{"id":19514,"date":"2023-07-13T15:14:48","date_gmt":"2023-07-13T13:14:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11707-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:49","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:49","slug":"11707-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11707-01\/","title":{"rendered":"Einrichtung einer Umweltkommunikationsagentur f\u00fcr den Stadtteil Hannover Kronsberg im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000 hat die Landeshauptstadt Hannover einen neuen Stadtteil Kronsberg geplant, der unter \u00f6kologischen, st\u00e4dtebaulichen und sozialplanerischen Gesichtspunkten vorbildlich entwickelt und realisiert wurde. Bei der Gestaltung der neuen Siedlung Kronsberg mit ihren geplanten 6.000 Wohnungen wurde ein neuer, f\u00fcr die Entwicklung von Baugebieten Beispiel gebender Weg zur vorbildlichen Erf\u00fcllung der wichtigen Aufgaben wie Naturschutz, Klimaschutz, Abfallentsorgung, Wasser- und Bodenschutz aufgezeigt und beschritten. Um die vielf\u00e4ltigen Ideen und zeitgleichen Bau- und Planungsvorhaben unter \u00f6kologischen Gesichtspunkten effektiv zu realisieren, bedurfte es einer umfassenden Umweltkommunikation. Allein die Vielzahl der Akteure und Nutzer erforderte eine vern\u00fcnftige Abstimmung zwischen den vielf\u00e4ltigen \u00f6kologisch vorbildlichen Aktivit\u00e4ten. Die Kronsberg-Umwelt-Kommunikations-Agentur GmbH (KUKA) wurde gegr\u00fcndet, um diese Abstimmung vorzunehmen und die verschiedenen Einzelaktivit\u00e4ten zu einer Gesamtkonzeption zusammen zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm den neuen Stadtteil im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erfolgreich realisieren zu k\u00f6nnen, muss-ten Kommunikationsstrukturen geschaffen werden, um die unterschiedlichen Akteure und Nutzer im und um den Stadtteil in den Stand zu versetzen, den neuen oder ver\u00e4nderten Anforderungen, die das nachhaltige Bauen und Wohnen mit sich bringen, gerecht zu werden. Dabei ging es in der ersten Phase darum, den \u00f6kologischen Stand der Technik und des Wissens aufzuarbeiten, zu analysieren und den einzelnen Akteuren verf\u00fcgbar zu machen. Der Arbeitsschwerpunkt der KUKA w\u00e4hrend der Planung und des Baues der ersten Geb\u00e4ude auf dem Kronsberg lag in der Entwicklung und Umsetzung eines detaillierten und in sich schl\u00fcssigen Qualifizierungskonzeptes f\u00fcr Bautr\u00e4ger und Bauausf\u00fchrende sowie f\u00fcr die Bewohner im Bereich Energetische Optimierung und \u00d6kologisches Bauen\/ \u00f6kologische Baustoffe\/umweltvertr\u00e4gliche Baumaterialien. Ein umfassendes Pr\u00e4sentationskonzept f\u00fcr die Besucher der Weltausstellung wurde erstellt. Dar\u00fcber hinaus definierten das Umweltkommunikationskonzept, das F\u00fchrungskonzept und das Umweltbildungskonzept wesentliche Arbeitsbereiche der KUKA.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die KUKA hat in ihrer 4 \u00bd &#8211; j\u00e4hrigen Projektlaufzeit zahlreiche Projekte initiiert, innovative Kommunikationsinstrumente f\u00fcr die am Bau Beteiligten und die Bewohnerinnen und Bewohner eines Stadtteils entwickelt und umgesetzt. Dar\u00fcber hinaus hat sie wesentlich dazu beigetragen, dass Hannovers neuer Stadtteil Kronsberg auch weit \u00fcber die Stadtgrenzen Hannovers als Modellprojekt f\u00fcr das ressourcenschonende Bauen im 21. Jahrhundert bekannt geworden ist. Die wichtigsten Zielgruppen der KUKA waren anfangs die Planer und Architekten des Stadtteils, sp\u00e4ter die Bauausf\u00fchrenden und schlie\u00dflich die gro\u00dfe und wichtige Gruppe der Bewohnerinnen und Bewohner.<br \/>\nF\u00fcr diese sehr unterschiedlichen Gruppen hat die KUKA nicht nur bew\u00e4hrte Instrumente und Methoden der Kommunikation und Information eingesetzt, sondern auch ganz neue entwickelt. Besonders erw\u00e4h-nenswert sind die Baustellengespr\u00e4che f\u00fcr Handwerker, die Energie-Coaching-Seminare f\u00fcr die Mieter und der Kronsberg-Ordner als Nachschlage- und Informationsmedium, der regelm\u00e4\u00dfig aktualisiert wurde und dauerhaft in den Haushalten bleibt. Auch die sehr gut besuchten Fachkongresse am 4.\/5. Mai 2000 und 22.\/23. November 2001 haben sich intensiv mit den Kommunikationsprozessen befasst. Am von der DBU gef\u00f6rderten Qualifizierungsmodell der KUKA als wesentlicher Baustein des Kommunikationskonzeptes haben mehr als 3.500 Personen teilgenommen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit in und \u00fcber den Stadtteil Kronsberg und \u00fcber ihre eigene Arbeit sowie die Pr\u00e4sentation des Projekts \u00d6kologische Optimierung Kronsberg war eine wesentliche Aufgabe der KUKA. Nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner wurden regelm\u00e4\u00dfig mit dem Umweltmagazin Kronsberg life, dem Kronsberg-Ordner und Veranstaltungen \u00fcber ihren Stadtteil informiert. Auch externe Besucher und Fachleute hatten die M\u00f6glichkeit, sich auf F\u00fchrungen, Veranstaltungen, der Ausstellung im Stadtteilzentrum w\u00e4hrend der EXPO 2000 und schlie\u00dflich auch auf dem Weltausstellungsgel\u00e4nde selbst (im Themenpark Umwelt: Landschaft, Klima) ein Bild vom Stadtteil und der Arbeit der KUKA zu machen. Neben intensiver und fruchtbarer regionaler wie \u00fcberregionaler (Fach-)Pressearbeit trugen vor allem die beiden Fachkongresse der KUKA zur nachhaltigen Stadtentwicklung dazu bei, dass der Kronsberg als zukunftsweisendes Modell nachhaltiger Stadtentwicklung weit \u00fcber die Grenzen Hannovers bekannt geworden ist. Auch in zahlreichen Vortr\u00e4gen im In- und Ausland wurde das Modell KUKA pr\u00e4sentiert und erfuhr gro\u00dfe Anerkennung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die wissenschaftliche Begleitung des Instituts f\u00fcr Umweltkommunikation der Universit\u00e4t L\u00fcneburg ist auf Basis von drei Bewohnerbefragungen in den Jahren 1999, 2000, 2001 sowie weiteren begleitenden Erhebungen zu einer sehr positiven Einsch\u00e4tzung der KUKA-Aktivit\u00e4ten gekommen. Bereits die Qualifizierung f\u00fcr die Beteiligten des Bauprozesses war immens wichtig f\u00fcr die Qualit\u00e4t der Bauausf\u00fchrung, aber auch f\u00fcr die Akzeptanz und Identifikation der Akteure mit den hohen energetischen Anforderungen. F\u00fcr die Bewohner stellte die KUKA nach Einsch\u00e4tzung der Universit\u00e4t L\u00fcneburg von Beginn an eine wichtige Anlaufstelle dar. Neben den am Kronsberg umgesetzten innovativen Konzepten und den dadurch erforderlichen Verhaltensweisen, die \u00fcber die KUKA vermittelt wurden, kommunizierte die KUKA auch bundesweit die Philosophie des nachhaltigen Stadtteils und damit auch der gesamten nachhaltigen Stadtteilentwicklung. Als unabh\u00e4ngige Einrichtung besa\u00df sie laut Universit\u00e4t L\u00fcneburg ein hohes Ma\u00df an Glaubw\u00fcrdigkeit. Die Akzeptanz der Bewohnerinnen und Bewohner gegen\u00fcber den Informationen der KUKA war entsprechend gro\u00df.<br \/>\nNicht nur der PR-Preis Klimaschutz und der Energy Globe Award zeigen, dass die Arbeit der KUKA nicht nur in Hannover wahrgenommen wurde und viel Anerkennung erfahren hat. Die KUKA hat bewiesen, wie wichtig und nachweisbar wirkungsvoll Umweltkommunikation in einem klar definierten Handlungsfeld wie der nachhaltigen Stadtentwicklung ist. Mit der KUKA d\u00fcrfte ein erster Meilenstein in der Umweltkommunikation im nachhaltigen St\u00e4dtebau gesetzt worden sein. Schlie\u00dflich sollte auch nicht unerw\u00e4hnt bleiben, dass gerade durch die sehr offensiven Aktivit\u00e4ten der KUKA in der Fachwelt der Begriff Umweltkommunikation bundesweit weiter ins Bewusstsein ger\u00fcckt und nicht zuletzt durch die vielen good-practice-Beispiele am Kronsberg greifbarer geworden ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000 hat die Landeshauptstadt Hannover einen neuen Stadtteil Kronsberg geplant, der unter \u00f6kologischen, st\u00e4dtebaulichen und sozialplanerischen Gesichtspunkten vorbildlich entwickelt und realisiert wurde. 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