{"id":19320,"date":"2023-07-13T15:10:25","date_gmt":"2023-07-13T13:10:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04852-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:27","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:27","slug":"04852-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04852-01\/","title":{"rendered":"Verfahren zur Bewertung der Nutzungsintensit\u00e4t als Voraussetzung f\u00fcr eine umweltgerechte Gr\u00fcnlandnutzung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>F\u00fcr die von den Landwirtschaftskammern geforderten Gutachten zur Bewertung von Gr\u00fcnland sind bisher sehr zeitaufwendige oder wenig differenzierte Methoden angewandt worden. Ertragsdifferenzierte Nutzungskartierungen mu\u00dften dabei von Hand ausgef\u00fchrt werden. Dabei wurden nur drei Ertragsstufen unterschieden. Das Projekt soll Methoden entwickeln helfen, mit denen eine differenziertere Nutzungskartierung mit vertretbarem Zeitaufwand realisiert werden kann. Auf der Grundlage einer Methode zur Biotoptypenkartierung anhand von Color-Infrarot-Luftbildern sollte dieses Projekt eine weitere Differenzierung, speziell f\u00fcr landwirtschaftliche Fragestellungen, entwickeln.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der ersten Projektphase wurde eine pflanzensoziologische Vegetationskartierung auf ca. 400 ha Dauergr\u00fcnland durchgef\u00fchrt. Auf dieser Grundlage konnten die im Luftbild zu erkennenden Biotope abgegrenzt werden. Ertragsschnitte auf jeder der kartierten homogenen Teilfl\u00e4chen wurden im Fr\u00fchjahr des gleichen Jahres durchgef\u00fchrt. Sie dienten zur Abgrenzung des Ertragsniveaus einzelner Biotoptypen. Durch den Vergleich der Ertragsdaten und der Vegetationskarten mit den Luftbildern wurde die bekannte Biotopkartierung nachvollzogen und mit Ertragsdaten untermauert. Da die Eigenschaften verschiedener Vegetationstypen und Standorte sich im Luftbild als kumulative Farb- und Strukturwirkungen darstellen, eine Fl\u00e4che daher niemals genau wie eine andere, gleichen Biotoptyps, auf den Betrachter wirkt, allenfalls \u00e4hnlich, konnte keine genauere Differenzierung der Biotoptypen erfolgen.<br \/>\nEine digitale Aufbereitung und Auswertung der Luftbilder zeigte, da\u00df die Textur und der L\u00fcckenanteil der Gr\u00fcnlandnarbe gute Kriterien sind, eine weitergehende Differenzierung von Biotoptypen vorzunehmen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Eigenschaften verschiedener Vegetationstypen und Standorte stellen sich im Luftbild als kumulative Farb- und Strukturwirkungen dar, eine Fl\u00e4che wirkt daher niemals genau wie eine andere, gleichen Charakters, auf den Betrachter. Die Luftbildkartierung nach Vegetationseinheiten kann deshalb bei ausreichender Genauigkeit nicht differenzierter sein, als dies mit der Biotoptypenkartierung bereits praktiziert wird. Zur genaueren Differenzierung sind deshalb objektive Methoden notwendig. Dabei sollten die Kriterien f\u00fcr den Bearbeiter am Luftbildsichtger\u00e4t wie auch f\u00fcr Au\u00dfenstehende nachvollziehbar sein. Deutlich differenziertere Kriterien sind der Vegetations- sowie der L\u00fcckenanteil. Innerhalb des Vegetationsanteils einer Gr\u00fcnlandnarbe konnten wir au\u00dferdem sehr junges Gras von reiferem Gras unterscheiden sowie \u00e4ltere Kraut- und Grasvegetation differenzieren. Der vegetationsfreie Teil der Gr\u00fcnlandoberfl\u00e4che ist in sehr trockene (wei\u00df), frische (wei\u00dflich-hellgr\u00fcn) und feuchte (dunkelgr\u00fcne) bis nasse (schw\u00e4rzliche) L\u00fccken zu differenzieren. F\u00fcr die Bewertung der Nutzungsintensit\u00e4t wurde ein System entwickelt, das auf den Erfahrungen der ersten Projektphase und den Erkenntnissen der EDV-gest\u00fctzten Luftbildbearbeitung basiert. Nachfolgend beschriebene Bewertungskriterien werden dabei ber\u00fccksichtigt:<br \/>\nVerschiedene Biotoptypen sind auf bestimmte Ertragsstufen begrenzt, so da\u00df die Nennung des Biotoptyps bereits eine Eingrenzung bedeutet. Die Ertragsstufen der einzelnen Gr\u00fcnland-Biotoptypen wurden bereits in der ersten Projektphase durch Auswertung von 180 Ertragsschnitten an ausgew\u00e4hlten Punkten im Gel\u00e4nde belegt.<br \/>\nNutzungsart und Intensit\u00e4t k\u00f6nnen anhand der Textur ebenfalls gut beschrieben werden, so da\u00df intensiv genutzte Wiesen von ausgesprochenen Weiden unterschieden werden k\u00f6nnen: durch selektiven Verbi\u00df bedingt weisen beweidete Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen eine gro\u00dftupfige Textur auf, w\u00e4hrend reine Wiesennutzung durch feine, gleichm\u00e4\u00dfige Textur angezeigt wird. Auch f\u00fcr dieses Kriterium k\u00f6nnen Ertragsabsch\u00e4tzungen vorgenommen werden.<br \/>\nDie Anteile von L\u00fccken und Vegetation k\u00f6nnen als generelle Kriterien f\u00fcr den Zustand einer Gr\u00fcnlandnarbe erkannt werden. Die Summe dieser Anteile ergibt immer 100 %. Der Vegetationsanteil (Gras) der Fl\u00e4che kann in drei aussagekr\u00e4ftige Stufen unterteilt werden: sehr junges Gras, reife Grasvegetation und Altgras\/Kr\u00e4uter. Die L\u00fccken lassen sich in drei verschiedene, vom Wassergehalt des Bodens abh\u00e4ngige, Stufen gliedern: trockener, frisch-feuchter und nasser Boden.<br \/>\nDie Bewertung der Kriterien mu\u00df in Abh\u00e4ngigkeit und Kenntnis des zur Zeit des Bildflugs \u00fcblichen Vegetationsstandes im Gr\u00fcnland sowie der allgemeinen Wasserversorgung der B\u00f6den erfolgen. Optimaler Aufnahmetermin f\u00fcr die Color-Infrarot-Luftbildinterpretation ist immer die 20. Woche im Jahr, da zu diesem Zeitpunkt die erste Schnittnutzung bevorsteht und die Fl\u00e4chen sich noch nicht im Nutzungsrhythmus unterscheiden. Eine Bewertung der Fl\u00e4chen am Luftbildsichtger\u00e4t mu\u00df alle Kriterien ber\u00fccksichtigen. F\u00fcr die Auswertung mit EDV-gest\u00fctzten Systemen gen\u00fcgt eine Bewertung der Fl\u00e4chen nach Vegetations- und L\u00fcckenanteilen, wenn nachgepr\u00fcft wird, ob einzelne Fl\u00e4chen zum Zeitpunkt des Bildflugs bereits genutzt waren; dann mu\u00df eine Bewertung nach Biotoptyp, Homogenit\u00e4t und Nutzungsart erfolgen, um z. B. den L\u00fcckenanteil oder den Anteil jungen Grases einer frisch beweideten Fl\u00e4che nicht zu \u00fcberwerten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Eine kurze Beschreibung des Projekts wird im Jahresbericht 1996 der Landwirtschaftskammer Hannover (Hrsg.) erscheinen. Zum Zweck einer ausf\u00fchrlichen Dokumentation des Projekts wird derzeit versucht, einen Fachartikel in einer der Fachzeitschriften Zeitschrift f\u00fcr Kulturtechnik und Landentwicklung bzw. Natur und Landschaft zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Eine differenzierte Kartierung der Nutzungsintensit\u00e4t und der Ertragsf\u00e4higkeit von Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen ist anhand objektiver, nachvollziehbarer Kriterien m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens F\u00fcr die von den Landwirtschaftskammern geforderten Gutachten zur Bewertung von Gr\u00fcnland sind bisher sehr zeitaufwendige oder wenig differenzierte Methoden angewandt worden. Ertragsdifferenzierte Nutzungskartierungen mu\u00dften dabei von Hand ausgef\u00fchrt werden. Dabei wurden nur drei Ertragsstufen unterschieden. 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