etabliert.<br \/>\nDie Ergebnisse aus dem Screening belegen, dass ausgew\u00e4hlte Pflanzenkonzentrate die F\u00e4higkeit besitzen, das Wachstum holzverf\u00e4rbender Pilze zu hemmen.<br \/>\nInsgesamt sind aus der Untersuchungsreihe zum Screening 8 Pflanzenkonzentrate positiv hervorgegangen. Diese Konzentrate wurden f\u00fcr vertiefende Untersuchungen dem Holzscheibentest (Labortest an frisch eingeschlagenem Holz) unterworfen.<br \/>\nAuch diese Versuchsergebnisse zeigen eindeutig, dass durch Impr\u00e4gnieren mit pflanzenkonzentrathaltigen w\u00e4ssrigen L\u00f6sungen die Bl\u00e4ue- und Schimmelbildung am Holz in Abh\u00e4ngigkeit vom eingesetzten Wirkstoff und der verwendeten Konzentration minimiert oder sogar vollst\u00e4ndig gehemmt werden kann.<br \/>\nWie im vorliegenden Bericht eingehend beschrieben, wurden f\u00fcr die 3 aussichtsreichsten pflanzlichen Wirkstoffe die Arbeiten zur Optimierung der Konzentratgewinnung erfolgreich abgeschlossen.<br \/>\nF\u00fcr diese pflanzlichen Wirkstoffkonzentrate konnten<br \/>\n\u00b7 die Anforderungen an den Rohstoff,<br \/>\n\u00b7 das anzuwendende Verfahren zur Isolierung aus dem Pflanzenmaterial,<br \/>\n\u00b7 die spezifischen Verfahrensparameter zur Gewinnung<br \/>\ndefiniert werden.<br \/>\nF\u00fcr 2 Wirkstoffkonzentrate gelang die substanzspezifische Zuordnung der f\u00fcr die antimikrobielle Wirkung verantwortlichen Inhaltsstoffe. F\u00fcr den Einsatz dieser Wirkstoffe als Schutzkomponenten im Holzbereich wurde anhand der vorliegenden Versuchsergebnisse ein Mindestgehalt an Wirksubstanz als Voraussetzung f\u00fcr einen sicheren Gebrauchswert definiert.<br \/>\nDie Formulierung der pflanzlichen Wirkstoffe in applikationsf\u00e4hige Holzschutzpr\u00e4parate war Aufgabe der Fa. Livos (Kooperationspartner I).<br \/>\nNur solche Systeme, die gute Verarbeitungseigenschaften aufwiesen und keinen Wirkstoffmarkierungseffekt verursachten, wurden f\u00fcr eine vertiefende praxisrelevante Testung in Zusammenarbeit mit dem Materialpr\u00fcfungsamt Eberswalde (Kooperationspartner II) herangezogen.<br \/>\nAus dem Labortest sowie aus dem 6monatigen Freilandversuch (nach Gr\u00fcndlinger) ist eine Formulierungsvariante auf pflanzlicher Wirkstoffbasis bei einer angewandten Konzentration von 3 % positiv hervorgegangen. Dabei wiesen nur 8 von 64 Brettern Spuren von Verblauungen (< 5 %) auf, alle anderen Bretter innerhalb dieses Stapels (einfache Stapelvariante) waren bl\u00e4uefrei. \nDie im Freiland durch das Materialpr\u00fcfungsamt positiv getestete Formulierung ist hinsichtlich der Schutzwirkung gegen\u00fcber Bl\u00e4uebildung ebenfalls positiv in einem S\u00e4gewerk (an frischem Pinienholz) unter den entsprechenden betriebsspezifischen Bedingungen getestet worden. \nDie Testung der entwickelten \u00d6lgrundierungen erfolgte unter standardisierten Bedingungen nach EN 152. \nBei allen getesteten \u00d6lgrundierungen war die Oberfl\u00e4che der Pr\u00fcfh\u00f6lzer sowohl nach einer \n4-w\u00f6chigen Bewitterung im Xenonger\u00e4t als auch nach einer 6-monatigen Freilandbewitterung bl\u00e4uefrei. \nDie entwickelten und positiv getesteten Holzschutzpr\u00e4parate wurden hinsichtlich toxikologischer und allergieausl\u00f6sender Wirkungen untersucht. \nDas getestete Tauchbad f\u00fcr den tempor\u00e4ren Bl\u00e4ueschutz mit einem Wirkstoffanteil von 3 % erwies sich in den getesteten Konzentrationen als nicht zytotoxisch. \nF\u00fcr die getesteten \u00d6lgrundierungen erfolgt nach den EU-Kriterien keine Einstufung in eine Toxizit\u00e4tsklasse. \nDie Testergebnisse zur Bestimmung des allergenen Potentials der entwickelten Pr\u00e4parate haben ergeben, dass durch Kontakt mit derart behandeltem Holz keine chronische Immuntoxizit\u00e4t bzw. Schw\u00e4chung des menschlichen Abwehrsystems zu erwarten ist.\n\n\nFazit\n\nDas Projekt wurde umfassend und entsprechend dem Arbeitsplan bearbeitet. \nIm Ergebnis wurden \u00e4therische \u00d6le\/Extrakte von Arznei- und Gew\u00fcrzpflanzen aufgefunden, die die F\u00e4higkeit besitzen, das Wachstum holzverf\u00e4rbender Pilze im Holz zu unterdr\u00fccken. \nDie chemisch charakterisierten und optimierten pflanzlichen Konzentrate wurden erfolgreich in applikationsf\u00e4hige Holzschutzpr\u00e4parate formuliert, die sich durch gute Verarbeitungseigenschaften, biologische Wirksamkeit und \u00f6kologische Vertr\u00e4glichkeit auszeichnen.\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bl\u00e4ue befallenes Holz ist als Schnittware f\u00fcr hochwertige Sortimente nicht mehr verwertbar. Folglich erlangen derartige Sch\u00e4den erhebliche wirtschaftliche Relevanz. 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