{"id":19620,"date":"2024-11-27T10:34:06","date_gmt":"2024-11-27T09:34:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10228-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:09","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:09","slug":"10228-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10228-01\/","title":{"rendered":"Durchf\u00fchrung eines umweltp\u00e4dagogischen Projektes f\u00fcr Kinder mit dem Titel Umwelt und Lebenswelt. Wie Kinder gestalten und gebrauchen."},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Vermittlung des neuen &#8211; am Wuppertal Institut entwickelten &#8211; umweltpolitischen Ansatzes einer Dematerialisierung an Kinder und Jugendliche. Dieser Ansatz geht davon aus, dass eine Reduzierung der globalen Stoffstr\u00f6me notwendig ist, um einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung der Umweltbelastung zu liefern. Ein praktikables Ma\u00df zur Absch\u00e4tzung der Umweltbelastungspotentiale ist MIPS (Material-Intensit\u00e4t pro Serviceeinheit). Ziel ist es, auf Basis des Dematerialisierungskonzeptes geeigneten Handlungsstrategien im Sinne einer zukunftsf\u00e4higen Entwicklung n\u00e4her zu kommen. Dazu wurden verschiedene p\u00e4dagogische Umsetzungsm\u00f6glichkeiten entwickelt, die zu einer altersgerechten Handlungsorientierung im Sinne einer zukunftsf\u00e4higen Entwicklung f\u00fchren sollen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Forschungsaufgabe besteht aus zwei Ebenen: \u00dcbergeordnetes Ziel ist die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen in ihrem Umweltbewusstsein. Dieses \u00fcbergeordnete Ziel wird getragen von den folgenden Bausteinen: Das \u00f6kologische Einkaufsspiel, das Figurentheaterst\u00fcck, das Computerspiel, der MIPS-Test f\u00fcr Jugendliche. Um die Projektideen an den im Alltag mit Kindern und Jugendlichen t\u00e4tigen Personenkreis (LehrerInnen, Eltern, SozialarbeiterInnen) zu vermitteln, wird eine Grundlagenbrosch\u00fcre entwickelt. Die einzelnen Bausteine des Projektes sind so konzipiert, dass sie eigenst\u00e4ndig \u00fcber den Rahmen des Projektes weitergef\u00fchrt und schnell den neusten Entwicklungen angepasst werden k\u00f6nnen. Gegenstand umweltp\u00e4dagogischer Begleitforschung in dem Projekt ist nicht nur die grunds\u00e4tzliche Einbindung der Projektbausteine in umweltp\u00e4dagogische Konzeptionen, sondern auch die ziel- und altersgruppenspezifische Differenzierung der Lernm\u00f6glichkeiten mit diesen p\u00e4dagogischen MIPS-Bausteinen. Bei der umweltp\u00e4dagogischen Begleitung und Evaluierung des Projektes w\u00e4re nicht nur eine didaktische Differenzierung zwischen den Bausteinen systematisch f\u00fcr deren p\u00e4dagogische Fruchtbarkeit zu beachten, sondern auch eine bausteininterne didaktische Differenzierung je nach Altersgruppe und sozial-\u00f6kologischer Situierung der Kinder und Jugendlichen. Des weiteren w\u00e4ren f\u00fcr den Lern- respektiven Bildungserfolg innerhalb der Bausteine die Ankn\u00fcpfungspunkte ihrer Lern- und Aktionsinhalte an das Alltags- bzw. Umweltbewusstsein der Kinder zu beachten, um den (potentiellen) Erfolg der Spiele als Bei-trag zur Umweltbildung auch von vornherein richtig einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Der Einsatz und die m\u00f6gliche Modifikation der Bausteine w\u00e4ren nicht nur an ihrer p\u00e4dagogischen Praktikabilit\u00e4t, sondern auch an die-sem Ankn\u00fcpfungskriterium zu messen. Curricular und didaktisch ist auf eine Vernetzung der Bausteine zu achten, die sowohl eine altersaufsteigende Problematisierung und Auff\u00e4cherung des MIPS-Konzeptes zul\u00e4sst, als auch in didaktischer Differenzierung den Problemzusammenhang auf unterschiedliche Weise zug\u00e4nglich macht. Ein Methodenmix ist in den Bausteinen schon angelegt, der didaktisch konstruktiv fortzuf\u00fchren ist. Das Projekt ist f\u00fcr eine Zeit von 24 Monaten konzipiert. in der ersten Phase (Januar bis Juni 1998) werden erste Entw\u00fcrfe von einzelnen Projektbausteinen entwickelt. in der zweiten Projektphase (Juli 1998 bis Februar 1999) werden die Ergebnisse getestet und nachgearbeitet und in der dritten Phase (M\u00e4rz 1999 bis Dezember 1999) werden die Entw\u00fcrfe praktisch angewandt und die Ergebnisse interpretiert. Zum Projektabschluss ist eine Buchver\u00f6ffentlichung der Endergebnisse vorgesehen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projektteam hat verschiedene Spiel- und Lehrbausteine entwickelt, die auf eine Altersgruppe in Medium, Methode und Inhalt jeweils besonders zugeschnitten sind.<br \/>\n(1) Das Figurentheaterst\u00fcck Pfl\u00fcckt man Jeans von B\u00e4umen? (ab 5 Jahre, gut geeignet als Theater-st\u00fcck auch f\u00fcr ganze Familien): Kindern in Kindergarten und Grundschule vermittelt das St\u00fcck auf witzige und spannende Weise den Inhalt des \u00f6kologischen Rucksacks einer Jeanshose. In anschlie\u00dfenden Spielaktionen finden die Kinder Wege, den Naturverbrauch f\u00fcr  ihre allt\u00e4glichen Bed\u00fcrfnisse klein zu halten.<br \/>\nDie ErzieherInnen wurden in einer vorangehenden Fortbildung (ein Tag) mit dem MIPS-Konzept sowie seiner p\u00e4dagogischen Umsetzung vertraut gemacht. Das Figurentheaterst\u00fcck wurde 22 mal aufgef\u00fchrt und evaluiert. Das Theaterst\u00fcck wird von einer professionellen Theatergruppe ab Herbst 2000 auf dem Markt angeboten, steht aber schon jetzt als Videodokumentation zur Verf\u00fcgung. (2) Die Spielaktion Sarahs Welt (9-12 Jahre): W\u00e4hrend der ca. vierst\u00fcndigen Spielaktion werden \u00f6kologische Rucks\u00e4cke unterschiedlicher Produkte aktiv erlebt und Strategien zu ihrer Minimierung entdeckt. Arbeitsbl\u00e4tter f\u00fcr die Kinder und eine Anleitung f\u00fcr den Lehrer geben Anreize, das Thema wiederholt aufzugreifen und in der Alltagspraxis umzusetzen. Das Wuppertal Institut bildete in eint\u00e4gigen Workshops die Multiplikatoren f\u00fcr Sarahs Welt aus und gab ihnen Materialien f\u00fcr die Spielaktion an die Hand. Die Spielaktion wurde 24mal durchgef\u00fchrt und ausgewertet. Das Arbeitsheft zum Spiel wird ver\u00f6ffentlicht (voraussichtlich bei dem Verlag an der Ruhr im Herbst 2000). Das Spiel wurde in Programmangebot der Verbraucherzentrale NRW und des Kinderlabors BASF (Ludwigshafen) aufgenommen. (3) Das Computerspiel auf CD-ROM Mission Zukunft (10-14 Jahre): Mission Zukunft ist als ein interaktives Abenteuerspiel konzipiert, bei dem Wissen \u00fcber \u00f6kologische Rucks\u00e4cke und \u00f6kologisch orientierte Konsumoptionen vermittelt wird. Wegen zu geringer Budgetierung konnte von diesem Spiel nur eine Demo-Version entwickelt werden. Das Team hofft, damit einen Hersteller f\u00fcr die Fertigstellung des Spiels zu gewinnen. (4) Der MIPS-Test Bist Du fit f\u00fcr den 21. Jahrhundert?: ein Cleverness-Parcours (12 bis 16 Jahre): Der MIPS-Test vermittelt die sieben MIPS-Tipps f\u00fcr den Alltag in altersstufengerechter Aufmachung als Selbst-Test. Im anschlie\u00dfenden Cleverness-Parcours k\u00f6nnen die Jugendlichen herausfinden, wie MIPS im Alltag funktioniert. Der MIPS-Test kann von der Internetseite des WI (www.wupperins.org) abgerufen werden. (5) Die Grundlagenbrosch\u00fcre Mit Kindern neue Wege wagen: Eltern und P\u00e4dagogen finden im ausf\u00fchrlichen Begleitheft alle Informationen zum Projekt, zu den Spielbausteinen sowie eine Einf\u00fchrung in das MIPS-Konzept.<br \/>\nEine besondere Herausforderung bei der praktischen Umsetzung des MIPS-Konzeptes besteht darin, dass das MIPS-Denken quer zu manchen der gewohnten \u00f6kologischen Orientierungen liegt. Diese beziehen sich h\u00e4ufig auf die Wahl des \u00f6kologisch korrekten Produkts. MIPS macht einerseits auf die prinzipiellen Schwierigkeiten aufmerksam, \u00f6kologische Vertr\u00e4glichkeit \u00fcberhaupt treffsicher zu bestimmen, zum anderen zielt MIPS viel mehr auf Alternativen zum Kauf von Produkten. Mit dieser Herangehensweise haben einige Lehrer und Erzieher Probleme; es hat sich daher bew\u00e4hrt, Fortbildung f\u00fcr Multiplikatoren anzubieten.<br \/>\nDiese Fortbildungen, die sich sowohl auf das Figurentheaterst\u00fcck als auch auf die Spielaktion Sarahs Welt beziehen, haben sich zu einem neuen eigenst\u00e4ndigen Projektbaustein entwickelt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt MIPS F\u00dcR KIDS genoss &#8211; als das erste gro\u00dfe Umweltbildungsprojekt des Wuppertal Instituts &#8211; gro\u00dfe Medienaufmerksamkeit. Der Pressespiegel des Projektes beinhaltet ca. 30 Presseberichte, von \u00d6KOP\u00c4D-News, \u00fcber Psychologie heute bis Tageszeitungen, wie Frankfurter Rundschau oder Rheinische Post. Auch im Radio wurden mehrere Berichte und Interviews zu MIPS f\u00fcr KIDS gesendet. Das Projekt wurde auf Fachtagungen und Messen pr\u00e4sentiert. Das Echo der Internetpr\u00e4sentation waren ca. 3000 Anfragen nach Projektunterlagen (aus Deutschland und dem Ausland). An den Projektworkshops und anderen Projektveranstaltungen haben ca. 250 P\u00e4dagogen und Erzieher teilgenommen. Der gr\u00f6\u00dfte Erfolg war diesbez\u00fcglich die Abschlusstagung des Projektes: Zukunft gewinnen mit Bildung f\u00fcr Nachhaltigkeit in der Stadthalle Wuppertal mit \u00fcber 130 TeilnehmerInnen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>MIPS f\u00fcr KIDS ist ein innovatives Umweltbildungskonzept, das sich als Beitrag zur Bildung f\u00fcr Nachhal-tigkeit versteht. Das Konzept hat sich in der Umweltbildungsszene etabliert. Um l\u00e4ngerfristige Erfolge erzielen zu k\u00f6nnen, braucht man allerdings Kontinuit\u00e4t. Das Wuppertal Institut bem\u00fcht sich zur Zeit, die Weiterentwicklung der Projektbausteine zu f\u00f6rdern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Vermittlung des neuen &#8211; am Wuppertal Institut entwickelten &#8211; umweltpolitischen Ansatzes einer Dematerialisierung an Kinder und Jugendliche. Dieser Ansatz geht davon aus, dass eine Reduzierung der globalen Stoffstr\u00f6me notwendig ist, um einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung der Umweltbelastung zu liefern. 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