{"id":19743,"date":"2023-07-13T15:14:07","date_gmt":"2023-07-13T13:14:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10655-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:10","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:10","slug":"10655-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10655-01\/","title":{"rendered":"Nachhaltigkeit im Einzelhandel &#8211; Koordination und Fallstudien zur Einf\u00fchrung nachhaltiger Strategien im Handel"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In vielen Unternehmen des Einzelhandels liegt aufgrund von Wissensdefiziten und einem Mangel an griffigen Konzepten ein gro\u00dfes Potenzial an Gestaltungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr den Umwelt- und Ressourcenschutz brach. Das Projektziel besteht darin, die Erfordernisse einer nachhaltigen Handelsstruktur in Zusammenarbeit mit den betroffenen Akteuren zu bestimmen, praktisch umzusetzen und zu einer dauerhaften Verankerung von Kriterien zur Bewertung von Nachhaltigkeit im Handel beizutragen. Im Rahmen des Projektes wird eine ganzheitliche Strategie zur Verzahnung einer auf den Schutz nat\u00fcrlicher Ressourcen ausgerichteten Sortimentsauswahl, Kundenberatung und Betriebsf\u00fchrung erarbeitet und praktisch erprobt. Dabei sollen bereits vorliegende Erfahrungen im Einzelhandel genutzt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZum einen umfa\u00dft das Projekt drei Pilotvorhaben, in denen branchen- und regionalspezifisch die Leitlinien einer nachhaltigen Wirtschaftsweise exemplarisch f\u00fcr die Funktionen Sortimentsauswahl, Kundenberatung und Betriebsmanagement umgesetzt werden sollen. Die Pilotvorhaben werden mit ausgew\u00e4hlten Unternehmen in den Branchen  Lebensmittel, B\u00fcrobedarf und Bau- und Heimwerkerbedarf durchgef\u00fchrt. Pilotprojektbegleitend werden branchenspezifische Arbeitskreise zur Integration der Erfahrungen anderer Unternehmen und der fachverbandlichen Expertise eingerichtet. Zum zweiten sieht das Projekt einen Runden Tisch vor, an dem Vertreter des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) und des Bundesumweltministeriums (BMU) sowie Vertreter von Handelsunternehmen zusammenkommen, um gemeinsame umweltpolitische Leitbilder und Ziele zu erarbeiten, die Ergebnisse in den Pilotprojekten zu kommentieren und die institutionelle Verankerung der Ergebnisse zu f\u00f6rdern.<br \/>\nIm Projektverlauf werden zun\u00e4chst Nachhaltigkeitskriterien und Handlungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Umsetzung von Nachhaltigkeit in den ausgew\u00e4hlten Einzelhandelsbranchen und f\u00fcr die oben genannten drei Funktionen erarbeitet. Darauf aufbauend erfolgt eine Bestandsaufnahme und Defizitanalyse in den beteiligten Pilotunternehmen. Auf dieser Grundlage werden Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Bereiche Sortimentsauswahl, Kundenberatung und Betriebsf\u00fchrung empfohlen. In einem weiteren Schritt sollen dann erste Ma\u00dfnahmen umgesetzt werden. Parallel zu diesen Schritten findet der regelm\u00e4\u00dfige Erfahrungsaustausch in den branchenspezifischen Arbeitskreisen und die Diskussionen am Runden Tisch statt. In der abschlie\u00dfenden Projektphase sollen die \u00fcbertragbaren Ergebnisse m\u00f6glichst weit verbreitet und die Institutionalisierung der Nachhaltigkeitsidee im Einzelhandel erreicht werden.<br \/>\nF\u00fcr die Erarbeitung von Vorschl\u00e4gen f\u00fcr Kriterien zur Erfassung und \u00dcberpr\u00fcfung nachhaltiger Strukturen auf den Ebenen der Sortimentsgestaltung, der Betriebsf\u00fchrung und der Kundenberatung ist insbesondere das Institut f\u00fcr Markt, Umwelt und Gesellschaft (Imug) verantwortlich. F\u00fcr die Erprobung von konkreten Umsetzungsstrategien im Rahmen der Pilotprojekte sind die Akademie f\u00fcr Technikfolgenabsch\u00e4tzung (Akademie) und die Zentralstelle f\u00fcr Berufsbildung im Einzelhandel (zbb) verantwortlich. Der Runde Tisch und die branchenspezifischen Arbeitskreise werden von der Akademie betreut. Die Aufbereitung und Evaluierung der in den Pilotprojekten gesammelten Erfahrungen wird von allen drei Kooperationspartnern gemeinsam geleistet. F\u00fcr die Verbreitung und Institutionalisierung der Projektergebnisse zeichnet insbesondere die zbb in Verbindung mit dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels ver-antwortlich.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Thema Umweltschutz hat in der Wahrnehmung der Bev\u00f6lkerung an Stellenwert verloren. Dies merken auch die Einzelh\u00e4ndler bei ihren Kunden. Nur noch wenige \u00d6kologisch Motivierte achten beim Einkauf auf umweltfreundliche Produkte und sind bereit, auch daf\u00fcr tiefer in den Geldbeutel zu greifen. Gleichzeitig sind in den meisten Betrieben bereits kostensparende Ma\u00dfnahmen zur Verminderung des Verbrauchs an Energie, Material, Verpackung und umweltsch\u00e4dlichen Substanzen eingef\u00fchrt worden.  Was also kann man noch tun, um die Einzelhandelsunternehmen, vor allem im mittelst\u00e4ndischen Bereich, zu einem verst\u00e4rkten Umweltverhalten anzuregen? Aus den Ergebnissen des Projektes und der Diskus-sion in den Arbeitsgruppen ergeben sich folgende Vorschl\u00e4ge:<br \/>\n1.\tNach wie vor lassen sich mit einem systematischen Umweltmanagement Kosten im Unternehmen sparen. Bei Transporten, bei energiebewussten Verhaltensweisen der Mitarbeiter, bei einer umfassenden \u00dcberpr\u00fcfung der technischen M\u00f6glichkeiten finden sich noch viele Chancen, Kosten einzusparen und gleichzeitig die Umwelt zu entlasten.<br \/>\n2.\tDer Einstieg ins Umweltmanagement erleichtert auch den Einstieg in ein umfassendes Betriebs- und Qualit\u00e4tsmanagement, das die Wettbewerbsposition des Einzelh\u00e4ndlers wesentlich verbessern hilft.<br \/>\n3.\tViele Ma\u00dfnahmen, die der Einzelh\u00e4ndler zum Schutz der Umwelt trifft, nehmen h\u00e4ufig gesetzliche Auflagen vorweg. Wenn man bis zur Verabschiedung der gesetzlichen Vorschriften wartet, hat man meist nur eine geringe Chance, die Einf\u00fchrung kosteng\u00fcnstig und ohne gro\u00dfen Eingriff in den normalen Betriebsablauf vorzunehmen.<br \/>\n4.\tAuch wenn Umweltschutz als eigenes Ziel bei den Konsumenten an Wert verloren hat, so haben die Umfragen vor Ort aber deutlich herausgestellt, dass die Kunden nicht nur vom Preis, sondern auch von der Qualit\u00e4t der Produkte ausgehen, wenn sie sich f\u00fcr den einen oder den anderen H\u00e4ndler entscheiden. Gerade die ortsans\u00e4ssigen Lebensmittelm\u00e4rkte k\u00f6nnen sich gegen\u00fcber den Discountern auf der gr\u00fcnen Wiese nur dann behaupten, wenn sie auf ein qualitativ hochwertiges Warenangebot setzen. Zur Qualit\u00e4t eines Produktes, so die Umfrageergebnisse, geh\u00f6ren aber auch die Frische, die vermuteten Gesundheitsauswirkungen und die Umweltfreundlichkeit. Insofern macht es Sinn, den Umweltschutz als einen integrierten Bestandteil der Produktqualit\u00e4t zu vermarkten.<br \/>\nSchlie\u00dflich kann der Umweltschutz auch als ein tragendes Element einer Unternehmenskultur dienen. Wenn Mitarbeiter motiviert sind, auf Energie, Verpackung und Materialien zu achten und sie auch dem Kunden gegen\u00fcber Umweltauswirkungen von Produkten herausstellen k\u00f6nnen,  dann werden sie auch sicherlich eine gr\u00f6\u00dfere Identifikation mit dem Unternehmen vornehmen. Umweltgerechtes Verhalten ist bildlich gesprochen der K\u00f6der, mit dem die Unternehmen die Mitarbeiter st\u00e4rker an das Unternehmen und seine Ziele binden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Gemeinsam:<br \/>\nPresseerkl\u00e4rung 01\/1998, Erstellung eines Info-Folders zum Projekt (ca. 1200 Exemplare bisher verteilt), Pr\u00e4sentation<br \/>\ndes Projektes in Umweltaussch\u00fcssen (BAG u. HDE).<br \/>\n1. Zwischeninfo zum Projekt 7\/99 -bis jetzt etwa 350 Exemplare verschickt und verteilt.<br \/>\n2. Zwischeninfo zum Projekt 5\/2000 &#8211; erste Verteilerrunde, ca. 350 Exemplare verschickt<br \/>\nPressemitteilung zum Statusseminar.<br \/>\nPressemitteilung zur Abschlu\u00dfveranstaltung am 31.10.00<br \/>\nTA-Akademie: Artikel in Newsletter (TA-Informationen) der Akademie, Vortrag Umwelt-orientiertes Einkaufen bei den Stuttgarter Buchwochen  (12. Nov.  98), Projektinfo in Akademie Brosch\u00fcren und Inter-net, Vorstellung des Projektes im Rahmen verschiedener Akademieveranstaltungen, Artikel in TA-3\/99, Vortrag am 19.05.99 in Ludwigsburg auf Fachtagung Lebensmittel zwischen Globalisierung und Regionalit\u00e4t &#8211; Vortrag am 29.10.99 in Dresden auf Fachtagung Umwelt im Dialog, Artikel in Lebensmittel Rundschau 7\/99 &#8211; Vortrag am 02.02.00 VHS Bad Urach  Umweltorientierung im Einzelhandel &#8211; Orientierungshilfen f\u00fcr H\u00e4ndler und Konsumenten<br \/>\nTeilnahme am Expertenworkshop Die Zertifizierung integrierter Qualit\u00e4ts- und Umweltmanagementsysteme in kleinen und mittleren Dienstleistungs- und Handelsunternehmen, Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, 4.4.00<br \/>\nMitglied im Netzwerk \u00d6kologie und Handel (oeko-handel@uni-goettingen.de). Auslage des Zwischeninfo im Rahmen der Tagung Umwelt und Technologie. Herausforderungen, Chancen, Perspektiven F\u00f6rderprojekte der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, 5.5.00<br \/>\nArtikel in TA-Information 3\/2000<br \/>\nArtikel in GAIA 2\/2000<br \/>\nArtikel in ECOregio 6-7\/2000<br \/>\nArtikel in Rundschau 11\/2000 (Ba-W\u00fc-Teil)<br \/>\nzbb: Artikel in BHB-Zeitblick 04\/98, 02\/99 und 06\/99. Rundschreiben des BVL und des BBW 03\/98 und 04\/98; Artikel im BBW Infoletter 05\/99, Artikel in Der Handel 5\/99, Artikel in Infodiensten des HDE: HDE Chefsache 7\/98, 1\/99, 8\/99; und 11\/2000, HDE-Aktuell, 29.06.98,  25.01.99, 11.10.2000 und 02.11.2000; Umweltinfo 34\/98; 38\/99 und 41\/99; handelsjournal 8\/98. 3\/99 und 7\/99; Pressedienst des Handels 9\/99, 28\/99, 44\/2000 und 45\/2000. EDV-Info der zbb 10\/2000. Rundschreiben der Abteilung Umwelt verschickt \u00fcber den Handelsinformationsdienst Haidi2000 vom 11.06.99 und 13.09.99.Arbeitsberichte des HDE 1998 und 1999<br \/>\nVer\u00f6ffentlichung des Workshop Info-Tools-Umwelt im Internet Veranstaltungskalender der Arbeitsge-meinschaft Natur- und Umweltbildung e.V. (ANU), Ausgabe November 2000<br \/>\nVortrag am 19.09.2000 in Frankfurt, Veranstaltung: Neue Medien in der betrieblichen Weiterbildung-Vorstellung des Schulungskonzeptes auf dem 4. Management Circle Forum.<br \/>\nimug: Vortrag am 12.03.1998 im Bauhaus in Dessau, Veranstaltung Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Handelsstruktur, Projektvorstellung vor Einzelh\u00e4ndlern (Ausbildern) am 14.10.l998 in der BBS 12, Hannover<br \/>\nVortrag  vor Tengelmann-Umweltbeauftragten am 22.9.99 bei Tengelmann, M\u00fclheim  zum Thema \u00d6kologischer Einzelhandel und Konsumentenverhalten<br \/>\nVortrag im Rahmen eines Seminars f\u00fcr Auszubildende der Berufsbildenden Schule 12  am 26.05.00 in Hannover: Warenethik im Einzelhandel &#8211; \u00dcbersicht \u00fcber bestehende ProduktlabelsPr\u00e4sentation auf der Mitgliederversammlung des BVL am 13.9.00 in Berlin. Ver\u00f6ffentlichungen im AgV-Forum zum Thema nachhaltiger Konsum im Bereich Bau- und Heimwerkerm\u00e4rkte Heft 3\/2000<br \/>\nPr\u00e4sentation des Projekts auf Tagungen und Workshops<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt hat gezeigt, dass trotz widriger Umst\u00e4nde im Einzelhandel, trotz der Fixierung der Kunden auf den Preis und trotz des Bedeutungsverlustes von Umweltqualit\u00e4t f\u00fcr die Kunden die Handlungsspielr\u00e4ume f\u00fcr umweltgerechtes Verhalten im Einzelhandel keineswegs auf Null gesunken sind. Im Gegenteil: Gerade f\u00fcr Einzelh\u00e4ndler im mittelst\u00e4ndischen Bereich er\u00f6ffnet ein umweltgerechtes Management auch neue Chancen der Profilierung auf heftig umk\u00e4mpften M\u00e4rkten. Unser Projekt hat dazu eine Reihe von Vorschl\u00e4gen, Hintergrundwissen und Orientierungen ausgearbeitet, die, so hoffen wir, den Einzelh\u00e4ndlern vor Ort helfen, die Ziele der Wirtschaftlichkeit und Umweltvertr\u00e4glichkeit gemeinsam zu verwirklichen.<br \/>\nEine Fortsetzung des Projektes findet in zwei Bereichen statt: Pflege und Ausweitung des Online-Infopools (http:\/\/www.handelumweltinfo.de) und Erarbeitung eines internetgest\u00fctzten \u00d6kocheck im Einzelhandel &#8211; leicht gemacht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In vielen Unternehmen des Einzelhandels liegt aufgrund von Wissensdefiziten und einem Mangel an griffigen Konzepten ein gro\u00dfes Potenzial an Gestaltungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr den Umwelt- und Ressourcenschutz brach. 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