{"id":19658,"date":"2024-11-27T10:34:17","date_gmt":"2024-11-27T09:34:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11824-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:21","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:21","slug":"11824-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11824-01\/","title":{"rendered":"Einsatz von l\u00f6slichen Huminstoffen als L\u00f6sungsvermittler bei der In-situ-Sanierung von PAK- und l\u00e4ngerkettigen Mineral\u00f6lkohlenwasserstoff-Schadensf\u00e4llen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In-situ-Sanierungstechniken zur Reinigung von B\u00f6den, die mit schwerl\u00f6slichen Verbindungen (z. B. Mineral\u00f6lkohlenwasserstoffen, h\u00f6herkernige PAKs) kontaminiert sind, bed\u00fcrfen des Einsatzes von L\u00f6sungsvermittlern. Bisher werden vorwiegend synthetische Tenside eingesetzt, die jedoch eine Reihe von Nachteilen aufweisen. Ziel des Vorhabens ist es, die Eignung von Huminstoffen als L\u00f6sungsvermittler in der In-situ-Sanierung aufzuzeigen und ihre Effektivit\u00e4t und Praktikabilit\u00e4t im Vergleich mit herk\u00f6mmlichen Tensiden darzustellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Projekt werden die l\u00f6slichkeitsvermittelnden Eigenschaften und die Eignung der Sp\u00fcll\u00f6sung f\u00fcr eine In-situ-Sanierung mit den folgenden Eluenten vergleichend untersucht:<br \/>\n\u00b7\teinem Tensid (Tween 80)<br \/>\n\u00b7\tCoffeinl\u00f6sung<br \/>\n\u00b7\tnat\u00fcrlichen Huminstoffen (verschiedene Ausgangsmaterialien zur Gewinnung der Huminstoffe und Konzentrationen der Huminstoffe in den Sp\u00fcll\u00f6sungen)<br \/>\n\u00b7\tsynthetische humins\u00e4ure\u00e4hnliche Polymere.<br \/>\nDie Versuchsdurchf\u00fchrung erfolgt im Labor mit erweiterten S\u00e4ulenversuchen gem\u00e4\u00df DECHEMA-Leitfaden Labormethoden zur Beurteilung der biologischen Bodensanierung.<br \/>\nDie Untersuchungen werden an drei original kontaminierten B\u00f6den (PAK, MKW) durchgef\u00fchrt. Die Bewertung der Ergebnisse der verschiedenen Modellans\u00e4tze erfolgt nach den folgenden Kriterien:<br \/>\n\u00b7\tGesamtschadstoffelimination<br \/>\n\u00b7\tSchadstoffelimination differenziert nach Auswaschung und Abbau<br \/>\n\u00b7\tRestgehalt an L\u00f6sungsvermittler im Boden<br \/>\n\u00b7\tVer\u00e4nderung der Durchl\u00e4ssigkeit des Bodens; Bildung von mikrobieller Biomasse<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Wie erwartet wurden die h\u00f6chsten Sanierungserfolge sowohl bei den PAK-B\u00f6den als auch dem MKW-Boden mit dem Tensid erzielt. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Austr\u00e4ge mit dem Eluat als auch hinsichtlich der Gesamtelimination. Mit dem Tensid vergleichbare Ergebnisse wurden f\u00fcr die PAK-kontaminierten B\u00f6den auch mit Coffein-L\u00f6sung erhalten. Bei dem MKW-Boden zeigte Coffein jedoch praktisch keine positive Wirkung.<br \/>\nDie Ergebnisse zeigen, dass DOM-Elutionsl\u00f6sungen sowohl f\u00fcr MKW (Eliminierung bis zu 34 %) als auch f\u00fcr PAK-Schadensf\u00e4lle (Eliminierung bis zu 31 % bezogen auf Summe EPA-PAK) eine Alternative zu Tensidl\u00f6sungen darstellen. Zu ber\u00fccksichtigen ist, dass DOM-L\u00f6sungen billig aus nat\u00fcrlichen Rohstoffen wie Komposte herzustellen sind und w\u00e4hrend der Sanierungssimulation weder ein Verstopfen der S\u00e4ulen noch eine signifikante Anreicherung der Huminstoffe (gemessen als TOC) auf den B\u00f6den zu verzeichnen war. Die Tensidl\u00f6sung f\u00fchrte hingegen durch starkes Bakterienwachstum zum Verstopfen der S\u00e4ule w\u00e4hrend der Versuchszeit.<br \/>\nDer Vergleich der DOM-L\u00f6sungen ergibt folgende Aussagen:<br \/>\n\u00b7\tDOC I-L\u00f6sung zeigt eine signifikant h\u00f6here Auswaschung \u00fcber das Eluat als die DOC II-L\u00f6sung. Mit der DOC I-L\u00f6sung (250 mg\/l) werden bei Boden PAK II 3,2 % der Ausgangsmenge an PAKs w\u00e4hrend der Versuchszeit ausgewaschen.<br \/>\n\u00b7\tInsgesamt ist die Eliminierung der PAKs aus dem PAK II-Boden \u00fcber dem Versuchszeitraum mit beiden DOC-L\u00f6sungen vergleichbar, bei der DOC I-L\u00f6sung wird die h\u00f6chste Eliminierung bei 50 mg\/l erreicht, w\u00e4hrend bei der DOC II-L\u00f6sung die besten Ergebnisse mit 250 mg\/l DOC erhalten werden.<br \/>\n\u00b7\tBei dem MKW-Boden erfolgte wiederum mit der DOC I-L\u00f6sung eine h\u00f6here Auswaschung als mit der DOC II-L\u00f6sung.<br \/>\nDie Eliminierung der MKW aus dem Boden w\u00e4hrend der Sanierungssimulation war jedoch bei der DOC II-L\u00f6sung bedingt durch einen stimulierten Abbau signifikant h\u00f6her als bei der DOC I-L\u00f6sung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Erste Ergebnisse wurden auf dem ConSoil 98 in Edinburgh vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Modelluntersuchungen belegen, dass DOM-L\u00f6sungen f\u00fcr den Einsatz in der In-situ-Sanierung von PAK- und MKW-kontaminierten B\u00f6den geeignet sind und zu deutlichen Sanierungserfolgen f\u00fchren. Als Vorteile sollte hervorgehoben werden, dass DOM-L\u00f6sungen leicht und preiswert aus nat\u00fcrlichen Rohstoffen zu gewinnen sind und dass sie keine unerw\u00fcnschten Effekte wie Verstopfen der S\u00e4ulen oder hohe Sorption am Bodenk\u00f6rper zeigten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In-situ-Sanierungstechniken zur Reinigung von B\u00f6den, die mit schwerl\u00f6slichen Verbindungen (z. B. Mineral\u00f6lkohlenwasserstoffen, h\u00f6herkernige PAKs) kontaminiert sind, bed\u00fcrfen des Einsatzes von L\u00f6sungsvermittlern. Bisher werden vorwiegend synthetische Tenside eingesetzt, die jedoch eine Reihe von Nachteilen aufweisen. 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