{"id":19758,"date":"2023-07-13T15:10:49","date_gmt":"2023-07-13T13:10:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05514-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:49","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:49","slug":"05514-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05514-01\/","title":{"rendered":"Verringerung der Umwelt- und Gesundheitsbelastung bei der Produktion schwer entflammbarer Gewebe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Analyse der Ursachen f\u00fcr die Belastung von Atemluft, Abluft und Abwasser mit Ammoniak bei der Herstellung schwerentflammbarer Gewebe, Erarbeitung der Verfahrenstechnik zur Verringerung der  Ammoniakabgabe an die Umwelt ohne Beeintr\u00e4chtigung der Produktqualit\u00e4t, Anpassung der Technik an die Erfordernisse des Standorts und umfassende Kontrolle des Ma\u00dfnahmenerfolgs durch die Erhebung, Darstellung und Archivierung aller f\u00fcr den Herstellungsproze\u00df relevanter Kenngr\u00f6\u00dfen.<br \/>\nErarbeitung der Grundlagen f\u00fcr eine statistische Produktionskontrolle.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Problemanalyse wurde unter Ber\u00fccksichtigung aller Emissionen von Ammoniak im Ablauf der Produktion durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDie Hauptquellen des Gefahrstoffs wurden erkannt und durch die verfahrenstechnischen Methoden der selektiven Reaktionswasserabreicherung in der Begasungskammer, durch zus\u00e4tzliche Abdichtungsma\u00dfnahmen, durch die r\u00e4umliche und zeitliche Integration emittierender Fertigungsschritte und die umfassende Dokumentation der Proze\u00dfparameter bek\u00e4mpft.<br \/>\nZur Bew\u00e4ltigung der Abwasserproblematik, die durch schwerabbaubaren organischen Phosphor verursacht wird, wurden Methoden erprobt, die die anfallende Abwassermenge einengen und einer direkten Weiterbehandlung zug\u00e4nglich machen. Hier kamen Waschk\u00e4sten mit Hochleistungsquetschen ebenso zum Einsatz wie Verdampfer mit Br\u00fcdenverdichtung. Die ersten Vorbereitungen zur Einrichtung eines gr\u00f6\u00dftenteils geschlossenen Wasserkreislaufs f\u00fcr diesen Produktionsbereich wurden getroffen.<br \/>\nDie Methode der selektiven Reaktionswasserabreicherung erlaubt es, die gesamte in den Proze\u00df eingebrachte Ammoniakmenge f\u00fcr die Polykondensationsreaktion zu nutzen, statt einen erheblichen Teil daf\u00fcr aufzuwenden, das gebildete Wasser aus der Begasungskammer zu schleppen.<br \/>\nNeben der Umweltentlastung konnte auf  diesem Weg eine erhebliche Menge an Ammoniak eingespart werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die angestrebten Ziele des Vorhabens, die Verringerung der Ammoniakbelastung von Atemluft, Abluft und Abwasser konnten in vollem Umfang erreicht werden.<br \/>\nZur Senkung der Abwasserbelastung mit organischem Phosphor konnten Methoden entwickelt und im Technikumsma\u00dfstab erfolgreich getestet werden.<br \/>\nEmissionen beim Transport des behandelten Gewebes, die ehemals wesentlich zur Belastung der Raumluft an den Arbeitspl\u00e4tzen beigetragen hatten, konnten durch die r\u00e4umliche und zeitliche Integration der Weiterbehandlung mit der Ammoniakbegasung ausgeschlossen werden. Nach entsprechenden Umbauma\u00dfnahmen war es m\u00f6glich, die oxidative Weiterbehandlung der Gewebe und die erforderlichen Waschvorg\u00e4nge in einen Arbeitsgang zusammenzulegen.<br \/>\nEin aus \u00f6kologischer Sicht bedeutsamer Nebeneffekt der eingesetzten Hochleistungsquetschwerke zur Na\u00dfbehandlung ist, neben der Wassereinsparung, die Aufkonzentrierung der Waschw\u00e4sser. Da diese W\u00e4sser erhebliche Mengen an nicht abbaubarem organischem Phosphor enthalten, besteht zuk\u00fcnftig die M\u00f6glichkeit, diese mit Hilfe von Verdampfern soweit aufzubereiten, da\u00df das Kondensat direkt als Reinwasser in den Proze\u00df zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann und der organische R\u00fcckstand vom Lieferanten der Chemikalien stofflich wiederverwertet werden kann.<br \/>\nDie zur Vermeidung der Atemluftbelastung eingesetzten Abdichtungen f\u00fcr den Warenflu\u00df f\u00fchrten in Kombination mit einer radikalen Verringerung der eingesetzten Ammoniakmenge zu dem angestrebten Erfolg.<br \/>\nDie Belastung des Abwassers mit Ammonium aus dem Gasw\u00e4scher der Behandlungskammer wurde vollst\u00e4ndig abgestellt. Mit der neuen Verfahrenstechnik kann auf einen Gasw\u00e4scher, der Ammoniak aus dem Kammergas ausw\u00e4scht, verzichtet werden. Die Begasungskammer hat keinen Gasausla\u00df zur Umgebungsluft  mehr. Der Wasserdampf, der sich w\u00e4hrend der Polykondensationsreaktion in der Begasungskammer bildet und sich ab einer bestimmten Konzentration als Wasserflecken auf dem Gewebe negativ bemerkbar macht, konnte selektiv aus dem Ammoniakgemisch entfernt und stofflich wiederverwertet werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Vorgehensweise nach den dargestellten Methoden und ihre Umsetzung f\u00fcr die sichere Herstellung schwerentflammbarer Gewebe hat sich im Vorhaben als richtig erwiesen. Alle \u00f6kologischen Ziele konnten erreicht werden und Ma\u00dfnahmen waren dar\u00fcber hinaus noch mit einer erheblichen Betriebsstoffersparnis und einer Erh\u00f6hung der Qualit\u00e4tssicherheit verbunden.<br \/>\nIn Zukunft bleibt als Aufgabe, die richtigen unteren und oberen Eingriffsgrenzen der Parameter f\u00fcr die unterschiedlichen Gewebearten zu ermitteln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Analyse der Ursachen f\u00fcr die Belastung von Atemluft, Abluft und Abwasser mit Ammoniak bei der Herstellung schwerentflammbarer Gewebe, Erarbeitung der Verfahrenstechnik zur Verringerung der Ammoniakabgabe an die Umwelt ohne Beeintr\u00e4chtigung der Produktqualit\u00e4t, Anpassung der Technik an die Erfordernisse des Standorts und umfassende Kontrolle des Ma\u00dfnahmenerfolgs durch die Erhebung, Darstellung und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[47,65,52,53],"class_list":["post-19758","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-klimaschutz","tag-nordrhein-westfalen","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"05514\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-05514.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"330.204,57","dbu_projektdatenbank_firma":"G. 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