{"id":19707,"date":"2023-07-13T15:14:26","date_gmt":"2023-07-13T13:14:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11087-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:28","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:28","slug":"11087-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11087-01\/","title":{"rendered":"R\u00fcckgewinnung wertvollen Faser- und Kunststoffmaterials aus Abf\u00e4llen der Papierindustrie"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Papierindustrie der BRD verbringt derzeit einen Gro\u00dfteil ihrer j\u00e4hrlich etwa 450.000 t Spuckstoffe auf Deponien. Diese Spuckstoffe bestehen im wesentlichen aus wertvollen Fasern, Polyolefinen und Wasser. Die Repa Boltersdorf hat ein Verfahren entwickelt, mit dem in mehreren Stufen eine Reduzierung der zu deponierenden Restfraktion durch Aussortierung der Faser- und Kunststoffe auf bis zu 20% der Ausgangsmenge m\u00f6glich ist. Ziel des Projektes war, eine halbtechnische Anlage zu entwickeln, die die technische und wirtschaftliche Umsetzung dieses Verfahrens erkennen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEs wurde eine halbtechnische Anlage entwickelt und gefertigt, mit der Spuckstoffe der Papierindustrie verschiedenster Art und Herkunft untersucht und behandelt wurden. Zus\u00e4tzlich wurden Laboruntersuchungen zur Analyse der Versuchsergebnisse durchgef\u00fchrt und ein Verfahren entwickelt, mit dem Eingangsstoffe unter \u00e4hnlichen Bedingungen wie mit der original Anlage schnell und einfach auf ihre Zusammensetzung untersucht werden k\u00f6nnen.<br \/>\nIn Aufschlagversuchen wurde mit einem modifizierten Laborpulper unter anderem kontrolliert, ob eine Trennung zwischen Kraft- und Altpapierstippen m\u00f6glich ist und ob sich durch Anwesenheit harter Kunststoffe ein Kugelm\u00fchleneffekt und damit eine Durchsatzsteigerung einstellt. In weiteren Schritten wurden Laborger\u00e4te so angepa\u00dft bzw. umgebaut, da\u00df der vom Laborpulper erzeugte Faserstoff kontinuierlich gereinigt und die Qualit\u00e4t bez\u00fcglich Splitter- und Stickygehalt dem Stand der Technik entspricht. In ei-nem selbst entwickelten Vliesbildner wurden daraus Faserstoffvliese hergestellt, die zur Begutachtung im Rahmen der Pr\u00e4sentation an verschiedene Institute und Papierfabriken verteilt wurden.<br \/>\nMit neu entwickelten bzw. optimierten Ger\u00e4ten, wie Suspensionsverteiler, Gliederband und anschlie\u00dfendem Sink-Schwimmbeh\u00e4lter wurde untersucht, ob die f\u00fcr die Kunststoffindustrie n\u00f6tige Reinheit der Polyolefine erreicht wird. Parallel wurden Me\u00dfsysteme entwickelt, die zur Regelung des Verfahrens n\u00f6tig sind.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es wurde eine halbtechnische Anlage entwickelt und gefertigt, mit der Spuckstoffe der Papierindustrie verschiedenster Art und Herkunft untersucht und behandelt wurden. Zus\u00e4tzlich wurden Laboruntersuchungen zur Analyse der Versuchsergebnisse durchgef\u00fchrt und ein Verfahren entwickelt, mit dem Eingangsstoffe unter \u00e4hnlichen Bedingungen wie mit der original Anlage schnell und einfach auf ihre Zusammensetzung untersucht werden k\u00f6nnen.<br \/>\nIn Aufschlagversuchen wurde mit einem modifizierten Laborpulper unter anderem kontrolliert, ob eine Trennung zwischen Kraft- und Altpapierstippen m\u00f6glich ist und ob sich durch Anwesenheit harter Kunststoffe ein Kugelm\u00fchleneffekt und damit eine Durchsatzsteigerung einstellt. In weiteren Schritten wurden Laborger\u00e4te so angepa\u00dft bzw. umgebaut, da\u00df der vom Laborpulper erzeugte Faserstoff kontinuierlich gereinigt und die Qualit\u00e4t bez\u00fcglich Splitter- und Stickygehalt dem Stand der Technik entspricht. In ei-nem selbst entwickelten Vliesbildner wurden daraus Faserstoffvliese hergestellt, die zur Begutachtung im Rahmen der Pr\u00e4sentation an verschiedene Institute und Papierfabriken verteilt wurden.<br \/>\nMit neu entwickelten bzw. optimierten Ger\u00e4ten, wie Suspensionsverteiler, Gliederband und anschlie\u00dfendem Sink-Schwimmbeh\u00e4lter wurde untersucht, ob die f\u00fcr die Kunststoffindustrie n\u00f6tige Reinheit der Polyolefine erreicht wird. Parallel wurden Me\u00dfsysteme entwickelt, die zur Regelung des Verfahrens n\u00f6tig sind.<br \/>\nDer Sink- und Schwimmbeh\u00e4lter ist von der Dimensionierung zu kurz geraten, er eignet sich bei optimal eingestellter Str\u00f6mung trotzdem zur Trennung von Olefinen und Stippen bzw. anderen Sinkstoffen. Die Paddelwalze bzw. die Art der Str\u00f6mungserzeugung und -lenkung bedarf einer Optimierung. Die vorhandenen Laborger\u00e4te wurden zu einer Gutstoffaufbereitung entsprechend dem Stand der Technik umgebaut. Die Qualit\u00e4t des aus den Spuckstoffen erzeugten Gutstoffs entspricht noch nicht den gesteckten Zielen. Eine zus\u00e4tzliche neuartige Waschstufe wird in den kommenden Projektphasen mit einbezogen und optimiert. Die Gutstoffaufbereitung ist in der Lage, mit einer 0,8 mm Lochplatte \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum den Pulpergutstoff zu einer gereinigten Fasersuspension kontinuierlich zu verarbeiten. Die Bypassregelung bzw. die Zudosierung des Pulpergutstoffs in den ersten Eindicker gestaltet sich allerdings schwierig. Bei Einsatz der 0,15 mm Schlitzplatte zur weiteren Verbesserung der Reinigungsleistung sinkt der Durchsatz erheblich. Beim Einsatz der 0,08 mm Schlitzplatte ist kontinuierlicher Betrieb kaum m\u00f6glich, da der Durchsatz der Fasern nur sehr gering ist.<br \/>\nDie Weiterentwicklung bereits bekannter Stickybestimmungsverfahren zu einem abgestimmten Verfahren &#8211; f\u00fcr die besonderen Verh\u00e4ltnisse beim Einsatz von Spuckstoffen &#8211; ist nicht gelungen. Es wurde jedoch ein Konzept zur Stickyentfernung entwickelt und getestet. Dieses bedarf jedoch einiger Verbesserungen.<br \/>\n\u00dcber die Wirkleistungsaufnahme des Pulpermotors ist es m\u00f6glich, die Pulperaufschlagarbeit zu beurteilen. Die kontinuierliche Stoffdichtemessung der Faserstoffsuspension von 0,1 &#8211; 0,5% ist mit Hilfe des Rohrreibungswiderstandes m\u00f6glich. Die Kompensation st\u00f6render Einflu\u00dfgr\u00f6\u00dfen mu\u00df jedoch noch weiter verfolgt werden. Die Erfassung dieser beiden Parameter ist zur Automatisation und das Erreichen optimaler Ergebnisse erforderlich. Zur ersten Beurteilung m\u00f6glicher Eingangsstoffe wurde ein Ger\u00e4t entwickelt. Die Klassifizierung von Begleitstoffen ist mit dem entwickelten Ger\u00e4t im Ansatz m\u00f6glich. Einzelkomponenten m\u00fcssen jedoch noch optimiert werden. Dar\u00fcber hinaus ist geplant, eine Optimierung der Gliederbandgeometrie vorzunehmen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Am 27. M\u00e4rz und am 29. September 1998 stellte die Repa Boltersdorf GmbH auf dem Gel\u00e4nde der Papierfabrik die Ergebnisse der Entwicklungsarbeit Fachleuten aus der Papier- und Kunststoffbranche im Rahmen einer internen Pr\u00e4sentation vor.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Summe aller Erkenntnisse m\u00fcndet in einem Anlagenkonzept, in dem alle wesentlichen technologischen Verfahrensschritte getestet wurden, die sp\u00e4ter in gro\u00dftechnischen Anlagen zum Einsatz kommen sollen. Weiterf\u00fchrende Entwicklungen bis zur technischen Anlage (Prototyp) sind Gegenstand eines Folgeantrages.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Papierindustrie der BRD verbringt derzeit einen Gro\u00dfteil ihrer j\u00e4hrlich etwa 450.000 t Spuckstoffe auf Deponien. Diese Spuckstoffe bestehen im wesentlichen aus wertvollen Fasern, Polyolefinen und Wasser. 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