{"id":19388,"date":"2023-07-13T15:13:46","date_gmt":"2023-07-13T13:13:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10123-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:46","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:46","slug":"10123-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10123-01\/","title":{"rendered":"Integratives Modell zur Risiko-Kommunikation im Umweltbereich unter Anwendung interaktiver Methoden und szenarischer Darstellungen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Altablagerung Osnabr\u00fcck W\u00fcste gilt mit rund 18.000 Betroffenen als eine der gr\u00f6\u00dften bewohnten Altlasten Deutschlands. Um von Anfang an optimale Kommunikationsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr diese au\u00dfergew\u00f6hnlich gro\u00dfe Anzahl an Betroffenen zu schaffen, waren fr\u00fchzeitig entsprechend strategische und konzeptionelle \u00dcberlegungen anzustellen.<br \/>\nAls Ziel des Projektes war formuliert, ein effektives Kommunikationsmodell zu konzeptionieren und zu erproben, mit Hilfe dessen eine m\u00f6glichst breite Informationsbasis bei den betroffenen B\u00fcrgern einer gro\u00dffl\u00e4chigen Altablagerung erzielt werden kann. Desweiteren waren Kommunikationsm\u00f6glichkeiten zu schaffen und zu erproben, die weitergehenden Informations- und Kommunikationsbed\u00fcrfnissen der Betroffenen gerecht werden konnten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Umsetzung der genannten Ziele wurden die folgenden vier Informations- und Kommunikationsstrategien angewandt und erprobt sowie mit Hilfe einer telefonischen Befragung evaluiert:<br \/>\n1.\tBasisinformationen (f\u00fcr alle Betroffenen)<br \/>\n2.\tDetailinformationen (f\u00fcr Interessierte)<br \/>\n3.\tSpezielle Informationen (f\u00fcr bestimmte Zielgruppen)<br \/>\n4.\tIndividuelle bed\u00fcrfnisorientierte Informationen und Kommunikation<br \/>\nDie konkrete Umsetzung des Kommunikationsmodells auf der individuellen Ebene erforderte die Entwicklung und Erprobung einer rechnergest\u00fctzten und visualisierten Methode, mit der wissenschaftliche Expositionsabsch\u00e4tzungen gleichsam spielerisch nachvollzogen und pers\u00f6nliche Risiken eingesch\u00e4tzt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDie modellhafte Anwendung dieser innovativen Form der Risiko-Kommunikation wurde schlie\u00dflich mit dem Ziel ausgewertet, die \u00dcbertragbarkeit dieser Methode auf \u00e4hnlich gelagerte Problemstellungen (nicht nur im Altlastenbereich) zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Auswertung der erprobten vier Informationsstrategien l\u00e4\u00dft sich wie folgt zusammenfassen:<br \/>\n1.\tBasisinformationen in Form von Informationsbrosch\u00fcren, Pressemitteilungen, Ausstellungen<br \/>\n\tDiese Medien waren vorgesehen, um in allgemein verst\u00e4ndlicher Form m\u00f6glichst allen betroffenen B\u00fcrgern die M\u00f6glichkeit zur Information zu bieten und eine m\u00f6glichst breite Informationsbasis unter den Betroffenen zu schaffen. Wie die Auswertungen zeigen, haben diese Basisinformationen rund 12.500 Haushalte auf der Altablagerung erreicht und dazu gef\u00fchrt, da\u00df bei einem Gro\u00dfteil der betroffenen Bev\u00f6lkerung (ca. 80%) ein Basiswissen vorausgesetzt werden kann.<br \/>\n2.\tDetailinformationen in Form bedarfsorientierter Informationsangebote<br \/>\n\tDetailinformationen sollten im Verlauf des Projektes auf die Bed\u00fcrfnisse der betroffenen B\u00fcrger zugeschnitten und Interessierten zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Mit diesem Mittel der Kommunikation wurden ca. 3.000 Haushalte erreicht. Der Bedarf an detaillierten Informationen erwies sich als vergleichsweise gering.<br \/>\n3.\tSpezielle Informationen in Form von B\u00fcrgerversammlungen und grundst\u00fccksbezogenen Daten und Empfehlungen<br \/>\n\tF\u00fcr diese Kommunikationsstrategie waren unterschiedliche Zielgruppen zu differenzieren. Insgesamt wurden \u00fcber 3.000 Haushalten grundst\u00fccksbezogene Daten und Empfehlungen zugesandt, die von den Betroffenen als wichtige Informationsquelle genannt und genutzt wurden. Desweiteren wurden zwei B\u00fcrgerversammlungen mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten veranstaltet.<br \/>\n4.\tIndividuelle Informationen in Form computergest\u00fctzter Einzelberatungen<br \/>\n\tIndividuelle Informationsm\u00f6glichkeiten waren vorgesehen, um den Betroffenen die M\u00f6glichkeit zu bieten, individuelle Risiken besser und nachvollziehbarer einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Dazu wurde das  computergest\u00fctzte Beratungsprogramm RisKom entwickelt, das interaktiv die notwendigen Informationen abfragen hilft und individuelle Ergebnisse pr\u00e4sentiert. Im Zeitraum des Projektes wurden 169 Personen (Haushalte) mit  Hilfe des Programmes RisKom beraten. Ratsuchende waren haupts\u00e4chlich Familien mit kleinen Kindern oder \u00c4ltere, die sich Gedanken um ihr Erbe machen. Der Anteil der Nutzgartenbetreiber erwies sich als vergleichsweise gering.<br \/>\nZusammenfassend kann das erste Ziel als erreicht eingestuft werden. Ein Basiswis-sen zur Altablagerung W\u00fcste kann bei den meisten der Betroffenen vorausgesetzt werden. Ein Gro\u00dfteil der zuf\u00e4llig Befragten gab an, sich gut informiert zu f\u00fchlen, die Basisinformationen waren bei den meisten der Befragten bekannt und wurden als in-formativ, verst\u00e4ndlich und glaubw\u00fcrdig eingesch\u00e4tzt. Unterstrichen wurde diese Einsch\u00e4tzung dadurch, da\u00df im Projektverlauf immer wieder Informationen zur Verf\u00fcgung gestellt wurden, so da\u00df der Eindruck vertieft wurde, auf dem aktuellen Stand der Kenntnis zu sein. Das zweite Ziel, bed\u00fcrfnisgerechte Informations- und Kommunikationsangebote zu schaffen, erscheint ebenfalls erreicht, da von Seiten der zuf\u00e4llig Befragten gerade die Vielfalt des Informations- und Beratungsangebotes, das oftmals gar nicht ausgesch\u00f6pft wurde, gelobt wurde. Hinweise auf mangelnde Angebote waren nicht zu erhalten.<br \/>\nDer zeitliche wie finanziell vorgegebene Rahmen konnte wie geplant eingehalten werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Projektbegleitend wurden M\u00f6glichkeiten zur Pr\u00e4sentation des Forschungsvorhabens  in der Presse, auf Tagungen und im Projektbeirat genutzt. Anl\u00e4\u00dflich der Jahrestagung des Ingenieurtechnischen Verbandes Altlasten e.V (ITVA) am 20.\/21.11.1997 in Jena wurde ein Poster zur Vorstellung und Dokumentation des Projektes erstellt und pr\u00e4sentiert. Anl\u00e4\u00dflich der Tagung Bewohnte Altlasten II am 21.\/22.01.1998 in Gie\u00dfen, veranstal-tet vom Hessischen Ministerium f\u00fcr Umwelt, Energie, Jugend, Familie und Gesund-heit, dem Bundesministerium f\u00fcr Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie und der Hessischen Industriem\u00fcll GmbH wurde das erstellte Poster zur Vorstellung und Dokumentation des Projektes pr\u00e4sentiert. Im Rahmen der Projektbeiratsitzungen wurde kontinuierlich \u00fcber die Entwicklung des Projektes, insbesondere die Entwicklung des EDV-Programmes zur Einzelberatung \u00f6ffentlich berichtet und ggf. diskutiert. Insbesondere zur 20. Projektbeiratssitzung am 22.04.1998 wurde die M\u00f6glichkeit angeboten, sich das Programm an-zusehen und vorf\u00fchren zu lassen.<br \/>\nEine weitere Vorstellung des Beratungsprogrammes RisKom ist f\u00fcr Januar 1999 auf einem UBA Workshop (Aktuelle DV-gest\u00fctzte Anwendungen und die Nutzung neuer Medien im Altlastenbereich) in Berlin geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Eine \u00dcbertragung des erprobten integrativen Modells zu Risikokommunikation erscheint sowohl f\u00fcr andere bewohnte Altablagerungen wie auch f\u00fcr inhaltlich anders gelagerte Fragestellungen m\u00f6glich. Insbesondere die Anwendung des computergest\u00fctzen Beratungsprogrammes RisKom erscheint nach entsprechender \u00dcberarbeitung bzw. Anpassung f\u00fcr komplexe Fragestellungen sowie im Hinblick auf die Anforderungen des k\u00fcnftigen Bundes-Bodenschutzgesetzes erfolgversprechend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Altablagerung Osnabr\u00fcck W\u00fcste gilt mit rund 18.000 Betroffenen als eine der gr\u00f6\u00dften bewohnten Altlasten Deutschlands. Um von Anfang an optimale Kommunikationsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr diese au\u00dfergew\u00f6hnlich gro\u00dfe Anzahl an Betroffenen zu schaffen, waren fr\u00fchzeitig entsprechend strategische und konzeptionelle \u00dcberlegungen anzustellen. 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