{"id":19723,"date":"2023-07-13T15:15:00","date_gmt":"2023-07-13T13:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12019-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:04","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:04","slug":"12019-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12019-01\/","title":{"rendered":"Optimierte Restaurierungsma\u00dfnahmen zur langfristigen Erhaltung von umweltgesch\u00e4digten Denkmalobjekten aus Naturstein durch Ber\u00fccksichtigung materialspezifischer und mikroklimatischer Rahmenbedingungen am Beispiel von Erker und Portal des national wertvol"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Auf der Grundlage eines erfolgreich abgeschlossenen Vorg\u00e4ngerprojekts Erforschung des schadensrelevanten Mikroklimas zur Optimierung von Restaurierungsma\u00dfnahmen am Merseburger Schloss (DBU-AZ 05298) kann die Restaurierung von Hauptportal und Ziererker des Merseburger Schlosses, die von herausragendem k\u00fcnstlerischem Wert sind, sehr zielgerichtet erfolgen. Die konservatorischen und restauratorischen Ma\u00dfnahmen gewinnen durch die Verkn\u00fcpfung mit dem o.g. Laserprojekt der DBU, zu dem im Vorfeld durch die BAUH\u00dcTTE NAUMBURG erfolgversprechende Voruntersuchungen vorgenommen wurden, modellhaften Charakter. Die der Qualit\u00e4t der Bauzier angemessene Forderung nach interdisziplin\u00e4rer Zusammenarbeit zwischen Denkmalpflege, Naturwissenschaftlern und Restauratoren l\u00e4sst sich hier beispielhaft in die Praxis umsetzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00b7\tAuf Grundlage des o. g. Vorg\u00e4ngerprojekts weitere spezielle Voruntersuchungen und Aktualisierung der Schadenskartierung<br \/>\n\u00b7\tVersuche zu den jeweils in Anbetracht der unterschiedlichen Voraussetzungen (Sandsteinvariet\u00e4ten, Verwitterungszustand, Art der Krusten, Qualit\u00e4t und Erhaltungszustand der Reste der Farbfassung) am besten geeigneten Reinigungsmethoden; Anlage von Musterfl\u00e4chen; Ma\u00dfnahmekartierung<br \/>\n\u00b7\tpartielle Vorfestigung und behutsame Grobreinigung<br \/>\n\u00b7\tSicherung und Konservierung der zuvor ermittelten und kartierten Fassungsreste (mit entsprechenden Vorversuchen) und zeichnerische Rekonstruktion der urspr\u00fcnglichen Farbfassungen von Erker und Portal<br \/>\n\u00b7\tAbnahme der Krusten und Feinreinigung je nach Voraussetzungen unter Verwendung von: Laser, Trockenmikrostrahl, Skalpell und Pinsel, Ionenaustauscher; partiell Entsalzung<br \/>\n\u00b7\tVerkleben von Materialrissen, Instandsetzung gr\u00f6\u00dferer Werksteinfehlstellen mit Vierungen, Beseitigung von Altantragungen und Erg\u00e4nzungen, Fugenbehandlung, Verwendung farbig angepasster Restaurierm\u00f6rtel bzw. Retuschen<br \/>\n\u00b7\tNach petrographischen Untersuchungen und Laborversuchen abschlie\u00dfend Materialfestigung von Teilbereichen<br \/>\n\u00b7\tAcrylharzvolltr\u00e4nkung einer stark gesch\u00e4digten Portalfigur<br \/>\n\u00b7\tAbdeckung stark verwitterungsgef\u00e4hrdeten Gesimse mit Walzblei<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Merseburger Schloss ist im Zentrum einer Chemieregion gelegen, die zu DDR-Zeiten die h\u00f6chste Schadstoffbelastung in Mitteleuropa aufwies: Durch die enorm hohen SO2-, NOx- und Staub-Emissionen der einheimische Buntsandstein als Hauptwerkstoff des Schlosses stark gesch\u00e4digt (u. a. massive Ausbildung von die Verwitterungsanf\u00e4lligkeit signifikant erh\u00f6henden schwarzen Krusten)<br \/>\nDurch die Ma\u00dfnahme deutliche materielle und optische Verbesserung des Zustands von Erker und Portal und Sicherung des Bestands auf absehbare Zeit<br \/>\nErprobung unterschiedlicher Reinigungsmethoden, insbesondere der Laserreinigung, am einheimischen Buntsandstein<br \/>\nF\u00fcr die Kunstgeschichte wichtige Aufschl\u00fcsse durch Ermittlung der sehr qualit\u00e4tsvollen urspr\u00fcnglichen Farbfassung von Erker und Portal und Entdeckung von Resten des farbig gestalteten originalen Putzes in dem unmittelbar an den Erker angrenzenden Zwerchhausbereich<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Presseinformation<br \/>\nAushang von wichtigen Teilergebnissen am Ort<br \/>\nVorstellung der Ergebnisse zum Tag des offenen Denkmals und zum Internationalen Museumstag sowie bei F\u00fchrungen<br \/>\nInformation gelegentlich der Jahrestagung der Landeskonservatoren 2001<br \/>\nWeiterbildungsveranstaltung mit LfD vorgesehenPublikationen zu einzelnen Aspekten geplant<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Wertvoller methodischer, restauratorischer und wissenschaftlicher Ertrag:<br \/>\nIn methodischer Hinsicht Abstimmung unterschiedlicher Reinigungsmethoden auf den an weiteren wertvollen Baugliedern von Dom und Schloss Merseburg nach wie vor stark gef\u00e4hrdeten einheimischen Buntsandstein, insbesondere spezielle Erfahrungen mit dem Einsatz der Lasertechnik und von Ionenaustausch<br \/>\nMusterrestaurierung kunstgeschichtlich bemerkenswerter Zierbauteile an einem Baudenkmal hohen Ranges<br \/>\nWissenschaftlich von besonderem Wert die Ermittlung der urspr\u00fcnglichen Farbigkeit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Auf der Grundlage eines erfolgreich abgeschlossenen Vorg\u00e4ngerprojekts Erforschung des schadensrelevanten Mikroklimas zur Optimierung von Restaurierungsma\u00dfnahmen am Merseburger Schloss (DBU-AZ 05298) kann die Restaurierung von Hauptportal und Ziererker des Merseburger Schlosses, die von herausragendem k\u00fcnstlerischem Wert sind, sehr zielgerichtet erfolgen. 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