{"id":19531,"date":"2024-11-27T10:34:06","date_gmt":"2024-11-27T09:34:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10079-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:07","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:07","slug":"10079-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10079-01\/","title":{"rendered":"Durchf\u00fchrung des Umweltbildungsprojekts Schule und \u00d6ko-Audit"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Entsprechend der EMAS-Verordnung wurden im Rahmen des Projektes Schule und \u00d6ko-Audit an der Dammrealschule Heilbronn und der Internationalen Gesamtschule Heidelberg unter Beteiligung von Sch\u00fclerInnen, LehrerInnen, Eltern und der jeweiligen Stadtverwaltung ein Umweltmanagementsystem aufgebaut. Weitere Ziele dieses Projektvorhabens waren es, Sch\u00fclerInnen zu einer Auseinandersetzung mit der Thematik Umweltschutz in einem ihrer unmittelbaren Lebensbereiche zu motivieren, anwendungsorientiertes, f\u00e4cher\u00fcbergreifendes Umweltwissen zu vermitteln, die F\u00f6rderung sozialer Kompetenz durch Zusammenarbeit von Sch\u00fclerInnen, LehrerInnen und Eltern, das Erkennen von Umweltauswirkungen des Betriebes Schule und deren Reduzierung zu erreichen. Mit diesem Projekt wurden M\u00f6glichkeiten, Hemmnisse und Grenzen des \u00d6ko-Audits f\u00fcr den Dienstleistungssektor Schule evaluiert und beschrieben. Ferner wurden mit ihm die schulischen Interessengruppen (wie LehrerInnen, Sch\u00fclerInnen, Eltern) am Umweltschutz beteiligt. Daneben wurde den Sch\u00fclerInnen praxisrelevantes Wissen zum Umweltschutz und zur Notwendigkeit eines Umweltmanagementsystems in aktiver Form vermittelt. Dies f\u00f6rdert das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Umweltprobleme und bef\u00e4higt sie, die Kenntnisse in der sp\u00e4teren beruflichen Praxis anzuwenden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt gliederte sich in sechs Phasen: In Phase 1 (Erste Umweltpr\u00fcfung) wurde die gegenw\u00e4rtige Umweltsituation an beiden Schulen ermittelt und in eine \u00d6ko-Bilanz \u00fcberf\u00fchrt. Die Phase 2 (Formulierung der Umweltpolitik) beinhaltete die Aufstellung der Umweltpolitik unter Beteiligung von Sch\u00fclerInnen, LehrerInnen und Eltern. Diese beiden Phasen fanden im Schuljahr 1996\/97 statt. Im Schuljahr 1997\/98 lag der Schwerpunkt auf der Entwicklung und dem Aufbau eines Umweltmanagementsystems (Phase 3) unter der Beteiligung von Sch\u00fclerInnen, LehrerInnen, Eltern und den beteiligten Stadtverwaltungen. Phase 4 (Aufstellung eines Umweltprogramms) und Phase 5 (Erstellung einer Umwelterkl\u00e4rung) wurden ebenfalls im Schuljahr 1997\/98 durchgef\u00fchrt. Im Schuljahr 1998\/99 fand schlie\u00dflich die Validierung beider Schulen durch einen externen Umweltgutachter statt (Phase 6).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Seit September 1996 wurde zusammen mit der Dammrealschule Heilbronn und der Internationalen Gesamtschule Heidelberg erstmals an zwei Schulen ein Umweltmanagementsystem nach der EMAS-Verordnung aufgebaut. Um die Umweltsituation auch \u00fcber das Projekt hinaus kontinuierlich zu verbessern, wurde an beiden Schulen ein Umwelt-Team geschaffen, das sich aus Sch\u00fclerInnen, LehrerInnen, Eltern, jeweils einem Vertreter des Umweltamtes der beteiligten St\u00e4dte und einem Managementvertreter der Schulleitung zusammensetzt. Weiter wurde die von den beiden Schulen festgelegte Umweltpolitik von der Gesamtlehrerkonferenz, der Schulkonferenz und vom Gesamtelternbeirat angenommen. In einer ersten Umweltpr\u00fcfung wurden mittels Checklisten an beiden Schulen die Auswirkungen auf die Umwelt untersucht und bewertet. Als Konsequenz aus den gewonnenen Erkenntnissen erarbeiteten beide Schulen ein Umweltprogramm, in dem genau aufgelistet wurde, welche Verbesserungen in den n\u00e4chsten drei Jahren erreicht werden sollen. Mit einem Umweltmanagementsystem, angepasst an die Situation der beiden Schulen, wurden schulische Strukturen und Abl\u00e4ufe so aufgebaut, dass die umweltpolitischen Grunds\u00e4tze und Ziele m\u00f6glichst gut erreicht werden k\u00f6nnen. In einer Umwelterkl\u00e4rung dokumentieren die Schulen \u00f6ffentlich, welche Belastungen von ihnen ausgehen und wie mit Umweltpolitik, -programm und -management darauf reagiert wird. Die Umwelterkl\u00e4rung wurde mittlerweile f\u00fcr g\u00fcltig erkl\u00e4rt und bei der jeweils zust\u00e4ndigen nationalen Registrierungsstelle, der Industrie- und Handelskammer Heilbronn bzw. Rhein-Neckar, eingetragen. Mit diesem Projekt konnten mehrere Ziele erreicht werden: So wird der Umweltschutz in den Schulen systematisch und kontinuierlich verbessert. Es erfolgt eine f\u00e4cher\u00fcbergreifende Vermittlung \u00f6kologischer Lerninhalte in Teamarbeit. Vernetztes Denken wird gef\u00f6rdert und neue Lernformen erprobt und einge\u00fcbt. Die Mitverantwortung und die Mitgestaltungsm\u00f6glichkeiten von Sch\u00fclerInnen und Eltern wird gef\u00f6rdert. Dar\u00fcber hinaus werden Sch\u00fclerInnen, LehrerInnen, Hausmeister, Eltern und Schulverwaltung f\u00fcr Umweltfragen verst\u00e4rkt sensibilisiert und zu entsprechenden Verhaltens\u00e4nderungen motiviert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bereits w\u00e4hrend des \u00d6ko-Audits fanden von der Dammrealschule mehrere Aktionen statt, in denen das Modellvorhaben innerhalb verschiedener Zusammenh\u00e4nge der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt wurde:<br \/>\n\u00b7 Auf dem Markt der M\u00f6glichkeiten im November 1996 in Obersulm-Willsbach wurde das Modellvorhaben \u00fcber Graphiken und Textbeitr\u00e4ge an einer Schautafel pr\u00e4sentiert, ein Video gezeigt und erste Auswertungen der Sch\u00fcler-Arbeitsgruppen den anwesenden Eltern, LehrerInnen sowie Vertretern des Staatlichen Schulamtes und Oberschulamtes auf Computern vorgestellt.<br \/>\n\u00b7 Von der Stiftung Landesgirokasse Natur und Umwelt wurde das Modellvorhaben Schule und \u00d6ko-Audit im Dezember 1996 mit 10.000 DM gef\u00f6rdert.<br \/>\n\u00b7 Im Oktober 1997 fand eine \u00fcberregionale und interdiziplin\u00e4re Lehrerfortbildung statt, auf der am Vormittag in einer Arbeitsgruppe das Modellvorhaben den LehrerInnen der anderen Realschulen des Schulamtsbezirks Heilbronn vorgestellt wurde.<br \/>\n\u00b7 Die Sch\u00fclerInnen der Dammrealschule haben sich im Schuljahr 1996\/97 an mehreren Umwelt-Preisausschreiben beteiligt. Bei der Aktion Der Umweltpreis, der von der Heilbronner Stimme, S 4 Frankenradio Heilbronn, den Stadtwerken Heilbronn und der Gasversorgung S\u00fcddeutschland ausgeschrieben wurde, erhielt die Dammrealschule im April 1998 f\u00fcr ihren Beitrag den ersten Preis, ei-nen Scheck \u00fcber 1.000,- DM.<br \/>\n\u00b7 Im M\u00e4rz 1998 wurde bei einem Gespr\u00e4ch mit der Stadt Heilbronn vereinbart, dass die Dammrealschule beim Umweltschutz eine Pilotschule im Stadtkreis Heilbronn werden solle. Ergebnis dieser Besprechung war es, dass die Schule ab 1. Januar 1999 am fifty-fifty-Modell der Stadt Heilbronn teilnehmen wird.<br \/>\n\u00b7 Seit Anfang 1998 bem\u00fchte sich die Dammrealschule um das Sponsoring ihrer Umweltaktivit\u00e4ten. Von der Kreissparkasse Heilbronn wurde das Vorhaben mit 2.000,- DM gef\u00f6rdert; zus\u00e4tzlich wurde der Dammrealschule von der Firma L\u00e4pple bei erfolgreicher Validierung eine finanzielle Unterst\u00fct-zung in H\u00f6he von DM 500,- zugesagt.<br \/>\n\u00b7 Am 21. Juli 1999 fand eine Pressekonferenz statt, auf der die offizielle Validierung der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt wurde.<br \/>\nVon der Internationalen Gesamtschule Heidelberg (IGH) wurden folgende \u00d6ffentlichkeitsaktionen durchgef\u00fchrt:<br \/>\n\u00b7 Am 20. Mai 1998 wurde der IGH durch die Lincoln GmbH eine Spende in H\u00f6he von 2.000,- DM f\u00fcr ihre schulischen Aktivit\u00e4ten \u00fcbergeben.<br \/>\n\u00b7 Am 16. Juni 1999 fand unter Anwesenheit von Frau Oberb\u00fcrgermeisterin Beate Weber und Umweltb\u00fcrgermeister Thomas Schaller eine Pressekonferenz statt, auf der die offizielle Validierung der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt wurde.<br \/>\nDie Drucklegung der Umwelterkl\u00e4rung erfolgte durch eine Spende der Heidelberger Druckmaschinen AG.<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichungen<br \/>\n\u00b7 Umwelterkl\u00e4rung der Dammrealschule Heilbronn<br \/>\n\u00b7 Umwelterkl\u00e4rung der Internationalen Gesamtschule Heidelberg<br \/>\n\u00b7 Umweltmanagement in Schulen. Arbeitshilfe zur Umsetzung der EMAS-Verordnung am Beispiel der Dammrealschule Heilbronn und der Internationalen Gesamtschule Heidelberg. Texte und Materialien, Reihe A, Nr. 46. Heidelberg 2000: Forschungsst\u00e4tte der Ev. Studiengemeinschaft<br \/>\n\u00b7 (zusammen mit Wolfgang Kammerer) Gemeinsam lernen. In: M\u00fcllMagazin, Heft 3 (1997), S. 9-12<br \/>\n\u00b7 (zusammen mit Wolfgang Kammerer) Schule und \u00d6ko-Audit. Erfahrungen aus einem Modellprojekt an zwei baden-w\u00fcrttembergischen Schulen. In: Zeitschrift f\u00fcr berufliche Umweltbildung, Heft 2 (1997), S. 15-17<br \/>\n\u00b7 Umweltschutz in der Schule. In: WirtschaftsSpiegel. Wissen und Didaktik f\u00fcr Bildung und Beruf, Heft 3 (1998), S. 13-20<br \/>\n\u00b7 Die Einbeziehung von Kommunalverwaltungen in das schulische Umweltmanagement. In: UVP-Report, Heft 3 (1999), S. 148-151<br \/>\n\u00b7 \u00d6ko-Audit als Grundlage einer schulischen Umweltbildung. In: DGU-Nachrichten, Heft 20 (1999), S. 38-41<br \/>\n\u00b7 Schulisches Umweltmanagement. In: WirtschaftsSpiegel. Wissen und Didaktik f\u00fcr Bildung und Be-ruf, Heft 1 (2000), S. 13-20<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Umwelt-Audit erf\u00fcllt im Rahmen der schulischen Umweltbildung drei wesentliche Aufgaben:<br \/>\nErstens haben die LehrerInnen die M\u00f6glichkeit, die Sch\u00fclerInnen in einzelnen Themenfeldern des Umwelt-Audits und des schulischen Umweltschutzes (z.B. in Fragen der Energienutzung, des Wasserverbrauchs, des Materialverbrauchs, der Abfallvermeidung und -reduzierung sowie des Umweltmanagements) zu unterrichten und auf diese Weise zu motivieren. Eine vergleichende Analyse von Jugendli-chen im Alter von 15 bis 27 Jahren in Baden-W\u00fcrttemberg und Sachsen, die vom Ministerium f\u00fcr Jugend, Kultus und Sport Baden-W\u00fcrttemberg und dem S\u00e4chsischen Staatsministerium in Auftrag gegeben wurde, macht deutlich, dass sich immerhin mehr als die H\u00e4lfte der Befragten f\u00fcr den Umwelt- und Naturschutz einsetzen w\u00fcrden. Die Jugendlichen engagieren sich allerdings nur dann, wenn die Mitarbeit Spa\u00df macht. Dar\u00fcber hinaus muss es ihnen auch etwas f\u00fcr ihr weiteres Leben bringen und sie m\u00fcssen mitbestimmen k\u00f6nnen, was zu tun ist.<br \/>\nUmweltbildung \u00fcbernimmt beim Umwelt-Audit eine Querschnittsaufgabe, die f\u00e4cher\u00fcbergreifend, handlungsorientiert, projektorientiert und kooperativ angegangen werden kann. Auf diese Weise werden innerschulisch neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Sch\u00fclerInnen und LehrerInnen einge\u00fcbt und erprobt. Die Sch\u00fclerInnen erlernen im Rahmen ihrer Datenerhebungen f\u00fcr das Umwelt-Audit Teamf\u00e4higkeit und sind gen\u00f6tigt, unterschiedlichste Informationsquellen bei kommunalen \u00c4mtern, bei Stadt- und Wasserwerken usw. zu erheben und unter Umst\u00e4nden sogar eigene Messungen (etwa Boden- und Wasserproben, L\u00e4rmmessungen) durchzuf\u00fchren. Die Bund-L\u00e4nder-Kommission bezeichnet dieses Handeln demzufolge als Kooperationsorientierung.<br \/>\nZweitens steht es den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern im Rahmen des Umwelt-Audits offen, in Form von eigenen Erhebungen und Untersuchungen auf den Unterricht und das Schulleben Einfluss zu nehmen, indem sie die Umwelt an ihrer Schule verantwortlich mit gestalten und ver\u00e4ndern. Zwar wurden den Sch\u00fclerInnen Checklisten zur Verf\u00fcgung gestellt, mit denen sie die verschiedenen Teilgebiete des Umwelt-Audits (z.B. Abfall, Energie, Verkehr, Reinigung, Emissionen, Wasser und Abwasser, Wasser- und Bodenqualit\u00e4t, Bodenversiegelung und Materialeinsatz) untersuchen und erheben. Da jedoch an jeder Schule andere Strukturen herrschen, sind die Checklisten von den Sch\u00fclerInnen und LehrerInnen eigenst\u00e4ndig anzupassen. Diese Form der Selbstorganisation ist ein wesentlicher Teil des Umwelt-Audits.<br \/>\nDrittens haben auch die Eltern eine neue Funktion wahrzunehmen, denn sie unterst\u00fctzen und pr\u00e4gen zuk\u00fcnftig die Entwicklung hin zu einer \u00f6kologisch gestalteten Schule, indem sie im Rahmen des Umwelt-Audits Aufgaben (wie etwa im Elternbeirat oder in der Schulkonferenz) \u00fcbernehmen und den Gedanken des Umweltschutzes nach au\u00dfen tragen. Dar\u00fcber hinaus werden sie sp\u00e4terhin auch am Umweltmanagementsystem mitwirken. Die Bund-L\u00e4nder-Kommission spricht in dem Zusammenhang von verst\u00e4ndigungs- und werteorientiertem Lernen, das von den Schulbeteiligten erlernt wird. Das Umwelt-Audit kann hierzu ein wichtiger Baustein sein.<br \/>\nDurch das Umwelt-Audit k\u00f6nnen von den Sch\u00fclerInnen im Rahmen ihrer T\u00e4tigkeit in den Arbeitsgruppen Schl\u00fcsselqualifikationen wie selbst\u00e4ndiges Lernen und Pr\u00e4sentation von Arbeitsergebnissen, Kreativit\u00e4t, Team-, Konflikt-, Dialog- und Kooperationsf\u00e4higkeit sowie Verantwortungsbewusstsein erworben und einge\u00fcbt werden. Au\u00dferdem erlernen sie auch F\u00e4higkeiten, die sie sp\u00e4ter in die Arbeitswelt einbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Entsprechend der EMAS-Verordnung wurden im Rahmen des Projektes Schule und \u00d6ko-Audit an der Dammrealschule Heilbronn und der Internationalen Gesamtschule Heidelberg unter Beteiligung von Sch\u00fclerInnen, LehrerInnen, Eltern und der jeweiligen Stadtverwaltung ein Umweltmanagementsystem aufgebaut. 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