{"id":19498,"date":"2023-07-13T15:13:58","date_gmt":"2023-07-13T13:13:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10454-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:00","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:00","slug":"10454-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10454-01\/","title":{"rendered":"Modellvorhaben zur Konservierung und Restaurierung wertvoller Malereien im Schlo\u00df Augustusburg (Sachsen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass des Vorhabens war die umweltbedingte Sch\u00e4digung des bedeutendsten s\u00e4chsischen Bestandes an Wandmalereien von Hofmaler Heinrich G\u00f6ding, um 1570.<br \/>\nEs wurde das Ziel verfolgt, eine modellhafte Erfassung sowie Untersuchung und Dokumentation der Wandmalereien im Lindenhaus des Staatlichen Schlossbetriebes Schloss Augustusburg mit gleichzeitiger Kl\u00e4rung der Schadensursachen vorzunehmen.<br \/>\nAls Ergebnis sollte die Erarbeitung eines individuellen Konservierungskonzeptes f\u00fcr Malereien unter Ma\u00dfgabe der Begehbarmachung &#8211; beispielhaft in Dachbereichen &#8211; stehen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenFolgende Arbeitsschritte wurden vorgenommen:<br \/>\n1. Allgemeine Bestandserfassung im Lindenhaus;<br \/>\n2. Dokumentation der Schadensbilder im Dachgeschoss (Kartierung, Fotografisch, Monotoring);<br \/>\n3. Reinigung der Gew\u00f6lbe\/W\u00e4nde;<br \/>\n4. Anlage von Arbeitsproben zur Konservierung; Untersuchung der Maltechnologie und des Putzaufbaus (Siebkurve); Analysen (Putz, Malschicht, Salze); Messungen (Raum- und Au\u00dfenklima);<br \/>\n5. Sicherungsma\u00dfnahmen im Reihersaal, den seitlichen Gem\u00e4chern, im Dachgeschoss und im 1. OG in der Gemsenstube sowie im Gemach der Kurprinzessin (Raum-Nr. 2.1);<br \/>\n6. Anlage von Probefl\u00e4chen Konservierung und Pr\u00e4sentation (Retusche).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Abschlusskolloquium am 29.10.1999 wurden die Einzelergebnisse der Untersuchungen, der konservatorischen und restauratorischen Ma\u00dfnahmen einschlie\u00dflich der Klimamessungen und der naturwissenschaftlichen Auswertungen vorgestellt.<br \/>\nIm Dachgeschoss wurden durch die bereits 1995 durch Frau Dipl.-Rest. K. F\u00f6rster geleistete Diplomarbeit an der HfBK Dresden zu dem wissenschaftlich-theoretischen Thema Untersuchung zur Maltechnik der Renaissanceausmalung im Dachgeschoss des Lindenhauses der Augustusburg mit dem Schwerpunkt der `Kammer vor dem rot und gr\u00fcnen Gemacht` und der Erarbeitung einer Konservierungskonzeption anhand von zwei Probeachsen grunds\u00e4tzliche restauratorische Leistungen erbracht, die in das Projekt mit einflie\u00dfen konnten.<br \/>\nAufgrund der restauratorischen Untersuchung war es m\u00f6glich, die originale Maltechnik, die Renovierungsphasen und die Ver\u00e4nderungen an den Malereien festzustellen. Die Proben zur Konservierung von Malschicht und Putz zeigten durch ihre nun bereits l\u00e4ngere Standzeit konkrete Aussagen zur praktischen Anwendung und m\u00f6glicher Ver\u00e4nderungen. Speziell die Hinterf\u00fcllmaterialien haben sich anscheinend bew\u00e4hrt.<br \/>\nIm sog. Reihersaal wurden durch die HfBK Dresden (Leitung Dr. R. Berg) ebenfalls eine Bestandserfassung, Untersuchung, Sicherung, speziell im Fries, mit neuer Entwicklung und Kombination von Hinterf\u00fcllmaterialien durchgef\u00fchrt.<br \/>\nAlle wertvollen Malereibest\u00e4nde &#8211; einschlie\u00dflich in diesem Bereich die M\u00f6rtel &#8211; wurden im Dachraum in einer Kombination aus Arbeitsgruppe von freischaffenden Restauratoren, der HfBK Dresden und dem LfD Sachsen, Abt. Restaurierung im Zeitraum des Projektes gesichert.<br \/>\nIm 1. OG im Lindenhaus konnte wiederum im Zusammenhang mit einer Diplomarbeit der HfBK Dresden speziell der Raum 2.1 bearbeitet werden. Frau Dipl.-Rest. D. Gerold besch\u00e4ftigte sich in ihrer Arbeit im theoretischen Teil mit Ru\u00df als Schadfaktor auf Wandmalerei. Im praktischen Teil wurde auf der Ostwand des Vorgemaches der Kurprinzessin und auf der S\u00fcdwand des Gemaches jeweils eine Probeachse zur m\u00f6glichen Konservierung erstellt. In der Arbeit wurden die Ver\u00e4nderungen der R\u00e4ume mit den entsprechenden Renovierungen und erhaltenen Ausmalungssystemen ermittelt. Die umfangreichen Sch\u00e4den an Putz- und Malschicht wurden untersucht und bei der Konzeption speziell die Pr\u00e4sentation der wertvollen dekorativen Bemalung um 1800 ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nMit den Mitteln der Stiftung konnten im Anschluss der Diplomarbeit noch weitere Bearbeitungen erfolgen. Au\u00dferdem wurden in der gesamten Gemsenstube und dem davorliegenden Aborterker an sehr gesch\u00e4digten Malschichtpartien Entsalzungen und Konservierungen durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDie im Dachraum festgestellten Gelbverf\u00e4rbungen auf der Malschicht in partiellen Bereichen wurden als Chromatverf\u00e4rbungen (durch Holzschutz) durch das Labor der HfBK Dresden eingestuft.<br \/>\nDie M\u00f6rtel- und Salzanalysen erfolgten f\u00fcr das Lindenhaus zur Kl\u00e4rung der M\u00f6rtelzusammensetzung und der Salzbelastungen durch das Institut f\u00fcr Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V. (IDK) (Dr. H. Siedel) Halle\/Saale, Dresden und z. T. durch das Labor der HfBK Dresden. In den Berichten sind dazu die Einzelheiten zu entnehmen. Speziell in den Dachr\u00e4umen ist es durch Wassereinbr\u00fcche, Schneeablagerungen und Temperaturschwankungen zur Anreicherung bausch\u00e4dlicher Salze gekommen, welche minimiert werden m\u00fcssen.<br \/>\nDie umfangreiche und kontinuierliche Klimamessung &#8211; speziell f\u00fcr das Lindenhaus (und Kapelle) erfolgte im Zeitraum vom 03.07.1997 bis 07.08.1998 durch das IDK, betreut durch Dipl.-Ing. U. Kalisch.<br \/>\nIm Abschlussbericht vom 18.09.1998 werden die Ergebnisse zusammengefasst und Fragen zur zuk\u00fcnftigen Nutzung und Behebung der Schwankungen aufgeworfen. Die im Jahresverlauf starken kurz- und langfristigen Schwankungen der Temperatur und relativen Luftfeuchte werden unterschiedlich auf die Malschichten \u00fcbertragen. Die st\u00e4rksten Belastungen treten im Dachraum auf. Hinweise werden auf die M\u00f6glichkeit von klimapuffernden Ma\u00dfnahmen sowie die M\u00f6glichkeit der Temperierung einzelner R\u00e4ume gegeben.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Diplomarbeiten: 1995 Kerstin F\u00f6rster, 1999 Daniela Gerold;<br \/>\nAbschlu\u00dfkolloquium am 29.10.1999;<br \/>\nPublikation: vorgesehenes Arbeitsheft des Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege Sachsen zu<br \/>\nPr\u00e4sentation der Ergebnisse im Rahmen des Schlossrundganges zu F\u00fchrungen<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Erfolgte Bestandserfassung und Schadensanalyse;<br \/>\nErarbeitung von Varianten f\u00fcr gro\u00dffl\u00e4chige Konservierung im Schloss Augustusburg;<br \/>\nEntwicklung von Hinterf\u00fcllmaterialien f\u00fcr Hohlr\u00e4ume in Putz;<br \/>\nEntwicklung einer Technologie zur Entsalzung (Kompressen).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass des Vorhabens war die umweltbedingte Sch\u00e4digung des bedeutendsten s\u00e4chsischen Bestandes an Wandmalereien von Hofmaler Heinrich G\u00f6ding, um 1570. 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