{"id":19485,"date":"2023-07-13T15:13:30","date_gmt":"2023-07-13T13:13:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09726-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:32","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:32","slug":"09726-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09726-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung von planerischen Grundlagen zum kontrollierten R\u00fcckbau von Industriebauwerken unter \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Gesichtspunkten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Nach den Vorgaben des im Oktober 1996 in Kraft getretenen Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes ist eine weitestgehende Vermeidung von Abf\u00e4llen bzw. eine Verwertung nicht vermeidbarer Abf\u00e4lle anzustreben. Ein bedeutender Anteil am Abfallaufkommen stammt aus dem Baubereich, wozu wiederum der Geb\u00e4udeabbruch in erheblichem Ma\u00dfe beitr\u00e4gt. Steigende Entsorgungskosten f\u00fcr nicht verwertbare Abf\u00e4lle und die zunehmende Nachfrage nach Recyclingmaterialien schaffen die \u00f6konomischen Rahmenbedingungen f\u00fcr einen kontrollierten R\u00fcckbau. Daraus ergibt sich ein erhebliches Potential an Optimierungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr einen verwertungsf\u00f6rdernden Baubetrieb von R\u00fcckbauma\u00dfnahmen. Ziel des Vorhabens ist es, die Methode des selektiven R\u00fcckbaus von Geb\u00e4uden, die R\u00fcckbautechniken und -technologien weiterzuentwickeln und deren planerische, baubetriebliche, wirtschaftliche und vergaberechtliche Grundlagen zu erarbeiten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm durchgef\u00fchrten Forschungsvorhaben wurde die Methode des kontrollierten R\u00fcckbaus mit ihren M\u00f6glichkeiten zur Verwertung von Baureststoffen hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit und ihrer Durchf\u00fchrbarkeit auf der Baustelle untersucht. In einer ersten Stufe wurden dazu von der Universit\u00e4t Dortmund betreute und schon durchgef\u00fchrte R\u00fcckbauprojekte vorgestellt und besonders die Problemfelder: Erkundung, Vergaberecht, Arbeitsschutz, \u00d6kobilanzen, Separationstechniken und Entsorgungs- bzw. Verwertungsm\u00f6glichkeiten untersucht. In einem zweitem Schritt wurden drei weitere Projekte vorgestellt und unter den gleichen Gesichtspunkten untersucht.<br \/>\nZu den Industriebauwerken in den Projekten geh\u00f6rten die Franz\u00f6sich-Saarl\u00e4ndische Metallh\u00fctte in Rastatt, das Rheinhafendampfkraftwerk in Karlsruhe, die Kaserne Loddenheide in M\u00fcnster, das Kraftwerk Goldenberg in H\u00fcrth-Knapsack sowie die B\u00fcrobaracken Kaufland in Eisenh\u00fcttenstadt. Jedes Fallbeispiel wird im Bericht kurz vorgestellt. Erl\u00e4utert wurden der Zustand der Anlage, Gr\u00fcnde des R\u00fcckbaus und die Art der Schadstoffe sowie die Art der Sanierung, die Durchf\u00fchrung des R\u00fcckbaus, Kosten des R\u00fcckbaus sowie die Entsorgungskosten der Rest- bzw. Schadstoffe. Ein zusammenfassender Kostenvergleich, der Vergleich mit anderen, nicht ausgef\u00fchrten Varianten und eine Bewertung des einzelnen Fallbeispiels aus abfallwirtschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Sicht folgten. Die jeweils erarbeiteten Ergebnisse wurden am Schlu\u00df des Projektberichtes kurz zusammengefa\u00dft und bewertet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Untersuchung verschiedener R\u00fcckbauprojekte hat gezeigt, da\u00df der selektiere R\u00fcckbau in der Regel zum Kostenminimum f\u00fchrt. Trotz h\u00f6herer Lohnkosten schneidet er, \u00f6konomische Aspekte betreffend, zumeist deutlich besser ab als der konventionelle Abri\u00df. Je teurer die Entsorgung kontaminierter Fraktionen ist, desto wichtiger ist es, die Kontaminationen vor der Entsorgung von nicht kontaminierten Materialfraktionen zu trennen, um die Entsorgungskosten zu minimieren.<br \/>\nDas Vorgehen beim selektiven R\u00fcckbau, d.h. eine getrennte Entsorgung durch eine sortenreine Trennung der Abbruchmaterialien, steht im Gegensatz zum konventionellen Abbruch. Der hohe manuelle Einsatz bei den verschiedenen Demontagestufen des selektiven R\u00fcckbaus ist wirtschaftlich h\u00e4ufig nicht immer tragbar, daher ist bei Abbruchobjekten auf eine sinnvolle Kombination von konventionellem Abbruch und kontrolliertem R\u00fcckbau zu achten. Neue verbesserte selektive R\u00fcckbauverfahren k\u00f6nnen zur Zeit noch existierende wirtschaftliche Nachteile, wie z.B. h\u00f6here Personalkosten, weiter verringern.<br \/>\nEine gute Ablaufplanung, bei der alle notwendigen Demontageschritte erfa\u00dft und miteinander abstimmt werden, ist Voraussetzung. Vor Beginn der Demontage sollten Entsorgung bzw. direkte Wiederverwendung von Baustoffen bzw. Bauteilen und eine eventuelle Aufbereitung von kontaminierten Baustoffen feststehen. F\u00fcr belastete Bereiche sollten aussagekr\u00e4ftige Analysen und Untersuchungen vorliegen, um Gefahrenpotentiale richtig einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr ein Unternehmen, eine selektive R\u00fcckbauma\u00dfnahme durchzuf\u00fchren, werden sicher nicht in abfallwirtschaftlichen oder \u00f6kologischen Konzepten zu suchen sein, sondern eher durch finanzielle Aspekte bestimmt. Es besteht die Gefahr, da\u00df wirtschaftliche Gr\u00fcnde die kritische Pr\u00fcfung einer R\u00fcckbauma\u00dfnahme in den Hintergrund dr\u00e4ngen k\u00f6nnten, so da\u00df ein sinnvolles Verh\u00e4ltnis von konventionellem Abbruch und selektivem R\u00fcckbau nicht immer angestrebt wird.<br \/>\nDurch ihre Gesetzgebung haben Bund und L\u00e4nder die M\u00f6glichkeit, die Qualit\u00e4t von Recyclingprodukten, deren Einsatz sowie deren Akzeptanz in der \u00d6ffentlichkeit zu erh\u00f6hen und damit eine hohe Wiederverwertungsquote von Baustoffen zu erzielen. So k\u00f6nnen sie z.B. bei der Vergabe von Bauauftr\u00e4gen auf die Verwendung von Sekund\u00e4rprodukten besonderen Wert legen, so die Entwicklung des Marktes f\u00f6rdern und eine Vorbildfunktion einnehmen. Durch technische Vorschriften und eine st\u00e4ndige \u00dcberwachung der Produkte kann eine gleichbleibende Qualit\u00e4t gew\u00e4hrleistet werden, so da\u00df einem Abnehmer verl\u00e4\u00dfliche Aussagen \u00fcber das Produkt zur Verf\u00fc-gung stehen. Ein h\u00f6herer Anteil von selektiven R\u00fcckbauma\u00dfnahmen ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn die erhaltenen Baustoffe nahezu vollst\u00e4ndig wieder einzusetzen sind. Um dieses zu erreichen, mu\u00df sich der Markt f\u00fcr wiederverwendbare Baustoffe\/-teile und aufbereitete schadstoffhaltige Baustoffe weiterentwickeln und etablieren, so da\u00df die Deponierung von Baustoffen nur in Ausnahmef\u00e4llen n\u00f6tig sein wird. Besonders sinnvoll f\u00fcr die Schonung der Umwelt ist das nachhaltige Planen und Bauen schon in der Entstehungsphase eines Bauwerkes. Dabei sollte auch bedacht werden, da\u00df bei einer Kreislaufwirtschaft mit Schadstoffanreicherung zu rechnen ist und da\u00df beim Recycling h\u00e4ufig gro\u00dfe Energiemengen aufgewendet werden m\u00fcssen, die dem Kreislauf den \u00f6kologischen Vorteil nehmen.<br \/>\nIm Rahmen des Projektes wurde auch auf \u00d6kobilanzen eingegangen. Es zeigte sich, da\u00df die Erstellung von \u00d6kobilanzen ein sehr arbeitsaufwendiger Proze\u00df ist, zudem die Schwierigkeit einer sinnvollen Abgrenzung besteht und sich die in der Praxis \u00fcblichen Ergebnisse einzelner Verfahren h\u00e4ufig im Rahmen der Streubreite kaum unterscheiden. Aus den genannten Gr\u00fcnden erscheint das Erstellen von \u00d6kobilanzen in der Praxis zur Zeit wenig sinnvoll.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Untersuchungsergebnisse wurden in die Arbeitshilfen Recycling des BMBau Bundesministeriums f\u00fcr Raumordnung, Bauwesen und St\u00e4dtebau eingearbeitet;<br \/>\nSeminar an der Technischen Akademie Esslingen zum Thema Kontrollierter R\u00fcckbau, 1996<br \/>\nVer\u00f6ffentlichungen zu diesem Thema: Bautechnik 73, Heft 5, 269 &#8211; 274; M\u00fcll und Abfall, Heft 12, 787 &#8211; 790, CPM-Tagung Nachhaltige Baupolitik, Bonn Bad-Godesberg, Tagungsband, April 1997<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der selektive R\u00fcckbau erf\u00fcllt im allgemeinen die an ihn gestellten Erwartungen hinsichtlich \u00f6konomischer und \u00f6kologischer Aspekte. Das eigentliche Ziel eines selektiven R\u00fcckbaus aber &#8211; die Schonung nat\u00fcrlicher Ressourcen und damit die Entlastung der Umwelt durch eine hohe Wiederverwertung von Baustoffen &#8211; ist erst dann zu erreichen, wenn Gesetzgeber, Bauindustrie und Verbraucher gemeinsam zu einem ver\u00e4nderten Bewu\u00dftsein und somit Verhalten gelangen. Zur Zeit wird ein optimaler Kreislauf in vielen Bereichen nicht erreicht, da er h\u00e4ufig mit hohen Kosten und gro\u00dfem Arbeitsaufwand verbunden ist. Eine h\u00f6here Verwertungsquote von aufbereiteten Baustoffen kann erreicht werden, wenn die Akzeptanz von Recyclingprodukten in der \u00d6ffentlichkeit erh\u00f6ht wird und damit der Absatzmarkt f\u00fcr wiederverwertbare Baustoffe gr\u00f6\u00dfer wird<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Nach den Vorgaben des im Oktober 1996 in Kraft getretenen Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes ist eine weitestgehende Vermeidung von Abf\u00e4llen bzw. eine Verwertung nicht vermeidbarer Abf\u00e4lle anzustreben. Ein bedeutender Anteil am Abfallaufkommen stammt aus dem Baubereich, wozu wiederum der Geb\u00e4udeabbruch in erheblichem Ma\u00dfe beitr\u00e4gt. 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