{"id":19569,"date":"2023-07-13T15:08:47","date_gmt":"2023-07-13T13:08:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/02283-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:49","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:49","slug":"02283-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/02283-01\/","title":{"rendered":"Verminderung des Stickstoff (N)-\u00dcberschusses in Futterbaubetrieben mit hohem Anteil von Niedermoorgr\u00fcnland durch gezielte futterbauliche und konservierungstechnische Ma\u00dfnahmen sowie einen bedarfsgerechten N-Einsatz in der Rinderf\u00fctterung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Untersuchungen zum Grad der Stickstoff-Belastung durch die Landbewirtschaftung in Abh\u00e4ngigkeit von den \u00f6rtlichen Standortbedingungen sowie den Nutzungs- und Bewirtschaftungsverh\u00e4ltnissen und Ableitung praktikabler betriebsspezifischer Ma\u00dfnahmen zur Reduzierung des N-\u00dcberschusses,  besonders im Interessse des Gew\u00e4sserschutzes. Wissen und Umsetzung hierzu sind unzureichend.<br \/>\nZiel des Projektes war es, repr\u00e4sentative Ergebnisse zum Ist-Stand und praktikable Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr Futterbaubetriebe mit hohem Gr\u00fcnlandanteil auf Niedermoor sowie Maisanbau auf Sandb\u00f6den zu erarbeiten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVon vier standorttypischen Brandenburger Futterbaubetrieben mit 3596, 2042, 303 und 161 ha landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4che  sowie einem Viehbesatz von 0,77,  0,61,  0,79 und 0,83 GV\/ha wurden im Zeitraum 1994\/96 Betriebs-(Hoftor-), Fl\u00e4chen- und Stallbilanzen zum Stickstoff erarbeitet, Ma\u00dfnahmen zur Senkung des N-\u00dcberschusses ermittelt und teilweise auf ihre Wirksamkeit \u00fcberpr\u00fcft.<br \/>\nAn notwendigen Vorarbeiten und Begleiterhebungen zur N-Bilanzierung erfolgten die Anfertigung von Nutzungskarten mit den Fl\u00e4chen und Schl\u00e4gen der Betriebe, die Erfassung von Klima- und Witterungsdaten sowie der atmosph\u00e4rischen N-Eintr\u00e4ge und die Charakterisierung der B\u00f6den von Wurzelzone und unges\u00e4ttigter Zone interessierender Fl\u00e4chen bez\u00fcglich Bodenart, Lagerungsdichte, C\/N-Gehalt und Grundwasserstand.<br \/>\nDie zu bilanzierenden  Zu- und Abg\u00e4nge hatten eigene Messungen der Mais- und teilweise der Gr\u00fcnlandertr\u00e4ge, der N\u00e4hrstoffgehalte von Grundfutter, Festmist, G\u00fclle, Jauche und Boden zur Grundlage. Von den Unternehmen wurden die ermittelten Getreide-,  Hackfrucht-, Gem\u00fcse- und \u00d6lfruchtertr\u00e4ge, teilweise auch die Gr\u00fcnlandertr\u00e4ge und Angaben zur tierischen Produktion  und zu den ausgebrachten Wirtschaftsd\u00fcngermengen \u00fcbernommen. Die symbiotische N-Fixierung wurde gesch\u00e4tzt; f\u00fcr nicht untersuchte Pflanzen- und Tierprodukte wurden Richtwerte aus der Literatur herangezogen.<br \/>\nF\u00fcr die Ermittlung von Betriebs-, Fl\u00e4chen-, Stall-, Wirtschaftsd\u00fcnger- und Grundfutterbilanzen wurden praktikable Dokumentationsunterlagen und Empfehlungen erarbeitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Betriebsbilanzen wiesen \u00dcbersch\u00fcsse zwischen 49.. 124 kg N\/ha LF aus. Dominierend war der Anteil des Minerald\u00fcnger-N am Zugang (47.. 76 %, 50.. 104 kg N\/ha LF\/a). Dem Futtermittelzukauf mit 14.. 42 kg N\/ha\/a standen Abg\u00e4nge \u00fcber den Verkauf pflanzlicher Produkte in H\u00f6he von 4.. 27 kg N gegen\u00fcber. In Futterbaubetrieben sollten beide Bilanzwerte etwa gleich gro\u00df sein. Die H\u00f6he der Abg\u00e4nge \u00fcber den Verkauf tierischer Produkte wurde mit 11.. 29 kg N\/ha\/a ma\u00dfgeblich durch den GV-Besatz und die tierischen Leistungen bestimmt. Die Fl\u00e4chenbilanzen von den Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen wiesen im Mittel  je Betrieb  einen \u00dcberschu\u00df zwischen  -30.. 62 kg N\/ha\/a aus. Bei den ohne mineralische N-D\u00fcngung bewirtschafteten Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen zeigte die Bilanz (-79.. 30 kg N\/ha\/a) f\u00fcr die meisten Fl\u00e4chen negative Werte.<br \/>\nDie negativen N-Salden resultieren aus der hohen Nettomineralisation in den Niedermoorb\u00f6den. Als N-Quelle zur Biomassebildung des Gr\u00fcnlandbestandes ist diese maximal abzusch\u00f6pfen. Die ermittelten Ernteertr\u00e4ge von den Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen lagen unter der m\u00f6glichen N-Absch\u00f6pfung. Eine Ursache war die Unterversorgung mit Kalium. Ein Parzellend\u00fcngungsversuch mit 150 kg K\/ha bewirkte eine Ertragssteigerung auf 165 %.<br \/>\nDie ermittelten Nmin-Werte (0.. 30 cm) im Sp\u00e4therbst lie\u00dfen mit 0.. 10 kg NO3-N\/ha f\u00fcr den gr\u00f6\u00dften Teil der Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen Auswaschungsverluste ausschlie\u00dfen. Hohe Nmin-Werte in der Wurzelzone und in den darunter liegenden Bodenschichten auf Sammel- und Auslaufkoppeln sowie Tr\u00e4nk- und Fre\u00dfpl\u00e4tzen wiesen jedoch auf zu beachtende Auswaschungsverluste infolge einer punktuellen Belastung mit Kot und Harn unter diesen Fl\u00e4chen hin.<br \/>\nDie N-Fl\u00e4chenbilanzen von den Maisschl\u00e4gen hatten eine gro\u00dfe Streubreite. Die betrieblichen Mittelwerte lagen bei -58.. 338 kg N\/ha  und die Einzelschl\u00e4ge streuten zwischen -161..505 kg N\/ha. Wurde bei der Bilanzierung vom ausgebrachten Wirtschaftsd\u00fcnger nur der pflanzenverf\u00fcgbare Stickstoff berechnet, so verringerten sich der mittlere \u00dcberschu\u00df und die Streubreite auf -92.. 142  bzw. -210.. 268 kg N\/ha. F\u00fcr die D\u00fcngeplanung und Einsch\u00e4tzung des erreichten D\u00fcngungsniveaus ist dieser korrigierte N-\u00dcberschu\u00df der verbindlichere Wert.<br \/>\nAls wirksame Ma\u00dfnahme zur Senkung des N-\u00dcberschusses zeigte sich die D\u00fcngung nach Entzug  auf der Grundlage des Ertragspotentials des Schlages und des ermittelten Bodenvorrates an pflanzenverf\u00fcgbarem N Ende Mai\/Anfang Juni. Mit Ausnahme der B\u00f6den mit hohem Gehalt an organischer Substanz wiesen die Schl\u00e4ge mit niedrigen N-\u00dcbersch\u00fcssen in der Fl\u00e4chenbilanz auch niedrige Nmin-Werte nach der Ernte aus. Die wesentlichen Quellen f\u00fcr h\u00f6here N-\u00dcbersch\u00fcsse waren die \u00dcbersch\u00e4tzung des Ertragspotentials, unvorhersehbare Ertragsausf\u00e4lle, eine zu hohe N-D\u00fcngung vor der  bzw. zur Aussaat und die Untersch\u00e4tzung der Nettomineralisation.<br \/>\nDie Stallbilanzen ergaben f\u00fcr die Milchviehhaltung, Rindermast und Schweinehaltung eine Verwertung des Futter-N von 19,1.. 27,7 %, 10,7.. 18,2 % und 24,2.. 31,3 %. Die H\u00f6he der N-Verwertung wurde bestimmt durch das Leistungsniveau der Tiere (4923.. 8114 kg FCM\/Kuh\/a, 661.. 1097 g Zunahme\/Mastrind\/d, 580.. 602 g Zunahme\/Mastschwein\/d) und eine bedarfsgerechte F\u00fctterung mit hohem Grundfutteranteil. Die N-Grundfutterleistung lag zwischen 1484.. 5192 kg FCM\/Kuh\/a. Entscheidenden Einflu\u00df auf die Grundfutterleistung hatten der Schnittermin der Gr\u00fcnlandbest\u00e4nde und der Kolbenanteil im Maissiliergut, charakterisiert durch den Rohfaser- und St\u00e4rkegehalt.<br \/>\nDie von den Tieren ausgeschiedene N-Menge (54.. 117 kg\/ha\/a) als bestimmende Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr die Wirtschaftsd\u00fcngerbilanzen wurde aus den Stallbilanzen errechnet. Die Untersuchungsergebnisse zum Wirtschaftsd\u00fcnger best\u00e4tigten f\u00fcr Festmist den Richtwert von 5 kg N\/t Rindermist und 8 kg N\/t Schweinemist. Die Rinderg\u00fcllen wiesen  mit 2,5.. 4,9 kg N\/m\u00b3 eine zu beachtende Schwankungsbreite aus. Bei der Bilanzierung des Grundfutters lie\u00dfen sich die ermittelten Mengen- und Qualit\u00e4tsdaten zum geernteten Silier- und Heugut sowohl als Ernteertragsdaten in der Fl\u00e4chenbilanz als auch als Grunddaten zur Voreinsch\u00e4tzung der Menge und Qualit\u00e4t von Silage und Heu verwenden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Eine anwendungsorientierte Information zu den Ergebnissen erfolgte in den Untersuchungsbetrieben, auf Fachtagungen und Beratungen, im Rahmen eines Status- und Abschlu\u00dfseminars und von Winterschulungen sowie \u00fcber 11 Ver\u00f6ffentlichungen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Untersuchungen zum N-Kreislauf in Futterbaubetrieben mit sandigen Ackerb\u00f6den und Gr\u00fcnland auf Niedermoor lassen als wichtigste Ma\u00dfnahmen zur Reduzierung des N-\u00dcberschusses die N-Versorgung nach Entzug, eine verlustarme Verwertung der tierischen Exkremente, die Verwertung  der N-Mengen aus der Nettomineralisation und die Erzeugung qualitativ hochwertigen Grundfutters herausstellen. Die Untersuchungsergebnisse liefern wesentliche Grundlagen (Methodik, Datenfonds) f\u00fcr weiterf\u00fchrende Arbeiten zur Umsetzung einer umweltgerechten &#8211; speziell einer wassersch\u00fctzenden &#8211; Landbewirtschaftung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Untersuchungen zum Grad der Stickstoff-Belastung durch die Landbewirtschaftung in Abh\u00e4ngigkeit von den \u00f6rtlichen Standortbedingungen sowie den Nutzungs- und Bewirtschaftungsverh\u00e4ltnissen und Ableitung praktikabler betriebsspezifischer Ma\u00dfnahmen zur Reduzierung des N-\u00dcberschusses, besonders im Interessse des Gew\u00e4sserschutzes. Wissen und Umsetzung hierzu sind unzureichend. 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