{"id":19792,"date":"2023-07-13T15:12:25","date_gmt":"2023-07-13T13:12:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08047-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:26","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:26","slug":"08047-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08047-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Holz: Konstruktiver Holzschutz durch die Gestaltung der Holzoberfl\u00e4che unter Ber\u00fccksichtigung der anatomischen Holzeigenschaften &#8211; Machbarkeitsstudie"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Holz mit geringer nat\u00fcrlicher Dauerhaftigkeit kann bei einer Holzfeuchte oberhalb 20 % durch holzzerst\u00f6rende Pilze abgebaut werden und wird deshalb in der Regel beim Einsatz im Au\u00dfenbereich mit chemischen Holzschutzmitteln gesch\u00fctzt. Um festzustellen, ob durch die Ber\u00fccksichtigung der anatomischen Eigenschaften des Holzes beim Aufbau von Holzkonstruktionen die Durchfeuchtung des Holzes wesentlich verringert und hierdurch der Einsatz chemischer Holzschutzmittel reduziert werden kann, sollten bei unterschiedlich ausgerichteten und angeschr\u00e4gten Kanth\u00f6lzern elektrische Feuchtemessungen \u00fcber drei Jahre durchgef\u00fchrt werden.<br \/>\nDa die elektrische Holzfeuchtemessung oberhalb einer Holzfeuchte von 25 % als ungenau zu betrachten ist und au\u00dferdem keine hinreichenden Erfahrungen \u00fcber das Langzeitverhalten von Messfeldern in frei bewittertem Holz vorlagen, sollte die Aussagekraft der gemessenen Holzfeuchtewerte nach Ende der Versuchszeit durch die Darrmethode \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenFichtenh\u00f6lzer mit den Ausgangsquerschnittsma\u00dfen 12 x 12 cm\u00b2 mit Neigungswinkeln von 15\u00b0, 30\u00b0 und 45\u00b0 wurden, oben in Form eines gleichschenkeligen Dreiecks zweiseitig angeschr\u00e4gt, der direkten Bewitterung ausgesetzt. Zus\u00e4tzlich war eine Versuchsreihe nicht angeschr\u00e4gt. Weiterhin wurden H\u00f6lzer mit den Querschnittsma\u00dfen 6 x 9 cm\u00b2 oben mit den Winkeln 15\u00b0 und 30\u00b0 einfach angeschr\u00e4gt und H\u00f6lzer mit dem Querschnittsma\u00df 6 x 6 cm\u00b2, mit einer Ecke nach oben ausgerichtet im Versuch mit einbezogen. Dabei war jeweils die besonders rissbildende tangentiale Schnittfl\u00e4che einmal nach oben und einmal nach unten ausgerichtet. Als weitere Variante wurde bei einer Versuchsreihe (Querschnitt 12 x 12 cm\u00b2, 30\u00b0-Anschr\u00e4gung) zus\u00e4tzlich die Oberfl\u00e4che der Probek\u00f6rper mit einer umweltfreundlichen Lasur gestrichen, um den Einfluss der Oberfl\u00e4chenbehandlung ebenso zu erfassen. Daneben wurden Kiefern- und L\u00e4r-chenh\u00f6lzer der Querschnittma\u00dfe 12 x 12 cm\u00b2 mit einer Anschr\u00e4gung von 30\u00b0 zus\u00e4tzlich im Versuchsaufbau einbezogen. Weiterhin wurde eine Versuchsreihe aus Fichtenholz (Querschnitt 12 x 12 cm\u00b2) mit der 30\u00b0-Anschr\u00e4gung im Schatten aufgebaut. Die H\u00f6lzer hatten eine L\u00e4nge von 200 cm und waren mit ca. 50 cm Bodenabstand auf einer Unterkonstruktion aus Palisaden und oben angeschr\u00e4gten Lagerh\u00f6lzern, die in Ost-West-Richtung ausgerichtet sind, frei gelagert.<br \/>\nAlle Probek\u00f6rper wurden mit 2 Messreihen versehen, die mind. 50 cm von den Enden in weitgehend astfreie Bereiche eingesetzt waren. Um ein Feuchteprofil von den Probek\u00f6rpern zu erhalten, wurden die Messstifte in einer Messreihe fortlaufend um 1 cm weiter von der Unterseite in das Holz eingebracht.<br \/>\nNach Abschluss der Versuchszeit erfolgte die \u00dcberpr\u00fcfung der elektrischen Holzfeuchtemessung durch die Darrmethode anhand von 1.000 Proben.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Bewitterungsversuche zum konstruktiven Holzschutz im oberirdischen Au\u00dfenbereich zeigen, dass durch die Ausrichtung der Kernseite frei bewitterter H\u00f6lzer nach oben eine deutliche Verminderung der Holzfeuchte erreicht werden kann. Hierdurch werden die Lebensbedingungen f\u00fcr Holzpilze verschlechtert, und eine Reduzierung oder ein Verzicht auf vorbeugende chemische Holzschutzma\u00dfnahmen in entsprechenden Konstruktionen erscheint bei splintfreien Fichtenh\u00f6lzern m\u00f6glich. Lasurbehandlungen senken die Holzfeuchte auch ohne holzschutzmittelhaltige Impr\u00e4gnierungen und Grundierungen \u00fcber mehrere Jahre soweit, dass ein Befall durch Holzpilze nicht m\u00f6glich ist. Eine Verl\u00e4ngerung der Funktionst\u00fcchtigkeit der Lasuren ist jedoch w\u00fcnschenswert. Grunds\u00e4tzlich ist dabei auch der Einsatz von Grundierungen ohne fungizide Wirkstoffe vorstellbar. Der Feuchteverlauf des unbehandelten L\u00e4rchenholzes zeigt, dass im frei bewitterten Au\u00dfenbereich bei Beachtung des baulichen Holzschutzes L\u00e4rchenkernholz auch ohne eine chemische Holzschutzbehandlung eingesetzt werden kann. Durch die Ausrich-tung der Kernseite nach oben wird die Feuchte im Holz weiter reduziert. Die \u00dcberpr\u00fcfung der \u00dcbertragbarkeit der Ergebnisse auf splintfreie Kiefern- und Douglasienh\u00f6lzer erscheint sinnvoll.<br \/>\nDurch die \u00dcberpr\u00fcfung der elektrischen Holzfeuchtemessung wurde festgestellt, dass das eingesetzte Feuchtemessger\u00e4t zu hohe Feuchtewerte ermittelte. Da bis auf wenige Ausnahmen im unteren Feuchtebereich alle elektrisch ermittelten Feuchtewerte oberhalb der Darrwerte lagen, ist von einem systemati-schen Fehler bei den elektrischen Feuchtewerten auszugehen. Niedrigere Darrprobenwerte aus dem unzerst\u00f6rten Holzbereich zwischen den Messfeldern im Vergleich zu den Darrproben aus den Messfeldern weisen zudem auf eine Beeinflussung der Holzfeuchte durch die Messstifte hin.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>M\u00fcller, J. 1998: Konstruktiver Holzschutz durch die Gestaltung der Holzoberfl\u00e4che unter Ber\u00fccksichtigung der anatomischen Holzeigenschaften &#8211; Machbarkeitsstudie. Vortragsband Biologscher\/Biotechnologischer Holzschutz der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) 85 &#8211; 103. Transferveranstaltung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt am 09.09.98 in Kassel.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass durch die Ber\u00fccksichtigung der anatomischen Eigenschaften des Holzes beim Einschnitt und bei der Ausrichtung von frei bewittertem Holz im oberirdischen Au\u00dfenbereich eine Verminderung der Holzfeuchte erreicht werden kann. Hierdurch werden die Lebensbedingungen f\u00fcr Holzpilze verschlechtert, und ein Verzicht auf vorbeugende chemische Holzschutzma\u00dfnahmen bei Konstruktionen, die unter Beachtung des baulichen Holzschutzes errichtet werden, erscheint m\u00f6glich. Lasurbehandlungen k\u00f6nnen die Holzfeuchte im Au\u00dfenbereich auch ohne holzschutzmittelhaltige Impr\u00e4gnierungen oder Grundierungen \u00fcber mehrere Jahre soweit reduzieren, dass ein Befall durch Holz-pilze nicht m\u00f6glich ist. Eine Verl\u00e4ngerung der Funktionst\u00fcchtigkeit der Lasuren ist jedoch w\u00fcnschenswert. Grunds\u00e4tzlich ist dabei auch der Einsatz von Grundierungen ohne fungizide Wirkstoffe vorstellbar. L\u00e4rchenholz kann im frei bewitterten Au\u00dfenbereich bei Beachtung des baulichen Holzschutzes auch ohne eine chemische Holzschutzbehandlung dauerhaft eingesetzt werden.<br \/>\nZur Absicherung m\u00f6glicher Empfehlungen f\u00fcr die Praxis sind weitere Konstruktionsdetails auf ihr Feuchteverhalten hin in zus\u00e4tzlichen Versuchen zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Holz mit geringer nat\u00fcrlicher Dauerhaftigkeit kann bei einer Holzfeuchte oberhalb 20 % durch holzzerst\u00f6rende Pilze abgebaut werden und wird deshalb in der Regel beim Einsatz im Au\u00dfenbereich mit chemischen Holzschutzmitteln gesch\u00fctzt. 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