{"id":19421,"date":"2023-07-13T15:11:06","date_gmt":"2023-07-13T13:11:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05978-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:06","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:06","slug":"05978-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05978-01\/","title":{"rendered":"Aufbau des Arbeitsbereiches Elektrorecycling"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Es soll eine Demontagelinie f\u00fcr das manuelle Zerlegen von Elektronik-Altger\u00e4ten installiert werden, die die Arbeitsbedingungen der behinderten Mitarbeiter entschieden verbessert und effektiviert und gleichzeitig allen umweltrelevanten Gesichtspunkten bei diesen T\u00e4tigkeiten Rechnung tr\u00e4gt.<br \/>\nDas Demontagesystem mit 12 Arbeitspl\u00e4tzen erf\u00fcllt alle geforderten Qualit\u00e4ts- und Umweltaspekte (z.B. T\u00dcV-GS-Zeichen, CE-Zeichen, BIA-Filter f\u00fcr Absauganlage usw.) und entspricht den g\u00fcltigen Vorschriften bzw. Sicherheitsvorschriften.<br \/>\nBeginnend mit der Ger\u00e4teanlieferung bis hin zum Abtransport der recyclinggerecht demontierten Bauteile sind alle wichtigen Aspekte des Materialflu\u00dfes, der Arbeitsplatzgestaltung und Arbeitssicherheit ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie zu demontierenden Altger\u00e4te werden im Aufgabenbereich der Demontagelinie in Gitterboxen, auf Paletten oder geordnet mit einem Ger\u00e4tewagen bereitgestellt.<br \/>\nZur Erleichterung der Ger\u00e4teaufgabe dient ein Scherenhubtisch, welcher auch f\u00fcr die Grobfraktionierung von Gro\u00dfger\u00e4ten genutzt werden kann.<br \/>\nNach Entfernung von Geh\u00e4use bzw. R\u00fcckwand erfolgt in der geschlossenen Reinigungskabine die gr\u00fcndliche Entstaubung des Ger\u00e4tes oder der Baugruppe bei gleichzeitiger Staubabsaugung, sowie bei Bildschirmger\u00e4ten vorab die Bel\u00fcftung der Bildr\u00f6hre.<br \/>\nNach diesem Arbeitsschritt wird das Ger\u00e4t mittels des Werkst\u00fccktr\u00e4gers auf der Rollenbahn zu den Fraktionier-Werkb\u00e4nken geschoben. Werden in Altger\u00e4ten schadstoffhaltige Bauteile wie z.B. Quecksilber vermutet, welche bei Besch\u00e4digung des Bauteilgeh\u00e4uses unkontrolliert am Arbeitsplatz austreten k\u00f6nnten, so werden diese Altger\u00e4te an einem Schadstoff-Arbeitsplatz zerlegt. Der Schadstoff-Arbeitsplatz ist mit einer auf der Tischplatte befestigten Edelstahlwanne ausgestattet, so da\u00df bei Austreten von schadstoffhaltigen Stoffen (Fl\u00fcssigkeiten) diese zun\u00e4chst kontrolliert in der Wanne erfa\u00dft sind und z. B. bei Quecksilber mit dem Absorptionsset sicher entfernt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nAn Fraktionier-Werkb\u00e4nken werden die Altger\u00e4te mit entsprechenden Werkzeugen in Grobfraktionen zerlegt. Das bedeutet beispielhaft f\u00fcr Fernsehger\u00e4te das Entfernen des Geh\u00e4uses, der Bildr\u00f6hre und das Ablegen weiterzufraktionierender Bauteile in einem seitlich auf der Rollenbahn bereitgestellten Kunststoffkasten.<br \/>\n Die Geh\u00e4useteile und Bildr\u00f6hren werden direkt in Gitterboxen oder entsprechenden Containern abgelegt, welche unmittelbar im Arbeitsplatzbereich plaziert sind. Die weiterzufraktionierenden Bauteile gelangen mittels der Wagen zu den nachfolgenden Feinfraktionier-Arbeitsplatz.<br \/>\nRecyclinggerecht demontierte Bauteile werden geordnet und getrennt in entsprechende Beh\u00e4ltnisse am Arbeitsplatz abgelegt.<br \/>\nDie Abnahme von entsorgungspflichtigen sowie recyclingf\u00e4higen Reststoffen \u00fcber zertifizierte Verwerter\/ Entsorger ist jederzeit gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Am 26.05.97 konnte in der Einrichtung die vorgesehene moderne Recyclinganlage f\u00fcr Elektro- und Elektronik-Altger\u00e4te in Betrieb genommen werden.<br \/>\nIn Vorbereitung dessen wurde vor allem durch Einbeziehung der Gemeinn\u00fctzigen Auftragsbeschaffungs- und Vertriebsgesellschaft der Werkst\u00e4tten f\u00fcr Behinderte im Land Brandenburg (GAV) die Zerlegetiefe der Altger\u00e4te auf die technisch und \u00f6konomisch bedingten Verwertungsm\u00f6glichkeiten und auf Schadstoffaspekte abgestimmt und die Anlagenkonfiguration und der geeignetste Anbieter ausgew\u00e4hlt.<br \/>\nVor allem aus Eigenmitteln innerhalb des Gesamtfinanzierungskonzeptes wurde der entsprechende Werkst\u00e4ttenbereich hierf\u00fcr in \u00dcbereinstimmung mit den baurechtlichen und umweltrechtlichen Bestimmungen so modernisiert, da\u00df den Anforderungen an eine sachgerechte Zerlegung ohne unkontrollierte Schadstofffreisetzung und Gef\u00e4hrdung der Mitarbeiter und Dritter entsprochen wird.<br \/>\nIn diesem Zusammenhang wurde ein Konzept f\u00fcr die Erfassung, Getrennthaltung, Behandlung und Entsorgung nicht verwertbarer Reststoffe und Schadstoffe erarbeitet. Mit dem kapselbaren Schadstoff-Arbeitsplatz ist eine sorgf\u00e4ltige h\u00e4ndische Entfernung von Problembauteilen m\u00f6glich, wobei auch bei Besch\u00e4digungen die Risiken f\u00fcr Umwelt und Mitarbeiter minimiert werden. Mit dem mehrstufigen Zerlege- und Sortierkonzept ist bei hoher Flexibilit\u00e4t auch im Personaleinsatz eine den Vermarktungsm\u00f6glichkeiten angepa\u00dfte weitgehende Wertstofffraktionierung m\u00f6glich. So konnte neben Eisen- und Buntmetallen z. B. auch zur\u00fcckgewonnenes Silber vermarktet werden.<br \/>\nIn das Gesamtprojekt wurde von vornherein das Institut f\u00fcr Neuwertwirtschaft (IFN) mit einbezogen. Eine erste Bestandsanalyse (Umweltschutzberatung) wurde durchgef\u00fchrt. F\u00fcr ein geplantes \u00d6ko-Audit wurde ein F\u00f6rderantrag bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg gestellt. Ebenfalls zur  Vorbereitung auf das angestrebte \u00d6ko-Audit f\u00fcr diesen Standort soll das IFN herangezogen werden.<br \/>\nSeitens der GAV wird auch in Zukunft angestrebt, eine noch gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Behindertenwerkst\u00e4tten in die Logistik der Altger\u00e4tezuf\u00fchrung und fachgerechten Demontage einzubinden, um ein ortsnahes und fl\u00e4chendeckendes Entsorgungsnetz f\u00fcr Elektronik-Altger\u00e4te im Land Brandenburg in Zusammenarbeit der Werkst\u00e4tten f\u00fcr Behinderte (WfB) mit Kommunen, Gewerbe und anderen Unternehmen zu schaffen.<br \/>\nDurch verst\u00e4rkte Auftragsakquise, auch unter Einbeziehung der GAV, konnte der Arbeitsbereich Elektronik-Schrott-Recycling f\u00fcr den Gesamtbereich wirtschaftliche Ergebnisse erreichen.<br \/>\nVerlauf und Ergebnisse des Projektes werden dokumentiert und die F\u00f6rderung des Projektes durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt in der \u00d6ffentlichkeit publik gemacht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211; Festschrift zum f\u00fcnfj\u00e4hrigen Bestehen der Lebenshilfe Oder-Nei\u00dfe-Werkst\u00e4tten e.V., Januar 97<br \/>\n&#8211; Artikel in der \u00f6rtlichen Presse zur Inbetriebnahme der Anlage am 26.05.97<br \/>\n&#8211; Darstellung der F\u00f6rderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt an der Anlage selbst<br \/>\n&#8211; Hinweis auf die erfolgte F\u00f6rderung in pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen mit Partnern und Gesch\u00e4ftskunden sowie bei Besuchen in unserer Einrichtung vor Ort und innerhalb der Landesarbeitsgemeinschaft WfB<br \/>\n&#8211; Bereitschaft des Bewilligungsempf\u00e4ngers zur Einbringung in vorgesehene Sonderpublikationen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch die F\u00f6rderung seitens der Deutschen Bundesstiftung Umwelt k\u00f6nnen die Mitarbeiter der Einrichtung im Bereich der umweltfreundlichen Recyclingverfahren f\u00fcr Elektro- und Elektronik-Altger\u00e4te einen sp\u00fcrbar positiven Beitrag leisten. Dabei konnten die Arbeitsbedingungen f\u00fcr 12 behinderte Mitarbeiter ganz entscheidend verbessert werden. Umweltbelangen wird besonders Rechnung getragen.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus wurde mit dem Antrag an die Investitionsbank des Landes Brandenburg zur F\u00f6rderung der Durchf\u00fchrung eines \u00d6ko-Audits f\u00fcr diesen Standort und Arbeitsbereich ein weiterf\u00fchrender zukunftsorientierter Schritt getan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Es soll eine Demontagelinie f\u00fcr das manuelle Zerlegen von Elektronik-Altger\u00e4ten installiert werden, die die Arbeitsbedingungen der behinderten Mitarbeiter entschieden verbessert und effektiviert und gleichzeitig allen umweltrelevanten Gesichtspunkten bei diesen T\u00e4tigkeiten Rechnung tr\u00e4gt. Das Demontagesystem mit 12 Arbeitspl\u00e4tzen erf\u00fcllt alle geforderten Qualit\u00e4ts- und Umweltaspekte (z.B. 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