{"id":19553,"date":"2023-07-13T15:12:09","date_gmt":"2023-07-13T13:12:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07543-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:09","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:09","slug":"07543-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07543-01\/","title":{"rendered":"Zentralisierter Umschlag von St\u00fcckg\u00fctern unabh\u00e4ngiger Spediteure als Instrument der Umweltentlastung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Aufgrund der in der Bundesrepublik gegebenen Wettbewerbssituation m\u00fcssen auch mittelst\u00e4ndische Speditionsunternehmen ihren Kunden im Bundesgebiet eine schnelle, fl\u00e4chendeckende logistische Ver-sorgung anbieten. Infolge des relativ geringen zu erreichenden Transportaufkommens entstehen ihnen hierdurch hohe Logistikkosten und\/oder erhebliche Lieferzeitprobleme. Einzelne Spediteure sind selten in der Lage, ihre Fahrzeuge auf den gro\u00dfen Entfernungen ausreichend auszulasten. Dadurch ergeben sich Belastungen der Verkehrswege und der Umwelt, die durch andere Logistikalternativen zum gro\u00dfen Teil verringert werden k\u00f6nnen. Mittelst\u00e4ndische Spediteure k\u00f6nnen, ohne Abstriche machen zu m\u00fcssen, durch horizontale Kooperationen ihre Konkurrenzf\u00e4higkeit erhalten, ja sogar entscheidend verbessern.<br \/>\nZielsetzung war es, eine Konzept zu erarbeiten und mit den Projektpartnern umzusetzen, das o. g. Anforderungen erf\u00fcllt und in gleichem Ma\u00dfe die Umwelt entlastet wie auch zu Kosteneinsparungen bei den Spediteuren f\u00fchrt. Die \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Wirkungen des Konzeptes waren zu quantifizieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der ersten Projektphase wurde zun\u00e4chst das Logistikkonzept entworfen und in die Praxis umgesetzt. Das entwickelte Konzept basiert auf einem zentralisierten Umschlag der St\u00fcckg\u00fcter. Hierf\u00fcr wurde ein Hub-and-Spoke-System (Nabe-Speiche-System) mit einem Zentralhub in der N\u00e4he von Fulda und zwei Regionalhubs in Paderborn und N\u00f6rdlingen aufgebaut. Durchzuf\u00fchrende konzeptionelle T\u00e4tigkeiten waren u. a. die Hub-Standortbestimmung, Entwurf der Ablauforganisation im Netzwerk und den Hubs selbst.<br \/>\nIn der zweiten Projektphase wurde zur Gesamtbewertung des Logistiksystems ein am Lehrstuhl Produktionswirtschaft entwickeltes Bewertungs- und Entscheidungsmodell f\u00fcr die Evaluation logistischer Netzwerke verwendet. Basierend auf diesem Modell konnten bei ausgew\u00e4hlten Kooperationspartnern Erhebungen zu den \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Wirkungen durchgef\u00fchrt werden. Diese Einzelergebnisse wurden durch Hochrechnungen auf die gesamte Kooperation bezogen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In der Projektumsetzung wurden ein zentrales Umschlagslager (Hub) sowie zwei Regionalhubs (Rub) errichtet, in denen die beteiligten Spediteure nachts ihre St\u00fcckgutsendungen f\u00fcr das gesamte Bundesgebiet austauschen. Den Zentralhub sowie die beiden Regionalhubs fahren die Speditionsunternehmen nunmehr mit ein bis zwei Fahrzeugen an. In zuvor durchgef\u00fchrten Direktverkehren mu\u00dften deutlich mehr Verbindungen aufrechterhalten werden. Es wurden aber nicht alle Relationen mit eigenen Fahrzeugen bedient, sondern auch Begegnungsverkehre durchgef\u00fchrt oder Beiladungen bei anderen Spediteuren vorgenommen. Stellt man die Gesamtfahrleistungen f\u00fcr 39 Kooperationspartner in einem f\u00fcr dieselbe Transportleistung notwendigen Rastersystem aus Direktverkehren und dem Hub-and-Spoke-System gegen\u00fcber, so zeigt sich ein t\u00e4gliches Einsparpotential von 62.225 km bzw. 67,7 %. Betrachtet man die mit dieser Fahrleistungseinsparung verbundenen Emissionen, so lassen sich diese j\u00e4hrlich um etwa 135,0 t NOx, 5,0 t HC, 9,2 t CO und 2,1 t Partikel reduzieren. Des weiteren konnte die volumenm\u00e4\u00dfige Auslastung der im Hub-and-Spoke-System eingesetzten Fahrzeuge um 32,6 % auf etwa 86,2 % gesteigert werden.<\/p>\n<p>Einhergehend mit der verminderten Fahrleistung k\u00f6nnen auch die Logistikkosten der Spediteure um ca. 68,3 % gesenkt werden. Allerdings sind die Transaktionskosten im Hub-and-Spoke-System um etwa 135,9 % gestiegen. Dies begr\u00fcndet sich vor allem in den erh\u00f6hten Aufwendungen f\u00fcr Abwicklung und Kontrolle. In der Anfangsphase mu\u00dften einige T\u00e4tigkeiten der Sendungserfassung und -verfolgung noch manuell ausgef\u00fchrt werden, die langfristig durch IuK-Systeme ersetzt bzw. zumindest erleichtert werden k\u00f6nnen. F\u00fcr die IuK-Systeme mu\u00dften von den einzelnen Partnern transaktionsspezifische Investitionen in nicht unerheblichem Ma\u00dfe get\u00e4tigt werden. Betrachtet man die Summe der Logistik- und Transaktionskosten, so l\u00e4\u00dft sich festhalten, da\u00df es den beteiligten Spediteuren aber m\u00f6glich ist, diese f\u00fcr sie entscheidungsrelevanten Kosten erheblich zu reduzieren.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gehen von der Teilnahme an der Kooperation auch erl\u00f6ssteigernde Wirkungen aus, da die Speditionsunternehmen nunmehr in der Lage sind, mit Gro\u00df- und Konzernspeditionen zu konkurrieren und bundesweit fl\u00e4chendeckende Verteilung von St\u00fcckg\u00fctern am Markt anzubieten. <\/p>\n<p>Das beschriebene Logistikkonzept verbindet \u00f6kologische Vorteile mit einzelwirtschaftlichen Vorteilen f\u00fcr die beteiligten Spe-di-teure. Dies wird besonders deutlich, wenn man die Umweltwirkungen mit externen Kosten monet\u00e4r bewertet und sie den Produktions- und Transaktionskosten gegen\u00fcberstellt. Aus solch einer gesamtwirtschaftlichen Sicht heraus l\u00e4\u00dft sich festhalten, da\u00df das beschriebene Hub-and-Spoke-System die Gesamtkosten, als Summe aus Logistik-, Transaktions- und Umweltkosten, um 52,1 % reduziert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00b7 Vortrag von O. R\u00f6sler \u00fcber die Projektergebnisse auf der Tagung \u00d6kologieorientiertes Transportmanagement in Frankfurt a. M. am 10.10.96, durchgef\u00fchrt vom IVT Heilbronn und der ebs Oestrich-Winkel.<br \/>\n\u00b7 Rosenberg, O.; R\u00f6sler, O.; Fricke, B.: ONLINE SPEED CARGO: Logistikkonzept f\u00fcr weniger Leerfahrten, in: Paderborner Universit\u00e4tszeitschrift 4\/97, S. 24 &#8211; 25.<br \/>\n\u00b7 Rosenberg, O.; R\u00f6sler, O.; Fricke, B.: Zentralisierter Umschlag als Instrument zur Verbesserung der \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Wettbewerbsf\u00e4higkeit mittelst\u00e4ndischer Spediteure, erscheint 1999 in einem von der DBU herausgegebenen Sammelband.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Rahmen dieses Projektes ist es gelungen, ein Logistikkonzept zu entwickeln, das es mittelst\u00e4ndischen Spediteuren erm\u00f6glicht, den heutigen Marktanforderungen gerecht zu werden, und dabei gleichzeitig die Umwelt in betr\u00e4chtlichem Ma\u00dfe entlastet. Neben der konzeptionellen Erarbeitung des Distributionssystems konnte durch die erfolgreiche Umsetzung seitens der ONLINE Systemlogistik und ihrer Kooperationspartner in den begleitenden Untersuchungen die \u00f6kologische und \u00f6konomische Vorteilhaftigkeit nachgewiesen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Aufgrund der in der Bundesrepublik gegebenen Wettbewerbssituation m\u00fcssen auch mittelst\u00e4ndische Speditionsunternehmen ihren Kunden im Bundesgebiet eine schnelle, fl\u00e4chendeckende logistische Ver-sorgung anbieten. Infolge des relativ geringen zu erreichenden Transportaufkommens entstehen ihnen hierdurch hohe Logistikkosten und\/oder erhebliche Lieferzeitprobleme. Einzelne Spediteure sind selten in der Lage, ihre Fahrzeuge auf den gro\u00dfen Entfernungen ausreichend [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[47,65,52,2423,53],"class_list":["post-19553","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-klimaschutz","tag-nordrhein-westfalen","tag-umweltforschung","tag-umweltkommunikation","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"07543\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-07543.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"82.287,32","dbu_projektdatenbank_firma":"Universit\u00e4t Gesamthochschule PaderbornFachbereich 5 - Wirtschaftswissenschaften","dbu_projektdatenbank_strasse":"Warburger Str. 100","dbu_projektdatenbank_plz_str":"33098","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Paderborn","dbu_projektdatenbank_p_von":"1995-04-13 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"1999-02-03 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"3 Jahre und 10 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"05251\/60-","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Nordrhein-Westfalen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"13","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19553","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19553\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32556,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19553\/revisions\/32556"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19553"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19553"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19553"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}