{"id":19633,"date":"2023-07-13T15:10:36","date_gmt":"2023-07-13T13:10:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05147-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:36","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:36","slug":"05147-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05147-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines automatischen On-line-Verfahrens zur Deponie-Einbau-\u00dcberwachung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes war die Entwicklung eines deponietauglichen Me\u00dfsystems, mit dem die r\u00e4umliche Aufzeichnung der kontinuierlich ansteigenden Deponieh\u00f6hen durch den fortlaufenden Abfalleinbau erm\u00f6glicht wird. Das neue Verfahren sollte zur genauen Bestimmung des verf\u00fcllten Deponievolumens und des noch verf\u00fcgbaren Restvolumens eingesetzt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nWeitere Entwicklungsziele waren die folgenden: Realisierung einer Kopplung mit Daten aus der Abfallanlieferung, Erstellung eines genauen Abfallkatasters mit Bezug auf die Abfallverdichtung und -festigkeiten, Verfolgung von Setzungserscheinungen und eine Optimierung der Einbautechnik durch Kom-paktorsteuerung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Hinblick auf die Erarbeitung eines Ablagerungskatasters wurde eine Global-Positioning-System (GPS) -gest\u00fctzte Koordinatenerfassung der Anlieferung auf dem Einbaufeld erarbeitet und diese Positionsdaten mit der vorhandenen Anlieferdatenbank sowie mit einer 3D-Darstellung der r\u00e4umlichen Verteilung der ausgew\u00e4hlten Abfallart verkn\u00fcpft.<br \/>\nZur Erfassung des aktuellen Deponievolumens wurden die Fl\u00e4chenprofile aus den Fahrspuren des Kompaktors gewonnen, der das Gel\u00e4nde im normalen Einbaubetrieb kontinuierlich und vollst\u00e4ndig abscannt. Die permanente Positionserfassung des Fahrzeuges ergab ein sich stetig aktualisierendes Bild von der Deponieoberfl\u00e4che. Im Rahmen der Entwicklung, Erprobung und Anpassung eines Me\u00dfsystems zur dynamischen Positionserfassung des Kompaktors lie\u00df sich nach Funk\u00fcbermittlung der aktuellen Ortskoordi-naten des Kompaktors und Echtzeitausgabe auf dem Display f\u00fcr die Online-Einbausteuerung die erreichte Verdichtung von den H\u00f6henwerten ableiten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Projekt liegt der ausf\u00fchrliche Bericht von Juni 1999 vor.<br \/>\nDie f\u00fcr das Ablagerungskataster und f\u00fcr die Messung der Ablagerungs-Koordinaten der An-lieferung entwickelte \u0082low-cost-GPS-Datenloggerl\u00f6sung, die sich \u00fcber ein Jahr hinweg im tagt\u00e4glichen Einsatz auf dem Kompaktor der Deponie Bornum bew\u00e4hrte, eignet sich f\u00fcr Katasteranwendungen, die den Verbleib von Anlieferungen durch x-y-Koordinaten mit Messunsicherheiten zwischen 1 und 3 m erfassen. Sie ist in Form eines Datenloggers f\u00fcr den Deponieeinweiser einsetzbar. Die interne Elektronik erlaubt den Anschlu\u00df \u00fcblicher Eingabeger\u00e4te, so da\u00df die jeweilige Lagekoordinate zur Anlieferung vor Ort beispielsweise durch die Autonummer oder durch den Barcode der Anliefererkl\u00e4rung erg\u00e4nzt werden kann. Auf diese Weise ist ein eindeutiger Abgleich mit der Anlieferdatenbank der Deponie gew\u00e4hrleistet. H\u00f6henkoordinaten, die bedingt durch den low-cost-Empf\u00e4nger Unsicherheiten bis zu 8 m aufweisen k\u00f6nnen, lassen sich f\u00fcr Katasteranwendungen nicht mehr verwerten. Es lag daher nahe, die H\u00f6henkoordinate der jeweiligen Anlieferung durch anschlie\u00dfendes \u00dcberfahren per pr\u00e4zise messendem Kompaktor zu gewinnen. (Hinweis zum Sonderfall: die Deponie Bornum arbeitet ohne Einweiser, da die Anliefererkl\u00e4rung direkt dem Kompaktorfahrer ausgeh\u00e4ndigt wird. Auf diese Weise kommt die Deponie Bornum mit einem einzigen hochpr\u00e4zisen Datenlogger aus, der die Deponie kontinuierlich geod\u00e4tisch auf den Zentimeter vermi\u00dft und gleichzeitig die Ablagerungskoordinaten f\u00fcr das Kataster mit derselben Genauigkeit registriert.)<br \/>\nDes Weiteren wurde die Deponiefl\u00e4che durch kontinuierliche Messung der fortlaufenden Kompaktorpositionen w\u00e4hrend des Einbaues mit Hilfe von zwei Me\u00dfsystem-Alternativen vollst\u00e4ndig beschrieben:<br \/>\n&#8211; patentiertes CCD-gest\u00fctztes Autotheodolitensystem nach photogrammetrischem Ansatz;<br \/>\n&#8211; hochpr\u00e4zises GPS-Vermessungssystem, bestehend aus Rover- und Basisstation.<br \/>\nWahlweise ist das sogenannte \u0082postprocessing oder zur Einbausteuerung die Echtzeit-Daten\u00fcbermittlung an den Kompaktorfahrer im Fahrerhaus m\u00f6glich.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus wurden Kataster- und Vermessungsdaten in das Deponieinformationssystem, bestehend aus ORACLE-Datenbank und CAD-3D-Software (beides auf Basis des Windows-NT-Betriebssystems) eingearbeitet. Die Fernwartung der Rohdaten wurde problemlos via ISDN bewerkstelligt, die 3D-Oberfl\u00e4chen-Koordinaten wurden vermascht dargestellt, so dass die Volumenberechnung zu den historischen Oberfl\u00e4chen erfolgen konnte. Durch das Einpflegen der Daten aus der deponieeigenen Anlieferer-Datenbank lie\u00dfen sich die eingebrachten Tonnagen mit den Einbauvolumina ins Verh\u00e4ltnis setzen und auf diese Weise die Einbaudichten bestimmen. Zielgerichtete Datenbankanfragen mittels frei verkn\u00fcpfbarer Merkmale sind m\u00f6glich.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kontaktadresse:<br \/>\nIngenieurb\u00fcro Wente \/ Thiedig, Bienroder Weg 53, 38108 Braunschweig, Ansprechpartner: Herr Wente, Tel. 0531\/2351-351, Fax -359;<br \/>\nTechnische Universit\u00e4t Braunschweig, Leichtweiss-Institut f\u00fcr Wasserbau, Beethovenstra\u00dfe 51 a; Braunschweig, Ansprechpartner: Herr Professor Collins, Tel. 0531\/391-3960, Fax -4584;<br \/>\nInternetauftritt: www.geo-trac.de mit einer ausf\u00fchrlichen Beschreibung und Darstellung der Verfahren, Produkte und Dienstleistungen<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Ergebnis des Projektes steht das automatische Vermessungssystem \u0082Geo-Trac, das folgende Funktionen bietet: eine kontinuierliche Erfassung des Deponiereliefs, die Bestimmung von Einbauvolumina und -dichten sowie ein r\u00e4umliches Kataster der abgelagerten Abfallarten. Das System liefert auf diese Weise wichtige Basisdaten zur Optimierung der Einbautechnik, zur Intensivierung der Nutzung vorhandenen Deponieraumes und Erkennung von Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten.<br \/>\nMit der M\u00f6glichkeit, beliebige Gel\u00e4ndeoberfl\u00e4chen mittels Geo-Trac durch einfache Kompaktor\u00fcberfahrten zu vermessen und daraus Einbauvolumen und Einbaudichten zu bestimmen, kann das B\u00fcro Wente\/ Thiedig dar\u00fcber hinaus den Deponiebetreibern eine Unterst\u00fctzung bei Einbauuntersuchungen anbieten, wie sie zur Bewertung von Abfallvorbehandlungsverfahren erfolgreich hinzugezogen werden. F\u00fcr die Deponiebetreiber ist das System, obwohl es \u00fcber die Anforderungen der Technischen Anleitungen TA Ab-fall und TA Siedlungsabfall hinausgeht, von gro\u00dfem Interesse, weil es den Nachweis eines ordnungsgem\u00e4\u00dfen Deponiebetriebes erleichtert.<br \/>\nInsgesamt wurde das Vorhaben erfolgreich abgeschlossen. Die lange Projektlaufzeit von \u00fcber vier Jahren zeigt aber auch, dass kleine Unternehmen oft nicht die finanziellen und personellen Freiheiten besitzen, Neuentwicklungen schnell zu forcieren, sondern dass sich diese Unternehmen in erster Linie um die Abarbeitung von Auftr\u00e4gen im Tagesgesch\u00e4ft k\u00fcmmern m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes war die Entwicklung eines deponietauglichen Me\u00dfsystems, mit dem die r\u00e4umliche Aufzeichnung der kontinuierlich ansteigenden Deponieh\u00f6hen durch den fortlaufenden Abfalleinbau erm\u00f6glicht wird. Das neue Verfahren sollte zur genauen Bestimmung des verf\u00fcllten Deponievolumens und des noch verf\u00fcgbaren Restvolumens eingesetzt werden k\u00f6nnen. 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