{"id":19522,"date":"2023-07-13T15:14:48","date_gmt":"2023-07-13T13:14:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11646-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:48","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:48","slug":"11646-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11646-01\/","title":{"rendered":"Arbeitspl\u00e4tze durch Naturschutz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Ziele des Projektes bestanden darin,<br \/>\n\u00b7\tdie Idee der Biosph\u00e4renreservate als Modell f\u00fcr ein Miteinander von Schutz, Nutzung und Entwick-lung im L\u00e4ndlichen Raum in Baden-W\u00fcrttemberg zu etablieren und<br \/>\n\u00b7\tan Beispiel der Modellregion Mittlere Schw\u00e4bische Alb die Potentiale einer nachhaltigen Entwicklung sowie deren positive Auswirkungen auf die regionale Wertsch\u00f6pfung und die Erhaltung ge-wachsener Kulturlandschaften aufzuzeigen. Dies geschah modellhaft an der Schnittstelle Natur-schutz, Landwirtschaft und Tourismus, im Teilprojekt Alb-Guides.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenFachliche Grundlage und Lobby-Instrument war die Publikation Arbeitspl\u00e4tze durch Naturschutz, die anhand von sieben Fallbeispielen das wirtschaftliche Potential der Verkn\u00fcpfung von Arbeit, Umwelt und Sozialem beleuchtet. Die Publikation wurde zu Beginn des Projektes ver\u00f6ffentlicht und in der Region lobbyiert.<br \/>\nIm Rahmen des Teilprojektes Alb-Guides wurde ein VHS-Kurs zur Ausbildung von Besucherf\u00fchrern (Alb-Guides) konzipiert und umgesetzt. Parallel dazu wurden Bausteine zur Besucherlenkung und -information (z. B. gef\u00fchrte Tagestouren, Mithilfe auf landwirtschaftlichen Betrieben) entwickelt, die dazu beitrugen<br \/>\n\u00b7\tdie regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte zu verbessern,<br \/>\n\u00b7\teine nachhaltige Tourismuswirtschaft zu etablieren,<br \/>\n\u00b7\tdie Besucherstr\u00f6me umweltvertr\u00e4glich zu lenken und auch<br \/>\n\u00b7\tdas Bewusstsein f\u00fcr Region, Natur und Landschaft und den Gedanken der Nachhaltigkeit zu st\u00e4rken.<br \/>\nDie Qualit\u00e4t der Ausbildung, die Umsetzbarkeit und Effizienz der Bausteine wurde anschlie\u00dfend in der Praxis getestet. Eine Fachtagung diente schlie\u00dflich dem Erfahrungsaustausch sowie der Diskussion und Umsetzung weiterer nachhaltiger Entwicklungsmodelle f\u00fcr die Region.<br \/>\nDas Projekt wurde von intensiver \u00d6ffentlichkeitsarbeit begleitet. Die Gesamtbev\u00f6lkerung sowie alle relevanten Interessensgruppen in der Region wurden einbezogen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Publikation wurde bei zahlreichen Veranstaltungen pr\u00e4sentiert und allen wichtigen Entscheidungstr\u00e4gern nahe gebracht. Das Pilotprojekt konnte die durch die Publikation angeregte Diskussion durch praktische Erfahrungen befruchten und aufzeigen, wie nachhaltige Regionalentwicklung an der Schnitt-stelle Tourismus, Landwirtschaft und Naturschutz funktionieren kann. Es wurde in Partnerschaft mit der Volkhochschule M\u00fcnsingen und der Touristikgemeinschaft Gro\u00dfes Lautertal umgesetzt.<br \/>\nDie Ausbildung umfasste einen zweisemestrigen Kurs an der Volkshochschule, der die Teilnehmer bef\u00e4higt, qualitativ hochwertige Wanderungen, Rad- und Bustouren in der Region zu f\u00fchren. Kursinhalte waren die natur- und kulturgeographischen Besonderheiten der Region, die Situation der heimischen Land- und Forstwirtschaft, die Grundz\u00fcge einer nachhaltigen Regionalentwicklung und des Agenda 21-Prozesses sowie Aspekte der Umweltp\u00e4dagogik und Gruppenf\u00fchrung. Das didaktische Prinzip sah keinen Frontalunterricht vor, sondern vielmehr die Bef\u00e4higung zur Eigeninitiative, die F\u00f6rderung von Kreativit\u00e4t und einen gemeinsamen Prozess der Fortentwicklung unter den Teilnehmern. Besonderer Wert wurde auf die Vermittlung von Zusammenh\u00e4ngen zwischen den Naturfaktoren, der regionalen Geschich-te und der Landwirtschaft gelegt. Zentrales Element der Ausbildung waren f\u00e4cher\u00fcbergreifende Exkursionen, die Kulturlandschaft erlebbar machen und die Wechselwirkungen zwischen den Landschaftsfaktoren aufzeigen. Dozentenworkshops sicherten die Qualit\u00e4t dieses Ausbildungsteils.<br \/>\nDer Kurs richtete sich an Menschen aus der Region, die ein neues Bet\u00e4tigungsfeld oder eine attraktive Freizeitbesch\u00e4ftigung suchten. In der Projektregion wurden bisher zwei Kurse durchgef\u00fchrt, ein dritter Kurs startet im Fr\u00fchjahr 2003. An den Grundkursen nahmen rund 60 Personen teil. Bisher wurden 29 Alb-Guides zertifiziert. Grundlage f\u00fcr die Zertifizierung sind u. a. die Ausarbeitung einer individuellen Alb-Guide-Tour und ein Praxistest. Das Tourenangebot wird in einem j\u00e4hrlich erscheinenden Programmheft zusammen gefasst. Momentan sind 29 Wanderungen, sechs Radtouren und drei Bustouren im Angebot. Die Touren werden an festen Terminen angeboten, k\u00f6nnen aber auch individuell von Gruppen gebucht werden. F\u00fcr die Touren wird ein Teilnehmerbetrag erhoben, der den Guides zugute kommt. Die Angebote werden gut besucht bzw. gebucht. Im Jahr 2002 kamen \u00fcber 80 Gruppenbuchungen zustande. Zur Bew\u00e4ltigung der organisatorischen Aufgaben hat der NABU einen Alb-Guide als freien Mitarbeiter ange-stellt, der die regionale Touristinfo unterst\u00fctzt. Die ausgebildeten Guides werden weiterhin im Rahmen von Stammtischen und Fortbildungen betreut. Im Jahr 2003 startet zusammen mit dem DAI T\u00fcbingen eine Fortbildung in Englisch, die die Teilnehmer zur F\u00fchrung von ausl\u00e4ndischen Gruppen bef\u00e4higen soll.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Publikation wie auch das Alb-Guide-Projekt wurden bei zahlreichen regionalen und \u00fcberregionalen Veranstaltungen vorgestellt, darunter Tagungen und Messen. Die Publikation ist bis auf einen kleinen Restbestand vergriffen. \u00dcber die Alb-Guide-Touren und das Projekt erschienen \u00fcber 100 l\u00e4ngere Pres-seartikel. Mehrere Pr\u00e4sentationssysteme und Marketingmaterialien sorgen f\u00fcr eine professionelle Projektdarstellung. Dar\u00fcber hinaus wurden zahlreiche Kooperationen umgesetzt, z. B. Kombiticket mit der Schw\u00e4bischen Albbahn, Pauschalangebot Alb-Guide-Tour f\u00fcr Reiseunternehmen zusammen mit der TG Schw\u00e4bische Alb, Infopoints \u00fcber das Projekt in Gomadingen und M\u00fcnsingen.<br \/>\nMit dem VHS-Verband Baden-W\u00fcrttemberg und dem Netzwerk Erdgeschichte e.V. wurden gemeinsame Qualit\u00e4tsstandards f\u00fcr die \u00dcbertragung der Projektidee auf andere Regionen verabschiedet. Eine \u00dcber-tragung fand bereits am westlichen Bodensee und im Nordschwarzwald statt. Das Alb-Guide-Projekt ist als Starterprojekt im neuen Geopark Schw\u00e4bische Alb anerkannt und gilt als zentrales Umweltbildungsprojekt im Rahmen der F\u00f6rderprogramme PLENUM und REGIONEN AKTIV im Landkreis Reutlingen.<br \/>\nHervorzuheben ist die Multiplikatorfunktion der ausgebildeten Guides. Die Region kann auf einen einzig-artigen Pool interessierter und qualifizierter Menschen zur\u00fcck greifen, was auch als Wertsch\u00f6pfungsfak-tor anzusehen ist. Eine konkrete Evaluierung der Effekte des Projektes auf die Bewusstseinsbildung beim Gast und die Wertsch\u00f6pfung in der Region erfolgt im Jahr 2003 im Rahmen einer Diplomarbeit.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit der Publikation und dem Pilotprojekt Alb-Guides konnte das Bewusstsein f\u00fcr die Bedeutung und Chancen einer nachhaltigen Regionalentwicklung gest\u00e4rkt und die Wertsch\u00f6pfung in der Region erh\u00f6ht werden. Dies betrifft sowohl die regionale landwirtschaftliche Direktvermarktung, die Gastronomie und Hotellerie als auch die Guides selbst als in der Region t\u00e4tige Menschen. Ausbildungskonzept und Umsetzung der Projektkonzeption haben sich bew\u00e4hrt. Der finanzielle und personelle Rahmen wurde ge-m\u00e4\u00df dem Projektantrag eingehalten. Eine Folgefinanzierung im Rahmen des F\u00f6rderprogramms REGI-ONEN AKTIV ist sicher gestellt. Dies erm\u00f6glicht die r\u00e4umliche Ausdehnung und die inhaltliche Fortent-wicklung des Projektes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Ziele des Projektes bestanden darin, \u00b7 die Idee der Biosph\u00e4renreservate als Modell f\u00fcr ein Miteinander von Schutz, Nutzung und Entwick-lung im L\u00e4ndlichen Raum in Baden-W\u00fcrttemberg zu etablieren und \u00b7 an Beispiel der Modellregion Mittlere Schw\u00e4bische Alb die Potentiale einer nachhaltigen Entwicklung sowie deren positive Auswirkungen auf die regionale Wertsch\u00f6pfung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[56,50,2423],"class_list":["post-19522","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-baden-wuerttemberg","tag-naturschutz","tag-umweltkommunikation"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"11646\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-11646.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"70.167,65","dbu_projektdatenbank_firma":"Naturschutzbund Deutschland (NABU) e. 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