{"id":19688,"date":"2023-07-13T15:14:31","date_gmt":"2023-07-13T13:14:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11289-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:35","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:35","slug":"11289-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11289-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung von Methoden zur Produktionssteuerung bei der manuellen Entfertigung elektronischer Altger\u00e4te"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Manuelle Zerlegung ist aufgrund der Tatsache, da\u00df die Freisetzung von Schadstoffen durch Schadstoffentfrachtung verhindert wird, sowie weiterhin der sehr guten Ausbeute an Sekund\u00e4rrohstoffen ein Verfahren, das der Schreddertechnologie als alternatives Verwertungsverfahren unter \u00f6kologischen Aspekten weit \u00fcberlegen ist. Die Existenzf\u00e4higkeit des umweltfreundlichen Verwertungsverfahrens h\u00e4ngt entscheidend davon ab, da\u00df die Zerlegetiefe der Struktur des jeweiligen Altger\u00e4tes und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepa\u00dft ist. Zur Verbesserung wird ein Verfahren entwickelt, das es erlaubt, bei der manuellen Zerlegung von verschiedenartigen elektrischen und elektronischen Altger\u00e4ten die Zerlegetiefe f\u00fcr die individuellen Ger\u00e4te abh\u00e4ngig von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so zu steuern, da\u00df gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Wertsch\u00f6pfung erreicht wird.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Vorhaben wurde in enger Kooperation mit der Universit\u00e4t Braunschweig durchgef\u00fchrt. Im Vorhaben wurde zun\u00e4chst die Ist-Stand-Analyse durchgef\u00fchrt. Dabei wurde die betriebliche Struktur, die Art der Auftragsabwicklung und der Produktionsproze\u00df einer manuellen Demontage analysiert. Mit einem Diagramm konnten sowohl Arbeitsabl\u00e4ufe als auch Produktstr\u00f6me verdeutlicht werden. Hierbei wurden Schwachpunkte ermittelt und Verbesserungsans\u00e4tze herausgearbeitet z. B. M\u00f6glichkeiten einer Effizienzsteigerung durch das Vorsortieren des Eingangsmaterials, um die au\u00dferordentliche Typenvielfalt elektronischer Altger\u00e4te in ihren zeitlichen Belastungen auf den Demontageproze\u00df einzud\u00e4mmen.<br \/>\nDie zuvor untersuchten Rahmenbedingungen wurden dokumentiert und er\u00f6rtert, um als Hauptziel des Vorhabens ein Verfahren zur Optimierung der Zerlegetiefe bei der manuellen Entfertigung von Altger\u00e4ten zu entwickeln. Bei der Analyse des Arbeitsgangs Feinzerlegung wurde neben der prinzipiellen Vorgehensweise wesentliche Aspekte einer Entscheidungsfindung des Werkers hinsichtlich der optimalen oder noch zul\u00e4ssigen Demontagetiefe untersucht. Nachdem die Auffindung einer optimalen Zerlegetiefe sowie Ausschlu\u00dfkriterien f\u00fcr eine Zerlegung oder eine Wertstoffgewinnung diskutiert wurden, sind im n\u00e4chsten Projektabschnitt Verfahren zur Produktionssteuerung bei der Feinzerlegung abgeleitet worden. Es werden wichtige Voraussetzungen und M\u00f6glichkeiten ihrer praktischen Umsetzung aufgelistet und auch Ma\u00dfnahmen im Vorlauf und im Nachlauf von Zerlegeoperationen einbezogen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit den vorstehend beschriebenen Untersuchungen wurden detaillierte Kenntnisse \u00fcber den Zerlegebetrieb, die zu behandelnden Materialien und die Arbeitsabl\u00e4ufe gewonnen, die gezielte Ma\u00dfnahmen zur Qualit\u00e4tssicherung und Effizienzsteigerung weit \u00fcber das \u00fcbliche Ma\u00df bei kleinen und mittelst\u00e4ndischen Betrieben hinaus erm\u00f6glichen, die sich sonst meist auf punktuelle Einzelma\u00dfnahme beschr\u00e4nken. Die Vorgehensweise l\u00e4\u00dft sich auch vom Einsatzzweck Elektronikschrottzerlegung abstrahieren und in andere Recyclingbereiche \u00fcbertragen. <\/p>\n<p>Es konnte unabh\u00e4ngig von \u00c4nderungen bei Fa. ELPRO GmbH grundlegende Ergebnisse erarbeitet werden z. B. eine unter kontrollierten, nachvollziehbaren Bedingungen erarbeitete Aufstellung zu den Fraktionen einer Elektronikschrottzerlegung mit Angaben zu typischen Qualit\u00e4tsanforderungen und Massenanteilen, wobei neben Metallen und Edelmetallen auch Abfallfraktionen wie Kunststoff, Bauschutt, (aus Elektro\u00f6fen und Waschmaschinen) Papier und Pappe sowie sonstige Reststoffe enthalten sind. Auch ty-pische Sonderabf\u00e4lle werden aufgelistet.<\/p>\n<p>Es werden allgemeing\u00fcltige Beschreibungen zur Wirtschaftlichkeit der Zerlegung und zur Festlegung der Zerlegetiefe erstellt. An konkreten Einzelbeispielen wird die Problematik einer Entscheidung zur Zerlegung er\u00f6rtert und unter Einbeziehung von Erl\u00f6sen, Aufwand und auch subjektiven Faktoren, Erfahrungswerten und dem typischen Handeln des Werkers betrachtet. Bei Untersuchungen zur Feinzerlegung werden typische Zerlegezeiten, Werkzeugwechselzeiten und sonstige Aufwendungen benannt und diskutiert.<\/p>\n<p>Die Problematik einer fundierten Entscheidungsfindung wird diskutiert. Der Aufwand hierf\u00fcr mu\u00df der Aufgabe angemessen sein. Subjektive Entscheidungsfindungen m\u00fcssen auf eine bessere Basis gestellt und m\u00f6glichst durch ein formales Vorgabeverfahren ersetzt werden. Der Werker soll nicht mehr mental \u00fcberschl\u00e4gige Absch\u00e4tzungen vornehmen, sondern alle notwendigen Angaben quantitativ ermitteln und anschlie\u00dfend auswerten. Hierzu wurde z. B. der Einsatz intelligenter Wiegesysteme erprobt, die den enthaltenen Wertstoffanteil anzeigen und zugleich eine Grenzzeit f\u00fcr den h\u00f6chstzul\u00e4ssigen Demontageaufwand angeben. Zus\u00e4tzlich wird der Werker \u00fcber den Erl\u00f6s informiert. Hierbei kann auch auf schwankende Wertstofferl\u00f6se eingegangen werden. Auch einfachere Hilfsmittel zur Visualisierung von Entscheidungskriterien werden vorgestellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden bereits in der Presse und auf Vortr\u00e4gen vorgestellt. Die ELPRO GmbH ist eines von acht Partnerunternehmen im Systemverbund der von Roll MBB Recycling GmbH. Diese und auch weitere Unternehmen, die kommerzielle (d. h. nicht kommunal oder von anderen Tr\u00e4gern gef\u00f6rderte) manuelle Zerlegung von Elektronikschrott betreiben, m\u00fcssen die Wirtschaftlichkeit ihrer Zerlegeprozesse steigern, um sich am Markt gegen\u00fcber den Schredderbetrieben behaupten zu k\u00f6nnen. Hier ist die prim\u00e4re Zielgruppe f\u00fcr die Verbreitung der Projektergebnisse zu sehen.<br \/>\nKontaktadressen: ELPRO, Elektronik-Produkt-Recycling GmbH, Hannoversche Str. 66 a, 38116 Braunschweig, Technische Universit\u00e4t Braunschweig, Institut f\u00fcr Fertigungsautomatisierung und Handhabungstechnik IFH (jetzt Institut f\u00fcr Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik), Gau\u00dfstr. 17, 38106 Braun-schweig, Professor Dr. Hesselbach, Dipl.-Ing. Christoph Hermann.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Vorhaben wird als erfolgreich durchgef\u00fchrt eingesch\u00e4tzt. Bei Fa. ELPRO GmbH handelt es sich um einen sehr kleinen Zerlegebetrieb, der auch \u00fcberregional Elektronikschrott akquiriert, bei der Demontage gezielte Wertstoffe r\u00fcckgewinnt und Weiterverarbeitern wieder zur Verf\u00fcgung stellt. Es konnte mit diesem Vorhaben \u00fcber den bisherigen, f\u00fcr den Branche bereits vorbildlichen Stand hinaus moderne Tech-niken und Verfahren in einen kleinen Zerlegebetrieb hineingebracht werden. Methoden des Produktionsmanagements wurden erprobt und angewandt, was f\u00fcr Betriebe dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung, insbesondere im Entsorgungs- und Recyclingbereich, durchaus nicht \u00fcblich ist. Das Vorhaben war gepr\u00e4gt durch das pers\u00f6nliche Engagement des Firmeninhabers, Herrn Dr. Sch\u00f6ps. Er ist zugleich Motor f\u00fcr die weitere Verbreitung der Projektergebnisse, die \u00fcber seine Mitwirkung in Firmenverb\u00fcnden und Organisationen erleichtert wird. \u00dcber die Kooperation mit der Universit\u00e4t Braunschweig wirkte das Projekt auch in den Bereich Forschung und Lehre und vermittelte dort Einsichten in besondere Belange und Anforderungen kleiner und mittelst\u00e4ndischer Unternehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Manuelle Zerlegung ist aufgrund der Tatsache, da\u00df die Freisetzung von Schadstoffen durch Schadstoffentfrachtung verhindert wird, sowie weiterhin der sehr guten Ausbeute an Sekund\u00e4rrohstoffen ein Verfahren, das der Schreddertechnologie als alternatives Verwertungsverfahren unter \u00f6kologischen Aspekten weit \u00fcberlegen ist. 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