{"id":19344,"date":"2023-07-13T15:12:28","date_gmt":"2023-07-13T13:12:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08147-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:30","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:30","slug":"08147-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08147-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Holz: Modellhafte Praxisversuche zum Einsatz des farblosen Bl\u00e4uepilzes Ophiostoma piliferum an Kiefernholz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>1. Durch die Behandlung von Kiefern-Industrieholz mit einem farblosen Bl\u00e4uepilz unmittelbar nach dem F\u00e4llen oder Entrinden des Holzes sollten die Verf\u00e4rbungen des Holzes verhindert, zumindest jedoch stark reduziert werden. Hiermit w\u00fcrde der Einsatz von Bleichchemikalien bei der Zellstoffherstellung vermindert werden k\u00f6nnen. Gleichzeitig sollten durch die Behandlung Harze im Holz abgebaut werden. Hierdurch k\u00f6nnte der Wert des Holzes auch bei l\u00e4ngerer Lagerung im Wald erhalten, bzw. durch den Harzabbau erh\u00f6ht werden. Letzteres w\u00fcrde wesentlich zur Reduzieung des Proze\u00dfwassers bei der Zellstoffherstellung beitragen.<br \/>\n2. Die Trockenkonservierung von Nadelholz sollte durch die Verhinderung des Befalls durch holzverf\u00e4rbende Pilze durch biologischen Holzschutz auch f\u00fcr die Holzart Kiefer erm\u00f6glicht werden. Hierdurch k\u00f6nnte auch diese Holzart als trockenes Bauholz ohne aufwendige technische Trocknung angeboten und somit umfangreiche Energiemengen eingespart werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Werterhaltung von Kiefern-Industrieholz<br \/>\nKiefern-Industrierundholz wurde im Fr\u00fchjahr eingeschlagen und gestapelt. Die Versuche umfassten neben der Kontrollmenge eine Zugabe von 2g\/l des trockenen Sporenmaterials (Produktname: Cartapip 97, derzeitiger Anbieter: Fa. AgraSoL, Inc., Charlotte, NC, USA) zum Ketten\u00f6l der Motors\u00e4ge, die Behandlung s\u00e4mtlicher Schnittfl\u00e4chen des Rundholzabschnittes mittels eines Druckspr\u00fchger\u00e4tes und die Behandlung des Holzes mit einer im Labor hergestellten Sporensuspension. Zur Ermittlung der Verblauung wurden nach 3 und nach 6 Monaten H\u00f6lzer entnommen. Die Entnahmen zur \u00dcberpr\u00fcfung des Harzgehaltes durch die Bestimmung des Gesamtextraktgehaltes nach TAPPI Standard T 204 om -88  wurden nach 6 Monaten durchgef\u00fchrt.<br \/>\n2. Wertholzbehandlung<br \/>\nBei der Behandlung entrindeter Kiefernst\u00e4mme mit dem farblosen Bl\u00e4uepilz wurden astfreie und astige Stammabschnitte untersucht. Die Polterung erfolgte nach Absprache mit der wissenschaftlichen Projekt-begleitung, Herrn Dr. Welling von der Bundesforschungsanstalt f\u00fcr Forst- und Holzwirtschaft in Hamburg. Der Einfluss der Pilzbehandlung wurde durch die Ermittlung der Verf\u00e4rbungsfl\u00e4chen an aufgeschnittenem Holz ermittelt. Die Entwicklung der Feuchte des Holzes wurde mittels elektrischer Holzfeuchtenmessungen erfasst.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>1. Werterhaltung von Kiefern-Industrieholz<br \/>\nAus den Versuchsergebnissen kann insgesamt nicht der Schluss gezogen werden, dass die farblose Mutante des Bl\u00e4uepilzes Ophiostoma piliferum bei der Lagerung von Industrieholz in Rinde und bei der Rundholztrocknung in Haufenpoltern unter Praxisbedingungen eine Minderung der Verf\u00e4rbungen an Kiefernholz bewirkt. Positive Ergebnisse einiger Versuchseinheiten mit Verminderung der Verf\u00e4rbungen um bis zu 50 % wurden von gro\u00dfen Streuungen der Einzelergebnisse begleitet. Die Maximalwerte der Verf\u00e4rbung einzelner behandelter H\u00f6lzer betrugen bis zu 88 %. Da in begleitenden Untersuchungen festgestellt wurde, dass das Temperaturoptimum des Pilzes etwa 27 \u00b0C betr\u00e4gt, d\u00fcrfte ein wesentlicher Grund f\u00fcr die schwachen Wuchsleistungen in den niedrigen Temperaturen w\u00e4hrend der im Fr\u00fchjahr begonnenen Versuche liegen. Der Harzabbau fand bei den behandelten und den unbehandelten Ver-suchsh\u00f6lzern etwa im gleichen Ausma\u00df statt.<br \/>\n2. Wertholzbehandlung<br \/>\nDie Ergebnisse der Rundholztrocknungsversuche zeigen, dass bei Kiefer die Feuchteabgabe etwa in gleichem Ma\u00dfe erreicht werden kann wie bei dem bisher vornehmlich untersuchten Fichtenholz. Eine Reduzierung der Verf\u00e4rbungen durch den farblosen Pilz konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Gleiches ergab sich f\u00fcr die Behandlung parallel vorgeschnittenen Rundholzes (Models). Da jedoch Parallelversuche mit in anderen Versuchen erfolgreich eingesetzten Mitteln ebenso keine Verbesserungen ergaben, muss auch in Erw\u00e4gung gezogen werden, dass die Anwendungsbedingungen einen erfolgreichen Einsatz erschwerten.<br \/>\nZus\u00e4tzliche Versuche zeigten jedoch, dass der farblose Pilz unter g\u00fcnstigeren Feuchteverh\u00e4ltnissen beachtliche Reduzierungen der Verf\u00e4rbungen erzielt. In Sommerversuchen an dicht gelagerten Brettern und entrindeten Rundh\u00f6lzern betrug die Erh\u00f6hung der Anzahl in den unteren Verf\u00e4rbungsklassen das drei- bis f\u00fcnffache im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00dcber das Projekt wurde in der Lokalpresse berichtet.<br \/>\nPosterpr\u00e4sentation auf dem 2. Workshop Biokonversion nachwachsender Rohstoffe, Arbeitskreis Nachwachsende Rohstoffe des Senats der Bundesforschungsanstalten des Bundesministers f\u00fcr Er-n\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten (BML) in Zusammenarbeit mit der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe. Bundesforschungsanstalt f\u00fcr Landwirtschaft, Braunschweig, 14.\/15. Oktober 1999.<br \/>\nPostertitel: Use of a non-pigmented strain of Ophiostoma piliferum as antagonist to prevent blue-strain of pine logs &#8211; field study and biological monitoring.<br \/>\nPublikation Schr\u00f6der, S., M\u00fcller, G., Sterflinger, K. (2000): Auflagen f\u00fcr den biologischen Bl\u00e4ueschutz erf\u00fcllt, Holzzentralblatt vom 13.10.2000, Nr. 123, 1678.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Einsatz des farblosen Bl\u00e4uepilzes Ophiostoma piliferum an Kiefernholz ist unter den untersuchten Bedingungen weder bei der Lagerung von Industrieholz in Rinde noch bei der Rundholztrocknung ohne Rinde zu empfehlen. Dagegen erscheint der Einsatz des Pilzes zum tempor\u00e4ren Schutz bei der Lagerung von entrindetem Kiefernrundholz im Haufenpolter und bei der Lagerung von Kiefernbrettern erfolgversprechend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens 1. Durch die Behandlung von Kiefern-Industrieholz mit einem farblosen Bl\u00e4uepilz unmittelbar nach dem F\u00e4llen oder Entrinden des Holzes sollten die Verf\u00e4rbungen des Holzes verhindert, zumindest jedoch stark reduziert werden. Hiermit w\u00fcrde der Einsatz von Bleichchemikalien bei der Zellstoffherstellung vermindert werden k\u00f6nnen. 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