{"id":19402,"date":"2026-04-13T10:32:03","date_gmt":"2026-04-13T08:32:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11046-01\/"},"modified":"2026-04-13T10:32:03","modified_gmt":"2026-04-13T08:32:03","slug":"11046-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11046-01\/","title":{"rendered":"Zukunftsf\u00e4higer Bodensee &#8211; Dauerhaft umweltgerechte Sicherung und Entwicklung der Bodenseeregion als Trinkwasserspeicher und internationale Modellregion"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>\u00dcbergeordnetes Ziel war die dauerhaft umweltgerechte Entwicklung der internationalen Bodenseeregion als Natur-, Wirtschafts- und Kulturraum. Im Mittelpunkt des Projekts stand die langfristige Sicherung des Bodensees als Trinkwasserspeicher. Die Regio Bodensee ist f\u00fcr \u00fcber 3 Millionen Menschen ein attraktiver Siedlungs-, Arbeits- und Erholungsraum. Die \u00fcberdurchschnittliche Siedlungsentwicklung und die hohe Bev\u00f6lkerungsdichte (im Uferbereich >500 Einwohner\/km\u00b2), das starke Verkehrsaufkommen, die landwirtschaftlichen Sonderkulturen (Obst, Wein, Gem\u00fcse, Hopfen), die Trinkwasserentnahme f\u00fcr 4,5 Millionen Menschen sowie der intensive Tourismus und Wassersport zeigen Bedeutung und Wertsch\u00e4tzung des Bodenseeraums. Sie stellen aber auch sehr widerspr\u00fcchliche Anforderungen an das Gew\u00e4sser-\u00d6kosystem und gef\u00e4hrden dadurch auf Dauer die Stabilit\u00e4t des Naturhaushalts und die \u00f6kologischen Vorrangfunktionen des Bodensees. Die bisherigen Anstrengungen und die partiellen Erfolge im Gew\u00e4sserschutz reichen nicht aus, um die vielf\u00e4ltige Funktions- und Leistungsf\u00e4higkeit der Region dauerhaft zu sichern. Nur durch eine Einflussnahme auf m\u00f6glichst viele der ma\u00dfgeblichen regionalen Wirtschaftsbereiche und eine Ausrichtung auf eine langfristige Tragf\u00e4higkeit kann eine wirksame Entlastung des Sees und dessen Einzugsgebiets erreicht werden. Aus den wirtschaftlichen Handlungsfeldern wurden Landwirtschaft, Tourismus\/Mobilit\u00e4t, Schifffahrt sowie Forst- und Holzwirtschaft ausgew\u00e4hlt. In zielrelevanten Teilprojekten wurden mit regionalen Wirtschaftspartnern umweltschonende Wirtschaftsweisen erprobt. Dadurch k\u00f6nnen deutliche Verbesserungen der Umweltsituation am Bodensee erreicht werden. Au\u00dferdem war eine Breitenwirkung \u00fcber die Region hinaus zu erwarten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt war als Beitrag zu einem integrativen Regionalentwicklungsprogramm konzipiert und modular aufgebaut. In vier Handlungsfeldern wurden beispielhafte Teilprojekte durchgef\u00fchrt. Um den inhaltlichen Zusammenhang zwischen den Handlungsfeldern und den Teilprojekten zu gew\u00e4hrleisten und um Synergieeffekte zu nutzen, lag die Koordination des Gesamtprojekts bei der Bodensee-Stiftung. An der Durchf\u00fchrung beteiligten sich vor allem kleine und mittlere Unternehmen, aber auch Gemeinden und<br \/>\n1. Handlungsfeld Landwirtschaft (Bearbeiter: Thomas Schneider\/Patrick Tr\u00f6tschler)<br \/>\n1.1 Teilprojekt Extensivierung der Landwirtschaft und Aufbau eines regionalen Vermarktungsnetzwerkes: Bodensee-Schifffahrt und -Gastronomie: Erh\u00f6hung des Anteils kontrolliert biologischer Erzeugnisse aus der Region durch Etablierung von Biokost-Angeboten auf F\u00e4hren, Kurs- und Ausflugs-schiffen auf dem Bodensee sowie in der Gastronomie der Unterseeregion in Zusammenarbeit mit Gastronomen und Tourismusverb\u00e4nden. Gro\u00dfk\u00fcchen und Logistik: Aufbau eines grenz\u00fcbergreifenden Netzwerks von Erzeugern, H\u00e4ndlern und Gro\u00dfverbrauchern regionaler Bioprodukte. Verbraucherakzeptanz: Ma\u00dfnahmen zur Nachfragesteigerung f\u00fcr \u00f6kologische Produkte (Einkaufs- und Gastronomief\u00fchrer, Erlebnisradweg, Hoffeste).<br \/>\n2. Handlungsfeld Tourismus und Mobilit\u00e4t (Bearbeiter: Marion Hammerl-Resch und Marco Walter)<br \/>\n2.1 Teilprojekt Umwelttechnik und Umweltbildung auf Campingpl\u00e4tzen: Umwelttechnische und \u00f6kop\u00e4dagogische Umgestaltung und Optimierung eines Campingplatzes im Uferbereich des Bodensees als Demonstrationsprojekt f\u00fcr \u00f6kologische Betriebsf\u00fchrung in Zusammenarbeit mit der Stadt Konstanz. \u00dcbertragung der Ma\u00dfnahmen auf weitere Campingpl\u00e4tze in der Uferzone sowie Aufbau und Erprobung eines Umweltmanagementsystems f\u00fcr Campingpl\u00e4tze.<br \/>\n2.2 Teilprojekt Informationssystem Tourismus, Umwelt und Mobilit\u00e4t: Zur Reduzierung der Verkehrsbelastung wurde f\u00fcr die internationale Region ein \u00f6kologisch orientiertes Tourismus-Informationssystem zur Internet-Anwendung entwickelt. In Zusammenarbeit mit den Tourismusverb\u00e4nden und Verkehrsgesellschaften wurden grenz\u00fcberschreitend Fahrpl\u00e4ne und Zusatzleistungen von Bahn, Bus und Schiff vernetzt und mit den Angeboten der touristischen Ziele verkn\u00fcpft. Fachkr\u00e4fte der Tourismusverb\u00e4nde und -betriebe wurden in Mobilit\u00e4tsberatung ausgebildet. F\u00fcr den Dauerbetrieb wurde das Infosystem von der Internationalen Bodensee-Tourismus GmbH \u00fcbernommen. Erg\u00e4nzende Informationsangebote f\u00fcr naturvertr\u00e4gliches Reisen wurden entwickelt (Natur-Wanderf\u00fchrer Untersee, Erlebnisradweg).<br \/>\n3. Handlungsfeld Schifffahrt (Bearbeiter: Wolfgang Pfrommer)<br \/>\n3.1 Teilprojekt Antifoulings: Etablierung umwelt- und trinkwasservertr\u00e4glicher Schiffsrumpfbeschichtungen in der Sport- und Berufsschifffahrt als Ersatz f\u00fcr biozidhaltige Antifoulings. Gemeinsam mit den Wassersportverb\u00e4nden und weiteren Partnern wurde eine Kampagne zum freiwilligen Verzicht der Schiffseigner auf gifthaltige Farben durchgef\u00fchrt. Dies erfolgte in Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten, Farbenherstellern und -h\u00e4ndlern. Erstellung von Marktanalysen, Pr\u00fcfung neuer Beschichtungssysteme, Herausgabe von Markt\u00fcbersichten, Pr\u00e4sentation der Ergebnisse auf  Wassersportmessen.<br \/>\n3.2 Teilprojekt Modell-Segelyacht: Ausstattung einer Segelyacht mit modernster Umwelttechnik und Einsatz als Charterschiff und schwimmende Ausstellung. Als Projektpartner \u00fcbernahm die Firma ENGERT-LINE Yachtcharter die Dauerbetreuung der Modellyacht und organisierte den Charterbetrieb.<br \/>\n3.3 Teilprojekt Umwelt-Segelregatten und Beratung f\u00fcr Regattaveranstalter: Modellhafte Durchf\u00fchrung von Segelregatten unter Einbeziehung von Umwelttechnik und -management in Kooperation mit Segelclubs und Regattaveranstaltern. Aufbau einer Beratungsstruktur f\u00fcr Regattaveranstalter.<br \/>\n4. Handlungsfeld Forst- und Holzwirtschaft (Bearbeiter: Hans-Christoph Neidlein\/Andreas H\u00e4usler)<br \/>\n1.1 Teilprojekt Naturnaher Waldbau: Zur F\u00f6rderung eines naturnahen Waldbaus durch verst\u00e4rkte Verwendung und Vermarktung von Holz aus der Region wurden in den Forstamtsbezirken der Region viertelj\u00e4hrlich tagende Arbeitskreise mit Vertretern aller relevanten Gruppen eingerichtet.<br \/>\n1.2 Teilprojekt Regionale Vermarktung: F\u00f6rderung der \u00f6kologischen Kreislaufwirtschaft und der regionalen Wertsch\u00f6pfung. Ma\u00dfnahmen waren die verst\u00e4rkte Verwendung von rotkerniger Buche im M\u00f6bel- und Innenausbau sowie Erweiterung des regionalen Angebots von Brenn-, Bau- und Schnittholz in den Baum\u00e4rkten im Bodenseegebiet.<br \/>\n1.3 Teilprojekt Innovationen Holzbau: F\u00f6rderung der regionalen Innovationskraft im Wohnungs- und Objektbaubereich. Verst\u00e4rkte Nutzung von Schwachholz. Ein Musterhaus in Brettstapel-Bauweise bot die M\u00f6glichkeit, Fichten-Massivholzbretter in optimierter Technik einzusetzen. Das neue Bauverfahren der Firma Holzindustrie Waldburg zu Wolfegg (hiwo) sollte zur Serienreife entwickelt werden.Die Betreuung der Teilprojekte im Handlungsfeld Holzwirtschaft lag beim BUND.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Gesamtziele des Vorhabens &#8211; &#8220;Sicherung des Trinkwasserspeichers&#8221; und &#8220;Schaffung einer internationalen Modellregion&#8221; &#8211; sowie die spezifischen Ziele der Teilprojekte waren sehr umfassend und anspruchsvoll formuliert. Sie orientierten sich am Bodenseeleitbild der Internationalen Bodenseekonferenz und an den Grunds\u00e4tzen der Nachhaltigkeits-Agenda von Rio. Diese Ziele m\u00fcssen als permanent fortschreitende Prozesse begriffen werden, denen sich die gesamte Region verpflichtet f\u00fchlen muss. Mit praktischen Beitr\u00e4gen sollte der lange gemeinsame Weg der Region zu den \u00f6kologischen und sozio-\u00f6konomischen Zielen begleitet werden.<br \/>\nDass der Weg nur in einer Atmosph\u00e4re der vertrauensvollen, interdisziplin\u00e4ren Zusammenarbeit zum Ziel f\u00fchren konnte, war eine besondere Herausforderung. Das bei der Bodensee-Stiftung gebildete Team war hochmotiviert und leistungsf\u00e4hig. Auch die Zusammenarbeit mit den Projekt- und Kooperationspartnern aus der regionalen Wirtschaft entwickelte sich fast ausnahmslos sehr gut. In allen Handlungsfeldern entstanden arbeitsf\u00e4hige, vielfach auch projekt\u00fcbergreifende Netzwerke.<br \/>\nDie Akzeptanz des Projekts wurde in entscheidendem Ma\u00dfe dadurch gef\u00f6rdert, dass sich Vertreter offizieller Stellen, z. B. des Umwelt- und Verkehrsministeriums Baden-W\u00fcrttemberg, des Ministeriums L\u00e4nd-licher Raum, des Instituts f\u00fcr Seenforschung und der Internationalen Bodenseekonferenz zu dem Projekt bekannten. Immer h\u00e4ufiger wurden Vertreter des Projektteams in regionale und \u00fcberregionale Gremien berufen. In den einzelnen Handlungsfeldern stellen sich die Ergebnisse folgenderma\u00dfen dar:<br \/>\n1. Handlungsfeld Landwirtschaft<br \/>\n1.1 Teilprojekt &#8220;Extensivierung der Landwirtschaft und Aufbau eines regionalen Vermarktungsnetzwerkes&#8221;: Die Projektarbeit zeigte, dass der Aufbau einer funktionierenden Liefer- und Verarbeitungslogistik von zentraler Bedeutung f\u00fcr die Erschlie\u00dfung von neuen Vermarktungswegen f\u00fcr umweltschonend erzeugte Produkte ist. Durch die innovativen Aktivit\u00e4ten und die intensive Kooperation mit den Bereichen Tourismus (Schifffahrt und Gastronomie) und Gro\u00dfk\u00fcchen konnten f\u00fcr zahlreiche Landwirte, Verarbeiter und H\u00e4ndlern neue Kontakte und quantitativ bedeutende Absatzkan\u00e4le erschlossen werden. Weiterhin erzielte die Etablierung eines regional-\u00f6kologischen Angebots in der Schifffahrt, der Gastronomie und in den Gro\u00dfk\u00fcchen eine erhebliche Breitenwirkung in der Bev\u00f6lkerung (Multiplikatoreffekte). So konnte der Absatz von umweltschonend in der Bodenseeregion erzeugter Lebensmittel sp\u00fcrbar gesteigert werden. Die einzelnen Aktionen haben sich inzwischen in der Region fest etabliert und haben auch \u00fcberregional gro\u00dfes Interesse geweckt. Damit hat das Handlungsfeld &#8220;Landwirtschaft&#8221; entscheidende Beitr\u00e4ge zur Zukunftsf\u00e4higkeit der Modellregion Bodensee geleistet. Es bestehen enge Kontakte zu zahlreichen Tr\u00e4gern \u00f6ffentlicher Belange in Deutschland, in der Schweiz und in \u00d6sterreich, die f\u00fcr die weitere Ausdehnung der Projekte \u00fcber die Grenzen hinweg von entscheidender Bedeutung sind.<br \/>\n2. Handlungsfeld Tourismus und Mobilit\u00e4t<br \/>\n2.1 Teilprojekt &#8220;Umwelttechnik und Umweltbildung auf Campingpl\u00e4tzen&#8221; (Demonstrationsvorhaben Campingplatz Klausenhorn und ECOCAMPING &#8211; Netzwerk f\u00fcr Umweltmanagement auf Campingpl\u00e4tzen): Zielsetzungen und Vorgehensweisen haben sich weitgehend bew\u00e4hrt. Im Bereich Umwelttechnik wurden auf dem Campingplatz Klausenhorn alle Ma\u00dfnahmen realisiert (lediglich bei der Seewasserpumpanlage gab es Installationsprobleme). Die Umweltbildungsma\u00dfnahmen werden weiterhin fester Bestandteil des Angebots sein. \u00dcber die Zielsetzungen hinaus konnten bedeutende Fortschritte erreicht werden. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die aus dem Projekt resultierende Gr\u00fcndung des Netzwerks ECO-CAMPING und die zus\u00e4tzliche F\u00f6rderung als LIFE-Projekt.<br \/>\n2.2 Teilprojekt &#8220;Informationssystem Tourismus, Umwelt und Mobilit\u00e4t&#8221;: Folgende Ergebnisse wurden erzielt: Entwicklung der Software &#8220;BodenseeClick&#8221;, die allen Anforderungen an ein touristisches Informationssystem entspricht (Internetzugang, Online-Version); Verkn\u00fcpfung mit der aktuellen Fahrplanauskunft unter Einbeziehung aller Verkehrstr\u00e4ger (Bus, Bahn, Schiff); Vervollst\u00e4ndigung und st\u00e4ndige Erweiterung der Eintr\u00e4ge (mehr als 800 Ziele); grenz\u00fcberschreitende Fahrplandaten zwischen Deutschland und der Schweiz (noch offen ist die Verkn\u00fcpfung mit den Fahrplandaten f\u00fcr Vorarlberg\/A). Innerhalb der Projektlaufzeit ist es gelungen, eine Tr\u00e4gerschaft f\u00fcr das Informationssystem aufzubauen, um die inhaltliche und technische Wartung und Aktualisierung von BodenseeClick \u00fcber die Entwicklungsphase hinaus zu garantieren.<br \/>\n3. Handlungsfeld Schifffahrt<br \/>\n3.1 Teilprojekt &#8220;Antifoulings&#8221;: Das Hauptziel der Kampagne, die negativen Auswirkungen der biozidhaltigen Unterwasseranstriche auf die Wasserqualit\u00e4t des Bodensees zu minimieren, wurde strukturell vorbereitet. Durch die Tests biozidfreier Farben und eine kontinuierliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit ist mittelfristig mit einer deutlichen Reduktion der Belastungen durch organische Biozidzus\u00e4tze zu rechnen. Die Hersteller konnten zur Entwicklung biozidfreier Farben und zur Verbesserung bestehender Rezepturen motiviert werden. H\u00e4ndler in der Bodenseeregion bieten spezielle Sortimente mit den getesteten biozidfreien Farben an. Das am Bodensee eingef\u00fchrte Testsystem mit Plattentests und anschlie\u00dfenden Praxistests erm\u00f6glichen den Farbenherstellern eine objektive Bewertung ihrer Innovationen. F\u00fcr Rumpfbeschichtungen, die am Bodensee getestet werden, er\u00f6ffnet sich ein Markt in den mitteleurop\u00e4ischen Wassersportrevieren. Die Strategie, durch Aufkl\u00e4rung zum freiwilligen Verzicht auf biozidhaltige Antifoulings zu bewe-gen, ist jedoch nur eingeschr\u00e4nkt umsetzbar.<br \/>\n3.2 Teilprojekt &#8220;Modell-Segelyacht&#8221;: Die Ziele des Teilprojekts wurden gr\u00f6\u00dftenteils erreicht. Am Bodensee wurde mit der Modell-Segelyacht ein neuer Standard f\u00fcr Umwelttechnik an Bord gesetzt. Die Konzeption, der Ausbau und der Einsatz des Schiffes im Charterbetrieb wurden optimal umgesetzt. Die Erfahrungen mit Umwelttechniken der Modellsegelyacht wurden bereits bei weiteren Schiffen genutzt.<br \/>\n3.3 Teilprojekt &#8220;Umwelt-Segelregatten und Beratung f\u00fcr Regattaveranstalter&#8221;: Mit den Regatten zum SAIL &#038; FUN Cup 1998 und 2000 konnte erstmals ein konsequentes Umweltmanagement f\u00fcr Segelregatten entwickelt und angewendet werden. Durch die Beteiligung als Partner und Mitveranstalter konnte die Bodensee-Stiftung die Umweltbilanz der Veranstaltungen ma\u00dfgeblich verbessern. Im Vergleich dazu wurde die Bodensee-Stiftung bei den Deutschen Meisterschaften der 420er Jollen als beratende Institution eingebunden. In Teilbereichen konnte hier Vorbildliches entwickelt werden. Eine umfassende Verbesserung der Umweltsituation konnte durch die partielle Beratung nicht erreicht werden. Doch k\u00f6nnen die Erfahrungen mit der Umweltberatung dank der engen Kooperation mit dem Bodensee-Seglerverband und dem Landesseglerverband Baden-W\u00fcrttemberg auch f\u00fcr weitere Regattaveranstalter genutzt werden.<br \/>\n4. Handlungsfeld Forst- und Holzwirtschaft<br \/>\n4.1 Teilprojekt &#8220;Naturnaher Waldbau&#8221;: Durch den eingerichteten Arbeitskreis wurde eine engere Zusammenarbeit sowie ein verbesserter Dialog von Naturschutz und Forstwirtschaft in der Region erreicht. Die Diskussion in Naturschutzkreisen \u00fcber das Thema Gro\u00dfmaschinen im Wald wurde bundesweit angesto\u00dfen (Brosch\u00fcre &#8220;Holzerntemethoden im Vergleich&#8221;).<br \/>\n4.2 Teilprojekt &#8220;Regionale Vermarktung&#8221;: Durch \u00d6ffentlichkeitsarbeit konnte die Akzeptanz f\u00fcr rotkerniges Buchenholz beim Endverbraucher, den Verarbeitern und den Waldbesitzern erh\u00f6ht werden. Die Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung verlief sehr erfolgreich, ebenso mit regionalen Unternehmern, welche Brennholz aufarbeiten. Die Zusammenarbeit mit gro\u00dfen Baumarktketten verlief dagegen zum Teil problematisch. Durch verst\u00e4rkte Aufkl\u00e4rung der Verarbeiter, Planer, Kommunen und Verbraucher konnte mitgeholfen werden, den Holzabsatz regionaler S\u00e4gewerke zu steigern. Ein Teil der S\u00e4gebetriebe entwickelte h\u00f6here Qualit\u00e4tsstandards und erste Schritte f\u00fcr ein verbessertes Marketing (MH-Massivholz).<br \/>\n4.3 Teilprojekt &#8220;Innovationen Holzbau&#8221;: Um die Brettstapelbauweise auf dem Markt einzuf\u00fchren, sollte die bauaufsichtliche Zulassung erlangt und ein Musterhaus errichtet werden. Der Projektpartner hiwo fertigte als erste bundesdeutsche Firma aus vernagelten Fichtenbrettern unverleimte Brettstapelelemente. Vom Projekttr\u00e4ger nicht beeinflussbare Entscheidungen des Firmeninhabers erschwerten die Realisierung dieses Projektmoduls. Verarbeiter, Planer, Architekten und Kommunen erhielten durch Fachseminare, Arbeitskreise, Messeauftritte und Exkursionen Informationen \u00fcber das Bauen mit heimischem Holz. Diese Initiativen zeigen inzwischen \u00fcberregionale Wirkung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Durch Veranstaltungen und Aktionen in gemeinsamer Tr\u00e4gerschaft mit Ministerien, Wirtschaftsverb\u00e4nden, Unternehmen und Gremien der Euregio Bodensee bzw. durch Beteiligung der Bodensee-Stiftung in Arbeitskreisen entsprechender Einrichtungen gelang es, das Projekt publik zu machen.In den regionalen und \u00fcberregionalen Medien fand das Projekt ein erfreuliches Echo. Regelm\u00e4\u00dfig und ausf\u00fchrlich berichteten Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen \u00fcber einzelne Aktionen, aber auch \u00fcber den Stand des Gesamtvorhabens. Die Einbettung in das Seennetzwerk Living Lakes des Global Nature Fund und die Anerkennung als weltweites Projekt der EXPO 2000 verst\u00e4rkten die Beachtung durch die Medien zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt Zukunftsf\u00e4higer Bodensee hat sowohl durch seine Tr\u00e4gerschaft als auch durch seine Vorgehensweise in der Region Beachtung und Zustimmung gefunden. Die fachlichen Inhalte und Ziele konnten gemeinsam mit Projektpartnern aus der Wirtschaft konzipiert und umgesetzt werden. Aus dem Kernprojekt entwickelten sich in mehreren Handlungsfeldern erg\u00e4nzende und weiterf\u00fchrende Projektans\u00e4tze, die teilweise bereits in das Gesamtprojekt integriert werden konnten. In verschiedenen Bereichen sind die Projektpartner bereit, die Arbeit \u00fcber die Projektlaufzeit hinaus selbst\u00e4ndig fortzuf\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens \u00dcbergeordnetes Ziel war die dauerhaft umweltgerechte Entwicklung der internationalen Bodenseeregion als Natur-, Wirtschafts- und Kulturraum. Im Mittelpunkt des Projekts stand die langfristige Sicherung des Bodensees als Trinkwasserspeicher. Die Regio Bodensee ist f\u00fcr \u00fcber 3 Millionen Menschen ein attraktiver Siedlungs-, Arbeits- und Erholungsraum. 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