{"id":19453,"date":"2024-11-27T10:32:04","date_gmt":"2024-11-27T09:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/00113-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:06","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:06","slug":"00113-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/00113-01\/","title":{"rendered":"Energie\u00f6kologische Modellstadt Rheinsberg; Erstellung eines ausf\u00fchrlichen Energiekonzeptes und Einrichtung eines Energieberatungsb\u00fcros"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Gemarkung der Stadt Rheinsberg umfasst eine Fl\u00e4che von 62 km2 mit ca. 5.400 Einwohner. Im Kreis Ostprignitz-Ruppin stellt die Stadt heute einen zentralen Ort in dem durch Landwirtschaft und Fremdenverkehr gepr\u00e4gten, seenreichen Rheinsberger Naturraum dar. Die Energieversorgung war bis 1990 durch einseitige Ausrichtung auf Braunkohle gepr\u00e4gt. Rheinsberg wurde 1991 nach einer Ausschreibung im Land Brandenburg mit der Zielstellung &#8211; Gestaltung einer rationellen Energiestruktur in einer Brundtlandstadt &#8211; als Modellort ausgew\u00e4hlt.<br \/>\nIn Modellvorhaben wird durch Energieeinsparungen, Nutzung alternativer Energietr\u00e4ger und die bessere Ausnutzung der Prim\u00e4renergietr\u00e4ger der Nachweis erbracht, dass der Energieverbrauch drastisch reduziert werden kann. Zielstellung ist es, den Prim\u00e4renergieverbrauch der Stadt mindestens zu halbieren und die Schadstoffemission deutlich zu reduzieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt Energie\u00f6kologische Modellstadt Rheinsberg &#8211; wird in allen wesentlichen Bestandteilen vom Energiereferat der Stadtverwaltung koordiniert und betreut. Unterst\u00fctzt wird das Projekt vor allem durch den B\u00fcrgermeister, dem Hauptamtsleiter, dem Lenkungsausschuss &#8211; ein unter Leitung des Brandenbur-ger Umweltministeriums das Projekt begleitendes Gremium &#8211; den Stadtwerken Rheinsberg und seit 1996 vom regionalen Stromversorger MEVAG. Bei der Reduzierung der CO2-Emissionen wird f\u00fcr Rheinsberg angestrebt, sowohl das von der Bundesregierung (CO2-Minderung von 25% bis 30% bis zum Jahr 2010 &#8211; Basisjahr 1990) als auch vom Land Brandenburg (42% im selben Zeitraum) gesetzte Ziel zu unterschreiten. Es soll erreicht werden durch:<br \/>\n&#8211;\tdie energetische, technische und architektonische Sanierung der Geb\u00e4ude-\teinen st\u00e4dtischen Selbstbindungsbeschluss zum Planen und Bauen nach \u00f6kologischen<br \/>\n&#8211;\tGesichtspunkten-\tkommunales Energiemanagement<br \/>\n&#8211;\trationelle Energienutzung sowie die Erschlie\u00dfung erneuerbarer Energiequellen, Nutzung der Kraft-W\u00e4rme-Kopplung im Zusammenhang mit der Fernw\u00e4rmeversorgung der Stadt Nutzung der Energietr\u00e4ger Holz und Geothermie<br \/>\n&#8211;\tEnergiesparen, Erreichen eines energiebewussten Verhaltens der Bev\u00f6lkerung und der Gewerbetreibenden<br \/>\n&#8211;\tfr\u00fchzeitige Umweltbildung in Schulen, Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In der Brundtlandstadt wird ein integriertes Konzept, das in beispielhafter Weise die Bereiche Natur, Energie, Wasser, Verkehr, Wirtschaft und St\u00e4dtebau vernetzt, realisiert. Seit 1992 wird die Stadt Rheins-berg energie\u00f6kologisch umgestaltet. Bisheriger Schwerpunkt war der Aufbau eines fl\u00e4chendeckenden Fernw\u00e4rmesystems. Von der Rheinsberger Bev\u00f6lkerung werden indessen ca. 80% mit der von einem Blockheizkraftwerk (BHKW) gelieferten Fernw\u00e4rme versorgt. Im BHKW werden durch den Einsatz der Prim\u00e4renergietr\u00e4ger Holz und Erdgas geringe Emissionen verursacht und g\u00fcnstige Brennstoffkosten erzielt. Ein Schwerpunkt ist eine nachweislich drastische Reduzierung der Umweltbelastung durch das Nutzen regionseigener Energiequellen.<br \/>\nRheinsberger Prim\u00e4renergietr\u00e4germix:<br \/>\n&#8211;\tErdgas-\tHolzhackschnitzel (Restholzanfall aus d. unmittelb. Umgebung)<br \/>\n&#8211;\tGeothermie (geothermische Energie\/Heilwasserbehandlung)<br \/>\nDie angestrebte Entwicklung vom Erholungsort zur Kurstadt Rheinsberg ist mit der Ansiedlung kurorttypischer Einrichtungen verbunden, die einen gr\u00f6\u00dferen W\u00e4rmebedarf mit sich bringen, der zuk\u00fcnftig auch durch die klimaschonende Erdw\u00e4rme gedeckt werden soll. Eine vom Land Brandenburg gef\u00f6rderte Thermalwasserbohrung konnte im April 1995 erfolgreich abgeschlossen werden. Die Prognose der Geologen und unsere Hoffnungen haben sich erf\u00fcllt. In einer Tiefe von 1.705 m wurde ein Sandsteinhorizont (Contortasandstein) erschlossen, der Thermalsole mit einer Temperatur von 67 \u00b0C enth\u00e4lt.<br \/>\nBereits abgeschlossene Umweltprojekte:<br \/>\n&#8211;\tBau eines mit Erdgas und Holz betriebenen Blockheizkraftwerkes f\u00fcr die st\u00e4dt. Fernw\u00e4rmeversorgung<br \/>\n&#8211;\tW\u00e4rmeisolierung fast aller kommunalen Wohnh\u00e4user und vieler \u00f6ffentlichen Geb\u00e4udeAktuelle Projekte:<br \/>\n&#8211;\tNutzung der Thermalwasserbohrung<br \/>\n&#8211;\tSch\u00fclerprojekte in Zusammenarbeit mit dem regionalen Stromversorger MEVAG und den Stadtwerken Rheinsberg<br \/>\n&#8211;\tProjektzusammenarbeit mit den Brundtlandst\u00e4dten Toftlund (D\u00e4nemark) und Rajec (Slowakei) EU-Programm ECOS-Ouvert\u00fcreZukunftsprojekte<br \/>\n&#8211;\tModell\u00f6sung einer \u00d6kosiedlung unter Nutzung der im Land Brandenburg vorkommenden nachwachsenden Rohstoffe und Bau eines ThermalbadesIn Rheinsberg reduzierte sich allein der CO2-Aussto\u00df von ca. 54.000 t\/a (1989) auf ca. 8.000 t\/a (1995)<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Auch in Rheinsberg wurde sehr deutlich:<br \/>\n&#8211;\tDurchsetzungsf\u00e4hig ist nur, was auf einem breiten Konsens aller Beteiligten aus Verwaltung, Einwohner, Schule, Handwerker und Gewerbe basiert.<br \/>\nEs gilt durch Transparenz der Entscheidungsabl\u00e4ufe und Abstimmung des Vorgehens auf den unterschiedlichen Ebenen ein gegenseitiges Vertrauensverh\u00e4ltnis aufzubauen.<br \/>\nUm zum einen das Anliegen des Projektes Brundtlandstadt an sich bekannter zu machen und zum anderen die Vielfalt der Ansatzpunkte zur Projektgestaltung zu verdeutlichen, dienen nachstehende Aktivit\u00e4ten:Brundtlandwoche &#8211; Zusammenarbeit der Brundtlandst\u00e4dte &#8211; Fachvortr\u00e4ge &#8211; Beteiligung an Umweltschutzwettbewerben (z.B. TAT-Orte) &#8211; Umweltbildung in Schulen und aktives Mitwirken der Rheinsberger Sch\u00fcler &#8211; Erfahrungsaustausch mit den Brundtlandst\u00e4dten<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Rheinsberg soll als Brundtlandstadt im europ\u00e4ischen Vergleich der Kommunen Vorbildcharakter f\u00fcr die Energieeinsparung und die Umstellung von fossilen auf regenerative Energiequellen haben.<br \/>\nEin solches Projekt darf kein Versuchsfeld f\u00fcr neue Technologien und Verfahrensweisen sein. Die Verkn\u00fcpfung der unterschiedlichen Bereiche der Umweltf\u00fcrsorge und der allt\u00e4glichen Daseinsf\u00fcrsorge ist aufwendig und der Erfolg f\u00fcr jeden B\u00fcrger nicht immer sofort ablesbar.<br \/>\nAls ein Ort der idealen Kombination von wundersch\u00f6ner Natur, Architektur und Kultur wurde Rheinsberg schon beschrieben. Nun wollen wir Rheinsberg nicht einfach zu einem herk\u00f6mmlichen deutschen Kurort entwickeln, sondern wir wollen einen ganzheitlichen Ansatz verwirklichen, der vom \u00f6kologisch-gesunden Bauen \u00fcber ein umfassendes Energie- und Umweltkonzept bis zu nat\u00fcrlichen Heilverfahren reicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Gemarkung der Stadt Rheinsberg umfasst eine Fl\u00e4che von 62 km2 mit ca. 5.400 Einwohner. Im Kreis Ostprignitz-Ruppin stellt die Stadt heute einen zentralen Ort in dem durch Landwirtschaft und Fremdenverkehr gepr\u00e4gten, seenreichen Rheinsberger Naturraum dar. Die Energieversorgung war bis 1990 durch einseitige Ausrichtung auf Braunkohle gepr\u00e4gt. 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