{"id":19466,"date":"2023-07-13T15:09:31","date_gmt":"2023-07-13T13:09:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03654-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:32","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:32","slug":"03654-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03654-01\/","title":{"rendered":"Verwertung von Kunststoffmischungen aus Altger\u00e4ten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anl\u00e4\u00dflich der geplanten Elektronikschrottverordnung r\u00fcckten in den vergangenen Jahren Fragen eines sinnvollen \u00f6konomisch tragf\u00e4higen Kunststoffrecyclings f\u00fcr Materialien aus diesem Herkunftsbereich st\u00e4rker in den Mittelpunkt des Interesses. M\u00f6glichkeiten hierzu waren zun\u00e4chst nur f\u00fcr sortenreine Altkunststoffe definierter Qualit\u00e4t und Herkunft zu sehen. Die bei der Verwertung entstehenden vermischten Kunststoff-Fraktionen entziehen sich oft einem hochwertigen Wiedereinsatz und k\u00f6nnen \u00fcberwiegend nur energetisch oder rohstofflich genutzt werden. Das Vorhaben zielt auf die Verwertung einer vermischten Kunststoff-Fraktion zu neuen Produkten z. B. als Geh\u00e4use oder Zubeh\u00f6rteile. Das Einsatzmaterial aus Altstaubsaugern besteht weitgehend nur aus PA und ABS und ist frei von Flammschutzzus\u00e4tzen. Hieraus wurden nach einer trockenen Vorreinigung Pr\u00fcfk\u00f6rper und d\u00fcnnwandige hochwertige Spritzgu\u00dfartikel gefertigt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Sammeln und Erfassen der Kunststoffteile bei der Fa. Vorwerk Elektro Stiftung &#038; Co. KG, Wuppertal<\/p>\n<p>2. Reinigung der demontierten Kunststoffteile mit Hilfe trockenmechani-scher Verfahren sowie die Weiterentwicklung von Trockenreinigungsverfahren bei Firma Pallmann Maschinenfabrik GmbH &#038; Co. KG, Zweibr\u00fccken<\/p>\n<p>3. Untersuchungen an Modellmischungen aus PA und ABS aus Polymerneuware mit Hilfe kommerziell erh\u00e4ltlicher Vertr\u00e4glichkeitsvermittler<\/p>\n<p>4. Anwendungsversuche an Mischungen der Altkunststoffe sowie Wirtschaftlichkeitsabsch\u00e4tzung des entwickelten Verfahrens<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die an den Neukunststoffen durchgef\u00fchrten Untersuchungen decken sich mit den Resultaten anderer Autoren. Bemerkenswert sind die \u00fcberraschend guten Resultate, die sich bei Dry-Blends erzielen lassen. Hier w\u00e4re eine Abkl\u00e4rung der Gr\u00fcnde interessant. Lie\u00dfen sich n\u00e4mlich mit Dry-Blends bei einzelnen Polymermischungen oder bestimmten Verarbeitungsbedingungen \u00e4hnlich gute Eigenschaften erzielen wie mit einem Compoundierschritt, w\u00e4re dies wirtschaftlich interessant. Es ist zu ber\u00fccksichtigen, da\u00df sich dieses Verhalten vielleicht auch nur aufgrund des spezifischen Flie\u00dfbildes beim Spritzen der Pr\u00fcfk\u00f6rpern ergibt, weshalb bei einer umfassenden Analyse auch Formteile aus Produktionsbetrieben zu ber\u00fccksichtigen w\u00e4ren. Altkunststoffe unterliegen gegen\u00fcber der Neuware verschiedenen Besonderheiten, die sich z. B. in deren Zusammensetzung niederschl\u00e4gt. Die Eigenschaftsver\u00e4nderungen bei Schwankungen im Verh\u00e4ltnis PA\/ABS bleiben begrenzt. Die Untersuchungen wurden an Mahlg\u00fctern einer Charge von insgesamt ca. 350 kg vorgenommen, indem Ger\u00e4te gesammelt, demontiert und die Kunststoffgeh\u00e4use anschlie\u00dfend zerkleinert und windgesichtet wurden. Die Zusammensetzung innerhalb des so gewonnenen Mahlgutes kann als homogen angesehen werden. Wie weit dieses auch f\u00fcr eine gro\u00dftechnische Umsetzung des beschriebenen Verwertungsverfahrens gelten kann, w\u00e4re Gegenstand eines breiter angelegten Pilotprojektes. Vor allem der Glasfaseranteil, der schlie\u00dflich nur aus einzelnen Bauteilen herr\u00fchrt, k\u00f6nnte die Eigenschaften verbessern. Bei Chargen mit einem hohen Anteil glasfaserhaltiger PA-Teile w\u00e4re mit einer deutlichen Erh\u00f6hung der Festigkeit und des E-Moduls zu rechnen, w\u00e4hrend die Rei\u00dfdehnung eher abnimmt. Daher sollten weitere Untersuchungen darauf abzielen, zus\u00e4tzliche Anwendungsm\u00f6glichkeiten zu erschlie\u00dfen. Denkbar sind hier in erster Linie Anwendungsfelder f\u00fcr PA, in denen die Glasfasern spezielle Aufgaben zur Beherrschung des Materialverzuges oder von Ma\u00df\u00e4nderungen aufgrund Feuchtigkeitsaufnahme erf\u00fcllen, da die Feuchtigkeitsaufnahme der untersuchten Mischungen deutlich niedriger als bei reinem PA ist. Die Dry-Blend-Mischungen bei den Altkunststoffen erreichen nicht ganz die Ergebnisse der Neuware-Kunststoffen, dennoch sollte auch in diesem Fall gepr\u00fcft werden, ob f\u00fcr eines der oben genannten potentiellen Anwendungsfelder die direkte Verarbeitung sinnvoll ist. Es besteht das Problem, die Fasern homogen in der Schmelze zu verteilen. Dies ist in einfachen Spritzgu\u00dfmaschinen nicht gegeben. Gleichwohl bleibt die Frage bestehen, ob nicht durch geeignete Ma\u00dfnahmen w\u00e4hrend des Spritzgie\u00dfprozesses Dry-Blends zur Herstellung von hochwertigen Spritzgie\u00dfteilen geeignet sind.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211; 2 Ver\u00f6ffentlichungen in der Zeitschrift: Gummi Fasern Kunststoffe<br \/>\n&#8211; Posterpr\u00e4sentation anl\u00e4\u00dflich des Besuches des Umweltministeriums des Landes Rheinland-Pfalz, Frau Claudia Martini, Universit\u00e4t Kaiserslautern im Sommer 1995.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Vorhaben wurde erfolgreich durchgef\u00fchrt. Entsprechend den Antragszielen wurden Mischkunststoffe aus Altger\u00e4ten spezieller Herkunft, vom Projektpartner Vorwerk von Kunden zur\u00fcckgenommene Staubsauger, zu neuen Spritzgu\u00dfprodukten aufgearbeitet. Erg\u00e4nzend zu Versuchen mit Vertr\u00e4glichmachern und Additiven wurden auch Dry-Blends ohne Zus\u00e4tze untersucht. Deren \u00fcberraschende Qualit\u00e4tsergebnisse verweisen auf weitere Einsparpotentiale in den Aufbereitungskosten. Dar\u00fcber hinaus wurden auch Kunststoffgemische aus alten Telefongeh\u00e4usen untersucht, um die Materialbasis zu verbreitern, die sich f\u00fcr Altstaubsauger nach der Beendigung einer Altger\u00e4te-R\u00fcckgabepr\u00e4mierung durch Vorwerk deutlich verschlechterte. Mengen- und qualit\u00e4tsm\u00e4\u00dfig interessante Altkunststoffquellen, wie sie sich in der Projektplanungsphase (erwartete R\u00fccknahmepflicht f\u00fcr Hersteller) bei Vorwerk darstellten, konnten nicht neu erschlossen werden. Es wurden aus Altkunststoffgemischen sowohl Probek\u00f6rper f\u00fcr Material-untersuchungen als auch einige technische Artikel als Demonstrationsob-jekte hergestellt. Damit wurde die prinzipielle Machbarkeit des Verfahrens gezeigt. Wichtige Eigenschaften wurden umfassend untersucht. Es wurden auch Hinweise f\u00fcr gezielte m\u00f6gliche Eigenschaftsverbesserungen f\u00fcr eine sp\u00e4tere praktische Umsetzung benannt. Hervorzuheben sind die Ergebnisse einer trockenmechanischen Friktionsreinigung. Windgesichtete Mahlg\u00fcter aus diesem Verfahren sind nahezu staubfrei (Staubgehalt unter 0,1 %) sowie frei von mineralischen Anhaftungen (Gl\u00fchr\u00fcckstand nur 4 %, mikroskopisch identifiziert als Glasfasern aus Kunststoff). Eine zus\u00e4tzliche Na\u00df-Nachreinigung ergab hier keine Qualit\u00e4tssteigerungen mehr. Weiteres wichtiges Ergebnis ist die Bewertung der im Altkunststoff enthaltenen F\u00fcllstoffe. Insbesondere Mineralfasern, die aus Kostengr\u00fcnden bei Neuware nur f\u00fcr bestimmte, mechanisch belastete Bauteile eingesetzt werden, k\u00f6nnten bei Herkunft aus Altbauteilen ohne Zusatzkosten in einer breiteren Produktpalette eingesetzt werden. Damit entst\u00fcnden Bauteile und Gegenst\u00e4nde, die nicht nur fast das Niveau von Neuware erreichen, sondern dieses in wichtigen Bereichen deutlich \u00fcbertreffen. Dies wird nicht nur durch die Me\u00dfwerte im Vorhaben belegt, sondern ist auch an \u00fcberreichten Materialmustern, z. B. einer d\u00fcnnwandigen Schublade f\u00fcr Kleinteilemagazine nachvollziehbar demonstriert worden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anl\u00e4\u00dflich der geplanten Elektronikschrottverordnung r\u00fcckten in den vergangenen Jahren Fragen eines sinnvollen \u00f6konomisch tragf\u00e4higen Kunststoffrecyclings f\u00fcr Materialien aus diesem Herkunftsbereich st\u00e4rker in den Mittelpunkt des Interesses. M\u00f6glichkeiten hierzu waren zun\u00e4chst nur f\u00fcr sortenreine Altkunststoffe definierter Qualit\u00e4t und Herkunft zu sehen. 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