{"id":19442,"date":"2023-07-13T15:13:46","date_gmt":"2023-07-13T13:13:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10149-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:47","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:47","slug":"10149-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10149-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Konservierung und Restaurierung von umweltgesch\u00e4digten mittelalterlichen Wandmalereien auf Fels und Putz in der Burg Kriebstein (Sachsen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Entwicklung einer technologischen Musterl\u00f6sung zur Beseitigung von Umweltsch\u00e4den an mittelalterlichen Wandmalereien sowie die Konservierung und Restaurierung der Wandmalereien in der Burgkapelle.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Ma\u00dfnahmen sind im einzelnen: &#8211; Vorfestigung und Fixierung der gef\u00e4hrdeten Bereiche des Putzes und der Malschicht &#8211; die Freilegung, &#8211; die Entsalzung, &#8211; die Nachfestigung der Putz- und Malschicht, -die Kittung,- die partielle Abnahme des Wachs-Harz- \u00dcberzuges,- die Beseitigung aller Spuren des mikrobiellen Befalls,- eine angemessene Retusche der Fehlstellen<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zur Erarbeitung der Konservierungs- und Restaurierungskonzeption erfolgte eine schriftliche, zeichnerische und fotografische Erfassung des Bestandes und Zustandes der Wandmalereien. Neben der Untersuchung der bei der Restaurierung von 1933 -1936 verwendeten Konservierungsmittel und der einge-brachten M\u00f6rtel, bildete den Schwerpunkt der vorbereitenden Ma\u00dfnahmen die Analyse der im gesamten Objekt vorliegenden Salzbelastung und des mikrobiellen Befalls.  Ein von den \u00fcbrigen Bereichen abweichendes Schadensbild war dabei im Nord- Westjoch der Kapelle festzustellen. Bedingt durch jahrelangen Wassereintritt an der  Au\u00dfenfassade war es in diesem Bereich zu einer erheblichen Anreicherung mit l\u00f6slichen Salzen und zu einer nur in diesem Bereich sichtbaren mikrobiellen Belastung, in Form eines rosafarbenen Belags, gekommen. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, da\u00df eine erhebliche Nitrat-, Sulfat- und Chloritbelastung sowie mehrere Pilze, eine Hefe und mehrere Bakterienarten als mikrobieller Befall vorliegen. Entsprechend der bereits vorliegenden Bearbeitungskonzeption wurden auch in diesem Bereich Versuchsreihen zur Entsalzung vorgenommen. Dabei ergab sich, da\u00df die Konzentration der vorhandenen, leicht l\u00f6slichen Salze (Chloride und Nitrate) durch die Auflage von Kompressen aus Buchenholzzellulose Arbocell BC 200 angeteigt in destilliertem Wasser im oberen Putzgef\u00fcge wesentlich verringert werden konnte. Nach einer zweimaligen Auflage und der damit verbundenen erheblichen Entsalzung des Bereiches verringerte sich ebenfalls der rosafarbene, mikrobielle Belag, wodurch geschlu\u00dffolgert werden konnte, da\u00df die Salzbelastung mit dem mikrobiellen Befall in unmittelbarem Zusammenhang steht. Nach Abschlu\u00df der Gesamtma\u00dfnahme kann zum heutigen Zeitpunkt festgestellt werden, da\u00df der mikrobielle Befall so reduziert werden konnte, da\u00df dieser zumindest zu keiner optischen Sch\u00e4digung f\u00fchrt. Entsprechend dieser Versuchsreihe erfolgte somit die Bearbeitung wie in den \u00fcbrigen Bereichen. Nach Herausnahme der salzbelasteten Kittungen wurden Arbocell &#8211; Kompressen auf die Putzoberfl\u00e4che aufgebracht. Im gesamten Gew\u00f6lbebereich wurde die Kompresse durch eine unterst\u00fctzende Konstruktion aus Metallgittern und flexiblen St\u00e4ben aufgedr\u00fcckt.    Ein besonders hoher Wirkungsgrad wurde f\u00fcr die Kittungsbereiche, bedingt durch das offene Porensystem und f\u00fcr die Bereiche, wo vermutlich ein ausreichender Anpressdruck vorhanden war, festgestellt. Bei der abschnittsweise vorgenommenen Auflage wurde der Raum durch eine provisorische Abzugsanlage entl\u00fcftet und klimatisch \u00fcberwacht, was die Belastung der \u00fcbrigen Bereiche vermindern sollte.  Nach dem Abtrocknen wurden die Kompressen abgenommen und die Oberfl\u00e4che mit Hilfe von  wish-up- Schw\u00e4mmen gereinigt. Die anschlie\u00dfend vorgenommene, erneute Kittung der Fehlstellen des Putzes erfolgte als zweilagiger Glattputz mit Hilfe eines auf Korngr\u00f6\u00dfenverteilung und Farbigkeit abgestimmten Sumpfkalkm\u00f6rtels. Abschlu\u00df der Ma\u00dfnahme stellte die Retusche dar, durch welche gr\u00f6\u00dfere Fehlstellen integiert werden sollten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Kapelle ist in den Museumsrundgang integriert und somit unseren Besuchern zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Wandmalereien wurden bei Sanierungsarbeiten im Jahre 1933 entdeckt und freigelegt. Schon bald zeigten sich Sch\u00e4den. Die 5 Jahre umfassende Restaurierung besitzt Modellcharakter f\u00fcr vergleichbare F\u00e4lle von Schadensbildern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Entwicklung einer technologischen Musterl\u00f6sung zur Beseitigung von Umweltsch\u00e4den an mittelalterlichen Wandmalereien sowie die Konservierung und Restaurierung der Wandmalereien in der Burgkapelle. 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