{"id":19766,"date":"2023-07-13T15:12:28","date_gmt":"2023-07-13T13:12:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08140-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:29","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:29","slug":"08140-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08140-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Holz: Demonstration der Trockenkonservierung von Nadel-Stammholz als \u00f6kologische Alternative zur technischen Trocknung von Bauholz &#8211; eine flankierende Ma\u00dfnahme zur Einf\u00fchrung eines umweltfreundlichen und energiesparenden Verfahrens"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In Holzbaunormen wird gefordert, da\u00df bei Bauholz f\u00fcr tragende Zwecke eine Feuchte von 18 % nicht \u00fcberschritten werden soll, um feuchtebedingte Bausch\u00e4den wie Pilz- und Insektenbefall zu vermeiden. Das Fehlen kosteng\u00fcnstiger und risikoarmer Methoden zur raschen Trocknung von Nadelschnittholz mit gro\u00dfen Abmessungen (Listen-Bauholz) hat aber bisher die Erf\u00fcllung dieser Forderung verhindert. Im Rahmen eines bereits abgeschlossenen Forschungsvorhabens wurde nachgewiesen, da\u00df entrindetes Nadelrundholz innerhalb etwa eines Jahres gleichm\u00e4\u00dfig und ohne wesentliche Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen in \u00fc-berdachten Lagenpoltern umweltfreundlich auf Feuchten um 20 % trocknen kann. Mit diesem Demonstrationsprojekt sollten folgende Ziele erreicht werden: (1) \u00fcberregionale Demonstration von Methode und Ergebnissen der Rundholztrocknung f\u00fcr Praktiker aus Forst- und Holzwirtschaft, (2) \u00f6konomischer und \u00f6kologischer Vergleich von Bauschnittholz aus Rundholztrocknung und technischer Trocknung,  (3) Marktanalyse f\u00fcr Bauschnittholz gr\u00f6\u00dferer Dimensionen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf Basis der im vorhergehenden Vorhaben erprobten Methode wurden an vier Orten in Deutschland Lagenpolter mit insgesamt ca. 1100 m\u00b3 Fichten-, L\u00e4rchen- und Douglasienrundholz \u00fcblicher Bauholz-st\u00e4rkeklassen zu Demonstrationszwecken angelegt (M\u00e4rz\/April 1997; Feb. 1998). Das Holz wurde durch die Projektpartner zur Verf\u00fcgung gestellt. Die Polter dienten dazu, Vertretern der Forst- und Holzwirt-schaftspraxis die Methode der Rundholztrocknung umfassend und praxisgerecht im Rahmen von Seminaren zu demonstrieren sowie Untersuchungen zum Trocknungsverlauf und zur Qualit\u00e4tsentwicklung des Holzes durchzuf\u00fchren. Der Einschnitt des erzeugten Rundholzes zu kundenspezifischen Listen erfolgte nach Marktlage und Bedarf der Projektpartner. Eine Begutachtung der erzielten Holzqualit\u00e4t erfolgte im Rahmen der Seminare mit Praktikern und durch gezielte Analyse. Parallel zur technischen Demonstration der Rundholztrocknung wurde eine wirtschaftliche und \u00f6kologische Bewertung des Verfahrens im Vergleich zur technischen Schnittholztrocknung durchgef\u00fchrt und der potentielle Markt f\u00fcr Bauschnittholz gr\u00f6\u00dferer Dimensionen anhand von Erhebungen in Holzbaubetrieben und bei Schnittholzproduzenten sowie durch Auswertung statistischen Materials analysiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz und April 1997 wurden in den drei Forstamtsbereichen insgesamt etwa 840 m\u00b3 Fichtenrundholz mit Mittendurchmessern zwischen 25 und 40 cm in Ausnahmef\u00e4llen auch \u00fcber 50 cm nach maschineller Entrindung zu Lagenpoltern aufgesetzt. In ein Polter im Forstamt Winnefeld wurden au\u00dferdem nach Ab-sprache mit dem S\u00e4gewerk Fahlenkamp 60 m\u00b3 L\u00e4rchen und Douglasienrundholz eingebracht. Die Polterinhalte lagen zwischen etwa 30 und 100 m\u00b3 Rundholz. Im Februar 1998 kam das Holzwerk Jilg f\u00fcr den zwischenzeitlich ausgeschiedenen Kooperationspartner Fichtner dazu. Alle Polter wurden mit gewebeverst\u00e4rkter, mehrfach verwendbarer Kunststoffplane bzw. Silofolie \u00fcberdacht.<br \/>\nDie Bestimmung der Anfangsfeuchten zum Zeitpunkt des Einpolterns ergab Splintholzfeuchten von 110 bis 130 % und Kernholzfeuchten um 40 %, die f\u00fcr wintergef\u00e4lltes Holz typisch sind. An jedem Ort wurden in mehreren Poltern Me\u00dfstellen zur einfachen, elektrischen Bestimmung der Holzfeuchte nach Trocknung auf Feuchtewerte unterhalb des Fasers\u00e4ttigungsbereiches installiert. Nach 7 bis 12 Monaten Trocknung und Einschnitt hatten die Seitenbretter Feuchten zwischen 25 und 30 %, die Kanth\u00f6lzer wie-sen 30 bis 40 % Feuchte auf. Im Vergleich zu fr\u00fcheren Untersuchungen liegen die Feuchten um etwa 5 bis 8 % zu hoch was auf die relativ schattige Lage der Polter und die feuchte Witterung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<br \/>\nIn der Seitenware traten pilzbedingte Verf\u00e4rbungen unterschiedlicher Intensit\u00e4t auf, w\u00e4hrend das Kantholz nahezu verf\u00e4rbungsfrei war. Trocknungsbedingte Risse im Rundholz waren zun\u00e4chst im Durchschnitt 1 mm breit und 20 bis 25 mm tief, nahmen nach weiterer Trocknung aber noch leicht zu Diese Risse f\u00fchrten zu geringf\u00fcgiger Beeintr\u00e4chtigung der Qualit\u00e4t von 10 bis 15 % der Seitenbretter.<br \/>\nAuch sp\u00e4tere Einschnitte erreichen die Erwartungen an die Holzqualit\u00e4t hinsichtlich des Trocknungserfolges sowie der Verf\u00e4rbung und Ri\u00dfbildung der Seitenware nicht in vollem Umfang. Ung\u00fcnstige Witterungsbedingungen und nicht optimale Polterplatzwahl sind die Ursachen daf\u00fcr. Die \u00f6konomische Bewertung der Rundholztrocknung hat gezeigt, da\u00df die Risikobewertung der entscheidende Einzelposten in der Kalkulation ist. Zudem ergaben die Marktpreise im Zeitraum der Projektlaufzeit f\u00fcr Listenbauholz keine Atmosph\u00e4re, die das Verfahren der Rundholztrocknung stark beg\u00fcnstigt. Allerdings zeigt die \u00f6kologische Bewertung der Rundholztrocknung im Vergleich zur technischen Schnittholztrocknung, da\u00df die technische Trocknung zu einem wesentlich h\u00f6heren Verbrauch an thermischer und elektrischer Energie f\u00fchrt, aus dem bedeutend h\u00f6here atmosph\u00e4rische Emissionen resultieren, womit Bauschnittholz aus der Rundholztrocknung im Bereich \u00f6kologisch orientierten Bauens nennenswerte Vorteile zukommen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit den Partnern aus Forstwirtschaft und S\u00e4geindustrie wurden zwischen Juni 1997 und Oktober 1998 sechs Veranstaltungen zur Demonstration der Rundholztrocknung sowie zur Vorstellung bisher vorliegender Ergebnisse durchgef\u00fchrt. An den Veranstaltungen nahmen insgesamt etwa 170 Vertreter aus Forstwirtschaft, S\u00e4geindustrie, Verb\u00e4nden, Presse, Holzbau, Bauplanung sowie Bildungs- und Forschungseinrichtungen teil. Diese waren nach Absprache mit den Projektpartnern pers\u00f6nlich ein-geladen worden bzw. sind Einladungen, die im Holz-Zentralblatt publiziert worden waren, gefolgt.<br \/>\nIm Rahmen der ersten Seminare wurden einf\u00fchrende Vortr\u00e4ge durch Mitarbeiter der Universit\u00e4t Hamburg sowie durch Vertreter der Projektpartner gehalten und diskutiert. Anschlie\u00dfend erfolgte eine Besichtigung der Polter bzw. des Schnittholzes und eine abschlie\u00dfende, umfassende Diskussion zu Chancen und Risiken des vorgeschlagenen Verfahrens. Sp\u00e4tere Seminare thematisierten neben der Rundholztrocknung auch die Verwendung trockenen Holzes im Bauwesen unter generelleren Aspekten.<br \/>\nDie Seminare haben ein sehr breites Spektrum von Ansichten der beteiligten Praktiker gezeigt, die \u00e4u\u00dferst aktiv und kritisch diskutiert wurden. Zusammengefa\u00dft stehen einige Forst\u00e4mter der Erzeugung trockenen Rundholzes positiv gegen\u00fcber, um damit die Chance zu nutzen, ihre wirtschaftliche Lage durch die Vermarktung eines hochwertigen Produktes zu verbessern. Viele Forst\u00e4mter sehen sich aber angehalten, Stammholzverk\u00e4ufe nach bestem Preiserl\u00f6s zu t\u00e4tigen, womit zu den mengenm\u00e4\u00dfigen Ab-nehmern oft Gro\u00dfs\u00e4gewerke z\u00e4hlen, f\u00fcr die die Rundholztrocknung deutlich weniger geeignet ist. Von Seiten der S\u00e4gewerksvertreter wurde die unflexible Haltung der meisten Forst\u00e4mter kritisiert, die Notwendigkeit der Erzeugung trockenen Bauholzes deutlich unterstrichen, aber auch Skepsis bez\u00fcglich der Kosten und Risiken der Rundholztrocknung ge\u00e4u\u00dfert. Die informativen Veranstaltungen mit dem Themenschwerpunkt trockenes Bauholz fanden ein \u00fcberaus positives Echo. Es besteht besonders von Vertretern der Holzwirtschaft die Empfehlung, die Ergebnisse der Projektarbeit verst\u00e4rkt dem Bereich Holzbau und Bauplanung anzubieten.<br \/>\n\u00dcber die Vorstellung in Praxisseminaren hinaus wurde die Rundholztrocknung im Rahmen dreier Vortr\u00e4ge, in zwei Publikationen in Fachzeitschriften sowie mit Postern und Informationsmaterial w\u00e4hrend der Fachmessen LIGNA 97 und 99 vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Projektarbeit wurde vollst\u00e4ndig und unter Einhaltung des geplanten Kostenrahmens durchgef\u00fchrt. Es traten keine wesentlichen Schwierigkeiten bei der Poltererrichtung auf. Die Projektpartner aus Forstwirtschaft und S\u00e4geindustrie leisteten \u00e4u\u00dferst wertvolle Beitr\u00e4ge zur Projektarbeit. Die Praxisseminare waren gut besucht, f\u00fchrten zu intensiven fachlichen Diskussionen und erfuhren ein \u00e4u\u00dferst positives Echo.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In Holzbaunormen wird gefordert, da\u00df bei Bauholz f\u00fcr tragende Zwecke eine Feuchte von 18 % nicht \u00fcberschritten werden soll, um feuchtebedingte Bausch\u00e4den wie Pilz- und Insektenbefall zu vermeiden. 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