{"id":19419,"date":"2026-04-29T10:34:25","date_gmt":"2026-04-29T08:34:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/00945-01\/"},"modified":"2026-04-29T10:34:26","modified_gmt":"2026-04-29T08:34:26","slug":"00945-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/00945-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung: Neue Konzepte, Methoden und Materialien zur Reduzierung und Wiederverwendung  von Abf\u00e4llen im Gartenbau"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes war die Entwicklung einer Methodik zur Erstellung eines betrieblichen Abfallwirtschaftskonzeptes zur Vermeidung und Reduzierung von g\u00e4rtnerischen Abf\u00e4llen und \u00dcbertragung dieser Methodik auf einen Praxisbetrieb. Anlass f\u00fcr die Entwicklung einer derartigen Methodik sind im wesentlichen die ge\u00e4nderten Gesetzesgrundlagen, Geb\u00fchrenerh\u00f6hungen f\u00fcr die Abfallentsorgung, Ressourcenarmut und eine zunehmende Deponieraumknappheit, die sich auch auf die Abfallwirtschaft im Gartenbausektor auswirken.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden<\/p>\n<p>Zu Projektbeginn wurde zun\u00e4chst eine Umfrage in 80 nieders\u00e4chsischen Gartenbaubetrieben durchgef\u00fchrt, um die Abfallsituation in der Praxis erfassen und beurteilen zu k\u00f6nnen. Es wurden jeweils 20 Betriebe aus den Sparten Obstbau, Gem\u00fcsebau, Zierpflanzenbau und Baumschule untersucht.<br \/>\nIm folgenden wurde die Bedeutung der Materialwirtschaft f\u00fcr die Abfallwirtschaft sowie die abfallwirtschaftliche Bedeutung verschiedener kurzlebiger Produktionsmittel im Gartenbau analysiert.<br \/>\nZur Simulation der Abfallsituation in den zu untersuchenden Betrieben wurde die Abfalldatensammlung ITG entwickelt, die sich aus Basisdaten (z.B. Produktionsmittelbedarf, Kosten), benutzerdefinierten Daten (z.B. Produktionsplan, Produktionsmittelauswahl) und systemstrategischen Daten (Vorgabe be-stimmter Produktionsbedingungen) und Ausgabedaten (Abfallmenge und -zusammensetzung, Entsorgungskosten, Abfallverteilung) zusammensetzt.<br \/>\nZur Beurteilung von kurzlebigen Produktionsmitteln und zur Unterst\u00fctzung des Auswahlverfahrens wurden Abfallkennzahlen entwickelt. Diese Gr\u00f6\u00dfen wurden bei der Entwicklung von Strategien zur Vermeidung und Reduzierung von Abf\u00e4llen in Gartenbaubetrieben ber\u00fccksichtigt. Die Auswirkungen verschiedener Strategien wurden mit Hilfe der Abfalldatensammlung ITG f\u00fcr einen Praxisbetrieb simuliert. Hierbei wurden verschiedene Entsorgungsvarianten mit unterschiedlichen Sortier- und Verwertungsgraden ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Den Umfrageergebnissen gem\u00e4\u00df tritt das h\u00f6chste Abfallaufkommen pro Fl\u00e4cheneinheit im Zierpflanzenbau auf. Im Obstbau f\u00e4llt das Abfallaufkommen extrem niedrig, im Gem\u00fcsebau und im Baumschulbereich deutlich h\u00f6her aus. Den gr\u00f6\u00dften Anteil am betrieblichen Abfallaufkommen verursachen die organischen Abf\u00e4lle. Abf\u00e4lle durch Verpackungen oder Kulturgef\u00e4\u00dfe bereiten besonders im Zierpflanzenbau Probleme. Die H\u00f6he des Abfallaufkommens spiegelt sich auch in den Entsorgungskosten wider, die im Zierpflanzenbau besonders hoch und im Obstbau besonders niedrig eingesch\u00e4tzt wurden. Aufgrund der besonderen Abfallsituation im Zierpflanzenbau wurde bei der Konzeptentwicklung das Hauptaugenmerk auf diese Sparte und hier speziell auf die Topfpflanzenproduktion gelegt. Au\u00dferdem wurden schwerpunktm\u00e4\u00dfig Abf\u00e4lle betrachtet, die durch den Einsatz kurzlebiger Produktionsmittel entstehen.<br \/>\nZun\u00e4chst wurden theoretischen Grundlagen f\u00fcr die Entwicklung einer Methodik zur Erstellung eines betrieblichen Abfallwirtschaftskonzeptes zusammengestellt. Die Arbeitsschritte der Konzepterstellung setzen sich zusammen aus Bestandsaufnahme, IST-Analyse, Konzeptentwicklung, Konzeptrealisierung und Kontrolle. Zur Unterst\u00fctzung der Konzeptbildung wurde die Abfalldatensammlung ITG entwickelt, de-ren Arbeitsbl\u00e4tter mit dem Tabellenkalkulationsprogramms EXCEL erstellt und verkn\u00fcpft wurden.<br \/>\nBei der Bestandsaufnahme d.h. der Erfassung der IST-Situation im Untersuchungsbetrieb werden mit Hilfe der Abfalldatensammlung ITG die Abfallmenge, -zusammensetzung und -verteilung sowie die Entsorgungskosten aus den Produktionszahlen unter Ber\u00fccksichtigung der betrieblichen Produktionsbedin-gungen abgeleitet. Zur Analyse der IST-Situation wurden Kennzahlen f\u00fcr einen Betriebsvergleich aus den oben angef\u00fchrten Umfrageergebnissen entwickelt. Neben der Grundfl\u00e4che der Gartengew\u00e4chse, der Glasfl\u00e4che, der Abfallmenge und Entsorgungskosten pro Betrieb wurden auch die Abfallmenge und Entsorgungskosten pro ha Grundfl\u00e4che der Gartengew\u00e4chse sowie die Entsorgungskosten pro t Abfall berechnet. Um auch das Produktionsprogramm des Untersuchungsbetriebes ber\u00fccksichtigen zu k\u00f6nnen, wurde zus\u00e4tzlich eine Betriebsanalyse mit Hilfe der Abfalldatensammlung ITG durchgef\u00fchrt. Hierf\u00fcr werden die Produktionszahlen aus der Bestandsaufnahme mit den Produktionsbedingungen eines Durch-schnittsbetriebes verkn\u00fcpft. Die Informationen \u00fcber die Produktionsbedingungen in einem Durchschnittsbetrieb stammen aus den Umfrageergebnissen. Die Auswirkungen dieser Simulation auf die Ausgabedaten k\u00f6nnen mit den Ausgabedaten der Bestandsaufnahme im Untersuchungsbetrieb verglichen, Abweichungen vom Durchschnitt festgestellt und Schwachstellen aufgezeigt werden.<br \/>\nZiel der Konzeptentwicklung ist es, einen Ma\u00dfnahmenkatalog f\u00fcr den jeweiligen Praxisbetrieb zu erstellen, um so eine Reduzierung und Wiederverwertung von Abf\u00e4llen zu erm\u00f6glichen. Hierzu geh\u00f6rt die Wahl geeigneter Produktionsmittel sowie der Einsatz geeigneter Entsorgungsvarianten. Zur Unterst\u00fctzung des Auswahlvorgangs zwischen alternativen kurzlebigen Produktionsmitteln wurden zwei Abfallkennzahlen, die Abfallmenge und die Kosten pro Vergleichseinheit eines Produktionsmittels, entwickelt und f\u00fcr jede Produktionsmittelalternative sowie verschiedene Entsorgungsvarianten berechnet. Zur \u00dcberpr\u00fcfung der Auswirkungen eines Ma\u00dfnahmenkataloges auf den Untersuchungsbetrieb wurden unter-schiedliche Strategien formuliert, die mit Hilfe der Abfalldatensammlung ITG auf den jeweiligen Betrieb angewendet werden k\u00f6nnen. Zu diesen Strategien geh\u00f6rt u.a. der Einsatz von m\u00f6glichst abfall- bzw. kostenarmen Produktionsmitteln, von Produktionsmitteln aus biologisch abbaubaren Werkstoffen sowie von Mehrweg-Produktionsmitteln. Die Ergebnisse dieser Simulationen k\u00f6nnen mit dem IST-Zustand des jeweiligen Untersuchungsbetriebes verglichen und je nach Interessensschwerpunkt umgesetzt werden.<br \/>\nDie Durchf\u00fchrung der Ma\u00dfnahmen im Betrieb entspricht dem Arbeitsschritt Konzeptrealisierung der durch Kontrollen \u00fcberpr\u00fcft werden sollte. Die oben beschriebene Methodik zur Bildung von betrieblichen Abfallwirtschaftskonzepten wurde auf einen Beispielbetrieb \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Poster auf der 31. Wissenschaftlichen Arbeitstagung der Deutschen Gartenbauwissenschaftlichen Ge-sellschaft e.V. (DGG) in Stuttgart Hohenheim (16.-18.03.1994);<br \/>\nPoster auf der PLANTEC (internationale Fachmesse f\u00fcr Gartenbau) in Frankfurt (30.09-2.10.1994);<br \/>\nVer\u00f6ffentlichung in einer Fachzeitschrift (G\u00e4rtnerb\u00f6rse 24\/1995, S. 1018-1020).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit Hilfe der in diesem Projekt entwickelten Methodik kann ein betriebliches Abfallwirtschaftskonzept f\u00fcr einzelne Untersuchungsbetriebe erstellt werden. Zur Unterst\u00fctzung wurde die Abfalldatensammlung ITG entwickelt, die zur Quantifizierung der kurzfristig anfallenden Abfallmenge, Abfallzusammensetzung und -verteilung sowie der Entsorgungskosten in einem Topfpflanzenproduktionsbetrieb eingesetzt wird. Des weiteren wurden Kennzahlen f\u00fcr den Betriebs- und Produktvergleich sowie Strategien bez\u00fcglich des Einsatzes von kurzlebigen Produktionsmitteln entwickelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes war die Entwicklung einer Methodik zur Erstellung eines betrieblichen Abfallwirtschaftskonzeptes zur Vermeidung und Reduzierung von g\u00e4rtnerischen Abf\u00e4llen und \u00dcbertragung dieser Methodik auf einen Praxisbetrieb. 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