{"id":19582,"date":"2023-07-13T15:10:30","date_gmt":"2023-07-13T13:10:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04945-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:31","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:31","slug":"04945-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04945-01\/","title":{"rendered":"Weiterentwicklung der Produktinnovation Chitosan f\u00fcr den Bereich der \u00f6kologischen Naturfarben (Lacke, Lasuren und Sportbootantifoulings)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des gef\u00f6rderten Projektes war die Entwicklung eines Sportboot-Antifoulinganstriches und die Weiterentwicklung von Lasuren und Lacke auf Wasserbasis. Die beiden Rohstoffe Chitosan und Schellack in Kombination sollten einerseits die Wasserfestigkeit der Anstrichstoffe erh\u00f6hen, andererseits sollten spezielle Repellents gefunden werden, die aus dem Antifoulinganstrich in angemessener Zeit entweichen sollten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMit Mischungen aus Chitosan, das im saurem Mileu als Polykation vorliegt, und anionischem, nat\u00fcrlichem Schellack lie\u00dfen sich \u00fcber Komplexbildung w\u00e4ssrige Dispersionen herstellen, aus denen gut haftf\u00e4hige, stabile Filme entstanden.<br \/>\nEs lie\u00dfen sich Weichmacher wie Teebaum\u00f6l und Thymian\u00f6l einarbeiten, die die Filmbildung verbesserten.<br \/>\nEbenfalls l\u00e4\u00dft sich Thymol als Repellent verwenden, das langsam aus dem Film freigesetzt wird.<\/p>\n<p>Es mu\u00df jedoch die Einschr\u00e4nkung gemacht werden, da\u00df endg\u00fcltige Formulierungen der diversen Produkte aus Zeitmangel noch geschehen m\u00fcssen. So ist die M\u00f6glichkeit f\u00fcr Freiwasser-Erprobungen relativ kurz: Nur vom M\u00e4rz bis September findet in den nordeurop\u00e4ischen Gew\u00e4ssern \u00fcberhaupt ein Algen- und Muschelwachstum etc. statt. <\/p>\n<p>Die weiteren notwendigen Freiwasser-Erprobungen wird die Firma Sehestedter Naturfarben mit Unterst\u00fctzung durch LimnoMar noch 1999 durchf\u00fchren. Die Sehestedter Naturfarben wird auf Grund des jetzigen Erkenntnisstandes die Optimierung der Anstrichmittel und deren Marktf\u00e4higkeit in Eigenregie weiter entwickeln.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Zielstellung wurde erreicht. Die zu Beginn des Projektes von den Projektpartnern aufgestellten hohen technischen und qualitativen Anforderungsprofile an die zu entwickelnden Chitosan-Schellack-Kombinationen f\u00fcr wasserverd\u00fcnnbare Lacke, Lasuren und Antifoulinganstriche konnten realisiert werden.<br \/>\nEs entstand trotz aller Schwierigkeiten eine Chitosan-Schellack-Kombination, die einerseits als eine Grundkomponente f\u00fcr ein Sportboot-Antifouling und andererseits f\u00fcr Lasuren und Lacke auf Wasserbasis hervorragend geeignet ist. <\/p>\n<p> Die Ergebnisse unserer Untersuchungen k\u00f6nnen in folgenden Punkten zusammengefa\u00dft werden:<br \/>\n 1. Chitosan allein ist weder bez\u00fcglich seiner antimikrobiellen Aktivit\u00e4t noch bez\u00fcglich seiner filmbildenen Eigenschaften als Grundlage f\u00fcr ein Antifouling oder als Lackrohstoff geeignet.<br \/>\n 2. Chitosan-Derivate (Ether und Ester) verhalten sich nicht analog den entsprechenden Cellulosederivaten und sind als Grundlage ebenfalls ungeeignet. Diese Derivate sind zwar wasserunl\u00f6slich, aber die Hoffnung, da\u00df sie einen Glas\u00fcbergangspunkt zeigen und damit zu Dispersionen verarbeitet werden k\u00f6nnen, hat sich nicht best\u00e4tigt.<br \/>\n 3. Chitosan bildet mit anionischen nat\u00fcrlichen Polymeren Ionenpaare, die je nach Partner wasserunl\u00f6slich bis gut quellf\u00e4hig sind. Diese k\u00f6nnen bei geschickter Verarbeitung gute Dispersionen ergeben, die als Grundlage sehr geeignet erscheinen. Insbesondere Chitosan-Schellack im Verh\u00e4ltnis 85:15 ist eine entwicklungsf\u00e4hige Basis.<br \/>\n 4. Nachteil dieser Grundlage ist, da\u00df sie mit einem Primer verarbeitet sehr harte Filme ergibt. Weichmacher wie \u00d6le etc. sind mit dieser Grundlage nicht mischbar, da die Polymere hydrophiler Natur, die Weichmacher jedoch lipophil sind. Verwendet man hydrophile Weichmacher ist die Resistenz gegen\u00fcber Wasser nicht mehr gegeben. Als einzig m\u00f6gliches \u00d6l kann Teebaum\u00f6l bis zu 20% zugemischt werden, was wegen seiner Wirkung als Repellent keine schlechte L\u00f6sung darstellt.<br \/>\n 5. Ein weiterer Nachteil des hydrophilen Polymerkomplexes besteht darin, da\u00df ein Repellent wie Thymol sich darin nicht in einem ausreichenden Ma\u00dfe l\u00f6st.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit der Schellack-Chitosan-Dispersion haben wir jetzt eine Rohstoff-Kombination, die f\u00fcr viele Anwendungsm\u00f6glichkeiten denkbar ist. Die beiden Rohstoffe m\u00fcssen jedoch sorgf\u00e4ltig ausgew\u00e4hlt werden. Die Kriterien: S\u00e4urezahl f\u00fcr den entwachsten Schellack und Deacetylierungsgrad f\u00fcr Chitosan m\u00fcssen f\u00fcr jede Rohstoffcharge exakt bestimmt werden. Erst mit diesen Daten kann das Mengenverh\u00e4ltnis der beiden Rohstoffe zueinander berechnet werden,  um die Dispersionen herstellen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDer innovative Charakter dieser neuen Farben besteht insbesondere in der Herstellung von Anstrichmitteln auf der Basis nachwachsender Rohstoffe ohne auf  L\u00f6sungsmittel, wie Terpentin oder Alkohol, zur\u00fcckgreifen zu m\u00fcssen.<br \/>\nBei der Herstellung und bei der Anwendung der Produkte entstehen keine als Sonderm\u00fcll zu entsorgenden Abf\u00e4lle. Gew\u00e4sser werden nicht verschmutzt und Fische und andere Meerestiere werden nicht gef\u00e4hrdet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des gef\u00f6rderten Projektes war die Entwicklung eines Sportboot-Antifoulinganstriches und die Weiterentwicklung von Lasuren und Lacke auf Wasserbasis. 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