{"id":19725,"date":"2023-07-13T15:10:16","date_gmt":"2023-07-13T13:10:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04541-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:17","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:17","slug":"04541-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04541-01\/","title":{"rendered":"Bundesweiter Vergleichstest von solaren Brauchwassererw\u00e4rmungsanlagen und deren Komponenten (BVS)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Technologien zur Nutzung der Solarenergie im Niedertemperaturbereich stehen zur Verf\u00fcgung und k\u00f6nnen als ausgereift betrachtet werden. Hemmnis f\u00fcr eine breite Markteinf\u00fchrung ist u.a. noch mangelndes Vertrauen in diese Technik. Ziel des Vorhabens ist eine St\u00e4rkung des Vertrauens durch:<br \/>\n\u00b7 den Aufbau und die Etablierung des Test- und Entwicklungszentrums f\u00fcr Solaranlagen (TZS), welches auf lange Sicht durch Pr\u00fcfung und Zertifizierung von Anlagen deren Qualit\u00e4t nachweist.<br \/>\n\u00b7 die Durchf\u00fchrung eines Vergleichstests von Solaranlagen und deren Komponenten in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest und Herstellern von Solaranlagen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAufbau und die Etablierung des Test- und Entwicklungszentrums f\u00fcr Solaranlagen (TZS): Das ITW ist Pr\u00fcfstelle f\u00fcr Sonnenkollektoren nach DIN 4757. Aus verschiedenen Projekten liegt Expertenwissen auf den Gebieten Kollektor-, Speicher- und Systemtest vor. Weiter stehen mit vorhandenen Einrichtungen (Testst\u00e4nde, Sonnensimulator, Kalibriereinrichtungen) die Infrastruktur zur Bearbeitung von Problemstellungen aus dem Gebiet der Solartechnik zur Verf\u00fcgung. Im Rahmen dieses Vorhabens werden die Einrichtungen modernisiert und ausgebaut. Das TZS soll auch \u00fcber die Laufzeit des Projekts hinaus der deutschen Solarindustrie als leistungsf\u00e4higer Partner zur Verf\u00fcgung stehen.<br \/>\nDurchf\u00fchrung eines Vergleichstests von Solaranlagen und deren Komponenten: Im Rahmen des  Vergleichstests wird ein m\u00f6glichst breites Spektrum von Solaranlagen nach energetischen und \u00f6konomischen Gesichtspunkten untersucht. Dabei werden sowohl die Ge-samtanlage als auch deren Komponenten nach den heute g\u00fcltigen Normen bzw. Normentw\u00fcrfen getestet und zertifiziert. Durch eine breit angelegte und \u00f6ffentlichkeitswirksame Publikation der Ergebnisse wird eine weitere St\u00e4rkung des Vertrauens in die Solartechnik und somit eine Anregung des Marktes bewirkt. Dabei wird sowohl die Leistungsf\u00e4higkeit der heute ausgereiften Anlagen als auch deren Kosteng\u00fcnstigkeit und Umweltfreundlichkeit (CO2-Reduktion) gegen\u00fcber anderen Energieeinsparma\u00dfnahmen im privaten Bereich dargestellt. Die Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse erfolgt durch die Stiftung Warentest.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des Vorhabens Test- und Entwicklungszentrum f\u00fcr Solaranlagen wurde an dem Institut f\u00fcr Thermodynamik und W\u00e4rmetechnik der Universit\u00e4t Stuttgart eine Einrichtung geschaffen, an der Herstellern von Solaranlagen ein breites Spektrum von Dienstleistungen in Form von Tests oder gemeinsamen Vorhaben angeboten wird. Hierbei konnte auf die bereits bestehenden Testanlagen und das durch langj\u00e4hrige Arbeit auf dem Gebiet der thermischen Nutzung der Solarenergie erworbene Fachwissen aufgebaut werden. Heute stehen als Testanlagen zwei Au\u00dfentestst\u00e4nde und ein Sonnensimulator f\u00fcr die Pr\u00fcfung von Sonnenkollektoren, ein Au\u00dfenteststand f\u00fcr solare Brauchwassererw\u00e4rmungsanlagen und ein Teststand f\u00fcr Warmwasserspeicher zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nIn einem breit angelegten Vergleichstest wurden insgesamt sechzehn Kollektoren, zehn Speicher und elf Gesamtanlagen gepr\u00fcft. Die Ergebnisse wurden u.a. durch die Stiftung Warentest ver\u00f6ffentlicht. Die Hersteller von Solaranlagen haben bis auf wenige Ausnahmen gezeigt, da\u00df ihre Anlagen ausgereifte Produkte sind. F\u00fcr den Referenzfall eines Vierpersonen-Haushalts wird mit den meisten Anlagen ein solarer Deckungsanteil von ca. 50 % erreicht, dies bei einem j\u00e4hrlichen Kollektorertrag von 400 bis 600 kWh\/(m\u00b2 a) bzw. einem Ertrag der Gesamtanlage von 300 bis 450 kWh\/(m\u00b2 a). Der Kaufpreis f\u00fcr die Anlagen lag zwischen ca. DM 7700.- und DM 15000.-. Es ergaben sich energetische Amortisationszeiten zwischen 1.9 und 3.4 Jahren. Die innovativen Konzepte (matched flow, Schichtbeladung des Speichers) leisteten noch nicht mehr als herk\u00f6mmliche Anlagen, weisen jedoch ein Entwicklungspotential auf. Durch das positive Resultat des Tests konnte weiteres Vertrauen in die Solartechnik geschaffen werden.<br \/>\nAnhand der aus dem Vergleichstest gewonnenen Messdaten wurden fortschrittliche Leistungspr\u00fcfverfahren f\u00fcr thermische Solaranlagen und deren Komponenten Kollektor und Speicher erprobt. Im Vordergrund standen hierbei die sogenannten dynamischen Verfahren, bei denen moderne, modellgest\u00fctzte Verfahren zur Bestimmung der Kennwerte aus den Me\u00dfdaten eingesetzt werden und somit die klassische Beschr\u00e4nkung auf Messungen bei station\u00e4ren Zust\u00e4nden entf\u00e4llt.<br \/>\nIm einzelnen wurden folgende Verfahren behandelt:<br \/>\n\u00b7 Der dynamische Kollektortest<br \/>\n\u00b7 Ein Testverfahren f\u00fcr Warmwasserspeicher<br \/>\n\u00b7 Ein komponentenorientiertes Testverfahren f\u00fcr Solaranlagen zur Brauchwassererw\u00e4rmung<br \/>\n\u00b7 Der Dynamische Systemtest f\u00fcr Solaranlagen zur Brauchwassererw\u00e4rmung.<br \/>\nWeitere Aktivit\u00e4ten im Rahmen des Vorhabens waren:<br \/>\n\u00b7 Die Erstellung eines Auslegungsprogrammes f\u00fcr solare Brauchwassererw\u00e4rmungsanlagen<br \/>\n\u00b7 Eine Umfrage unter Besitzern von Solaranlagen in Baden-W\u00fcrttemberg<br \/>\n\u00b7 Veranstaltungen zur Fortbildung und Schulung von Installateuren und Planern.<br \/>\nNach Abschlu\u00df des Vorhabens wurden die Aktivit\u00e4ten des TZS in Bezug auf die Pr\u00fcfung von Solaranlagen und deren Komponenten aufrechterhalten, da ein anhaltender Bedarf f\u00fcr die Zertifizierung dieser Produkte besteht. Die aufgebaute Infrastruktur in Form der Testst\u00e4nde, aber auch der internen Organisation und Verwaltung wird hierzu weiter genutzt. Seitens der Unternehmen aus der Solarbranche wurde der Wunsch nach einer regelm\u00e4\u00dfiger Wiederholung des Vergleichstests ausgedr\u00fcckt. Die mit diesem Vorhaben geschaffene Einrichtung des TZS und die derzeit positive Entwicklung auf dem Markt f\u00fcr Solaranlagen sind beste Voraussetzung f\u00fcr eine weitere, fruchtbare Zusammenarbeit mit der Solarindustrie.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Vergleichstests wurden in zwei regul\u00e4ren und einem Sonderheft der Stiftung Warentest sowie in mehreren Fachzeitschriften ver\u00f6ffentlicht. Die wissenschaftlichen Ergebnisse wurden im Abschlu\u00dfbericht des Vorhabens ver\u00f6ffentlicht und auf mehreren nationalen und internationalen Tagungen pr\u00e4sentiert. Das TZS ver\u00f6ffentlicht im Jahreszyklus einen Band mit aktuellen Pr\u00fcfberichten von Kollektoren, Speichern und Gesamtanlagen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Ziele des Vorhabens wurden erreicht. Durch das Vorhaben konnten Ma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden, die das Vertrauen in die Solartechnik nachhaltig gest\u00e4rkt haben und eine breite Markteinf\u00fchrung dieser umwelt- und ressourcenschonenden Technologie unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Technologien zur Nutzung der Solarenergie im Niedertemperaturbereich stehen zur Verf\u00fcgung und k\u00f6nnen als ausgereift betrachtet werden. Hemmnis f\u00fcr eine breite Markteinf\u00fchrung ist u.a. noch mangelndes Vertrauen in diese Technik. 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