{"id":19577,"date":"2023-07-13T15:13:54","date_gmt":"2023-07-13T13:13:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10301-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:55","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:55","slug":"10301-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10301-01\/","title":{"rendered":"Mit W\u00fcrfel und Mausklick in die virtuelle Umwelt &#8211; \u00f6kologische, ethische, psychologische und p\u00e4dagogische Fragen an Computersimulationen und Brettspiele"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die heutige Umweltproblematik erfordert in wachsendem Ma\u00dfe Einsicht in hochkomplexe und vernetzte Sachfragen, Ein\u00fcbung in Diskursf\u00e4higkeit und Umsetzungsbereitschaft. Computerbasierte Simulationen sind dabei besser als andere Medien geeignet, vernetzte Wirklichkeitsbereiche im Modell zu erschlie\u00dfen; dabei bildet die mediale Integration in einen geeigneten didaktischen Rahmen die Voraussetzung f\u00fcr Diskurskompetenz und Umsetzungsbereitschaft.<br \/>\nZiel des Projektes: 1. Erarbeitung eines Bewertungsrasters und einer Orientierungshilfe f\u00fcr die Anwendung von Umweltsimulationen und -spielen; neben \u00f6kologischen Aspekten spielt hier die Explizierung verborgener Weltanschauungen und Ethiken eine Rolle. 2. Erstellung und Erprobung von didaktischen Rahmen und Unterrichtsentw\u00fcrfen. 3. Evaluierung, inwieweit die Simulationen zu einer Bewusstseins- und Verhaltens\u00e4nderung beitragen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Er\u00f6ffnungsveranstaltung. Eine zweit\u00e4gige Er\u00f6ffnungsveranstaltung (18. &#8211; 19.11.97) f\u00fchrt in die Sachfragen und das Gesamtprojekt ein. In Referaten werden erziehungswissenschaftliche, umweltpsychologische und ethische Vorfragen gekl\u00e4rt. Sodann werden ausgesuchte Simulationen in Kleingruppen bearbeitet. Leitgedanken: Einf\u00fchrung in die Simulation; Offenlegung der Differenz von Modell und Wirklichkeit; M\u00f6glichkeiten zur Einbindung in den Unterricht. Die Teilnehmenden k\u00f6nnen an PCs die Simulationen selbst erproben.<br \/>\n2. Umsetzungsphase I. Bis Ende 1997 reichen die Teilnehmenden ihre Umsetzungsvorhaben ein. Die Akademie koordiniert und informiert alle Teilnehmenden \u00fcber die Einzelprojekte, die dadurch im Erfahrungsaustausch stehen. Es wird gebeten, jede Umsetzung anhand des modifizierten Kriterienrasters zu beurteilen und mit einem kurzen Erfahrungsbericht zu versehen. Parallel dazu werden die Umsetzungen umweltpsychologisch evaluiert.<br \/>\n3. (vorl\u00e4ufige) Abschlussveranstaltung. Am 6. &#8211; 7.10.1998 werden die Erfahrungen auf einer Abschlussveranstaltung ausgetauscht, Referate, Kriterienraster und Erfahrungsberichte als Grundlage einer Gesamtpublikation zusammengetragen.<br \/>\n4. Umsetzungsphase II.  Aus der Abschlussveranstaltung gehen weitere Umsetzungen<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Untersucht und angewandt wurde ein breites Spektrum an Simulationen: Die Palette reicht von geringem (Ecopolicy) bis hohem Realit\u00e4tsbezug (bei Ensys z. B. geht es um die tats\u00e4chliche Energieversorgung und CO2-Einsparung Baden-W\u00fcrttembergs), vom Spielerischen (SimCity) bis zum Wissenschaftlichen (Ensys).<br \/>\nIn Pilot- und Abschlussveranstaltung sind vor allem theoretische Hintergr\u00fcnde entfaltet und praktische Anreize geschaffen worden, die vorgestellten Simulationen auch tats\u00e4chlich im Bildungsalltag einzuset-zen. In zwei Umsetzungsphasen wurden die Simulationen praktisch erprobt und bez\u00fcglich personeller, zeitlicher und finanzieller Ressourcen ehrlich bilanziert. Vor allem der erste Einsatz der neuen Medien ist mit gro\u00dfem Aufwand verbunden, der z. T. auch gewohnte Strukturen aufbricht (z. B. 45-Minuten-Takt). Dass sich der Aufwand aber lohnt, zeigen all die LehrerInnen und ReferentInnen in der Umweltbildung, die das einmal Begonnene verstetigt und institutionalisiert haben: Die Humpis-Schule in Ravensburg ist das beste Beispiel daf\u00fcr. \u00dcber Ecopolicy hinaus wird dort seit der zweiten Umsetzungsphase auch Ensys eingesetzt &#8211; mit gro\u00dfem Erfolg bei Sch\u00fclerInnen und LehrerInnen!<br \/>\nBei allen Eins\u00e4tzen hat sich dabei die Dringlichkeit herausgestellt, Simulationen in ein p\u00e4dagogisch-didaktisches Gesamtsetting zu integrieren, um soziale und kommunikative Lernziele nicht zu kurz kommen und die Simulation nicht zum Selbstzweck werden zu lassen. Je gr\u00f6\u00dfer die Wirklichkeitsn\u00e4he zu sein scheint und je gr\u00f6\u00dfer die Faszination der Computer-Programme ist, desto wichtiger ist die Medienintegration &#8211; ein Schlagwort, das an Bedeutung nicht verloren hat. Die Frage nach dem konkreten Wie der Medienintegration geht \u00fcber die schlagwortartige Trivialit\u00e4t hinaus und ist durch die Umsetzungen in gelungener Weise beantwortet worden &#8211; ob durch Einbindung in Sch\u00fclerforen bei Ensys, in parlamentarische Rollenspiele bei Ecopolicy oder in Planspiele bei SimCity.<br \/>\nIn diesem Gesamtsetting kommt die Evaluation zu einem positiven Ergebnis: Bei aller Vorsicht in der Auslegung der Antworten [des Fragebogens] kann als gesichert angenommen werden, dass Lernerfolge erzielt wurden in den Bereichen Vernetztes Denken, Parlamentarismus, Entwicklung sozialer und verba-ler F\u00e4higkeiten und Kompetenzen. Und: Da die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sich diese Antworten [auf die Frage nach \u00f6kopolitischen Zusammenh\u00e4ngen] im Verlaufe des Simulationsspieles selbst erarbeitet haben, kann davon ausgegangen werden, dass dieser Lerneffekt nicht nur kurzfristig ist.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Pilot- und Abschlussveranstaltung (s. o.) waren an eine interessierte \u00d6ffentlichkeit gewandt. Abschlie\u00dfend ist das Projekt dokumentiert in dem Band<br \/>\nMaterialien 2000\/1Peitz, Heinz-Hermann (Hrsg.)<br \/>\nPer Mausklick in die virtuelle Umwelt<br \/>\nUmweltsimulation in Theorie und Praxis<br \/>\nStuttgart, 2000 &#8211; ISSN 1435-3911<br \/>\nzu beziehen bei der Akademie der Di\u00f6zese Rottenburg-Stuttgart, Im Schellenk\u00f6nig 61, 70184 Stuttgart oder online bei www.akademie-rs.de, wo neben der Bestellm\u00f6glichkeit auch Ausz\u00fcge des Bandes abrufbar sein werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Projektziele sind zu einem guten Teil erreicht worden. Zu 1. Es ist zwar kein Kriterienraster in Checklistenform erstellt worden, wohl aber eine praxiserprobte Orientierungshilfe inkl. der Explizierung verborgener Weltanschauungen und Ethiken. Zu 2. Didaktische Rahmen und Unterrichtsentw\u00fcrfe sind erstellt, erprobt und in der oben genannten Publikation ver\u00f6ffentlicht. Zu 3. Die Evaluation ist erfolgt und f\u00fchrte zu empirisch gest\u00fctzten, letztlich aber qualitativen Einsch\u00e4tzungen. Eine genauere und differenziertere Ope-rationalisierung der zu messenden Erfolgsgr\u00f6\u00dfe Bewusstseins- und Verhaltens\u00e4nderung ist w\u00fcnschenswert, war aber bei den begrenzten Projektmitteln nicht zu leisten.<br \/>\nDie aufgezeigten M\u00f6glichkeiten der neuen Medien in der Umweltbildung lassen eine Fortsetzung bzw. \u00e4hnliche Projekte mehr als sinnvoll erscheinen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die heutige Umweltproblematik erfordert in wachsendem Ma\u00dfe Einsicht in hochkomplexe und vernetzte Sachfragen, Ein\u00fcbung in Diskursf\u00e4higkeit und Umsetzungsbereitschaft. 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