{"id":19528,"date":"2023-07-13T15:10:13","date_gmt":"2023-07-13T13:10:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04434-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:14","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:14","slug":"04434-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04434-01\/","title":{"rendered":"Minimierung der Umweltbelastung durch optimierte Lenkung der Reststofffl\u00fcsse in der Schwei\u00dftechnik"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Auf dem gesamten Gebiet der Schwei\u00dftechnik &#8211; allgemein der F\u00fcge- und vor allem der Trennverfahren &#8211; f\u00e4llt eine Vielzahl von Proze\u00dfnebenprodukten an. Um Betrieben die Unsicherheiten hinsichtlich der Behandlung der Proze\u00dfnebenprodukte und Abf\u00e4lle zu nehmen, haben sich wissenschaftliche Institute mit unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten in der Schwei\u00dftechnik und Werkstoffkunde f\u00fcr die Durchf\u00fchrung dieses Verbundforschungsprojekts zusammengeschlossen. Im Rahmen dieses Verbundprojektes sollten verfahrensbezogene Umweltleitf\u00e4den zur Lenkung betrieblicher Abfallstr\u00f6me erstellt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt hatte eine Laufzeit von 1.1. bis 31.12.1995. F\u00fcr die Berichtslegung wurden der Koordination und der Begleitforschung eine kostenneutrale Verl\u00e4ngerung bis 30.4.1996 bewilligt.<br \/>\nZu Beginn des Projekts erfolgte eine Vereinbarung \u00fcber angemessene Wege und Verfahren der empirischen Datengewinnung. Eine erste Entscheidung lautete, da\u00df es f\u00fcr einige technische Verfahren (wie z.B. Schwei\u00dfen) nicht sinnvoll ist, den Versuch einer schriftlichen Erhebung durchzuf\u00fchren, da die Grundgesamtheit der Anwenderbetriebe nicht bekannt und somit auch keine statistisch gesicherte Repr\u00e4sentativit\u00e4t erzielbar ist. Andere wie die Lasermaterialbearbeitung hatten hingegen die Chance, in einem \u00fcberschaubaren Teilmarkt mit Hilfe der Befragung zu repr\u00e4sentativen Ergebnissen zu gelangen. Deshalb wurde die schriftliche Befragung nicht zum verpflichtenden Standardinstrument bestimmt. F\u00fcr alle Teilprojekte galt, da\u00df im Sinne eines Methoden-Mix die empirische Datengewinnung auf f\u00fcnf Wegen erfolgen sollte:<br \/>\n\u00b7 Auswertung von Fachliteratur und Sekund\u00e4ranalyse vorhandener Datenbest\u00e4nde (Entsorger, Umweltministerien o.\u00e4.);<br \/>\n\u00b7 m\u00fcndliche oder fernm\u00fcndliche Expertengespr\u00e4che;<br \/>\n\u00b7 betriebliche Expertengespr\u00e4che und Fallstudien incl. betrieblicher Datenanalyse;<br \/>\n\u00b7 ggf. Unterst\u00fctzung durch einen Fragebogen;<br \/>\n\u00b7 evtl. zus\u00e4tzliche Laboranalysen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Materiales Ergebnis des Projekts ist ein Umweltleitfaden, der f\u00fcr alle sieben betrachteten F\u00fcge- und Trennverfahren einen schnellen \u00dcberblick zu den entstehenden Nebenprodukten und Abf\u00e4llen liefert und so Betrieben Informationen f\u00fcr einen umweltschonenden und gesetzeskonformen Umgang damit an die Hand gibt. Die Struktur des Leitfadens ist durch einen dreiteiligen Aufbau gekennzeichnet.<br \/>\nDer erste Teil des Leitfadens umfa\u00dft eine Darstellung der allgemeinen rechtlichen Situation beim Umgang mit betrieblichen Abf\u00e4llen. Dies beinhaltet unter anderem eine zusammenfassende Darstellung des Abfall- bzw. Reststoffbegriffes im Abfallgesetz sowie eine kurze Erl\u00e4uterung der Verwaltungsvorschriften zum Abfallgesetz, die f\u00fcr den speziellen Bereich der hier behandelten Trenn- und F\u00fcgeverfahren von besonderer Bedeutung sind.<br \/>\nDer zweite und der dritte Teil des Leitfadens umfassen die technologieorientierten Abfallschl\u00fcsselmatrizen und Abfallschl\u00fcssel- steckbriefe, die jeweils miteinander gekoppelt sind. F\u00fcr jede Verfahrensgruppe innerhalb einer Fertigungstechnologie enth\u00e4lt der Leitfaden eine Abfallschl\u00fcsselmatrix, wobei die verschiedenen betrieblichen Stoffe gem\u00e4\u00df den geltenden Verordnungen durch Abfallschl\u00fcsselnummern gekennzeichnet sind. Diese sind jeweils einer praxisorientierten Abfallhauptgruppe und einem Verfahrens- schritt zugeordnet. Die genaue Beschreibung und Charakterisierung der in den Reststoffmatrizen aufgef\u00fchrten und durch die Abfall- schl\u00fcssel bezeichneten Abfallstoffe erfolgt in den Abfallschl\u00fcsselsteckbriefen.<br \/>\nDurch die detaillierte technologieorientierte Struktur des Umweltleitfadens wird der Abfallerzeuger in die Lage versetzt, konkrete Informationen zu Verwertungs- und Entsorgungsfragen schnell abrufen zu k\u00f6nnen. Gleichzeitig bietet die zusammenfassende Darstellung mehrerer Trenn- und F\u00fcgeverfahren in einem Leitfaden die M\u00f6glichkeit, sich verfahrens\u00fcbergreifend \u00fcber Umweltfragen zu informieren.<br \/>\nAls ein weiteres Ergebnis des Projektes lassen sich zwei M\u00f6glichkeiten nennen, wie die positiven Ans\u00e4tze des Leitfadens bzw. die positiven Effekte der betrieblichen Abfallbilanz den Unternehmen vermittelt werden k\u00f6nnen:<br \/>\n1. Die Mehrzahl der im Rahmen dieses Verbundforschungsprojektes befragten kleineren und mittelst\u00e4ndischen Abfallerzeuger sind an einer freiwilligen, allgemeinen und kostenfreien Beratung zu M\u00f6glichkeiten der Vermeidung und Verwertung von Sonderabf\u00e4llen stark interessiert.<br \/>\n2. Derzeit werden von Beratungsunternehmen Mustererkl\u00e4rungen f\u00fcr verschiedene Branchen entwickelt, die helfen, die umwelt- relevanten Daten eines Unternehmens zu erfassen und mit Hilfe der Datenverarbeitung die Pflichtver\u00f6ffentlichungen einfach zu bew\u00e4ltigen. Besonders f\u00fcr diese Dienstleister kann der erarbeitete Leitfaden ein wichtiges Werkzeug bei der Erfassung des betrieblichen Ist-Zustandes sein, der formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen entspricht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>23.11.1995, Hannover   : Vorstellung des Leitfadenentwurfes und Diskussion erster Zwischenergebnisse<br \/>\n                                         mit Industrievertretern auf einem Workshop<br \/>\n09.05.1996, Magdeburg:  Vorstellung des Umweltleitfadenkonzeptes auf der 6. Schwei\u00dftechnischen<br \/>\n                                         Tagung des BV-Magdeburg (DVS) durch den Koordinator des Projektes<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aufgrund der im Rahmen des Projekts gemachten Erfahrungen sind die Autoren zu der Einsch\u00e4tzung gelangt, da\u00df lediglich diejenigen Firmen den erarbeiteten Umweltleitfaden in vollem Umfang nutzen zu k\u00f6nnen, die bereits begonnen haben, die betrieblichen Stoffstr\u00f6me strukturiert zu erfassen. Nur in wenigen F\u00e4llen scheinen die \u00fcbrigen Unternehmen aus eigener Kraft in der Lage zu sein, die Ergebnisse dieses Projektes direkt umzusetzen und den hier erarbeiteten Leitfaden zu nutzen, um ihrer Mitteilungspflicht gegen\u00fcber den Umweltbeh\u00f6rden und Landes\u00e4mtern nachzukommen.<br \/>\nZu den Quintessenzen z\u00e4hlt auch eine Einsch\u00e4tzung der empirischen Arbeit. Es hat sich erwiesen, da\u00df die pessimistischen Einsch\u00e4tzungen bez\u00fcglich Problemen bei der Informationsgewinnung richtig waren, teilweise sogar noch zu optimistisch:<br \/>\n\u00b7 Der Betriebszugang war schwierig und h\u00e4ufig langwierig.<br \/>\n\u00b7 Teilweise gab es nur eine begrenzte Offenheit bei der Weitergabe von Daten und Informationen; teilweise lagen die Daten aber auch einfach nicht vor.<br \/>\n\u00b7 In einigen F\u00e4llen waren gravierende Unkenntnisse \u00fcber Art, Menge, Risikopotential, Vorschriften, Entsorgungsm\u00f6glichkeiten etc. festzustellen.<br \/>\n\u00b7 Zugleich gilt aber auch: Es gab h\u00e4ufig positiven Zuspruch bez\u00fcglich der Wichtigkeit des Projekts und ge\u00e4u\u00dfertem Interesse an den Ergebnissen (Umweltleitfaden).<br \/>\nF\u00fcr die Projektgruppe gilt: Wir sind in Teilen selber \u00fcberrascht \u00fcber Menge und G\u00fcte des aussagef\u00e4higen Materials, das nunmehr in handlungsinstruktiver Form vorliegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Auf dem gesamten Gebiet der Schwei\u00dftechnik &#8211; allgemein der F\u00fcge- und vor allem der Trennverfahren &#8211; f\u00e4llt eine Vielzahl von Proze\u00dfnebenprodukten an. 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