{"id":19394,"date":"2023-07-13T15:08:15","date_gmt":"2023-07-13T13:08:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01120-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:16","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:16","slug":"01120-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01120-01\/","title":{"rendered":"Konservierung von Denkm\u00e4lern aus Metall"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Entgegen den Erwartungen des 19. Jahrhunderts haben sich die zahlreichen Skulpturen und Bauornamente aus Zinkgu\u00df im Freien nur schlecht gehalten. Auch bei den Materialien Zinn und Blei st\u00f6\u00dft man in der Restaurierungspraxis auf sich regelm\u00e4\u00dfig in \u00e4hnlicher Weise wiederholende Probleme wie Verformungen und tiefgreifende Korrosion. Im Rahmen des hier beschriebenen Projektes bestand die M\u00f6glichkeit, die Korrosionsph\u00e4nomene an den genannten Materialien eingehender zu untersuchen, bereits bew\u00e4hrte Methoden aufzugreifen und neu erarbeitete Vorgehensweisen in der praktischen Restaurierung zu erproben.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDiskussion des internationalen Wissensstandes (nach Akten- und Literaturrecherche)<br \/>\nKunstgeschichtliche Bearbeitung<br \/>\nLegierungsanalysen<br \/>\nUntersuchung der Korrosionserscheinungen (mit allen im Labor verf\u00fcgbaren Methoden)<br \/>\nBeurteilung und gegebenenfalls chemische Synthese von Korrosionsinhibitoren<br \/>\nUntersuchung der interkristallinen Korrosion an Zinkg\u00fcssen<br \/>\nErprobung von Beschichtungssystemen im Labor- und Freibewitterungsversuch<br \/>\nExemplarische Restaurierungen<br \/>\nGestaltung einschl\u00e4giger Ausstellungen und Publikationen<br \/>\nVerbesserung der Dokumentationstechniken:<br \/>\nZweidimensionale Bildverarbeitung<br \/>\nDreidimensionale Bildverarbeitung (Vermessung von Plastiken und Visualisierung mittels EDV)<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es ist nicht einfach, wenn nicht sogar unm\u00f6glich, die Ergebnisse eine Projektes, welche auf Tausenden von Berichtseiten dargestellt wurden, wie hier gefordert in sinnvoller und fachlich vertretbarer Weise auf eine einzige Textseite zu verdichten. Eine kurz zusammenfassende, reich bebilderte Darstellung der Projektergebnisse zum Thema Zinkgu\u00df findet sich z.B. in RESTAURO 103 (1997) 104-107 und 166-171. In diesem zweiteiligen Artikel werden auch einige grunds\u00e4tzliche Restaurierungsempfehlungen gegeben. Es sei hier auch auf das Arbeitsheft Zinkkonservierung des Bayerischen Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege verwiesen, welches voraussichtlich Mitte 1999 gedruckt sein wird.<\/p>\n<p>Als Beispiel einer Restaurierung seien die lebensgro\u00dfen Fassadenfiguren H\u00e4ndler und M\u00fcnzpr\u00e4ger von der Alten M\u00fcnze in M\u00fcnchen genannt. Im Rahmen des Projektes konnte nur die Restaurierung dieser zwei von insgesamt neun Fassadenfiguren finanziert werden. Es kam jedoch in diesem, wie auch in anderen F\u00e4llen, zu dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ausdr\u00fccklich gew\u00fcnschten Schneeballeffekt, da\u00df der zust\u00e4ndige Bauherr in der Folge die Restaurierung der \u00fcbrigen sieben Figuren genehmigte und nun selbst weiter finanziert. Alle Stadien dieser und zahlreicher weiterer Restaurierungen wurden eingehend analysiert, diskutiert und dokumentiert. Die Figuren erhielten neue, individuell gestaltete Innenger\u00fcste aus nichtrostendem Stahl und wurden in Ann\u00e4herung an den historischen Befund kupferimitierend gefa\u00dft.<\/p>\n<p>In der Ausstellung Material und M\u00f6glichkeit, veranstaltet von der Stiftung Preu\u00dfische Schl\u00f6sser und G\u00e4rten Berlin-Brandenburg, wurde der Themenkomplex Zinkgu\u00df\/Zinkkonservierung anhand zahlreicher Exponate ausf\u00fchrlich dargestellt, wobei neben der H\u00fcttenkunde, der Gu\u00dftechnik und einigen kunsthistorischen Themen auch bereits im Rahmen des Projektes restaurierte Zinkg\u00fcsse erl\u00e4utert wurden.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Vorhabens flossen bei vielen Beratungen und Ortsterminen mit ein. So fanden z.B. regelm\u00e4\u00dfig Beratungstermine in Zusammenhang mit durchkorrodierten Zinnsarkophagen statt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der gesamten Vorhabenszeit wurden von den Projektpartnern kunsthistorische Volont\u00e4re und Restaurierungsvolont\u00e4re betreut, die eigene Forschungsberichte und Publikationen erarbeiteten.<\/p>\n<p>Von Seiten der Deutschen Bundesstiftung Umwelt war der Dokumentation ein hoher Stellenwert beigemessen worden. Es bestand deshalb im Rahmen des Projektes erstmals die M\u00f6glichkeit,  lebensgro\u00dfe Figuren lichtoptisch so vermessen zu lassen, da\u00df sie nun in ihrer kompletten Geometrie als fein abbildendes Computermodell vorliegen. Diese Vermessung und die anschlie\u00dfende Visualisierung der Daten wurden in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut f\u00fcr Graphische Datenverarbeitung durchgef\u00fchrt. Die Vermessung erfolgte in der Restaurierungswerkstatt vor Ort, der Gro\u00dfteil der Datenverarbeitung konnte an einem handels\u00fcblichen Kleincomputer mit g\u00e4ngiger Software ausgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Rund 25 ausf\u00fchrliche Arbeitsberichte und Publikationen, mehr als 50 Vortr\u00e4ge. Presse-Informationstag (Okt. 1993). Fachkolloquium (M\u00e4rz 1997), Tagung Metallrestaurierung (Okt. 1997). Arbeitsheft des Bayerischen Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege \u00fcber Zinkgu\u00df (im Druck). Zwei Ausstellungen u.a.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Trotz allem sollte nicht erwartet werden, da\u00df die Restaurierung von Denkm\u00e4lern aus Blei, Zink und Zink durch die im Projekt erarbeiteten Ergebnisse so weit vereinfacht ist, da\u00df sie quasi von jedermann ausge\u00fcbt werden kann. Es mu\u00df deshalb an dieser Stelle ausdr\u00fccklich betont werden, da\u00df die Restaurierung der genannten Materialein ohne eingearbeitetes und qualifiziertes Fachpersonal nicht m\u00f6glich ist und in dieser Beziehung mit der Bronzerestaurierung vergleichbar, wenn nicht gar komplizierter ist. Besonders die literaturbekannt diffizile Beschichtung von Zinkgu\u00dfoberfl\u00e4chen wird auch in Zukunft ein anspruchsvolles Feld f\u00fcr Spezialisten bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Entgegen den Erwartungen des 19. Jahrhunderts haben sich die zahlreichen Skulpturen und Bauornamente aus Zinkgu\u00df im Freien nur schlecht gehalten. Auch bei den Materialien Zinn und Blei st\u00f6\u00dft man in der Restaurierungspraxis auf sich regelm\u00e4\u00dfig in \u00e4hnlicher Weise wiederholende Probleme wie Verformungen und tiefgreifende Korrosion. 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