{"id":19650,"date":"2023-07-13T15:11:33","date_gmt":"2023-07-13T13:11:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/06590-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:33","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:33","slug":"06590-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/06590-01\/","title":{"rendered":"Untersuchungen zum Einsatz der mechanisch-biologischen Restm\u00fcllvorbehandlung am Beispiel des Abfallzweckverbandes Anhalt-Mitte"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Vorhabens war zu pr\u00fcfen, zu unterscheiden, ob M\u00f6glichkeiten bestehen, Teilfraktionen des Restm\u00fclls durch biologische Behandlung zu inertisieren. Da \u00fcber die Zusammensetzung der einzelnen Kornklassen des Restm\u00fclls kaum Angaben aus der Literatur, insbesondere f\u00fcr Fein- u. Mittelm\u00fcll, zu entnehmen waren, mussten diese Daten f\u00fcr konkrete Gebiete erst noch ermittelt werden. Danach k\u00f6nnte \u00fcber die Zuordnung zu den m\u00f6glichen Entsorgungswegen entschieden werden. Da nach gegenw\u00e4rtigem Erkenntnisstand die mechanisch-biologische Restm\u00fcllbehandlung in der Regel kosteng\u00fcnstigere Entsorgung gew\u00e4hrleistet als die thermische, sind die Untersuchungen der konkreten Verh\u00e4ltnisse im Bereich des AZV Anhalt-Mitte f\u00fcr die perspektivische Abfallwirtschaft auf diesem Gebiet von besonderem Interesse.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Literaturrecherche, 2. Aufarbeitung\/Auswertung bereits erhabener Daten, um Modellterritorien f\u00fcr die Themenbearbeitung festlegen zu k\u00f6nnen, 3. Durchf\u00fchrung von Siebanalysen zur Abtrennung der Fein- u. Mittelm\u00fcllfraktionen auf Grundlage repr\u00e4sentativer Proben der Modellgebiete, 4. Bestimmung der charakterist. Parameter der klassierten Fein- u. Mittelm\u00fcllfraktionen > 40 mm, 25-20 mm, 8-25 mm und < 8 mm (insbes. Gl\u00fchverlust, TOC, Feuchtegehalt, Heizwert), 5. Experimentelle Untersuchungen zum Abbau der organischen Substanz der Fein- u. Mittelm\u00fcllfraktion sowie der unter 4. aufgef\u00fchrten Teilfraktionen durch aerobe biologische Behandlung im Technikumsma\u00dfstab mit Versuchskompostern von 6-120 l, hier erfolgte eine Erweiterung auf Komposter mit 280 l, in Erweiterung der Aufgabenstellung erfolgte die Nachklassierung der in den 280 l Kompostern biol. behandelten Teilfraktionen in einer Laborsiebanlage in Fraktionen 11,2-25 mm, 9-11,2 mm, 7-9 mm, 5-7 mm und < 5 mm, anschlie\u00dfend wurden die wesentlichen charakterist. Parameter bestimmt, in einem Stromsortierer wurden die Fraktionen in Leicht- u. Schwerfraktion getrennt und ebenfalls die wesentl. charakterist. Parameter bestimmt. Zus\u00e4tzlich wurden Lysimeteranlagen aufgebaut, um den Inertisierungsserfolg der biologisch behandelten Teilfraktionen unter deponie\u00e4hnlichen Bedingungen \u00fcberpr\u00fcfen zu k\u00f6nnen. 6. Auswertung der experimentellen Ergebnisse zu 3. bis 5.\n\n\nErgebnisse und Diskussion\n\nIm Bereich des Abfallzweckverbandes Anhalt-Mitte wurden Untersuchungen \u00fcber den Anteil und die Zusammensetzung der Fein- u. Mittelm\u00fcllfraktionen des Restm\u00fclls in Gebieten mit unterschiedlicher Siedlungsstruktur durchgef\u00fchrt und zwar f\u00fcr ein st\u00e4dtisches Gebiet mit verdichteter Bebauung, f\u00fcr st\u00e4dtisches Gebiet mit lockerer Bebauung und f\u00fcr ein Gebiet mit l\u00e4ndlicher Bebauung. Zu diesem Zweck wurde in allen 4 Jahreszeiten f\u00fcr jedes Gebiet jeweils der Inhalt eines M\u00fcllfahrzeuges klassiert mittels Trommelsiebmaschine mit Siebdurchmesser 1450 mm und Trommell\u00e4nge von 3000 m. Insgesamt wurden 83,3 t Resthausm\u00fcll klassiert, untersucht und behandelt. Es ergaben sich folgende Ergebnisse: \n1. Die Fein- u. Mittelm\u00fcllfraktionen, also die Gesamtfraktion < 40 mm hatten im Jahresdurchschnitt einen Anteil von 66 Ma% des gesamten Resthausm\u00fclls in den untersuchten Modellsammelgebieten.\n2. Der Gl\u00fchverlust dieser Fein- u. Mittelm\u00fcllfraktionen lag im Mittel bei 23,2 Ma% der TS, der Feuchtegehalt bei 24,7 Ma%. Durch eine blo\u00dfe Siebklassierung wurden aus den Fein- u. Mittelm\u00fcllfraktionen keine Kornfraktionen separiert, deren Gl\u00fchverlust unter 5 Ma% TS lag.\n3. Durch eine aerobe biologische Behandlung in 6 l- und 280 l-Kompostern konnte eine Reduzierung des Gl\u00fchverlustes nachgewiesen werden. In den 6 l-Kompostern erfolgte die Behandlung 4 Wochen. Die gr\u00f6\u00dfte Gl\u00fchverlustreduzierung ergab sich f\u00fcr die Kornfraktion < 8 mm von 18,8 Ma% der TS auf 16,65 Ma% der TS. F\u00fcr die Fraktion 8-25 mm konnte durch eine 4-w\u00f6chige Behandlung in 6 l-Kompostern der Gl\u00fchverlust im Durchschnitt von 23,25 Ma% der TS auf 18,77 Ma% der TS und durch eine 16-w\u00f6chige Behandlung in den 280 l-Kompostern von 23,25 Ma% der TS auf 16,77 Ma% der TS reduziert werden. \n4. Nach biologischer Behandlung war der Restm\u00fcll problemlos sortierbar und klassierbar. Die 16 Wochen in den 280 l-Kompostern biologisch behandelte Fraktion 8-25 mm wurde nachklassiert. \u00dcberraschend wurde gefunden, dass der mittlere Gl\u00fchverlust der Fraktion 11,2-25 mm mit 13,48 Ma% der TS am niedrigsten und der der Fraktion < 5 mm mit 17,83 Ma% der TS am h\u00f6chsten lag. Eine Sortierung im Luftstrom ergab eine Leichtfraktion mit einem Gl\u00fchverlust von 21,69 Ma% der TS und eine Schwerfraktion mit 12,47 Ma% der TS. \n5. Generell wurde nachgewiesen, dass biologisch behandelter Resthausm\u00fcll bei der Siebklassierung und Stromsortierung technologisch besser handhabbar ist als unbehandelter. \n6. Auch durch eine Kombination von mehreren mechanischen und biologischen Behandlungsschritten konnte der Gl\u00fchverlust nicht soweit reduziert werden, wie es in der TASI f\u00fcr die Zuordnung zu Deponieklassen mit mindestens \u00a3 5 Ma% der TS gefordert wird. \n7. Durch Lysimeteruntersuchungen wurde nachgewiesen, dass es durch die biologische Behandlung, obwohl der durch die TASI geforderte Gl\u00fchverlust nicht erreicht wurde, trotzdem zu einer weitestgehenden Inertisierung des Resthausm\u00fclls kommt. Die organische Sickerwasserbelastung sank nach der 16-w\u00f6chigen biologischen Behandlung bis auf 1\/10.\n\n\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation\n\nPr\u00e4sentationstermine in der Verbandsversammlung am 29.10.1996 und 20.05.1997\n\n\nFazit\n\nMit der mechanisch-biologischen Vorbehandlung sind im Gebiet des AZV Anhalt-Mitte die Grenzwerte der TASI f\u00fcr die Fraktionen < 40 mm nicht erreichbar. Die Ergebnisse wurden in die abfallwirtschaftliche Konzeption des Zweckverbandes einbezogen und waren ein entscheidender Baustein bei der Festlegung der Art der Vorbehandlung des Restm\u00fclls.\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens war zu pr\u00fcfen, zu unterscheiden, ob M\u00f6glichkeiten bestehen, Teilfraktionen des Restm\u00fclls durch biologische Behandlung zu inertisieren. 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