{"id":19685,"date":"2023-07-13T15:10:36","date_gmt":"2023-07-13T13:10:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05217-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:38","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:38","slug":"05217-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05217-01\/","title":{"rendered":"Produktionsintegrierte Gr\u00fcnguth\u00e4cksel-Anwendung auf erosionsgef\u00e4hrdeten B\u00f6den"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Den Belangen des Ressourcenschutzes und der Abfallvermeidung durch das Schlie\u00dfen von N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufen scheint ein Verfahren gerecht zu werden, bei dem pflanzliches Gr\u00fcngut (Strauchschnitt) als Gr\u00fcnguth\u00e4cksel direkt auf landwirtschaftlich genutzte B\u00f6den ausgebracht wird. Gegen\u00fcber dem Verfahren der Kompostierung, das als Konkurrent um das Ausgangsmaterial in Betracht steht, f\u00fchrt die Direktanwendung zu einer Kostensenkung um ca. 70 % und bietet den Landwirten gleichzeitig die M\u00f6glichkeit eines Zusatzeinkommens.<br \/>\nDas Verfahren der Direktanwendung von Gr\u00fcnguth\u00e4cksel auf B\u00f6den unter landwirtschaftlicher Nutzung soll hinsichtlich seiner N\u00e4hr- und Schadstofffl\u00fcsse in Nutzungssystemen, seiner Umweltvertr\u00e4glichkeit und seiner Eignung als Verfahren zur Minderung der Bodenerosion durch Wasser (als angewandte Bodenschutzma\u00dfnahme) beurteilt werden.<br \/>\nDie hieraus gewonnenen Kenntnisse sind Grundlage einer zu erarbeitenden Folgenabsch\u00e4tzung und -bewertung in bezug auf Schad- bzw. Schutzwirkungen des Verfahrens auf den Boden.<br \/>\nEs soll gepr\u00fcft werden, inwieweit das Verfahren mit den verschiedenen Zielen zur zuk\u00fcnftigen Entwicklung von Agrarr\u00e4umen als Standort des Natur- und Landschaftsschutzes, zur Produktion von qualitativ einwandfreien Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen unter Beachtung der \u00f6kologischen Kriterien des Ressourcenschutzes und der Erhaltung von N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufen vereinbar ist. Die Ergebnisse sind die Grundlage f\u00fcr eine sinnvolle Integration des Verfahrens in die Agrarr\u00e4ume.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenArbeitsschwerpunkt Stoffhaushalt:<br \/>\nErfassung der Qualit\u00e4ten  und Mengen von Gr\u00fcnguth\u00e4cksel in ausgew\u00e4hlten Gemeinden in Nordhessen bez\u00fcglich der Zusammensetzung des Ausgangsmaterials (Strauchschnitt, Fremdstoffe.etc.) und der Inhaltsstoffe (N\u00e4hr- und Schadstoffe). Quantifizierung der N\u00e4hr- und Schadstofffrachten in den Agrar-Nutzungssystemen. Auswirkungen auf den N\u00e4hrstoffhaushalt von landwirtschaftlich genutzten B\u00f6den.<br \/>\nFeldversuch: Ermittlung der Auswirkungen einer Steigerung der Ausbringungsmenge von Gr\u00fcnguth\u00e4cksel auf die N\u00e4hrstoffverf\u00fcgbarkeit von N, P, K und Mg im Verlaufe eines Vegetationsjahres. Besonderes Augenmerk wird auf eine m\u00f6gliche N-Festlegung und, bei gleichzeitig differenzierter Anwendung von mineralischen N-D\u00fcngemitteln, auf einen priming-effect gelegt. Ertragsbildende und qualit\u00e4tsbestimmende Parameter verschiedener landwirtschaftlicher Kulturen sollen erfa\u00dft und bewertet werden. Der Einflu\u00df der Anwendung von Gr\u00fcnguth\u00e4cksel auf den S\u00e4ure-Basen-Haushalt des Bodens wird dokumentiert.<br \/>\nArbeitsschwerpunkt Bodenstruktur\/Bodenphysik:<br \/>\nErfassen und Bewerten von Struktureffekten i.w.S. (Bodenfruchtbarkeit) auf den Boden durch die Anwendung von Gr\u00fcnguth\u00e4cksel.<br \/>\nFeldversuch: Ermittlung der Auswirkungen einer Steigerung der Ausbringungsmenge auf den Oberfl\u00e4chenabflu\u00df, den Boden- und N\u00e4hrstoffabtrag unter erosionsf\u00f6rdernden Kulturen (Mais, Zuckerr\u00fcben) in Hanglagen. Der Einsatz eines mobilen Schwenkd\u00fcsenregners dient der Nachahmung realit\u00e4tsnaher Erosionsereignisse. Erg\u00e4nzt werden diese Untersuchungen durch Messungen der Aggregatstabilit\u00e4t und der Oberfl\u00e4chenverschl\u00e4mmung.<br \/>\nDie erosionsmindernde Wirkung des Gr\u00fcnguth\u00e4cksels soll in weiteren Feldversuchen mit der von \u00e4hnlichen Produkten wie Komposten verglichen werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>GGH ist ein strukturreicher Sekund\u00e4rrohstoffd\u00fcnger, dessen N\u00e4hrstoffgehalt langfristig in der D\u00fcngebilanz ber\u00fccksichtigt werden mu\u00df. Die Schwermetallgehalte und -frachten liegen bei einer Anwendung nach guter fachlicher Praxis weit unter den Grenzwerten bzw. -frachten des Entwurfes der BioAbfV und den Vorschl\u00e4gen der LABO\/LAGA.<br \/>\nDurch das weite C\/N-Verh\u00e4ltnis des holzreichen Materials kann es zu Beginn der Vegetationsperiode zu einer Netto-N-Immobilisierung kommen, die der von Bioabfallkompost gleichkommt. Durch eine sp\u00e4tere Netto-N-Mineralisation wird die N-Festlegung wieder ausgeglichen, so da\u00df keine Minderung der Erntemenge und -qualit\u00e4t festzustellen war.<br \/>\nGGH erh\u00f6ht bei oberfl\u00e4chiger Anwendung die Aggregatstabilit\u00e4t und den Gehalt an organischer Substanz im Boden. Die Anf\u00e4lligkeit des Bodens zur Verschl\u00e4mmung wird reduziert und durch die F\u00f6rderung der Bodenfauna werden weite und mittlere Grobporen im Boden geschaffen.<br \/>\nBei oberfl\u00e4chiger GGH-Anwendung von bereits 50 m3 FM\/ha wird ein Maximum an Erosionsschutz erreicht. Die Mulchauflage reduziert die Verschl\u00e4mmung und die Infiltrabilit\u00e4t bleibt hoch. Selbst bei langanhaltenden Starkregenereignissen kommt es zu keinen nennenswerten Oberfl\u00e4chenabfl\u00fcssen. Die Sedimentkonzentration des Abflusses wird drastisch verringert, mit dem Ergebnis deutlich niedriger Boden- und N\u00e4hrstoffabtragsraten in folge der GGH-Anwendung.<br \/>\nEine produktionsintegrierte GGH-Anwendung sieht vor, da\u00df GGH oberfl\u00e4chig in Anwendungsmengen von 50 m3 FM\/ha im Winter bei Frost auf Winterweizenbest\u00e4nden und im Fr\u00fchjahr nach der Saat zu Mais und Zuckerr\u00fcben zur Erosionsminderung und Verbesserung der Bodenstruktur ausgebracht wird. Es kommen vorrangig Ackerfl\u00e4chen mit einer hohen Erodibilit\u00e4t und labilen Bodenstruktur zur GGH-Anwendung in Betracht. F\u00fcr die laut D\u00fcngeverordnung geforderte N\u00e4hrstoffbilanz k\u00f6nnen vorhandene Analysenergebnisse von GGH aus Datenbanken verwendet werden.<br \/>\nDie Ergebnisse der GGH-Analysen dieses Projektes und die der LUFA Augustenberg (Baden W\u00fcrttemberg) flie\u00dfen in eine Datenbank ein, die vom BMU in Auftrag gegeben worden ist und zur Zeit vom KTBL erstellt wird.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden bislang in 8 Zeitschriftartikeln, 4 Diplomarbeiten (eine weitere wird z.Z. geschrieben), 1 Dissertation, 2 Vortr\u00e4gen und 5 Postern auf z.T. internationalen wissenschaftlichen Fachtagungen (zwei weitere Poster werden in diesem Jahr noch vorgestellt) sowie in einem Fernsehbericht einer breiten fachlichen und wissenschaftlichen \u00d6ffentlichkeit vorgestellt.<br \/>\nEine detaillierte \u00dcbersicht \u00fcber die Ergebnisse dieses Projektes gibt:<br \/>\nBrandt, M. (1997): Gr\u00fcnguth\u00e4cksel-Verwertung zur Vermeidung von Bodenerosion und N\u00e4hrstoffaustrag. Boden und Landschaft. Schriftenreihe zur Bodenkunde, Landeskultur und Landschafts\u00f6kologie. Band 18. Gie\u00dfen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die landwirtschaftliche Direktverwertung von GGH erf\u00fcllt in bezug auf die untersuchten Eigenschaften die gesetzlichen Anforderungen und wird den Belangen des Bodenschutzes und Umweltschutzes gerecht. Den entsorgungspflichtigen K\u00f6rperschaften ist mit der GGH-Verwertung eine kosteng\u00fcnstige Verwertung von unbelastetem Gr\u00fcnschnitt und Parkabf\u00e4llen gegeben.<br \/>\nEs w\u00e4re w\u00fcnschenswert, da\u00df zum Schutz der B\u00f6den die Bereitschaft zur Direktverwertung von Gr\u00fcnguth\u00e4cksel in der Landwirtschaft durch die Ergebnisse dieser Arbeit w\u00fcchse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Den Belangen des Ressourcenschutzes und der Abfallvermeidung durch das Schlie\u00dfen von N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufen scheint ein Verfahren gerecht zu werden, bei dem pflanzliches Gr\u00fcngut (Strauchschnitt) als Gr\u00fcnguth\u00e4cksel direkt auf landwirtschaftlich genutzte B\u00f6den ausgebracht wird. 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