{"id":19765,"date":"2023-07-13T15:12:28","date_gmt":"2023-07-13T13:12:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08121-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:29","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:29","slug":"08121-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08121-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Holz: Verg\u00fctung von Holz mit wasserl\u00f6slichen Harzen zur Verbesserung der physikalischen Holzeigenschaften und Verminderung der Wasseraufnahme von Holz als biozidfreie Schutzma\u00dfnahme"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Vorhabens ist es, Nachteile des Holzes, wie Dimensions\u00e4nderung und verringerte Dauerhaftigkeit bei Feuchteeinwirkung sowie mangelnde H\u00e4rte, durch geeignete Verg\u00fctungsm\u00f6glichkeiten auszuschlie\u00dfen und gleichzeitig die bekannten \u00f6kologischen Vorteile des Holzes zu erhalten. Im Rahmen dieses F&#038;E-Vorhabens wurden deshalb wasserl\u00f6sliche Harze mit unterschiedlicher Herkunft und Zusammensetzung auf ihre Eignung zur Verg\u00fctung von einheimischem Holz gepr\u00fcft. Es wurden insbesondere solche Harze in die Untersuchungen einbezogen, die frei von organischen L\u00f6semitteln sind und m\u00f6glichst bei Raumtemperatur ohne Zusatz von Katalysatoren und ohne ionisierende Strahlung aush\u00e4rten, um Energiekosten und gesundheitliche Risiken bei der Verarbeitung zu minimieren.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurde eine Vielzahl wasserl\u00f6slicher Harze auf ihre m\u00f6gliche Eig-nung zur Verg\u00fctung von Holz gepr\u00fcft und die vielversprechendsten Harze f\u00fcr die Verg\u00fctung von Produkten der Industriepartner HAMBERGER und ROTO optimiert. Der Verg\u00fctungsprozess sowie die Eigenschaften der verg\u00fcteten Bauteile wurden dabei anhand einer Aufstellung von 16 Idealanforderungen bewertet.<br \/>\nDie Vorauswahl von 40 gepr\u00fcften Harzen erfolgte anhand der Kriterien Verarbeitbarkeit, Eindringverm\u00f6gen, H\u00e4rteverbesserung und Dimensionsstabilisierung, biologische Wirksamkeit und m\u00f6gliche Emissionen. F\u00fcr die Verg\u00fctung von Parkett des Industriepartners HAMBERGER verblieben 3 geeignete Harze. F\u00fcr die Verg\u00fctung von Holz in der Au\u00dfenanwendung wurden zwei methylveretherte Melamin-Formaldehydharze als geeignet erkannt und in vertiefenden Versuchen untersucht. Die Optimierung von Produkten des Kooperationspartners ROTO erfolgte mit einem der beiden Harze.<br \/>\nDie ausgew\u00e4hlten Harze wurden hinsichtlich der f\u00fcr eine sp\u00e4tere Praxisanwendung wesentlichen Parameter gepr\u00fcft. Dabei standen f\u00fcr die Verg\u00fctung von Parkett die Stabilit\u00e4t der Tr\u00e4nkl\u00f6sung, die Trocknung und H\u00e4rtung, H\u00e4rteverbesserung, Dimensionsstabilit\u00e4t, Emissionen und Verarbeitbarkeit im Vordergrund. Die hohen Harzkonzentrationen von 75-100 % der Lieferform zur Verg\u00fctung von Parkett sorgten f\u00fcr eine stabile Tr\u00e4nkl\u00f6sung. F\u00fcr die Trocknung und H\u00e4rtung des Materials wurden geeignete Prozesse entwickelt und Prozessparameter erarbeitet. Auf den Anlagen des Industriepartners HAMBERGER wurden Fertigprodukte hergestellt und gepr\u00fcft. Bei der Fertigung traten keine Probleme auf. Die erzielbare H\u00e4rteverg\u00fctung einheimischer H\u00f6lzer \u00fcbertraf selbst die h\u00e4rtesten tropischen Harth\u00f6lzer und l\u00e4sst damit ihre Substitution zu. Die Nachteile der bisher verwendeten Verg\u00fctung mit Methylmethacrylat, wie mangelnde Dimensionsstabilit\u00e4t und die Aush\u00e4rtung mit ionisierender Strahlung, werden dabei vermieden. Damit wurde ein effizientes Verfahren entwickelt, mit dem einheimische H\u00f6lzer f\u00fcr den Einsatz in stark beanspruchten Fu\u00dfb\u00f6den verg\u00fctet werden k\u00f6nnen.<br \/>\nF\u00fcr die Verg\u00fctung von Fenstern verwendete Harzkonzentrationen von lediglich 5?10 % f\u00fchrten zu pH-Absenkungen und damit zun\u00e4chst zum Ausflocken der Tr\u00e4nkl\u00f6sung. Zur L\u00f6sung des Problems wurden geeignete Puffer zur pH-Stabilisierung gefunden. Durch den Zusatz von Harnstoff zur Tr\u00e4nkl\u00f6sung lie\u00dfen sich die Emissionen w\u00e4hrend und nach der H\u00e4rtung reduzieren und einer sonst auftretenden Verspr\u00f6dung des  Holzes wurde entgegengewirkt. Kiefern-Splintholz lie\u00df sich ohne Probleme mit diesen Tr\u00e4nkl\u00f6sungen impr\u00e4gnieren. Zun\u00e4chst auftretende Probleme bei der anschlie\u00dfenden Trocknung und H\u00e4rtung wurden durch die Entwicklung von angepassten Trocknungspl\u00e4nen gel\u00f6st. Aus dem MMF-impr\u00e4gnierten Holz wurden beim Industriepartner ROTO Fenster in sehr guter Qualit\u00e4t hergestellt. Die gemessenen Emissionen erlauben die Verleihung des `Blauen Engels\u00b4 f\u00fcr formaldehydarme Holzwerkstoffe. Die gute Wirksamkeit der Harzverg\u00fctung gegen holzzerst\u00f6rende Pilze erm\u00f6glicht den Verzicht auf biozide Wirkstoffe.<br \/>\nIm Freiland bewitterte harzimpr\u00e4gnierte Proben wiesen gegen\u00fcber den unbehandelten Kontrollen geringere Verf\u00e4rbung durch holzverf\u00e4rbende Pilze auf. Eine Vergrauung konnte jedoch langfristig nicht verhindert werden.<br \/>\nZur Korrelation von 12000 Einzeldaten aus zweij\u00e4hriger Freilandbewitterung von unverg\u00fcteten und verg\u00fcteten Proben mit den entsprechenden Daten aus Laborversuchen wurde ein mathematisches Modell entwickelt. Der hierbei gefundene MRI (Moisture induced Risk Index) korrelierte eng mit der Anzahl Tage\/Jahr mit \u00fcber 25 % Holzfeuchte und erlaubt die Vorhersage der Dauerhaftigkeit von biozidfreien bewitterten Holzbauteilen au\u00dferhalb des Erdkontakts bzw. die G\u00fcte einer biozidfreien Schutzma\u00dfnahme.<br \/>\nDer vom Kooperationspartner Institut f\u00fcr Holzphysik und mechanische Technologie des Holzes erstellte \u00f6kologische Vergleich eines herk\u00f6mmlichen Fensters des Industriepartners ROTO mit einem harzverg\u00fcteten Fenster ergab, dass letztere einen h\u00f6heren Energiebedarf bei der Herstellung ben\u00f6tigen. Anderer-seits kann auf die im herk\u00f6mmlichen Fenster verwendeten Biozide gegen holzzerst\u00f6rende Pilze verzichtet werden. Da es kein allgemein akzeptiertes Bewertungsmodell von \u00f6kologischen Aspekten gibt &#8211; und in Zukunft vermutlich auch nicht geben wird &#8211; muss letztlich subjektiv entschieden werden, wie gro\u00df die Vorteile eines wirksamen und gleichzeitig lebensmittelechten Holzschutzes ohne Entsorgungs-\/ Verwertungsprobleme gegen\u00fcber etwas erh\u00f6htem Energie-, Material- und finanziellem Aufwand der Harzverg\u00fctung zu bewerten sind.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Ergebnisse aus dem Projekt fanden Eingang in 17 wissenschaftliche Publikationen und wurden zu folgenden Anl\u00e4ssen einer breiten \u00d6ffentlichkeit in Form von Vortr\u00e4gen und Poster-Sessions pr\u00e4sentiert:<br \/>\n\u00b7\tDBU Transferworkshop Biologischer\/Biotechnologischer Holzschutz, Kassel, 1998<br \/>\n\u00b7\tJahrestagungen der International Research Group on Wood Preservation, Kanada 1997, Holland 1998 und Deutschland 1999<br \/>\n\u00b7\tDGfH Holzschutztagung 1998, Rosenheim<br \/>\n\u00b7\tEU-COST Meetings der Action E2 Wood Durability Irland 1997 und Schweiz 1999<br \/>\n\u00b7\tTag der offenen T\u00fcr der Bundesforschungsanstalt f\u00fcr Forst- und Holzwirtschaft, Hamburg, 1999<br \/>\n\u00b7\tMesse LIGNA Hannover 1999.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die F\u00f6rderung des Projekts durch die DBU erm\u00f6glichte f\u00fcr den Innenbereich am Beispiel von Fertigparkett und f\u00fcr den Au\u00dfenbereich am Beispiel von Dachfl\u00e4chenfenstern die Entwicklung von zeitgem\u00e4\u00dfen, \u00f6kologischen Verfahren zur Verg\u00fctung von Holz. Mit der industriellen Umsetzung darf in absehbarer Zeit gerechnet werden. Die geleisteten grundlegenden Arbeiten wurden von der Ludwig Maximilians Universit\u00e4t, M\u00fcnchen, mit dem Leo-Sch\u00f6rghuber-Preis ausgezeichnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens ist es, Nachteile des Holzes, wie Dimensions\u00e4nderung und verringerte Dauerhaftigkeit bei Feuchteeinwirkung sowie mangelnde H\u00e4rte, durch geeignete Verg\u00fctungsm\u00f6glichkeiten auszuschlie\u00dfen und gleichzeitig die bekannten \u00f6kologischen Vorteile des Holzes zu erhalten. 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