{"id":19534,"date":"2024-11-27T10:32:54","date_gmt":"2024-11-27T09:32:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07956-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:55","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:55","slug":"07956-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07956-01\/","title":{"rendered":"Erarbeitung von Produktlinien auf Basis von einheimischem Hanf &#8211; aus technischer, \u00f6konomischer und \u00f6kologischer Sicht"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ob Hanf als nachwachsender Rohstoff eine Zukunft haben wird, h\u00e4ngt prim\u00e4r davon ab, ob kurz- bis mittelfristig Produktlinien &#8211; von Anbau, Ernte, Faseraufschlu\u00df bis hin zum marktf\u00e4higen Endprodukt &#8211; realisiert werden k\u00f6nnen, die eine hinreichende \u00f6konomische Wertsch\u00f6pfung sowie \u00f6kologische Vorteile bieten. Das vorliegende Vorhaben will die hierf\u00fcr in Frage kommenden marktf\u00e4higen Hanfproduktlinien erarbeiten. In der Studie wird untersucht:<br \/>\n&#8211; welche Produktlinien auf Basis von Hanf in Deutschland kurz- bis mittelfristig realisierbar sind,<br \/>\n&#8211; wie diese Produktlinien erschlossen und Hemmnisse \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen sowie<br \/>\n&#8211; welche Folgen die Realisierung dieser Produktlinien unter \u00f6kologischen, sozio\u00f6konomischen und agrarstrukturellen Gesichtspunkten haben wird.<br \/>\nVor allem geht es darum, Investitionen &#8211; gerade mittelst\u00e4ndischer Unternehmen &#8211; fr\u00fchzeitig in technisch realisierbare, \u00f6konomisch marktf\u00e4hige und \u00f6kologisch vorteilhafte Produktlinien zu lenken. Auf diese Weise k\u00f6nnen u. U. schwerwiegende Fehlinvestitionen vermieden werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst sollen alle Produktlinien, die auf Basis von Hanffasern, Hanfsch\u00e4ben und  Hanf\u00f6l m\u00f6glich sind, systematisch und strukturiert erfa\u00dft werden.<br \/>\nIm zweiten Schritt wird eine Bewertungsmatrix entwickelt, mit deren Hilfe aus der Vielzahl der im ersten Schritt gefundenen Produktlinien diejenigen herausgefunden werden sollen, die unter technischen, \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Gesichtspunkten in der nahen Zukunft umzusetzen sind. Die Produktlinien werden hierbei entlang ihrer gesamten Wertsch\u00f6pfungskette betrachtet.<br \/>\nIm dritten Schritt wird die Bewertungsmatrix mit Inhalt gef\u00fcllt. Das Datenmaterial zum F\u00fcllen der Bewertungsmatrix soll dabei vor allem aus der systematischen Auswertung bisher durchgef\u00fchrter Studien sowie aus Experteninterviews mit f\u00fchrenden Entwicklern und Unternehmern aus ganz Europa stammen.<br \/>\nHieraus ergeben sich dann die favorisierten Produktlinien, die im vierten Schritt unter diversen technischen, \u00f6konomischen und strukturellen Gesichtspunkten im Detail untersucht werden. In einem weiteren Schritt werden die \u00f6kologischen Faktoren der favorisierten Produktlinien qualitativ analysiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das zentrale Ziel des Projektes, technisch realisierbare, \u00f6konomisch marktf\u00e4hige und \u00f6kologisch vorteilhafte Hanfproduktlinien ausfindig zu machen und diese detailliert unter den Gesichtspunkten technische Machbarkeit, \u00d6konomie, \u00d6kologie, Marktpotential und Marktstruktur, Marketing sowie Umsetzungshemmnisse darzustellen, konnte in vollem Umfang erreicht werden.<br \/>\nDas Ergebnis: Elf Produktlinien aus den Bereichen Fasern, Sch\u00e4ben, Samen\/\u00d6l und Cannabinoide haben gute Chancen, bis zum Jahr 2000 die Basis einer nachhaltigen deutschen Hanfindustrie zu bilden. Investitionen sollten auf diese Produktlinien fokussiert werden. Es handelt sich dabei um folgende Produktlinien:<br \/>\nFasern, mechanisch grob- bis mittelfein aufgeschlossen:<br \/>\nSpezialzellstoff f\u00fcr technische Anwendungen, technische Textilien: Autoinnenverkleidungen (Formpre\u00dfteile), Geotextilien f\u00fcr den Erd- und Wasserbau und Nadelfilzteppiche.<br \/>\nFasern, chemisch-physkalisch aufgeschlossen:<br \/>\nBekleidungsbereich (kotonisierter Hanf als Baumwollsubstitut) und W\u00e4rmed\u00e4mmvliese.<br \/>\nSch\u00e4ben:<br \/>\nSch\u00e4ben als Einstreu f\u00fcr Tiere, vom Pferd bis zum Kleintier.<br \/>\nSamen und \u00d6l:<br \/>\nLebensmittel, Naturkosmetika und Gamma-Linolens\u00e4ure-Lieferant f\u00fcr die Pharma- und Kosmetikindustrie.<br \/>\nCannabinoide:<br \/>\nMedikamente auf nat\u00fcrlicher THC-Basis.<br \/>\nIn allen genannten Produktlinien besitzt deutscher Hanf M\u00e4rkte, in denen er technisch-qualitativ und \u00f6konomisch konkurrenzf\u00e4hig ist. Alle Produktlinien zusammengenommen, besitzt deutscher Hanf ein mittelfristig erschlie\u00dfbares Marktpotential, das einer Anbaufl\u00e4che von ca. 30.000 ha und einem Marktwert der Zwischenprodukte von 120 bis 140 Mio. DM\/Jahr entspricht (ohne medizinische Nutzung).<br \/>\nDie derzeit hohe EU-Beihilfe f\u00fcr Hanf bietet eine gute Startbasis f\u00fcr die deutsche Hanfindustrie. Die \u00f6konomischen Analysen zeigen aber, da\u00df der Hanfanbau nicht dauerhaft auf diese hohen Fl\u00e4chenbeihilfen angewiesen ist.<br \/>\n\u00d6kologische \u00dcbersichtsbilanz: Beim Vergleich der Umweltauswirkungen von Hanfprodukten im Vergleich zu konventionellen Produkten zeigt sich, da\u00df es einige umweltrelevante Gr\u00f6\u00dfen gibt, die bei den untersuchten Produktlinien klar zugunsten von Hanf ausfallen. Die Mehrheit der \u00f6kologischen Kriterien h\u00e4ngt jedoch in besonderem Ma\u00dfe von den jeweils spezifischen Gegebenheiten des gesamten Lebensweges ab.<br \/>\nWie schnell und in welchem Ausma\u00df sich Hanfproduktlinien etablieren k\u00f6nnen, h\u00e4ngt von den \u00fcbergreifenden politisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab, die f\u00fcr die Entwicklung und Markteinf\u00fchrung von \u00f6kologischen Produktlinien und von Produktlinien auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen geschaffen werden. Da die Entwicklung und Markteinf\u00fchrung von Hanfprodukten zudem eng mit dem Engagement von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und regionalwirtschaftlichen Strukturen verbunden ist, sind Ma\u00dfnahmen, die KMU und regionale Wirtschaft st\u00e4rken, auch eine Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Ausbau einer Hanfwirtschaft und ihrer Produktlinien.<br \/>\nDie Studie ist ungek\u00fcrzt als Buch publiziert (s.u.) und stellt auf 490 Seiten mit 64 Graphiken 109 Tabellen fundierte Daten und Informationen f\u00fcr Akteure in der Hanfwirtschaft bereit. Die Studie kann genutzt werden, um Fehlinvestitionen zu vermeiden und Kapital und F\u00f6rdermittel in die richtigen Produktlinien zu lenken.<br \/>\nDer Zeitplan des Projektes konnte weitgehend eingehalten werden, allerdings nur durch Ausdehnung des Arbeitsplanes und \u00dcberschreitung der angesetzten Kosten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Projektes wurden in vielf\u00e4ltiger Weise zug\u00e4nglich gemacht. Die Studie erschien ungek\u00fcrzt als Buch (Das Hanfproduktlinienprojekt) und kann \u00fcber das nova-Institut und den Buchhandel bezogen werden. Die Ergebnisse wurden ferner in einer Vielzahl von Seminaren und Vortr\u00e4gen vorgestellt und in Fachzeitschriften und Tagungsb\u00e4nden publiziert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das durchgef\u00fchrte Projekt konnte seine Ziele erreichen, die vorgesehene Methodik hat sich weitgehend bew\u00e4hrt und als flexibel genug erwiesen, sich w\u00e4hrend des Projektes zu entwickeln.<br \/>\nDie Ergebnisse des Projektes, gerade auch die vielen Detailergebnisse, wurden von den Akteuren der Hanfwirtschaft mit gro\u00dfem Interesse aufgenommen und dienen schon wenige Monate nach Erscheinen des Buches als wesentliche Entscheidungsbasis f\u00fcr Investoren, F\u00f6rderinstitutionen und Industrie. Rezensionen in Fachzeitschriften best\u00e4tigen diese Einsch\u00e4tzung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ob Hanf als nachwachsender Rohstoff eine Zukunft haben wird, h\u00e4ngt prim\u00e4r davon ab, ob kurz- bis mittelfristig Produktlinien &#8211; von Anbau, Ernte, Faseraufschlu\u00df bis hin zum marktf\u00e4higen Endprodukt &#8211; realisiert werden k\u00f6nnen, die eine hinreichende \u00f6konomische Wertsch\u00f6pfung sowie \u00f6kologische Vorteile bieten. 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