{"id":19639,"date":"2023-07-13T15:09:05","date_gmt":"2023-07-13T13:09:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/02895-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:07","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:07","slug":"02895-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/02895-01\/","title":{"rendered":"Erforschung der Ursachen des beschleunigten Zerfalls und zur sachgerechten Konservierung von Kulturdenkm\u00e4lern auf Berliner J\u00fcdischen Friedh\u00f6fen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Zielsetzung des Vorhabens war die beispielhafte integrierte Untersuchung (geologisch, mikrobiologisch und molekularbiologisch) mikrobiell befallener Grabm\u00e4ler auf j\u00fcdischen Friedh\u00f6fen in Berlin sowie deren Restaurierung unter naturwissenschaftlicher Begleitung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\tKartierung der Gesteine und Gesteinstypen Identifizierung der Sch\u00e4den (BGR)<br \/>\n2.\tErstellung einer Kenn- und Bilddatei (BGR)<br \/>\n3.\tDokumentation mit Hilfe einer Work-Station und eines PC-Archivs sowie Kontrolle der erfolgten Arbeiten \u00fcber das Archivmaterial (BGR)<br \/>\n4.\tRespirationsmessungen durch die zerst\u00f6rungsfreie Respirationsglockenmethode (CBM und Bornim)<br \/>\n5.\tPlanaform-Abdruckverfahren (BM und Biogema)<br \/>\n6.\tIsolierung von Mikroorganismen an ausgew\u00e4hlten Proben (ICBM)<br \/>\n7.\tIsolierung von DNA aus den Reinkulturen und Entwicklung eines DGGE-Verfahrens f\u00fcr die Kontrolle des Bewuchses nach Biozidbehandlung.<br \/>\n8.\tAuswahl und Erprobung von Bioziden an den Gesteinen der Grabm\u00e4ler (Biogema und ICBM)<br \/>\n9.\tDokumentation der biogenen Sch\u00e4den und des Befalls durch Planaform-REM-Analysen (Biogema resp. MPA Bremen)<br \/>\n10.\tKartierung und Restaurierung der ausgew\u00e4hlten drei Denkm\u00e4ler durch  das Restauratorenteam Breitenfeld und Kriesten.<br \/>\n11.\t\u00dcberpr\u00fcfung der Biozidbehandlung (ICBM)<br \/>\n12.\t\u00dcberpr\u00fcfung der Restaurierung (BGR)<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im ersten Arbeitsjahr wurden die Arbeiten und Untersuchungen an den ausgew\u00e4hlten Gr\u00e4bern und an zugeh\u00f6rigen Begleitkomplexen entsprechend dem Arbeitsplan und Forschungsprogramms duchgef\u00fchrt. Hierzu geh\u00f6rten die Aufnahme der Denkm\u00e4ler in Form einer detaillierten Kartierung der Schadensmerk-male nach restauratorischen Gesichtspunkten sowie die Charakterisierung der wichtigsten vorkommenden Gesteine, eine Bestandsaufnahme der mikrobiellen Aktivit\u00e4t am Grabmal mit Hilfe der zerst\u00f6rungsfreien Respirationstechniken und eines zerst\u00f6rungsfreien Abformverfahrens. In einer zweiten Arbeitsphase der Mikrobiologen im Gel\u00e4nde wurden die Respirationsmessungen abgesichert; es wurde dar\u00fcber hinaus eine Fehlerkorrektur der Respirationsmessungen f\u00fcr Gesteinstyp und spezifische Diffusionswerte durch das Gestein vorgenommen. Es wurden Versuche zur Tiefenbesiedlung von Marmor an Ausbauteilen des Parks von Sans-Souci vorgenommen, da an den Grabm\u00e4lern eine Tiefenbeprobung zun\u00e4chst nicht sinnvoll erschien, obschon die S\u00e4ulen am Grabmal Rosalie Ernst in Weissensee ebenfalls tiefgr\u00fcndig verwittert sind. Mit weiterer finanzieller Hilfe des Senats von Berlin wurde das Grabmal Rosalie Ernst von der Firma Ochsenfarth restauriert. Die \u00fcberwiegend vorkommende Gruppe der schwarzen Hefen wurde neu beschrieben und charakterisiert. DNA-Extrakte aus den gewonnenen Pilz- und Bakterienkulturen und die Pr\u00fcfung von Bioziden mit Hilfe der isolierten Mikroorganismen wurde abgeschlossen. Insgesamt ergaben sich Hinweise auf drastische Unterschiede des mikrobiellen Befalls aller drei Friedh\u00f6fe (zwei in Berlin, einer in Hannover). Dieser lie\u00df sich eindeutig auf die unterschiedlichen Gesteinsarten und weniger auf kleinere klimatische Schwankungen zur\u00fcckf\u00fchren (siehe Abschlu\u00dfbericht und Ver\u00f6ffentlichungen). Alle drei ausgew\u00e4hlten Grabm\u00e4ler wurden restauriert und der Restaurierungserfolg wurde soweit m\u00f6glich \u00fcberpr\u00fcft. Im Gesamtrahmen des Projekts wurden ebenfalls Ver\u00f6ffentlichungen und Lehrpfade f\u00fcr Erkennung von Gesteinstypen in Berlin erstellt. Im Rahmen des Gesamtprojekts wurde die Zusammenarbeit zwischen Geowissenschaftlern, Biologen und Physikern an Forschungsinstituten mit Denkmalpflegern, Restauratoren in staatlichen Instituten und Beh\u00f6rden sowie mit Firmen der Denkmalpflege und Restaurierung erfolgreich erprobt und etabliert. Innerhalb des Projekts wurden zwei Diplomarbeiten, zwei Dissertationen und zwei Habilitationen sowie ein junges frei schaffendes Restauratorenteam zumindest teilweise gef\u00f6rdert. Die Carl von Ossietzky Universit\u00e4t hat insbesondere durch ihre Elektronenmikroskopie einen nennenswerten Eigenbeitrag geleistet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Gesamtprojekt  wurde im Februar 1995 der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt und von der Presse entsprechend dokumentiert. F\u00fcr den Sommer 1996 wurden 8 Poster f\u00fcr die Internationale Tagung Gesteinszerfall und Steinkonservierung in Berlin erstellt. Desgleichen wurden f\u00fcr diese Tagung vier Beitr\u00e4ge erstellt. Ein weiterer mit dem Projekt verkn\u00fcpfter Beitrag zur Besiedlung von Marmor wurde in der Zeitschrift Bauinstandsetzung Bautenschutz ver\u00f6ffentlicht. Dar\u00fcber hinaus wurden Ergebnisse auf der BIOTECHNICA in Hannover, auf einer internationalen Denkmalschutztagung in Hildesheim sowie der Denkmalpflegeta-gung in Venedig vorgestellt. Einige Bestandteile der Arbeit der Oldenburger Gruppe wurden in den Zeit-schriften Environmental Science and Technology und im Bioforum zusammenfassend dargestellt. Weitere Ergebnisse flossen in eine Ver\u00f6ffentlichung in International Biodeterioration Journal ein. Dieses und andere Projekte der Denkmalpflege fanden \u00fcber Untersuchungen an Marmoren und an gesteinssch\u00e4digenden Insekten Eingang in die Medien \u00fcber Darstellungen in den Abendnachrichten des ZDF und Features des Bremer Fernsehens und der Deutschen Welle.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Fazit der Untersuchungen ist ein bedenklicher Fortschritt im Zerfall der Information zur J\u00fcdischen Kultur auf den Berliner J\u00fcdischen Friedh\u00f6fen. Die Geschwindigkeit des Zerfalls ist umweltabh\u00e4ngig, vor allem aber biologisch beschleunigt. Mittel zur Verlangsamung des Zerfalls und zur Behebung von Sch\u00e4den so-wie zur Dokumentation der Ma\u00dfnahmen wurden im Rahmen des Projekts erkundet und anhand der Restaurierung dreier Denkm\u00e4ler getestet. Das Ergebnis wurde \u00fcberpr\u00fcft und soll im Jahre 2002 erneut gepr\u00fcft werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Zielsetzung des Vorhabens war die beispielhafte integrierte Untersuchung (geologisch, mikrobiologisch und molekularbiologisch) mikrobiell befallener Grabm\u00e4ler auf j\u00fcdischen Friedh\u00f6fen in Berlin sowie deren Restaurierung unter naturwissenschaftlicher Begleitung. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Kartierung der Gesteine und Gesteinstypen Identifizierung der Sch\u00e4den (BGR) 2. 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