{"id":19429,"date":"2023-07-13T15:08:00","date_gmt":"2023-07-13T13:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/00654-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:00","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:00","slug":"00654-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/00654-01\/","title":{"rendered":"\u00d6kologische und technisch-wirtschaftliche Untersuchung einer untert\u00e4gigen  Hartgesteinsgewinnung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die \u00fcbert\u00e4gige Gewinnung von Hartgesteinsvorkommen greift naturgem\u00e4\u00df in die Umwelt ein. Eine Verlagerung des Abbaus unter die Tagesoberfl\u00e4che, d.h. ein untert\u00e4giger Abbau, bietet im Hinblick auf die Umweltauswirkungen eine Reihe von Vorteilen. Ziel des Projektes war die Untersuchung der technischen, wirtschaftlichen und umweltbezogenen Aspekte einer untert\u00e4gigen Hartgesteinsgewinnung am Beispiel einer konkreten, geeigneten Lagerst\u00e4tte. Es wurden Konzepte f\u00fcr Aufschlu\u00df, Abbau, F\u00f6rderung und Infrastruktur erarbeitet. Es erfolgte eine Beurteilung der Auswirkungen auf die Umwelt. Eine Kostenrechnung wurde durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEs erfolgte die Auswertung von Fachliteratur sowie Betriebsbesichtigungen, um den derzeitigen Bedarf, die Verwendung und die Produktion von Hartgestein sowie den technische Stand der Hartgesteinsgewinnung zu dokumentieren. Um die technische Realisierbarkeit einer untert\u00e4gigen Hartgesteinsgewinnung nachzuweisen, wurde die EDV-gest\u00fctzte Planung eines Hartgesteinstiefbaus an einer geeigneten Lagerst\u00e4tte, dem Harzburger Gabbro-Massiv, durchgef\u00fchrt. Es wurden Laboruntersuchungen an Gesteinsproben vorgenommen, um gesteinsmechanische Kennwerte zu erhalten. Desweiteren wurden Felduntersuchungen im Steinbruch des Kooperationspartners zur Ermittlung von tektonischen Daten durchgef\u00fchrt. Die Verfahren zur sicheren Dimensionierung von Gebirgsfesten und Abbaur\u00e4umen wurden im Hinblick auf die Anwendbarkeit gepr\u00fcft und angewendet. Die Wirtschaftlichkeit wurde untersucht, um absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, unter welchen Bedingungen ein untert\u00e4giger Abbau von Hartgesteinslagerst\u00e4tten in Betracht kommt. Die M\u00f6glichkeiten einer Folgenutzung von Abbauhohlr\u00e4umen wurden kurz betrachtet. Ausf\u00fchrlich wurden die Umweltwirkungen und die Umweltvertr\u00e4glichkeit einer untert\u00e4gigen Gewinnung von Hartgestein untersucht. Hierbei wurden die Wirkungen auf die Umwelt eines solchen Abbaus w\u00e4hrend der einzelnen Projektphasen (Lagerst\u00e4ttensuche und -erkundung, Aufschlu\u00df- und Bauphase, Produktionsphase, Stillegungsphase und Nachbetriebsphase) sowie bei St\u00f6rf\u00e4llen betrachtet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>F\u00fcr den Abbau massiger Hartgesteinsvorkommen kommen nur wenige Abbauverfahren in Betracht. Bruchbauverfahren sind durch erhebliche Bergsch\u00e4den an der Tagesoberfl\u00e4che gekennzeichnet. Eine Anwendung kommt nur in Bereichen in Betracht, wo dies im Hinblick auf die Tagesoberfl\u00e4che m\u00f6glich bzw. vertretbar ist. Ein Versatzbau ist wirtschaftlich bei den derzeitigen Verh\u00e4ltnissen nur gerechtfertigt, wenn der Versatzbetrieb weitgehend kostenneutral erfolgen kann. Unter den derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen ist der Abbau von Hartgesteinsvorkommen im Festenbau mit den geringsten technischen, wirtschaftlichen und umweltbezogenen Risiken verbunden. F\u00fcr den Modellfall \u0084Harzburger Gabbromassiv\u0093 wurden, gest\u00fctzt auf Labor- und Felduntersuchungen, Berechnungen mit der Finite-Element-Methode und einem empirischen Berechnungsverfahren durchgef\u00fchrt. Die Ergebnisse zeigen, da\u00df die gew\u00e4hlten Kammer- und Festenabmessungen eine langfristige Standsicherheit des Grubengeb\u00e4udes gew\u00e4hrleisten. Die Modellplanung zeigt ferner, da\u00df ein leistungsf\u00e4higer, untert\u00e4giger Hartgesteinsabbau im Kammerfestenbau betrieben werden kann.Der Vorteil einer untert\u00e4gigen Aufbereitung liegt im Fortfall der visuellen Beeintr\u00e4chtigung des Landschaftsbildes und der Minimierung des Fl\u00e4chenbedarfs \u00fcbertage. Ferner zeichnet sich die untert\u00e4gige Aufbereitung durch die Vermeidung von Belastungen der \u00fcbert\u00e4gigen Umwelt aus. Die bei einer untert\u00e4gigen Hartgesteinsgewinnung entstehenden Hohlr\u00e4ume k\u00f6nnen unterschiedlichen Folgenutzungen zugef\u00fchrt werden. Pauschale Aussagen \u00fcber die Eignung f\u00fcr bestimmte Nutzungszwecke k\u00f6nnen nicht getroffen werden, da die spezifische Situation immer einer Einzelfallbetrachtung bedarf. Grundlage f\u00fcr die Bewertung der Eignung der Hohlr\u00e4ume f\u00fcr einen bestimmten Nutzungszweck mu\u00df die Einzelfallanalyse der bergtechnischen, geologisch-hydrologischen und geographischen Gegebenheiten sowie der wirtschaftlichen Randbedingungen sein. Zur Bewertung der Umweltwirkungen sind die einzelnen Phasen eines Projektes zu untersuchen. Eine pauschale Quantifizierung der Wirkungen und Auswirkungen auf die Umwelt kann nicht erfolgen; dies ist nur im Einzelfall m\u00f6glich. Es k\u00f6nnen jedoch aufgrund der in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen und der \u00dcbertragung der Erkenntnisse grunds\u00e4tzliche Einsch\u00e4tzungen getroffen werden. Die Suche und Erkundung von Hartgesteinslagerst\u00e4tten ist mit nur kurzzeitigen geringf\u00fcgigen Beeintr\u00e4chtigungen der Umwelt verbunden, die keine gr\u00f6\u00dferen bzw. bleibenden Sch\u00e4den hinterlassen. W\u00e4hrend der Aufschlu\u00df- und Bauarbeiten f\u00fcr ein Hartgesteinsbergwerk k\u00f6nnen erhebliche Wirkungen auf die Umwelt eintreten. Dabei handelt es sich jedoch um vor\u00fcbergehende Wirkungen, deren Auswirkungen in der Regel nicht bleibend sind. Durch entsprechende Planung und Betriebsf\u00fchrung k\u00f6nnen diese Wirkungen auf ein vertretbares Ma\u00df verringert werden. Bleibend, zumindest bis zur Stillegung, sind dagegen die Wirkungen, die von den Baulichkeiten und Anlagen selbst ausgehen. Bei einem Hartgesteinsbergwerk werden diese Wirkungen jedoch gering sein. Durch kompakte Bauweise und Farbgebung sowie durch (teilweise) Verlagerung der Anlagen nach unter Tage k\u00f6nnen die Wirkungen gering gehalten werden.Die Wirkungen bzw. Beeintr\u00e4chtigungen der Umwelt w\u00e4hrend der Produktionsphase sind gering, da der Gewinnungs- und F\u00f6rderbetrieb unter Tage abl\u00e4uft. Abgesehen von einem Abbau in unmittelbarer N\u00e4he von Bebauungen haben Sprengersch\u00fctterungen bei untert\u00e4giger Gewinnung im Regelfall keine negativen Wirkungen auf die Tagesoberfl\u00e4che. Grubenberge bzw. nicht verwertbares Material k\u00f6nnen in ehemaligen Abbaur\u00e4umen unter Tage deponiert werden; Aufbereitungsabg\u00e4nge fallen, abgesehen von St\u00e4uben, nicht an. Auch die Wasserhaltung ist nicht mit negativen Wirkungen auf die Umwelt verbunden. Die notwendigen infrastrukturellen und logistischen Ma\u00dfnahmen f\u00fcr ein Hartgesteinsbergwerk sind verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gering im Vergleich zu anderen Industriebetrieben. Ein sachgerecht verwahrtes Hartgesteinsbergwerk stellt nach der Einstellung des Gewinnungsbetriebes kein Risiko f\u00fcr die Umwelt dar. Altlasten bleiben nicht zur\u00fcck.Hinsichtlich von St\u00f6rf\u00e4llen kann gesagt werden, da\u00df die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen mit gravierenden Auswirkungen (z. B. Explosionen) au\u00dferordentlich gering ist. Als bergbauspezifisch sind gebirgsmechanische St\u00f6rf\u00e4lle anzusehen. Bei einem Kammerfestenbau ist davon auszugehen, da\u00df die Festen und Abbaur\u00e4ume so dimensioniert werden, da\u00df Sicherheit gegen Versagen auch langfristig gegeben ist.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zusammenfassend kann gesagt werden, da\u00df ein untert\u00e4giger Abbau von Hartgestein bei Vorliegen entsprechender geologischer Voraussetzungen technisch grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich ist und im Hinblick auf die minimale Umweltbeeintr\u00e4chtigung wesentliche Vorteile aufweist. Die Wirtschaftlichkeit mu\u00df im konkreten Einzelfall untersucht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die \u00fcbert\u00e4gige Gewinnung von Hartgesteinsvorkommen greift naturgem\u00e4\u00df in die Umwelt ein. Eine Verlagerung des Abbaus unter die Tagesoberfl\u00e4che, d.h. ein untert\u00e4giger Abbau, bietet im Hinblick auf die Umweltauswirkungen eine Reihe von Vorteilen. 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