{"id":19420,"date":"2024-11-27T10:32:40","date_gmt":"2024-11-27T09:32:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05564-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:40","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:40","slug":"05564-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05564-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Erprobung eines Verfahrens zur boden- und wasserschonenden Direktsaat von Zwischenfr\u00fcchten in Verbindung mit dem M\u00e4hdrusch"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Landwirtschaft steht unter starkem Anpassungsdruck: Dieser zwingt sie einerseits, alle M\u00f6glichkeiten zur Kostensenkung und Rationalisierung auszusch\u00f6pfen. Andererseits fordert die Gesellschaft verst\u00e4rkt ressourcen- und umweltschonende Bewirtschaftungsformen, wobei der Zwischenfruchtanbau zunehmend an Bedeutung gewinnt. Diese Herausforderung kann sie nur dann bestehen, wenn ihr hierf\u00fcr zuk\u00fcnftig neue technische Verfahren zur Verf\u00fcgung stehen. Ziel des Vorhabens ist es, ein Zusatzaggregat zum M\u00e4hdrescher zu entwickeln, das die Aussaat von Zwischenfr\u00fcchten in Verbindung mit dem M\u00e4hdrusch erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf der Grundlage des verfahrensbedingt vorgegebenen Anforderungsprofils und des daraus abgeleiteten Lastenheftes wird in einem ersten Projektabschnitt ein Prototyp entwickelt. Mit diesem werden in der anschlie\u00dfenden Vegetationsperiode umfangreiche Feldversuche auf 4 verschiedenen Standorten und mit unterschiedlichen Nutzpflanzen bzw. Zwischenfr\u00fcchten in Baden-W\u00fcrttemberg durchgef\u00fchrt. Mit einem auf der Grundlage dieser Versuchsergebnisse und -erfahrungen verbesserten Prototyp werden die Versuche auf den gleichen Standorten und mit denselben Nutzpflanzen bzw. Zwischenfr\u00fcchten in einer 2. Vegetationsperiode wiederholt. Unter Einbeziehung aller gewonnenen Daten und Erfahrungen wird der Prototyp zur Serienreife weiterentwickelt.Die im Zusammenhang mit den zweij\u00e4hrigen Feldversuchen gewonnenen Daten bilden zugleich auch die Grundlage f\u00fcr die acker- und pflanzenbauliche Verfahrensbeurteilung. Dabei konzentriert sich das Interesse besonders auf die damit korrespondierende Nitratproblematik und Grundwasserneubildung, weil diese f\u00fcr eine \u00f6kologische Verfahrensbeurteilung von zentraler Bedeutung sind. Die ermittelten produktionstechnischen Kenndaten sind letztlich auch Grundlage f\u00fcr entsprechende Wirtschaftlichkeitsberech-nungen unter verschiedenen Einsatzbedingungen, um die zuk\u00fcnftigen Einsatzm\u00f6glichkeiten beurteilen zu k\u00f6nnen. Erg\u00e4nzend dazu werden zielgruppenorientierte Bedarfs- und Akzeptanzstudien durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das neuentwickelte Verfahren verf\u00fcgt \u00fcber herausragende Vorteile in acker- und pflanzenbaulicher, \u00f6konomischer und insbesondere in \u00f6kologischer Hinsicht.<br \/>\nDer erforderliche Zeitbedarf zur Zwischenfruchtbestellung liegt durch den Verzicht auf eine zeit- und kostenintensive Bodenbearbeitung deutlich unter dem konventioneller Verfahren und bietet so f\u00fcr die Betriebe, die in der Arbeitsspitze Getreideernte meistens \u00fcber geringe, zus\u00e4tzliche freie Arbeitszeitkapazit\u00e4ten verf\u00fcgen, erst die M\u00f6glichkeit, den Zwischenfruchtanbau gro\u00dffl\u00e4chig auszudehnen. Die Anbausicherheit ist im Vergleich mit konventionellen Verfahren sehr hoch, die Ausnutzung der verbleibenden Vegetationszeit wesentlich effektiver. So ist auch bei ung\u00fcnstigen klimatischen Bedingungen eine feste Einbindung des Zwischenfruchtanbaus zur Nutzung der phytosanit\u00e4ren Vorteile in bestehende Getreide- und Zuckerr\u00fcben-Fruchtfolgen gegeben. Die einfach Begr\u00fcnung von Stillegungsfl\u00e4chen ist ein weiterer Einsatzbereich. Die wirkungsvolle Unterdr\u00fcckung von Ausfallgetreide und auflaufenden Unkr\u00e4utern erm\u00f6glicht eine nachhaltige Reduzierung des Herbizidaufwandes in der Folgekultur.<br \/>\nDie Reduzierung der Arbeitsg\u00e4nge im Gesamtverfahren wirkt sich durch einen geringeren Maschineneinsatz und den daraus resultierenden geringeren Kraftstoffverbrauch insgesamt sehr positiv auf die Verfahrenskosten aus. Eine Kostenreduzierung von 80-100 DM\/ha ist im Hinblick auf die Verbesserung der Ertragslage im Ackerbau ein entscheidender Punkt. Hinsichtlich des effektiven M\u00e4hdreschereinsatzes in der Getreideernte werden sich im selbstmechanisierten Ackerbaubetrieb und im landwirtschaftlichen Lohnunternehmen die Organisationsformen weiter optimieren &#8211; vor allem aus wirtschaftlichen Aspekten eine insgesamt fortschreitende Entwicklung. Die Einsatzflexibilit\u00e4t des neuentwickelten Verfahrens in der Getreideernte kommt hier deutlich zum Tragen.<br \/>\nDer verfahrensspezifische Verzicht auf eine ganzfl\u00e4chige Bodenbearbeitung bei der Zwischenfruchtbestellung &#8211; mit entsprechend geringerem Humusabbau &#8211; f\u00fchrt direkt zu einer deutlich verringerten N-Freisetzung und einer stark abgeflachten Nitratdynamik im Zeitraum direkt nach der Getreideernte. Eine G\u00fclled\u00fcngung erfolgt zu g\u00fcnstigen Ausbringterminen auf der tragf\u00e4higen und gut befahrbaren Getreidestoppel, direkt in einen wachsenden Pflanzenbestand. Die N-Aufnahme der Zwischenfrucht ist insgesamt deutlich schneller und sicherer, so dass die Nitratwerte im Boden extrem schnell auf ein Minimum reduziert werden. Die g\u00fcnstigen Wachstumsbedingungen erm\u00f6glichen, dass die \u00f6kologischen und die acker- und pflanzenbaulichen Ziele des Zwischenfruchtanbaus bereits innerhalb von 4-5 Wochen erreicht werden k\u00f6nnen.In sensiblen Bereichen der Trinkwasserschutzgebiete ist die Verfahrenssicherheit zur nachhaltigen N-Fixierung und zur Vermeidung eines unerw\u00fcnschten Nitrateintrags ins Grundwasser aus Gr\u00fcnden der Sicherung einer hohen Trinkwasserqualit\u00e4t von entscheidender Bedeutung. Die breitangelegten vierj\u00e4hrigen Feldversuche &#8211; gerade auch in Gebieten mit intensiver Tierhaltung und entsprechender G\u00fclleproblematik &#8211; und die daraus resultierenden Ergebnisse unterstreichen die verfahrensspezifischen Besonderheiten dieses Verfahrens zur Zwischenfruchtbestellung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Pr\u00e4sentation des Verfahrens im Rahmen der Arbeitskreise der LaWiKa HannoverNorddeutscher Zuckerr\u00fcbentag 2000 und 2001 &#8211; Anlage von Feldversuchen, Pr\u00e4sentationInternetauftritt &#8211; www.guettler.de<br \/>\nProduktfilm zur Verfahrenstechnik<br \/>\nPrint-Medien: Brosch\u00fcren und DokumentationenVorbereitung zur Pr\u00e4sentation Agritechnika 2001<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Zwischenfruchtanbau mit konventionellen Verfahren stagniert seit einigen Jahren auf vergleichsweise niedrigem Niveau, obwohl die acker- und pflanzenbaulichen Vorteile dieser Ma\u00dfnahme \u00fcberzeugend sind. Das neuentwickelte Verfahren Direktsaat von Zwischenfr\u00fcchten in Verbindung mit dem M\u00e4hdrusch verf\u00fcgt hier \u00fcber ein beachtliches Potential zur nachhaltigen F\u00f6rderung und Ausdehnung des Zwischenfruchtanbaus in einem weiten Bereich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Landwirtschaft steht unter starkem Anpassungsdruck: Dieser zwingt sie einerseits, alle M\u00f6glichkeiten zur Kostensenkung und Rationalisierung auszusch\u00f6pfen. Andererseits fordert die Gesellschaft verst\u00e4rkt ressourcen- und umweltschonende Bewirtschaftungsformen, wobei der Zwischenfruchtanbau zunehmend an Bedeutung gewinnt. Diese Herausforderung kann sie nur dann bestehen, wenn ihr hierf\u00fcr zuk\u00fcnftig neue technische Verfahren zur Verf\u00fcgung stehen. 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