{"id":19775,"date":"2023-07-13T15:08:29","date_gmt":"2023-07-13T13:08:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01548-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:30","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:30","slug":"01548-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01548-01\/","title":{"rendered":"Weitergehende biologische Behandlung von Gerbereiabwasser einschlie\u00dflich Kreislauff\u00fchrung des Brauchwassers"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In vielen Betrieben der ledererzeugenden Industrie waren die bisherigen innerbetrieblichen Abwasservorbehandlungsma\u00dfnahmen f\u00fcr eine Indirekteinleitung nicht mehr ausreichend. Biologische Anlagen, die dem Stand der Technik entsprachen, konnten aufgrund sehr beengter Platzverh\u00e4ltnisse nicht eingesetzt werden.<br \/>\nMit dem innovativen Verfahrenskonzept, das vorher nicht in der ledererzeugenden und artverwandten Industrie zum Einsatz kam, wurden folgende Ziele verfolgt: Optimierung der Entsulfidierung zur Kl\u00e4rschlamm- und Aufsalzungsverringerung, vollbiologische Abwasserreinigung mit Stickstoffelimination, Energieeinsparung durch h\u00f6here Sauerstoffausnutzung, Wassereinsparung durch Brauchwasseraufbereitung, Betriebssicherheit, geringer Platzbedarf und (Abluft-) Emissionsminderung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach Umbau der bestehenden Abwasservorbehandlungsanlage, insbesondere der versuchsrelevanten Anlagenteile \u0082Sulfidoxidation und \u0082Chromflusenfiltration, sowie dem Neubau der biologischen Abwasserreinigung mit Druckbioreaktor und Membranfiltration in Form der sogenannten Biomembratanlage der Firma Wehrle Werk AG wurde ein intensiver Versuchsbetrieb erforderlich. Die im urspr\u00fcnglichen Antrag aufgef\u00fchrten Zeitvorstellungen zur Durchf\u00fchrung des Projektes mussten aufgrund von \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen (Kurzarbeit) und neueren Erkenntnissen im Betrieb der Biomembratanlage zum Teil stark modifiziert werden.<br \/>\nVor Inbetriebnahme der gesamten Abwasserreinigungsanlage wurden die zusammengestellten Daten des Grundwassers und der einzelnen Abwasserteilstr\u00f6me erfasst. Nach Abschluss des Einfahrbetriebes erfolgte die Datenerfassung der Biomembratanlage. Als erstes Ergebnis konnte der signifikante Zusammenhang zwischen erniedrigtem pH-Wert und der Nitrifikationsrate festgestellt werden. Aufgrund von Problemen mit den eingesetzten Membranen wurden Vergleichsuntersuchungen mit der urspr\u00fcnglichen Testmembran durchgef\u00fchrt. Es ergab sich keine signifikante Ver\u00e4nderung der Abwasserzusammensetzung, die einen Einfluss auf die eingesetzten Membranen haben k\u00f6nnte. R\u00fcckf\u00fchrversuche im Bereich Weiche, \u00c4scher, Sp\u00fclung wurden durchgef\u00fchrt. F\u00fcr den Bereich Entsulfidierung wurde die optimale Betriebsweise ermittelt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Projekt liegt der ausf\u00fchrliche Bericht vom Dezember 1999 vor.<br \/>\nF\u00fcr die Entsulfidierung wurde die optimale Betriebsweise ermittelt. Im Bereich der Abwasserr\u00fcckf\u00fchrung konnten folgende Aussagen getroffen werden:<br \/>\nEs wurden vier aufeinander aufbauende Betriebsabschnitte untersucht, in denen jeweils bauliche und betriebliche \u00c4nderungen aus dem vorausgegangenen Betriebsabschnitt \u00fcberpr\u00fcft wurden. Zun\u00e4chst wurden Ver\u00e4nderungen an der Membranfilteranlage mit dem Ziel, die Filterleistung zu stabilisieren, vorgenommen. Diese Ver\u00e4nderungen bestanden zun\u00e4chst aus der Errichtung eines kleinen Kreislaufs und dann aus der Erweiterung der Membranfl\u00e4che um 10 %. Durch die Errichtung des kleinen Kreislaufs wurde die Durchmischung durch das Entfallen von 750 m3\/h Umw\u00e4lzstrom durch die Druckbioreaktoren erheblich verschlechtert. Hinzu kam, dass die F\u00fchrung der einzelnen Fl\u00fcssigkeitsstr\u00f6me nicht f\u00f6rderlich f\u00fcr eine gute Durchmischung war. Durch einen Umbau der Druckreaktoren in ihrem hydraulischen Zusammenwirken wurde die Durchmischung erheblich verbessert.<br \/>\nBei der Konstruktion der Membrananlage war darauf zu achten, dass das Membranmaterial f\u00fcr die verwendeten Chemikalien geeignet sein musste. Eine Mindesterprobungszeit von 6 bis 7 Monaten war erforderlich, um diese Eignung des jeweiligen Membranmaterials erkennen zu k\u00f6nnen. Bedeutender als die hydraulischen Bedingungen f\u00fcr die Leistungsf\u00e4higkeit der Anlage waren die Einfl\u00fcsse aus der Schlammentw\u00e4sserung und der Produktion durch die eingesetzten Gleit- und Flockungshilfsmittel. Diese Stoffe wurden von den Membranen zur\u00fcckgehalten und konzentrierten sich in den Druckreaktoren auf. Diese Aufkonzentrierung f\u00fchrte zun\u00e4chst zu einer Verbesserung der Entw\u00e4sserbarkeit des belebten Schlammes. Bei steigender Konzentration dieser Polymere kehrte sich jedoch ab einer Grenzkonzentration die Wirkungsweise in ihr Gegenteil um und stabilisierte den belebten Schlamm derart, dass keine Entw\u00e4sserung mehr m\u00f6glich war. Der Flux der Membrananlage sank dadurch erheblich ab. Um die Aufkonzentration dieser Polymere zu minimieren, war eine periodische \u00dcberschussschlammentnahme erforderlich, was sich nur in Form einer Nassschlammabfuhr verwirklichen lie\u00df.<br \/>\nUm eine Ammoniakhemmung im System zu verhindern, waren pH-Werte erforderlich, die unter pH 6 lagen. Unter der Voraussetzung, dass ein CSB von 200 mg\/l vorlag, konnte das Permeat als Produktionswasser in der Wasserwerkstatt und in der Chromgerbung eingesetzt werden. Dabei war die systembedingte erh\u00f6hte Temperatur von bis zu<br \/>\n37 \u00b0C zu ber\u00fccksichtigen, eine Abk\u00fchlung oder Verschneidung des Permeats konnte erforderlich werden.<br \/>\nBei den der Gerbung nachfolgenden Produktionsschritten \u0082F\u00e4rbung, Vorfettung und Nachgerbung war es notwendig, das Permeat der Ultrafiltration in einem Teilstrom nochmals einer Nanofiltration oder Umkehrosmose zu unterziehen, um vor allem die H\u00e4rtebildner zu vermeiden.<br \/>\nEin erh\u00f6hter Eisengehalt bewirkte die Bildung von grauen und blauen Verf\u00e4rbungen.<br \/>\nDie angestrebte R\u00fcckf\u00fchrrate von 75 % des anfallenden Abwassers konnte mit dem eingesetzten Verfahren nicht erzielt werden. Dazu w\u00e4ren die Eins\u00e4tze einer Nanofiltration und Umkehrosmose notwendig, um die angestrebte R\u00fcckf\u00fchrrate zu erzielen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kontaktadressen:<br \/>\nFirma B.L.G. Bayern-Leder-GmbH + CO. KG, Gleiwitzer Stra\u00dfe 12, 93073 Neutraubling, Ansprechpartner: Herr Nordstr\u00f6m, Tel. 09401\/ 92150 und Fax \/80435;<br \/>\nITG Ingenieurgemeinschaft f\u00fcr Umwelttechnologie mbH, Buchenstra\u00dfe 24, 72810 Gomaringen, , Ansprechpartnerin: Frau Kn\u00f6dler, Tel. 07072\/8706 und Fax \/80878;<br \/>\nUniversit\u00e4t Stuttgart, Institut f\u00fcr Siedlungswasserbau, Wasserg\u00fcte- und Abfallwirtschaft, Bandt\u00e4le 2, 70569 Stuttgart, Ansprechpartner: Herr Professor Krauth, Tel. 0711\/685-3723.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Bei der Lederfabrik Bayer-Leder-GmbH kam ab 1994 erstmalig in Deutschland das Biomembrat-Verfahren der Firma Wehrle Werk AG zur Reinigung des in einer Gro\u00dfgerberei anfallenden Abwassers zum Einsatz. Dieses Verfahren hat den Vorzug, dass sich bei geringstem Platzbedarf eine Abwasserreinigungsanlage aufbauen l\u00e4sst. Dieses Verfahren war jedoch noch nicht im Einsatz zur Reinigung von Gerbereiabwasser erprobt. Zur Durchf\u00fchrung des Projektes hatte sich eine sehr qualifizierte Kooperationsgemeinschaft zusammengefunden. Die wissenschaftliche Begleitung der Universit\u00e4t Stuttgart umfasste die Auswertung der Betriebstageb\u00fccher der Anlage und schloss Sonderuntersuchungen ein bis hin zu Gerbversuchen. Die haptischen, optischen und physikalischen Untersuchungen am Leder wurden von dem Lederlabor der Firma Bayern-Leder ausgef\u00fchrt. Die vergleichenden Untersuchungen des eingesetzten Permeates und des betriebs\u00fcbli-chen Brunnenwassers erfolgten durch ein extern beauftragtes Labor. Der vorgelegte Abschlu\u00dfbericht um-fasst den Zeitraum ab dem Anfang des Betriebsjahres 1995 bis Ende 1998<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In vielen Betrieben der ledererzeugenden Industrie waren die bisherigen innerbetrieblichen Abwasservorbehandlungsma\u00dfnahmen f\u00fcr eine Indirekteinleitung nicht mehr ausreichend. 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