{"id":19374,"date":"2023-07-13T15:08:29","date_gmt":"2023-07-13T13:08:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01552-02\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:30","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:30","slug":"01552-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01552-02\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Erprobung eines Verfahrens zur Verwertung und thermischen Nutzung von Rest- und Abfallstoffen aus der Abgas- und Abwasserreinigung durch Einblasen in metallurgische Schmelzreaktoren (Zweite Phase)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes ist die Entwicklung, Projektierung und der Bau einer Anlage zum Einblasen pulverf\u00f6rmiger und granulierter Rest- und Abfallstoffe aus der Abgas- und Abwasserreinigung, um diese in einem metallurgischen Schmelzreaktor zu verwerten. Die Reststoffeinblasanlage war f\u00fcr den Hochofen III der EKO Stahl GmbH zu konzipieren und eine gleichm\u00e4\u00dfige Reststoffzuf\u00fchrung \u00fcber 13 Windformen des Hochofens zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenKonstruktiv wurde die Reststoffeinblasanlage als Mehrstoffeinblasanlage f\u00fcr fein und grobk\u00f6rnige (Granulate)  Reststoffe so gestaltet, da\u00df<br \/>\n&#8211; die Anlage mit einem geringen Zeit- und Arbeitsaufwand auf einen anderen einzublasenden Reststoff umger\u00fcstet werden kann,<br \/>\n&#8211; die Einblasanlage aus gro\u00dfen, aber transporttechnisch noch beherrschbaren und somit umsetzbaren Einheiten besteht,<br \/>\n&#8211; das der \u00fcblicherweise vorhandene Pre\u00dfluftnetzdruck f\u00fcr Betrieb der Anlage genutzt werden kann,<br \/>\n&#8211; ein ausreichender Automatisierungsgrad erreicht wurde.<\/p>\n<p>Die Bevorratung des einzublasenden Reststoffs kann in Big Bags oder in einem Leihsilo erfolgen. Der Vorratsbeh\u00e4lter der errichteten Einblasanlage wird mit Hilfe einer Zwischenf\u00f6rderanlage mit dem einzu-blasenden Reststoff bef\u00fcllt. Die Druckschleuse erlaubt bei kontinuierlichem Betrieb das Einschleusen von 5.000 kg\/h in das F\u00f6rdergef\u00e4\u00df. Ausgehend vom F\u00f6rdergef\u00e4\u00df k\u00f6nnen max. 5.000 kg des Reststoffes pro Stunde gleichverteilt in 13 F\u00f6rderleitungen eingebracht werden, die diesen mittels 13 Einblaslanzen in 13 Windformen des Hochofens injizieren.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der 1. Projektphase sind im einzelnen im Zwischenbericht zur 1. Projektphase vom Januar 1994 dargestellt. Insbesondere sei auf das Kapitel 4. Orientierende Betriebsversuche, 4.4. Ergebnisse verwiesen. Zur 2. Phase liegt der Bericht vom Mai 1997 vor.<\/p>\n<p>Die Mehrstoffeinblasanlage wurde technologisch und verfahrenstechnisch erprobt. Bisher wurden verschiedene Reststoffe wie z. B. ein aus f\u00f6rdertechnischer Sicht besonders schwieriges Mischkunststoffgranulat getestet. W\u00e4hrend der gro\u00dftechnischen Erprobung der Anlage konnte der Nachweis erbracht werden, da\u00df insbe-sondere auch f\u00fcr grobk\u00f6rnige Granulate, wie z.B. Kl\u00e4rschlamm, eine zuverl\u00e4ssige Dosier- und F\u00f6rdertechnologie entwickelt und realisiert werden konnte.<\/p>\n<p>Die gefundene L\u00f6sung gestattet es, ohne den Einsatz verschlei\u00dfintensiver mechanischer Dosiereinrichtungen fein- und auch grobk\u00f6rnige Reststoffe in eine praktisch beliebige Zahl von Windformen eines Hochofens gleichverteilt zu injizieren. Dazu wird im F\u00f6rdergef\u00e4\u00df, in dem die F\u00f6rderleitungen beginnen, durch pneumatische verfahrenstechnische L\u00f6sungen eine Gleichverteilung des einzublasenden Materials in die einzelnen F\u00f6rderleitungen erreicht.<\/p>\n<p>Infolge einer F\u00f6rdergasoptimierung und des Einsatzes ausgew\u00e4hlter Materialien und konstruktiv angepa\u00dfter Rohrb\u00f6gen und -kr\u00fcmmer konnten anf\u00e4ngliche Verschlei\u00dferscheinungen innerhalb der Zwischenf\u00f6rderanlage und zwischen dieser und der Einblasanlage wirkungsvoll eingeschr\u00e4nkt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die entwickelte Mehrstoffeinblastechnologie wurde im Fr\u00fchjahr 1997 auf der Hannover-Messe und auf einer Metallurgiemesse in Peking\/Beijing, pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Vorl\u00e4ufiges<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich wurde in den beiden bisherigen Projektphasen die M\u00f6glichkeit des Einsatzes von Rest- und Abfallstoffen aus der Abgas- und Abwasserreinigung (insbesondere beladener Aktivkoksstaub und getrocknetes Kl\u00e4rschlammgranulat) dargestellt. Da jedoch nur 4 Windformen mit Hilfe einer mit gro\u00dfem manuellen Aufwand betriebenen kleintechnischen Injektionsanlage beaufschlagt werden konnten, war eine fundierte Aussage zu Auswirkungen auf den Hochofenbetrieb und zu umweltrelevanten Emissionen nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Deshalb sollen in einer weiteren f\u00fcr die F\u00f6rderung beantragten Projektphase f\u00fcr verschiedenartige k\u00f6rnige Abfallstoffe, insbesondere f\u00fcr beladenen k\u00f6rnigen Aktivkoks und Kl\u00e4rschlamm, gro\u00dftechnische Einblasversuche einschlie\u00dflich der umweltrelevanten Messungen erfolgen, um eventuelle Mengenbegrenzungen des Einsatzes dieser Abfallstoffe im Hochofen, hinsichtlich der Art, der Inhaltsstoffe und deren Mengen feststellen zu k\u00f6nnen. Dabei sollen sowohl technologische Grenzen als auch Beschr\u00e4nkungen aus der Sicht der Emissionen erkannt werden.<\/p>\n<p>Neben der L\u00f6sung der technischen Probleme und der Untersuchung der Beeinflussung des metallurgischen Schmelzergebnisses beim Einblasen der Rest- und Abfallstoffe mu\u00df die Umweltvertr\u00e4glichkeit des Verwertungskonzeptes bewertet werden. Erzeugtes Gichtgas wird haupts\u00e4chlich in der Winderhitzeranlage verbrannt oder als Brenngas in Feuerungen im H\u00fcttenbetrieb genutzt. Es mu\u00df deshalb die Auswirkung des ver\u00e4nderten Brennstoffeinsatzes beim Hochofenproze\u00df auf die Emissionen \u00fcberpr\u00fcft werden. Zun\u00e4chst w\u00e4re daf\u00fcr eine Null-Emissionsmessung vorzunehmen. Weiterhin soll ein Vergleich mit anderen Verwertungs-\/Entsorgungs-Verfahren gezogen werden, um eine Bewertung des untersuchten Verfahrens auszuf\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes ist die Entwicklung, Projektierung und der Bau einer Anlage zum Einblasen pulverf\u00f6rmiger und granulierter Rest- und Abfallstoffe aus der Abgas- und Abwasserreinigung, um diese in einem metallurgischen Schmelzreaktor zu verwerten. 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