{"id":19300,"date":"2024-11-27T10:34:06","date_gmt":"2024-11-27T09:34:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10192-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:08","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:08","slug":"10192-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10192-01\/","title":{"rendered":"Untersuchungen zum Reststoff Rotschlamm im Hinblick auf die f\u00fcr eine wirtschaftliche Verwertung erheblichen Fragen der Radioaktivit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Zeitraum 1917 bis 1990 wurde im Aluminiumwerk Lauta\/Sachsen &#8211; ehemals das gr\u00f6\u00dfte Tonerde- und Aluminiumwerkt Europas &#8211; Bauxit zu metallurgischer Tonerde als Ausgangsstoff f\u00fcr die schmelze-lektrolytische Aluminiumgewinnung verarbeitet. Der nach den beiden klassischen gro\u00dftechnischen Verfahren, dem thermischen und dem Bayer-Verfahren (hydrothermale Technologie) anfallende Verarbeitungsr\u00fcckstand Braunschlamm bzw. Rotschlamm wurde bis 1972 zu einer Hochhalde aufgefahren und deponiert. Insgesamt werden die Bauxitr\u00fcckst\u00e4nde auf 10 bis 12 Mio. t gesch\u00e4tzt.<br \/>\nDie Halden stellen eine gro\u00dffl\u00e4chige Altlast dar, die insbesondere zu einer Schadstoffbelastung des Grundwassers f\u00fchrt. Gleichzeitig ist Rotschlamm ein potentieller Wertstoff, der einer Verwertung zugef\u00fchrt werden sollte. Dadurch w\u00fcrden nat\u00fcrliche Ressourcen geschont und Fl\u00e4chen von der \u00f6kologischen Belastung befreit. Ziel ist die Erstellung eines Katasters r\u00fcckbauf\u00e4higer Partien im Haldenbereich, die Ermittlung der Massen und insbesondere die Analytik der Qualit\u00e4ten (chemisch, physikalisch und radiologisch) im Hinblick auf eine m\u00f6gliche stoffliche Wiederverwertung des Materials.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf der Basis einer historischen Erkundung werden Bereiche der ca. 70 ha umfassenden Haldenfl\u00e4chen eingegrenzt, in denen Lagerst\u00e4tten r\u00fcckbauf\u00e4higen Materials zu erwarten sind. Die m\u00f6glicherweise sofort erschlie\u00dfbaren Haldenbereiche wurden durch systematische Sondierungsarbeiten einer detaillierten Untersuchung unterzogen. Auf der Grundlage von insgesamt 55 Rammkern- sondierungen wurden 3 Haldenbereiche katasterm\u00e4\u00dfig im Detail erfa\u00dft. Aus den Bohrprofilen resultieren Querschnittsproben f\u00fcr die chemische und radiometrische Analyse. Durch die chemische Stoffpr\u00fcfungen wurden zwei Haldenbereiche als homogene Rotschlamm-Ablagerungen und ein Bereich als Braunschlamm-Lagerst\u00e4tte identifiziert. Die Vermessung der Bohransatzpunkte nach Lage und H\u00f6he erm\u00f6glichte in Verbindung mit den aufgenommenen Schichtenverzeichnissen die modellm\u00e4\u00dfige Berechnung der Vorr\u00e4te an gewinnbarem Rotschlamm.<br \/>\nDie Ergebnisse waren insbesondere im Hinblick auf potentielle wirtschaftliche Anwendungsgebiete des Rotschlammes zu bewerten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Projekt liegt der ausf\u00fchrliche Bericht der RVS GmbH vom M\u00e4rz 1997 mit den detaillierten Tabellen der Analysendaten vor.<\/p>\n<p>Der Rotschlamm weist &#8211; differenziert &#8211; eine Radioaktivit\u00e4t in Grenzbereichen zul\u00e4ssiger Werte auf, die u. U. Einsatzbeschr\u00e4nkungen zur Folge hat. F\u00fcr den Braunschlamm ist auf Grund des niedrigen Radioaktivit\u00e4tspotentials die Problematik nicht relevant.<\/p>\n<p>Die wirtschaftlich sinnvolle Nutzung von Rot- und Braunschlamm erstreckt sich aus heutiger Sicht auf die Gebiete:<br \/>\n\u00b7 mineralische Abdichtungen;<br \/>\n\u00b7 Keramotechnik;<br \/>\n\u00b7 Gasreinigungsmasse.<\/p>\n<p>Diese Anwendungsgebiete sind im Zusammenhang mit den Ergebnissen der radiologischen Untersuchungen wie folgt zu werten:<\/p>\n<p>\u00b7 mineralische Abdichtungen:<br \/>\nAuf Grund der erforderlichen Mengen (ggf. bis 50 kt\/a) kommt f\u00fcr diesen Einsatzzweck ausschlie\u00dflich Rotschlamm in Frage.<br \/>\nDieser wird in reiner Form oder im Gemisch mit anderen tonartigen Materialien ggf. unter Zusatz geringer Mengen Kalk, als Oberfl\u00e4chen- und Basisabdichtung f\u00fcr z. B. Deponien eingesetzt. Denkbar ist auch die Verwendung f\u00fcr Schlitzw\u00e4nde.<br \/>\nIn jedem Fall erfolgt die \u00dcberdeckung mit anderen Materialien, so da\u00df die Strahlungsproblematik nicht relevant ist.<\/p>\n<p>\u00b7 Keramotechnik<br \/>\nF\u00fcr den Einsatz in der Keramotechnik ist insbesondere Rotschlamm geeignet.<br \/>\nEntscheidend sind die Eigenschaften als Rotpigment verbunden mit einer Verbesserung der Brenneigenschaften. \u00dcblicherweise werden zum Gemenge ca. 5 &#8211; 10 % Rotschlamm zugegeben.<br \/>\nBei Ber\u00fccksichtigung der allgemeinen Schwankungsbreite der nat\u00fcrlichen Radioaktivit\u00e4t von Ziegel- und Klinkerbaustoffen, die bei ca. 30%-rel. liegt, ist zu erwarten, da\u00df selbst ein Zusatz von 10 Ma-% Rotschlamm als Brennhilfsmittel und Rotfarbstoff zu keiner signifikanten Erh\u00f6hung der Radon-Exhalation f\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00b7 Gasreinigungsmasse<br \/>\nAufgrund seiner Absorbtionseigenschaften (H2S und verwandte Verbindungen) eignet sich Braunschlamm zum Einsatz in der Gasreinigung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t der prospektierten Lagerst\u00e4tten rechtfertigen die Planung einer langfristigen industriellen Nutzung der Reststoffe Rot- bzw. Braunschlamm.<br \/>\nAllerdings erfordert der Einsatz des Rotschlammes insbesondere in der Keramo.- und Ziegelindustrie weitergehende Untersuchungen zur Radon-Exhalation.<\/p>\n<p>\u00d6kologische und wirtschaftliche Effekte sind dabei gegen\u00fcber dem sensiblen Thema Radioaktivit\u00e4t verantwortungsbewu\u00dft abzuw\u00e4gen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Zeitraum 1917 bis 1990 wurde im Aluminiumwerk Lauta\/Sachsen &#8211; ehemals das gr\u00f6\u00dfte Tonerde- und Aluminiumwerkt Europas &#8211; Bauxit zu metallurgischer Tonerde als Ausgangsstoff f\u00fcr die schmelze-lektrolytische Aluminiumgewinnung verarbeitet. Der nach den beiden klassischen gro\u00dftechnischen Verfahren, dem thermischen und dem Bayer-Verfahren (hydrothermale Technologie) anfallende Verarbeitungsr\u00fcckstand Braunschlamm bzw. Rotschlamm wurde bis [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[51,68,53],"class_list":["post-19300","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-ressourcenschonung","tag-sachsen","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"10192\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-10192.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"42.523,12","dbu_projektdatenbank_firma":"RVS Reststoffverwertungs- und Altlastensanierungs gGmbH\ni. G.","dbu_projektdatenbank_strasse":"Friedrich-Engels-Str. 1","dbu_projektdatenbank_plz_str":"02991","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Lauta","dbu_projektdatenbank_p_von":"1996-10-16 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"1998-07-02 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"1 Jahr und 9 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"035722\/4453","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Sachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"5","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19300","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19300\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32303,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19300\/revisions\/32303"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19300"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19300"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19300"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}