{"id":19526,"date":"2023-07-13T15:08:43","date_gmt":"2023-07-13T13:08:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/02033-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:43","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:43","slug":"02033-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/02033-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung: Technische Eignungsbewertung der Eigenkompostierung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Untersuchung m\u00f6glicher Formen der Eigenkompostierung in Kombination von Bauformparametern (vertikal, konisch, Isolierung und Bodenrost) und Betriebstechniken (Homogenisierung, R\u00fcckhomogenisierung und Fertigkompostbeimischung) gegen\u00fcber den meistverwendeten Lattenkompostern. Ziel des Projektes war es zum einen, \u00fcber die bau- und betriebstechnischen \u00c4nderungen eine Optimierung des Rotteverlaufes zu erreichen, zum anderen wurden die umweltrelevanten Auswirkungen der Rotte analysiert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Untersuchungen des Rotteprozesses wurden in den Bauform- und Betriebstechnikkompostern in drei Versuchsserien \u00fcber jeweils 6 Monate durchgef\u00fchrt. Die Beschickungen erfolgten einmal w\u00f6chentlich \u00fcber einen Zeitraum von 12 Wochen. Drei Monate nach der ersten Beschickung wurden die Komposter umgesetzt und die Vorrotte beendet. Die Nachrotte endete nach weiteren 3 Monaten mit der Aufl\u00f6sung der Komposter. Von den Inputmaterialien, dem Frischkompost nach dreimonatiger Rotte sowie dem Fertigkompost nach sechsmonatiger Rotte wurden Proben entnommen und analysiert. W\u00e4hrend der gesamten Rottedauer wurden begleitend Temperatur- und Setzungsmessungen durchgef\u00fchrt.<br \/>\nAls weitere Untersuchungen an den Bauform- und Betriebstechnikkompostern wurden in Hinblick auf umweltrelevante Auswirkungen Sickerwasseranalysen, Untersuchungen human- und phytopathogener Keime sowie Geruchs- und Gasmessungen vorgenommen. Zus\u00e4tzlich hierzu wurden an offenen Lattenkompostern Abdeckungen zur Minimierung des Sickerwasserabfalls installiert sowie an anderen Lattenkompostern zur Verminderung des Stoffeintrages Unterschichtungen mit Adsorbienten eingerichtet und in ihrer Wirksamkeit \u00fcberpr\u00fcft.<br \/>\nUnter langj\u00e4hrig betriebenen Kompostpl\u00e4tzen wurden zur Feststellung der Schwermetall- und N\u00e4hrstoffgehalte Bodenproben gezogen und analysiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Aufgrund der \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcsse und der gro\u00dfen Schwankungsbreite der Untersuchungsergebnisse konnten sowohl bei den Bauformparametern als auch bei den Betriebstechnikans\u00e4tzen keine durchgehenden signifikanten Unterschiede hinsichtlich einer Rottebeschleunigung festgestellt werden. Allerdings liefern die Untersuchungsergebnisse der einzelnen rottebeeinflussenden Faktoren Hinweise auf die positive Wirkung verschiedener Bauform- und Betriebstechnikans\u00e4tze.<br \/>\nDie Witterungsabh\u00e4ngigkeit der Rotte zeigte sich besonders in den Serien w\u00e4hrend der kalten Witterungsperioden. Hier ist die Isolierung den nichtisolierten Kompostern in Bezug auf die Temperaturentwicklung und der damit verbundenen Rottebeschleunigung \u00fcberlegen, w\u00e4hrend eine h\u00f6here Au\u00dfentemperatur diese Unterschiede mindert oder vollst\u00e4ndig ausgleicht. Die Au\u00dfentemperatur hat auf die Temperaturentwicklung der offenen Lattenkomposter den gr\u00f6\u00dften Einflu\u00df.<br \/>\nDer Volumenverlust des Rottegutes erreicht \u00fcber die gesamte Rottedauer bei allen Kompostern ein \u00e4hnliches Niveau. Die Lattenkomposter zeigen aufgrund der gr\u00f6\u00dferen Grundfl\u00e4che und der daraus resultierenden geringeren Auflast die niedrigsten Setzungswerte in der Bauformreihe, w\u00e4hrend die konische Bauform aufgrund der kleineren Grundfl\u00e4che und der H\u00f6heren Auflast g\u00fcnstigere Setzungswerte liefert. Der Bodenrost wirkt sich ebenso wie die R\u00fcckhomogenisierung des Inputmaterials mit der obersten Schicht des Rottegutes zus\u00e4tzlich positiv auf die Setzung aus.<br \/>\nF\u00fcr den Feuchtmassenabbau zeigen die Parameter konisch, Bodenrost und R\u00fcckhomogenisierung wiederum positive Wirkung, w\u00e4hrend wie bei der Setzung die Lattenkomposter und der Ansatz mit Fertigkompostbeimischungen die niedrigsten Werte erreichen.<br \/>\nDie Ergebnisse zum Abbau der organischen Trockensubstanz liefern keine eindeutige Tendenz, die eine Aussage \u00fcber eine positive Wirkung f\u00fcr einen der untersuchten Parameter zulassen.<br \/>\nAuch in den Ergebnissen der Rottegraduntersuchungen zeigten sich die Komposter mit Isolierung den \u00fcbrigen Bauformen w\u00e4hrend der kalten Perioden \u00fcberlegen. In den warmen Perioden n\u00e4hern sich die erreichten Rottegrade der Komposter an.<br \/>\nDie exemplarischen Untersuchungen an den Fertigkompostproben der ersten Serie zeigten, da\u00df das Rottegut im konischen Komposter, der hier Rottegrad V erreichte, im Vergleich zum Lattenkomposter zwar wesentlich weiter verrottet war, allerdings war der Rotteprozess auch hier noch nicht vollst\u00e4ndig abgeschlossen.<br \/>\nIn den durchgef\u00fchrten Biotests zur \u00dcberpr\u00fcfung der Pflanzenvertr\u00e4glichkeit zeigten sich sehr hohe Schwankungen in den Kresse- und Erbsenertr\u00e4gen, die zum Teil in den hohen Salzgehalten der untersuchten Kompostproben und zum anderen in der mangelnden phytopathogenen Entseuchung des Kompostes begr\u00fcndet sind.<br \/>\nDie Untersuchung der umweltrelevanten Auswirkungen lieferten die folgenden Ergebnisse. Die Schwermetalluntersuchungen zeigen, da\u00df die untersuchten Kompostproben die von der Bundesg\u00fctegemeinschaft Kompost angesetzten Grenzwerte mit Ausnahme einiger Ausrei\u00dfer nicht \u00fcberschreiten. Die N\u00e4hrstoffgehalte liegen im Mittel in den im LAGA Merkblatt M 10 angegebenen Wertebereichen. Die Ausbringungsmenge des Kompostes ist stark von den N\u00e4rstoffbed\u00fcrfnissen der zu d\u00fcngenden Pflanzen abh\u00e4ngig.<br \/>\nDie Temperaturentwicklung in den untersuchten Kompostern reicht nicht allein zur humanpathogenen Entseuchung aus.<br \/>\nSalmonellen konnten im Rohmaterial und im Kompost nicht nachgewiesen werden, allerdings wurden auch keine Inputchargen k\u00fcnstlich kontaminiert, um daran einen eventuellen antagonistischen Entseuchungseffekt nachzuweisen.<br \/>\nF\u00fcr die orale Aufnahme als Infektionsweg und unter Ausschlu\u00df von mit F\u00e4kalien verunreinigten Inputmaterialien sowie ungekochten Fleischresten ist eine Gef\u00e4hrdung weitgehend auszuschlie\u00dfen.<br \/>\nIn einem Sonderversuch zur Minimierung des Sickerwasseranfalls wurden bei offenen Lattenkompostern verschiedene Abdeckungsarten, wie Pappe oder Plastikplane angewendet. Zur Absch\u00e4tzung der Untergrundgef\u00e4hrdung durch Sickerwasser wurden an langj\u00e4hrig betriebenen Kompostpl\u00e4tzen Bodenproben genommen und analysiert. Eine ma\u00dfgebliche Gef\u00e4hrdung des Grundwassers ist weitgehend auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die in dem Projekt erzielten Ergebnisse zeigen, da\u00df die Optimierung der Rotte durch bau- und betriebstechnische Ma\u00dfnahmen in Bezug auf verschiedene rottebeeinflu\u00dfende Faktoren m\u00f6glich ist. Umweltrelevanten Auswirkungen der Kompoststellen &#8211; insbesondere bzgl. der Sickerwasseremission &#8211; sind eindeutig nachweisbar, k\u00f6nnen jedoch durch betriebs- und bautechnische Ma\u00dfnahmen gemindert werden. Im Kontext der boden- und grundwasserrelevanten Emissionen der weit gr\u00f6\u00dferen Kulturfl\u00e4chen in Hausg\u00e4rten ist die Emission der Kompoststelle selbst allerdings von nachgeordneter Bedeutung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Untersuchung m\u00f6glicher Formen der Eigenkompostierung in Kombination von Bauformparametern (vertikal, konisch, Isolierung und Bodenrost) und Betriebstechniken (Homogenisierung, R\u00fcckhomogenisierung und Fertigkompostbeimischung) gegen\u00fcber den meistverwendeten Lattenkompostern. 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