{"id":19694,"date":"2023-07-13T15:13:54","date_gmt":"2023-07-13T13:13:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10318-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:56","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:56","slug":"10318-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10318-01\/","title":{"rendered":"Nutzung von Schwachholzsortimenten zur Entwicklung von tragenden Decken- und Wandsystemen in Form von Holzlamellen f\u00fcr Niedrigenergiegeb\u00e4ude"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bei der \u00fcblichen Holzbauweise wird zum \u00fcberwiegenden Teil mit hohem Energieaufwand Holz zerspant und sp\u00e4ter mit noch h\u00f6herem Energieeinsatz zu Holzwerkstoffplatten oder Holzfaserplatten verarbeitet.<br \/>\nZiel dieses Projektes war die alternative Herstellung von Holz-Lamellen-W\u00e4nden aus Massivholzbrettern f\u00fcr tragende Decken- und Wandsysteme. Unter Einschluss von Hohlr\u00e4umen werden dabei einzelne d\u00fcnne Bretter durch Verleimen und Verd\u00fcbeln miteinander verbunden. So ergeben sich ma\u00dfhaltige Bauelemente, welche positive Eigenschaften der W\u00e4rmeisolierung und der statischen Festigkeit in einem Produkt vereinen. Es wurde Wert auf einen geringen Verschnitt und eine minimale Schnittfuge gelegt. Nachwachsendes heimisches Schwachholz kann mit wenig Energieaufwand und kurzen Transportwegen zu hochwertigen Holz-Lamellenw\u00e4nden verarbeitet werden. Beabsichtigt war die Entwicklung kleiner Anlagen, die wirtschaftlich in der N\u00e4he der W\u00e4lder eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Projektverlauf  wurden Wand-, Boden-, und Deckenelemente, Passst\u00fccke und Anschl\u00fcsse entwickelt, konstruiert, gebaut, getestet und gepr\u00fcft. Die durchgef\u00fchrten Untersuchungen bezogen sich auf den Schallschutz, das Brandverhalten, die W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit, das W\u00e4rmespeicherverm\u00f6gen, die Festigkeit (Statik) und das Dehnungsverhalten.<br \/>\nDes weiteren wurde ein teilautomatisiertes Verfahren zur Herstellung der Leim-, D\u00fcbelverbindungen entwickelt. Zur \u00dcberpr\u00fcfung des gesamten Vorhabens wurden Musterh\u00e4user gebaut, an denen die verschiedensten Messungen und Auswertungen durchgef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die entwickelten und jetzt in Serie gefertigten Ligu-HolzBauElemente haben die gesetzten Ziele in fast allen Punkten erreicht. Die Bautechnische Zulassung wurde unter der Nummer Z-1.9-459 erteilt.<br \/>\nDie messtechnisch ermittelten W\u00e4rmedurchgangskoeffizienten liegen im Bereich von 0,20-0,57 W\/(m2K). Bei einer 14 cm dicken Au\u00dfenwand aus Fichtenholz kann man von einem K-Wert von 0,57 W\/(m2K) und bei einer 24 cm dicken Au\u00dfenwand von einem K-Wert von 0,36 W\/(m2K) ausgehen. Die Luftkammern werden in viele kleinere Luftschichten unterteilt, so dass sich pro Schicht nur eine sehr geringe Temperaturdifferenz ergibt. Betr\u00e4gt die Temperaturdifferenz weniger als 1 Grad und ist die senkrechte Kammer d\u00fcnner als 6 mm, kommt die Konvektion so gut wie zum Erliegen.<br \/>\nEine Dampfdiffusionsberechnung nach DIN 4108 Teil 5 f\u00fcr eine Standard-Au\u00dfenwand wurde von dem Fachgebiet Bauphysik, Prof. Dr.-Ing. Gerd Hauser an der Universit\u00e4t Kassel durchgef\u00fchrt. Die Tauwasserbildung an der untersuchten Au\u00dfenwand ist unsch\u00e4dlich.<br \/>\nDas Dehnungsverhalten der Wandelemente ist sehr gering und beherrschbar. Bei einem 240 mm dicken LIGU-HolzBauelement wird ein bewertes Schalld\u00e4mmma\u00df von 40 bis 42 dB erwartet. Dabei m\u00fcssen jedoch Fugen und Durchbr\u00fcche vermieden werden. Der Prim\u00e4renergieinhalte von LIGU-HolzBauelementen betr\u00e4gt 489 MJ\/m2 bei einer 24 cm dicken Wand. Dagegen betragen die Prim\u00e4renergieinhalte von Au\u00dfenw\u00e4nden aus anderen Baustoffen 1.500 bis 3.250 MJ\/m2.<br \/>\nW\u00fcrden in der BRD pro Jahr 10.000 Wohneinheiten mit LIGU-HolzBau-Elementen erstellt, k\u00f6nnte man Prim\u00e4renergie in der Menge von etwa 90.000 Tonnen \u00d6l einsparen. Zus\u00e4tzlich w\u00fcrde auch der Heizenergiebedarf f\u00fcr die Geb\u00e4ude sinken.<br \/>\nDie LIGU-HolzBauelemente haben bautechnische und bauphysikalische Vorteile. Sie erzeugen ein angenehmes Raumklima, haben eine hohe Wertbest\u00e4ndigkeit, die Umwelt wird geschont und die Kosten wer-den niedrig gehalten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Auf der Fachmesse Holzbau und Ausbau im Mai 2000 haben wir teilgenommen. Im April 2002 werden wir uns wiederum an dieser Messe beteiligen. Bei der Hausmesse der DBU haben wir einige Muster ausgestellt. In mehreren Fachzeitschriften wurden Artikel \u00fcber die LIGU-HolzBau-Elemente ver\u00f6ffentlicht. In der Zeitschrift Bauen und Wohnen erscheinen regelm\u00e4\u00dfig Werbeanzeigen. Des weiteren werden Architekten und Zimmereibetriebe gezielt angesprochen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Kosten f\u00fcr die Herstellung der Ligu-Holzbauelemente &#8211; und damit die Verkaufspreise &#8211; liegen leicht \u00fcber denen anderer Wandaufbauten wie dem Holzrahmenbau. Unsere W\u00e4nde sind jedoch anderen qualitativ und \u00f6kologisch \u00fcberlegen. Durch Verbesserung der W\u00e4rmed\u00e4mmung und Senkung der Herstellkosten k\u00f6nnten die Marktaussichten ma\u00dfgeblich verbessert werden.<br \/>\nDas Verfahren zur Verschnittoptimierung sollte weiter verbessert werden. Leider gibt es niemanden, der dieses Thema richtig anfasst.<br \/>\nDer K-Wert der Ligu-Holzbauelemente w\u00e4re besser ausgefallen, wenn wir wie geplant mit d\u00fcnneren Brettern h\u00e4tten arbeiten d\u00fcrfen. (DIN schreibt 20 mm als Minimum vor). Ansonsten sind die gesteckten Ziele erreicht worden.<br \/>\nDie Kooperationspartner haben Ihre Leistungen erbracht. Das gesamte Budget ist entsprechend der Planung eingesetzt worden. Der Zeitplan konnte nicht eingehalten werden. Die angefallenen Kosten f\u00fcr das Projekt sind h\u00f6her als die geplanten Kosten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bei der \u00fcblichen Holzbauweise wird zum \u00fcberwiegenden Teil mit hohem Energieaufwand Holz zerspant und sp\u00e4ter mit noch h\u00f6herem Energieeinsatz zu Holzwerkstoffplatten oder Holzfaserplatten verarbeitet. 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