{"id":19579,"date":"2023-07-13T15:08:24","date_gmt":"2023-07-13T13:08:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01437-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:26","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:26","slug":"01437-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01437-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer verfahrenstechnisch, betontechnologisch und betriebswirtschaftlich optimierten Anlage zur Behandlung von Betonrestmassen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In Deutschland werden pro Jahr ca. 60 Mio. m\u00b3 Transportbeton hergestellt, etwa 3% der Betonproduktion werden nicht verarbeitet. Die Kosten f\u00fcr die Deponierung des Restbetons sind hoch, die Anzahl der Deponien, die den Restbeton nicht mehr annehmen, steigt. Zum einen ist die \u00f6konomische wie \u00f6kologische Notwendigkeit von Recycling f\u00fcr alle Produktionsbereiche unbestreitbar, zum anderen werden die Produzenten durch gesetzliche Vorschriften angehalten, die anfallenden Restmengen wiederzuverwenden. F\u00fcr die Transportbetonindustrie bedeutet dies einen schrittweisen \u00dcbergang von einer reinen Entsorgungstechnik zu einer Materialwirtschaft mit geschlossenen Stoffkreisl\u00e4ufen. Diese Anforderung kann nur mit neuen Technologien erf\u00fcllt werden. Die bisher gegebenen Methoden der Wiederverwertung erfordern ein learning-by-doing, da Detailfragen ungekl\u00e4rt bleiben. Vor allem die Aufbereitung von Restbeton in einem System von verschiedenen, in gegenseitiger Abh\u00e4ngigkeit von zueinanderstehenden Bauteilen, deren Gr\u00f6\u00dfe bzw. Wertigkeiten nicht festgelegt sind, sowie die verfahrenstechnische Aufbereitung der Recycling-Produkte ist bisher nicht optimal gel\u00f6st. Mit dem vorliegenden Verfahren sollten daher die bisherigen Probleme erkannt und L\u00f6sungen vorgeschlagen werden, die sowohl den \u00f6kologischen, \u00f6konomischen als auch gesetzlichen Zielsetzungen entsprechen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie vielf\u00e4ltigen Kriterien, die beim Bau und Betrieb einer Restbetonrecycling-Anlage ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen, stellten eine komplexe Situation dar. Mit dem Ergebnis des Projektes sollten Unternehmen daher Entscheidungshilfen an die Hand gegeben werden, mit deren Hilfe die Entscheidung umfassend, zielorientiert und effizient vorbereitet werden kann. Zun\u00e4chst werden im Rahmen dieser Arbeit die Grundlagen der Recyclingtechnik erl\u00e4utert, dar\u00fcber hinaus erfolgte die Darstellung der analysierten Versuchsreihen. Des Weiteren sollte die Arbeit auf die Grundlagen zur Erstellung eines allgemeing\u00fcltigen Ablaufschemas zur Entscheidungsfindung eingehen, das auf einer Nutzwertanalyse basiert, die aus der Systemwirtschaft abgeleitet wurde. Im Rahmen der Nutzwertanalyse wurden die Projektziele mit den Entscheidungsalternativen verglichen und bewertet, schlie\u00dflich die Ziele auf Widerspruchsfreiheit gepr\u00fcft. Aufgrund der Wertsynthese wurde dann eine konkrete Entscheidungshilfe entwickelt. Im Anschluss wur-de das entwickelte Ablaufschema auf die Problematik des Restbetonrecyclings angewendet. Aus den recyclingtechnischen und betontechnologischen Grundlagen wurde ein Zielsystem erstellt, mit dem die Entscheidungen bei der Installation von Anlagen zum nassmechanischen Recycling von Restbetonmassen allgemeing\u00fcltig vorgenommen und kontrolliert werden kann.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens wurden 17 ma\u00dfgebliche Entscheidungskriterien entwickelt, die als Projektziele abgearbeitet eine allgemeing\u00fcltige Entscheidungshilfe sowohl f\u00fcr objektive Kriterien als auch f\u00fcr subjektive Kriterien darstellen. Die Projektziele lassen sich in f\u00fcnf Kategorien einordnen:<br \/>\n\u00b7\tAblagerungen<br \/>\nDurch die Reaktivit\u00e4t der Feinstoff im Restwasser kommt es zu Ablagerungen an verschiedenen Stellen der Recyclinganlage; diese behindern den Betrieb der Anlage. Im Rahmen dieser Arbeit konnte aufgezeigt werden, wie sich die Ablagerungen durch geeignete Ma\u00dfnahmen minimieren lassen.<br \/>\n\u00b7\tWiederverwendung der Recyclingprodukte<br \/>\nDiverse Verfahrensweisen zur Wiederverwendung der Recyclingprodukte werden dargestellt und einer Wertung zug\u00e4nglich gemacht.<br \/>\n\u00b7\tBemessungen<br \/>\nDie Gr\u00f6\u00dfe des Dispergierraumens, die Auswaschleistung und die R\u00fchrleistung wird mit diversen Bemessungsverfahren analysiert und optimiert. Mit einer Versuchsreihe wurden diese Verfahren praktisch angewendet.<br \/>\n\u00b7\tInterdependenzen<br \/>\nDie Kriterien der Anordnung des Mechanischen Klassierers und des Dispergierbeckens sind teilweise widerspr\u00fcchlich. Mit Hilfe eines eigenst\u00e4ndigen Projektzieles kann die optimierte L\u00f6sung f\u00fcr jeden Einzelfall gefunden werden.<br \/>\n\u00b7\tPraktikabilit\u00e4t<br \/>\nAuf Grundlage der empirischen Untersuchung konnten die ma\u00dfgeblichen Entscheidungskriterien aufgezeigt und ein allgemeing\u00fcltiges Ablaufschema zur Entscheidungshilfe f\u00fcr die Praktikabilit\u00e4t aufgestellt werden. Die geeignete Methode daf\u00fcr war die Nutzwertanalyse.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Teilergebnisse des Projektes, insbesondere die chemische Analyse des Restwassers, stie\u00dfen 1997 bei der Forschungsgemeinschaft Transportbeton e. V., Moers, auf gro\u00dfes Interesse. Die Musterrestbeton-Recyclinganlage ist nach Terminabsprache mit MITRA frei zug\u00e4nglich und zu besichtigen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Projekt erarbeitete Nutzwertanalyse kann einem Entscheidungstr\u00e4ger ein Instrument an die Hand geben, mit dessen Hilfe die Restbetonrecycling-Problematik transparent wird. Durch dieses Instrument werden ihm optimale L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten aufgezeigt. Im Rahmen des Projektes wurden allerdings \u00f6konomische Faktoren vernachl\u00e4ssigt, die in die Unternehmerentscheidungen mit einbezogen werden m\u00fcssen. Die Firma MITRA stellt ein allgemeing\u00fcltiges Ablaufschema vor, mit dem sowohl f\u00fcr quantifizierbare als auch f\u00fcr nichtquantifizierbare Kriterien des Restbetonrecyclings eine Entscheidungsanalyse sichtbar gemacht wird. Im Projektergebnis wird durch die Verkn\u00fcpfung von Sachwissen und wissenschaftlicher Methode aufgezeigt, wie eine Nutzwertanalyse durch die pr\u00e4ferenzgerechte Formulierung von Zielgewichten und Zielwerten f\u00fcr Restbetonrecycling-Anlagen eingesetzt wird. Der Transfereffekt kann durch die \u00dcbertragung der aufgezeigten M\u00f6glichkeiten der Nutzwertanalyse auf andere Recyclinganlagen erzielt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In Deutschland werden pro Jahr ca. 60 Mio. m\u00b3 Transportbeton hergestellt, etwa 3% der Betonproduktion werden nicht verarbeitet. Die Kosten f\u00fcr die Deponierung des Restbetons sind hoch, die Anzahl der Deponien, die den Restbeton nicht mehr annehmen, steigt. 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